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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 4. Mai 2015

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee, St. Joseph 2015

Wir alle kennen die Redewendung nach einem Autounfall oder bei besonderen Vorfällen "Zeuge gesucht". Wir alle wissen auch, wie wichtig Zeugen sind und sein können, wenn es um die Wahrheitsfindung, Weitergabe von Tatsachen und Erlebtem sowie um die Glaubwürdigkeit geht. Wir alle sind im Leben, Glauben für unsere Mitmenschen Zeugen, wir alle brauchen auch solche Zeugen!
Jesus spricht im Evangelium von Zeugen: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe" und an anderer Stelle "ihr sollt meine Zeugen sein!"

Jesus schickt seine Jünger nicht in die Welt, damit sie allen erzählen, was sie damals mit ihm alles erlebt haben. Jesus schickt seine Jünger vielmehr in die Welt: Sie sollen Zeugen sein - das bedeutet viel mehr. Zeuge sein, heißt:
  • Sie sollen mit ihrer Person und Existenz für die Sache J esu einstehen.
  • Sie sollen fortsetzen, was Jesus selbst getan hat: den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden - die Kranken und wunde Seelen heilen - Vergebung zusprechen und die Nähe Gottes erfahrbar machen.
In seinen Jüngern will Jesus weiter unter uns Menschen sein - auch heute! Es ist nichts anderes als die Einsetzung der Jünger Jesu zu Stellvertretern Christi! Durch sie und in ihnen will Christus heute seine Sendung in der Welt fortsetzen. Die Apostel tun das nicht aus sich heraus, sondern es ist Gottes Geist, der durch sie wirkt, und durch den Jesus in der Welt gegenwärtig ist und bleibt! Jesus bleibt in dieser Welt gegenwärtig durch geisterfüllte Menschen - die sich erfüllen und anstecken lassen von seinem Geist und die so seine Sache zu ihrer Sache machen und "Stellvertreter-Zeugen Christi" auf Erden werden. Christen- Getaufte und Gefirmte - gehören nicht bloß zum "Verein der Freunde Jesu", sondern sind Stellvertreter Jesu Christi hier auf Erden! Durch uns will Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung in dieser Welt lebendig sein. Durch uns will Jesus heute den Menschen begegnen. Durch uns will Jesus heute auf Kranke, Arme, Notleidende, Gescheiterte, Sünder, Ausgestoßene, Fernstehende, Einsame, Verzagte und Verwundete zugehen. Durch uns will Jesus heute denen, die verzweifelt sind, Hoffnung zusprechen. Durch uns will Jesus heute den Menschen die Liebe Gottes spürbar machen.

Jesus hat ein grenzenloses Vertrauen in uns Menschen: Er traut uns zu, sein Werk weiterzuführen. Er traut uns zu, als seine Mitarbeiter weiterzubauen auf dem Fundament, das er gelegt hat. Trotz mancher Enttäuschung, Rückschläge und Versagen ist er nicht derjenige, der sagt: Jetzt muss ich die Sache doch wieder selbst in die Hand nehmen. Nein, er traut uns zu, seine Stellvertreter und Zeugen in dieser Welt zu sein - bis er eines Tages wieder kommen wird vom Himmel.

Jesus gibt uns Christen in Taufe und Firmung den Auftrag dazu: Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Christus hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinem Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um den Menschen von ihm zu erzählen. Wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft, in Taten und Worten geschrieben.

Wir alle haben in Taufe und Firmung, einige von uns auch durch die Weihe Gottes Geist geschenkt bekommen und damit den Auftrag erhalten, heute Jesu Zeugen in der Welt zu sein - seine Hände, Füße, Lippen! Wir sollen - wie uns Papst Franziskus dringend einlädt - die Wunden der Menschen heilen und ihre Herzen erwärmen! Das ist unsere Mission/Sendung, die wir als Christen heute mit Freude, Geduld und Beharrlichkeit erfüllen sollen. Wir sollen auf Jesus schauen und uns von ihm senden lassen, um mit unseren Talenten/Fähigkeiten im Geist Jesu heute Kirche und Gesellschaft mitzugestalten. Möge durch unsere Mitarbeit, unser Gebet und glaubwürdiges Zeugnis dort, wo wir leben und arbeiten die Kirche als offene, lebendige, engagierte Gemeinschaft von Menschen, die an Jesus glauben und ihm nachfolgen, erfahren werden und so für unsere Mitmenschen einladend und anziehend sein!

Und noch eines: Gerade in den vielen Ängsten vor neuen Wegen und Herausforderungen unserer Zeit vergessen wir Christen nie die Zusage des Herrn: "Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Weit."

Amen.

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