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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 23. April 2015

Weltgebetstag um geistliche Berufe mit Beauftragung zum Akolythat von Gustav Lager, Neumarkt i. T. - 23. April 2015

Mit dieser festlichen Eucharistiefeier begehen wir unseren diesjährigen diözesanen Gebetstag um geistliche Berufe hier in der Pfarrkirche von Neumarkt im Tauchental. Dabei wird auch ein Mann dieser Pfarre zum Akolythendienst beauftragt – zu einem besonderen kirchlichen Dienst! Auch dazu braucht es eine Berufung!
Berufung – was braucht es dazu?
Für einen geistlichen Beruf oder für eine Berufung zu einem kirchlichen Dienst braucht es vor allem 3 Dinge über die ich in dieser Predigt mit Euch gemeinsam nachdenken möchte.

Berufung braucht Gebet.
Geistliche und kirchliche Berufe können nicht von Menschen gemacht werden. Sie verdanken sich immer der Initiative Gottes und sie können nur gedeihen, wo wir uns mit diesem Anliegen zuerst Gott anvertrauen. Gläubige und Gemeinden begreifen den äußeren Mangel und die innere Fülle geistlicher Berufung zutiefst im Gebet. Im Gebet entscheidet sich, ob Menschen für Gott aufs Ganze gehen. Ob Priester- und Ordensberufungen sowie kirchliche Berufungen aus unseren Gemeinden hervorgehen, liegt wesentlich daran, ob die Bitte um Berufungen in unseren Pfarren und Gemeinschaften Raum bekommt. Dann erst wächst ein Bewusstsein, in dem Menschen begreifen: Gott und seine Kirche brauchen uns.
Ich bitte alle in unserer Diözese das Gebet um geistliche Berufungen sich wirklich zu eigen zu machen und danke allen, die es auch tun! Denn ob junge Christen um Gottes Willen für die Menschen da sein wollen, hängt wesentlich davon ab, wie eine Gemeinde betet. Auf unserem pastoralen Weg braucht es besonders das Gebet um Berufungen!

Berufung braucht Gespräch.
Was in Menschen verborgen ist, wird oft erst dadurch herausgelockt, dass sie angesprochen werden. Wahrgenommen zu werden mit dem, was uns bewegt, tut gut. Resonanz zu bekommen, macht Mut. Was in Menschen an Berufung durch Gott angelegt ist, muss unter Menschen Worte bekommen, sonst verkümmern sie. Mancher wächst gerade dadurch über sich hinaus, dass andere in ihm sehen, was er sich selbst nie zutraute. So ist es mit der Berufung, die Gott Menschen schenkt. Wer angesprochen wird, kommt ins Nachdenken und ins Erzählen. Ich glaube, dass wir in unseren Gemeinden mehr persönliche Ansprache brauchen und jungen Menschen das Signal geben müssen: Ich trau dir zu, dass Du für Gott aufs Ganze gehst! Berufungen in der Bibel sind nie das Werk eines Einzelnen. Sie beginnen damit, dass Gott einen Menschen zuerst anspricht und dieser auf Menschen trifft, die Gottes Ruf verstärken. Auf unserem pastoralen Weg braucht es auch das Gespräch über Berufungen!

Berufung braucht Gemeinschaft.
Jede Berufung durch Gott braucht die Kirche. In ihr entfaltet sich, was der Apostel Paulus in seinem apostolischen Dienst begreift: „Jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.“ (1 Kor 12,7) Berufung braucht Gemeinschaft: gläubiges Miteinander und solidarisches Füreinander. Berufung ist immer persönlich, aber nicht privat. Sie ist immer individuell, aber nicht individualistisch. Geistlicher Dienst entfaltet sich mitten in der Kirche. Es braucht das Zueinander aller Getauften, aller Haupt- und Ehrenamtlichen in der Pastoral. Es ist Dienst am Aufbau einer Gemeinsamkeit im Wollen, die wir in Zeiten des Umbruchs so dringend brauchen.
Auf unserem pastoralen Weg braucht es die Gemeinschaft der Berufungen!

Berufung braucht also Gebet, Gespräch und Gemeinschaft – nur so kann sie wachsen und reifen sowie Menschen bewegen, für die Sache Jesu neu aufs Ganze zu gehen. Ich danke allen Mitbrüdern im priesterlichen und diakonalen Dienst für das tägliche Zeugnis der Treue und allen, die im Dienst der Pastoral unserer Diözese stehen, für ihren wichtigen Beitrag zum Ganzen!

Lieber Kandidat zum Akolythat, lieber Gustav!
Auch Deine Berufung zum geistlichen Beruf und kirchlichen Dienst ist dem Gebet, dem Gespräch und der Gemeinschaft erwachsen und zuzuschreiben. Auf Deinem Weg zum Ständigen Diakonat bist Du als Lektor und heute als Akolyth beauftragt, wie Petrus in der Lesung aus der Apostelgeschichte dem Volk das Wort Gottes zu verkünden und mit Deinem Leben zu bezeugen. Du wirst als Helfer beim Gottesdienst zu einem besonderen Dienst in der Kirche bestellt – zum Dienst an der Eucharistie, die Gipfel und Quelle des Lebens der Kirche ist. Du sollst den Gläubigen die heilige Kommunion im Gottesdienst reichen und diese auch zu den Kranken bringen. Um das in rechter Weise auch zu tun, musst Du selber zuerst aus der Kraft des eucharistischen Opfers leben und Dich bemühen, dem Gekreuzigten und Auferstandenen ähnlicher zu werden. Du sollst erkennen und bekennen, was das heutige Evangelium über Jesus sagt: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist." Ich wünsche Dir für Deinen Dienst viel Freude, Gnade und Segen und danke Deiner Familie und Heimatpfarre, dass sie Dich auf Deinem Weg unterstützt!

Und noch eines: Vergessen wir nicht Berufungen brauchen Gebet, Gespräch und Gemeinschaft! Daher beten wir – reden wir – pflegen wir Gemeinschaft! Amen.