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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 16. August 2016

Großfrauentag in der Basilika Frauenkirchen - 15. August 2016

Ein GPS/Navi ist aus unserem modernen Leben wohl kaum mehr wegzudenken. Die meisten von uns haben ein Navi im Auto, das uns vor allem in uns weniger bekannten Gegenden eine große Hilfe ist und uns ans gewünschte Ziel bringt – und sei es in den letzten Winkel dieser Erde! Wahrscheinlich sind auch manche von uns mit Hilfe des Navi heute hierher nach Frauenkirchen gekommen, um den Großfrauentag gemeinsam zu feiern, um auf Wallfahrt zu gehen/fahren, um hier an diesem alten Gnadenort Gott im Gebet zu danken, sich mit Gott und den Menschen in der Beichte zu versöhnen, um seine weitere Hilfe und die Fürsprache der Gottesmutter Maria zu erbitten.

Wie das Navi uns auf unseren Fahrten durch das Leben immer wieder hilft den Weg zum Ziel zu finden, so schickt uns auch Gott immer wieder Wegweiser, die uns zum Ziel unserer Lebensreise führen sollen, dass sein Sohn Jesus für uns durch Tod und Auferstehung erreicht hat. Weil Gott weiß, dass wir Menschen rasch vom Weg abkommen, uns leicht verirren, gerne auf angenehmere Wege abbiegen, hat er uns in den Propheten/Heiligen Menschen geschickt, die uns durch die Jahrhunderte an das Ziel unserer Reise erinnern, uns zum Ziel hinführen sollen. Maria ist unser Wegweiser/Navi auf dem Weg zum Ziel. Heute schauen wir auf sie und fragen: Wie funktioniert überhaupt ein solches Navi?

Das erste beim Navi ist die Eingabe des Zielortes. Ist das erfolgt, berechnet das Navi den kürzesten Weg zum gewünschten Ziel. Mit dem Druck auf "starten" beginnt unsere Fahrt zum eingegebenen Ziel. Mit unserer Geburt hat Gott unsere Lebensreise hier auf Erden begonnen. Mit der Taufe haben wir das Ziel unserer Lebensfahrt bestimmt – den Himmel. Der Apostel Paulus erinnert uns in der 2. Lesung aus dem Korintherbrief daran: Gott hat seinen Sohn Jesus von den Toten auferweckt. An Christus – und dann auch an Maria – ist sichtbar geworden, zu welchem Ziel die Menschheit unter-wegs ist: nämlich zu Gott! Was an Christus und Maria geschehen ist, ist auch das Ziel unserer Lebensreise – das Leben in der Gemeinschaft mit Gott! Maria ist es, die uns wie das Navi im hektischen Alltag des Lebens immer wieder an unser Ziel erinnert, an unsere große Bestimmung von Gott her. Maria selber hat ihre Bestimmung von Gott her erfahren beim Besuch des Engels in Nazareth und mit ihrem JA zugestimmt zum Willen/Plan Gottes. Auf ihrer Lebensreise ist sie ihrer Berufung treu geblieben, ans Ziel gekommen. Maria will, dass auch wir den Sinn und das Ziel unseres Lebens erkennen, unsere Berufung annehmen und ihr auch treu bleiben. Damit wir Christen das Ziel nicht vergessen, braucht es das Gebet – persönlich, in Familie, Pfarrgemeinde – die Feier des Sonntags und der Sakramente, vor allem die Eucharistie und die Beichte, das Lesen der Hl. Schrift und die guten Taten. Das sind die Hilfsmittel Gottes, die er uns durch seine Kirche schenkt, damit wir Menschen in Arbeit und Freizeit nicht das Ziel unserer Lebensreise aus den Augen verlieren, vergessen. Weil wir Menschen gerne und so rasch vergessen, braucht es Maria, die uns an das Ziel unseres Lebens erinnert und wie das Navi zum Zielort führt!

Das zweite beim Navi bei falscher Fahrt ist der Hinweis: Bitte wenden! Wenn wir uns verfahren und nicht auf der vom Navi vorgegebenen Route blei-ben, heißt es vom Navi: Bitte wenden! Ähnlich ist es auf unserem Glaubensweg Wie rasch kommen wir Menschen vom Weg ab, verlaufen uns auf nebensächlichen Bahnen, verharmlosen und verdrehen die Botschaft Jesu so wie es uns genehm ist und sind oft selbstgerecht, ungerecht, unbarmherzig. Brauchen wir modere Christen heute nicht mehr denn je die Erinnerung und Ermahnung: Bitte wenden? Jesus selber sagt uns: "Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" Maria sagt bei der Hochzeit in Kana zu den Dienern: "Was er euch sagt, das tut!" Und in den vielen Wallfahrtsorten auf der ganzen Welt ruft sie uns immer wieder zu: "Betet, kehrt um, tut Buße!" oder anders gesagt: Bitte wenden! Bitte wenden kann heute heißen: auf Gott und sein Wort hören, indem wir die Bibel lesen – im Gebet das Gespräch mit Jesus suchen und die Freundschaft mit ihm pflegen – den Sonntag in der Familie und Pfarrgemeinde feiern – die Werke der Barmherzigkeit leben – einen einfacheren Lebensstil pflegen, weil wir auch Verantwortung für die kommenden Generationen haben – Menschen in Not beistehen, auch Verfolgten/Flüchtlingen – sich für das Leben einsetzen un gegen die Kultur des Todes ankämpfen – für das Gute un gegen das Böse zu kämpfen. Maria ist diesen Weg gegangen, sie hat den Kampf aufgenommen/geführt, wie es uns die 1. Lesung aus der Offenbarung des Johannes eindrucksvoll schildert. Die Frau, die am Himmel als das große Zeichen erscheint, ist die Mutter Jesu. Sie ist die Verkörperung des Gottesvolkes: die 12 Sterne über ihrem Haupt erinnern an die 12 Stämme Israels und die Geburtswehen an die vielen Leiden. Dieser Kampf zwischen Gut und Böse setzt sich auch heute in der Welt fort. Wir Christen sollen nicht lau, gleichgültig, ängstlich, feige sein, sondern wie Maria uns heute dem Kampf stellen, für das Gute einsetzen, das Böse meiden. Wir Christen sollen mit Freude, mutig und treu gegen den Strom schwimmen und mit unserem Leben das Evangelium bezeugen – das ist glaubwürdiges, einladendes und anziehendes Christentum! Es braucht heute solche Christen und keine Fanatiker! Unser Leben soll – wie das Leben Mariens – Hinweis und Einladung sein: Bitte wenden! Haben wir alle im Alltag den Mut zum Wenden!

Schließlich heißt es am Ende einer Fahrt vom Navi: Ziel erreicht! Nach einer langen Fahrt in eine unbekannte Gegend ist wohl der schönste Augenblick dann, wenn es heißt: Ziel erreicht! Mit dem heutigen Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel wird uns gesagt: Maria hat das Ziel erreicht! Ihre Lebensreise zeigt uns, was auch uns erwartet: das Leben bei Gott, unserem Ziel. Maria zeigt uns mit ihrem Leben: Wer von Jesus ergriffen ist, trägt ihn auch mit Freude zu den Menschen und der gelangt auch ans Ziel. Maria bestätigt es im heutigen Evangelium: Sie hat Jesus empfangen, angenommen und zu Elisabeth getragen. Sie hat im Magnifikat, dem großen Danklied Gottes Größe und Güte gepriesen, dass er auf ihre Niedrigkeit geschaut und Großes an ihr getan hat. Sie bezeugt: Gott erbarmt sich aller, die ihn fürchten. Gott zerstreut die Hochmütigen, stürzt die Mächtigen, erhöht die Niedrigen, beschenkt die Hungrigen, lässt die Reichen leer ausgehen. Gott stellt alles auf den Kopf, nimmt sich jedes Menschen an, hält sein Versprechen! Wer das Magnifikat lebt, baut schon auf Erden am Reich Gottes mit und wird das Ziel erreichen. Braucht unsere Welt nicht mehr denn je Jesu Evangelium, eine Neuevangelisierung? Braucht sie nicht Christen, die wie Maria heute das Magnifikat mit ihrem Leben bezeugen? Es braucht heute ein schlichtes Herz!

Am heutigen Festtag schauen wir auf Maria, unser Navi, die uns 3 Dinge sagt: Dein Zielort ist der Himmel, auf den Du seit der Taufe programmiert bist! Wenn Du Dich auf Deiner Lebensreise verfährt, nicht mehr weiter weißt, dann sei nicht stolz und schäm Dich nicht, sondern hör auf den Ruf: Bitte wenden! Ich habe schon das Ziel erreicht, zu dem Du noch unterwegs bist! Ich bin immer an Deiner Seite, in Freud und Leid, besonders dann, wenn es schwer wird! So ist uns Maria ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes. Schauen wir auf dieses Zeichen, hören wir auf sie, unser Navi, damit wir auf dem Weg bleiben, der uns hinführt zu ihrem Sohn Jesus, unserem Ziel im Himmel! Maria, du Königin, aufgenommen in den Himmel – du Mutter auf der Heide – bitte für uns und bleib mit uns auf unserem Lebens- und Glaubensweg! Amen.