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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Erntedankfest und Diakonentreffen, Illmitz - 11. Oktober 2015

Das Wort "Danke" ist ein Schlüsselwort in unserem Leben. Es schließt die Tür zu einem neuen Leben auf, das nicht als selbstverständlich betrachtet wird, sondern ein Leben ist, das ich dankbar als Geschenk von Gott annehme. Weil die Hektik des Alltags uns oft vergessen lässt, wofür wir danken können und sollen, haben uns die Kinder beim Bußakt daran erinnert. Am heutigen Erntedankfest möchte ich daher mit Euch kurz über das Wort "Danke" nachdenken.

Der erste Buchstabe ist das D – wie Demut.
Wenn wir einem Menschen "Danke" sagen, haben wir meistens etwas von ihm bekommen: ein Geschenk, etwas Neues zum Anziehen, ein Spielzeug, vielleicht hat uns jemand bei der Arbeit oder in der Schule geholfen. Manchen Menschen fällt es schwer, für eine solche Hilfe danke zu sagen, weil sie sich schämen, dass sie es nicht alleine können. Danke sagen hat daher etwas mit Demut zu tun. Das bedeutet: Ja, ich kann nicht alles alleine. Ich bin froh, wenn mir geholfen wird.

Der zweite Buchstabe ist das A – wie Anerkennung.Kaum jemand kommt auf die Idee, außer am Muttertag oder am Geburtstag der Mutter dafür zu danken, dass sie sich Tag für Tag um das Essen, die Einkäufe, die Wäsche und vieles andere mehr kümmert. Meistens ist das für uns selbstverständlich. Genauso denkt man über Väter und Mütter, die für den Lebensunterhalt der Familie arbeiten gehen. Dabei sehnen sich Erwachsene genauso wie Kinder nach Lob und Anerkennung für das, was sie leisten. Danken hat also auch mit Anerkennung zu tun. Und wer von uns freut sich darüber nicht?!

Der dritte Buchstabe ist das N – wie Nähe.
Danken ist mehr als nur eine Höflichkeit. Danken ist eine Antwort auf das, was einer für mich getan hat. Ich lasse es nicht einfach geschehen, sondern ich rede mit dem Schenkenden. Wenn Menschen miteinander sprechen, kommen sie sich nahe. Das erfahren wir alle jeden Tag, in der Familie und Schule, am Arbeitsplatz, mit unseren Freunden, im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Es ist für alle schön, ab und zu ein Dankeschön zu hören, weil dadurch Wärme, Nähe entsteht.

Der vierte Buchstabe ist das K – wie Kraft.
Wenn einer sich bei uns bedankt für eine kleine Hilfe in der Schule, am Arbeitsplatz oder zuhause, freuen wir uns und sind auch ein wenig stolz, dass unser Tun gelungen ist und unser Einsatz nicht umsonst war. Wir fühlen uns bestätigt. Das gibt uns Freude und Kraft, Aufgaben anzupacken, zu denen wir oft nur wenig oder keine Lust haben und die manchmal sogar undankbar sind.

Der fünfte Buchstabe ist das E – wie Einsicht.
Danken hat auch mit Einsicht zu tun. Ich sehe ein, dass ich nicht alles durch mich selber schaffe und nur mir selber verdanke. Ich bin angewiesen auf andere: auf meine Eltern und Geschwister, Freunde, Mitschüler, Arbeitskollegen, Lehrer, Ärzte, Politiker, Gewerke, Hilfsorganisationen, Vereine, Seelsorger, Gott. Wir leben miteinander in Gemeinschaft und haben viele Gründe dankbar zu sein!

Dankbarkeit macht nicht klein, sondern Dankbarkeit macht bewusst, dass das ganze Leben ein Geschenk ist: die Erde, auf der wir leben, und die Menschen, mit denen wir leben. Wir Christen glauben, dass Gott uns alles geschenkt hat. Darum versammeln wir uns am Sonntag zur Eucharistiefeier – zur Danksagung vor Gott für das Geschenk der Schöpfung, des Lebens, der Berufung, Erlösung! Das Erntedankfest erinnert uns alle DANKE zu sagen, um nicht die Bedeutung dieses Wortes zu vergessen – Demut, Anerkennung, Nähe, Kraft, Einsicht!

Erlaubt mir noch ein kurzes Wort an unsere Diakone aus ganz Österreich.
Die Lesungen des heutigen Sonntags geben 3 Tipps für euren Dienst in der Kirche und Welt, damit ihr eure Aufgaben besser erkennen und erfüllen könnt. 

Diakone sind von Gottes Weisheit erfüllt, bereiten ihr den Weg in der Welt. 
Der Verfasser der 1. Lesung weiß Macht und Reichtum, Gesundheit, Schönheit und Erfolg haben keinen Wert ohne die Weisheit. Sie hilft unterscheiden zwischen richtig und falsch, Nebensächlichem und Wesentlichem, Gut und Böse. Sie bleibt dem Menschen über den Tod hinaus, als ewiges Licht der Gotteserkenntnis und Gottesgemeinschaft. Diakone, von Gottes Weisheit erfüllt, bereitet ihr heute den Weg!

Diakone sind vom Wort Gottes bestimmt und getragen.
Die 2. Lesung aus dem Hebräerbrief sagt: Gottes Wort ist lebendig und mächtig. Sein Wort ist Schöpfung und Offenbarung, es ist Verheißung und Gericht. Das Wort mit dem er uns das Heil anbietet, bedeutet auch Entscheidung. Diakone sind zuerst bestimmt und getragen von Gottes Wort, damit sie dieses Wort dann auch den Menschen glaubwürdig verkünden und bezeugen können. Darum ist eure erste und wichtigste Nahrung Gottes Wort in der Hl. Schrift – lest, studiert, betrachtet es betend, lebt selber nach diesem Wort und ihr werdet es so den Menschen am glaubwürdigsten verkündigen und bezeugen!

Diakone sind dem Ruf Jesu gefolgt und dienen besonders den Armen.
Der Ruf zur Nachfolge ergeht an alle, die an Jesus glauben: aber nicht alle werden zur gleichen Form der Nachfolge gerufen. Das Evangelium dieses Sonntags zeigt uns das deutlich, wenn Jesus den reichen Jüngling ruft! Diakone sind dem Ruf Jesu gefolgt und haben den Sinn ihres Lebens gefunden im Dienst an den Armen. Der Diakon ist kein kirchlicher Statist, Karrierist oder gar Aufputz in der Liturgie, sondern wie es die Kirchenväter so schön und klar sagen, das Auge Gottes der Kirche. Der Diakon soll nicht zuerst auf sich selber schauen, sondern ein Auge haben für die Not der Menschen, besonders der Armen von heute. Vergesst das nie – das ist euer erster und wichtigster Dienst!

Als Bischof danke ich allen Diakonen in Österreich, besonders auch in unserer Diözese, für ihre vielfältigen, engagierten und treuen Dienste als wachsames Auge Gottes unserer Kirche! Ich bete für euch und wünsche euch, dass ihr mit Gottes Weisheit und Gottes Wort im Herzen den Armen von heute dient! Amen.