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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 3. November 2016

Allerheiligen im Martinsdom - 1. November 2016

Auf unserer Diözesanpilgerfahrt im Sommer dieses Jahres zum Grab des hl. Martin nach Tours haben wir auch einige der berühmten gotischen Kathedralen Frankreichs besucht. Auf den imposanten Kirchenfassaden und Portalen sowie auf den mächtigen Säulen in den Kirchenschiffen sind unzählige Heiligenfiguren aus Stein oder Holz zu sehen – meist hoch oben, entrückt und unerreichbar. Im Gegensatz dazu, habe ich auf der Insel Kreta orthodoxe Kirchen und Klöster besucht, wo die Heiligen dargestellt wurden als Wegweiser zwischen Erde (Fußboden) und Himmel (Altarraum) auf Augenhöhe, leicht erhöht vom Boden. Das will sagen: Die Heiligen sind Menschen wie Du und Ich. Sie stehen nicht entrückt und unerreichbar hoch oben, sondern sie sind Menschen mit Höhen und Tiefen, mit ihrem Glauben wie Zweifeln und Fehlern. Sie sind auf Augenhöhe etwas vom Boden erhöht, weil sie in ihrem Leben trotz allem auf Gott vertraut und den Menschen gedient haben. Darin sind sie uns Menschen auf unserer Pilgerschaft von der Erde zum Himmel Vorbilder und Wegweiser zu Gott!

Ein solcher Wegweiser unserer Zeit ist die erst vor kurzem heiliggesprochene Mutter Teresa von Kalkutta, der Engel der Armen, wie sie gerne genannt wird. 3 Eigenschaften, die Mutter Teresa auszeichneten, sollten auch uns Christen von heute auszeichnen:

1. Mutter Teresa war eine Frau der Stille, Kontemplation und des Gebetes. Bevor sie ihre Arbeit begann, hat sie im Gebet, in der Betrachtung des Kreuzes und in der eucharistischen Anbetung die Kraft geschöpft. Das war die Quelle ihres Tuns. Der Aktion ging die Kontemplation voraus. Und je mehr zu tun war, umso mehr brauchte es das Gebet. Immer wieder betonte sie: "Unsere Kraft schöpfen wir aus dem Gebet und der Meditation. Dafür lassen wir uns drei bis vier Stunden – über den Tag verteilt – Zeit. Die Messe ist die geistige Nahrung, ohne die ich mein Leben nicht durchstehen könnte. In der heiligen Kommunion begegnen wir Christus in der Gestalt des Brotes, und in den Armenvierteln berühren wir Jesus in den Kindern, Kranken, Leidenden und Sterbenden." Aus ihrer Biographie wissen wir, dass auch sie, wie viele andere Heilige, die "Nacht der Seele", innere Dunkelheit und Wüstenzeiten kannte. Mutter Teresa eine Einladung an uns zu einem Leben, das auch das Gebet, den Gottesdienst, die Anbetung, die Meditation der Heiligen Schrift nicht vergisst!
2. Mutter Teresa hatte immer den Blick für die Not der Menschen, die Armen. Nach ihrer ersten Berufung als Lehrerin, Direktorin und Oberin in einer Ordensschule spürte sie dann Gottes Ruf alles aufzugeben, um Jesus in den Ärmsten der Armen zu dienen. Dieser Schritt fiel ihr schwerer als der Ordenseintritt und das Verlassen ihrer Familie und Heimat Albanien. 1950 gründete sie die "Missionarinnen der Nächstenliebe", die sich seither weltweit in Heimen um behinderte Kinder, Sterbende, Kranke und Waisen kümmern. Sie gehen an die Ränder der Gesellschaft und dienen mit ihrem einfachen Lebensstil den Armen. Mutter Teresa eine Einladung an uns, die materielle und geistige Armut um uns zu sehen, Armen beizustehen und selbst einfach und bescheiden zu leben!
3. Mutter Teresas Nächstenliebe galt jedem Menschen, egal welcher Nation, Sprache, Kultur und Religion. Mutter Teresas Werk ist von "ökumenischem Geist“, denn es umfasst alle Menschen, den Christen und Nichtchristen. "Nächstenliebe" ist das Kennzeichen von Mutter Teresa und ihren Schwestern – Nächstenliebe, die keine Grenzen kennt, die niemanden ausschließt. Mutter Teresa eine Einladung an uns, jedem Menschen in Not zu helfen, ohne dabei nach seiner Herkunft, Sprache, Kultur und Religion zu fragen!

Allerheiligen erinnert uns Christen an unsere Taufe, wo wir "Heilige" wurden. Allerheiligen erinnert uns, dass Heilige Menschen wie wir sind – nicht hoch oben, entrückt und unerreichbar, sondern Menschen wie wir, die geglaubt, gezweifelt, gerungen, die auch versagt haben und gefallen sind, die aber immer fest auf Gott vertraut und ihren Mitmenschen gedient haben. Allerheiligen erinnert uns an Menschen wie Mutter Teresa, die dem Ruf Jesu gefolgt ist, alles verlassen, die Seligpreisungen des Evangeliums zum Maßstab ihres Lebens gemacht und die Werke der Barmherzigkeit gelebt hat.

Weil Mutter Teresa 1982 auch unsere Diözese in Jennersdorf besucht hat, ist sie uns besonders nahe. Als Heilige ist sie uns Vorbild und eine wichtige Wegweiserin in dieser herausfordernden Zeit sowie eine Fürsprecherin bei Gott! Mutter Teresa hat das Ziel schon erreicht, wohin wir noch unterwegs sind – schauen wir auf sie und eignen auch wir uns ihre Eigenschaften an! Amen.