Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Samstag, 7. März 2015

Requiem Ladislaus Pascal Fürst Batthyány-Strattmann

Güssing, 7. März 2015, 15.30 Uhr

„Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“
Dieser Text eines deutschen Kirchenliedes – meist bei Begräbnissen gesungen – drückt einen tiefen Inhalt aus, über den ich gerade in dieser Stunde der Trauer und des Abschieds von Ladislaus Pascal Fürst Batthyány-Strattmann mit Euch nachdenken möchte. Dieses Lied sagt uns eine wichtige Wahrheit: dass wir alle Wanderer sind, unterwegs solange wir leben, mit dem Ziel der ewigen Heimat.

Das Bild von der Wanderschaft passt gut zum verstorbenen Fürsten Laci.
Ich habe es bewusst gewählt, nicht weil er ein großer Wanderer war, sondern weil ihn die Wege des Lebens auf Wanderschaft führten – von Budapest, wo er 1938 geboren wurde und Körmend, wo er die ersten 7 Jahre der Kindheit am Schloß verbrachte über Schnifis in Vorarlberg, wohin die Familie nach dem Ein-marsch der Russen in Ungarn fliehen musste und dort im Pfarrhaus bescheiden lebte, nach Wien u. Trautmannsdorf, wo er studierte und dann mit seiner Familie lebte, bis hierher nach Güssing, wo er in der Familiengruft der Batthyánys, die er ausbaute, nun seine letzte Ruhestätte findet – und er mit seinen Füßen gerade in den letzten Jahren der Krankheit immer langsamer, schwerer und bewusster seine Wege ging und sich trotzdem immer wieder neu auf den Weg machte.

Jeder Wanderer geht seinen eigenen Weg, niemand kann ihm das abnehmen.
So geht auch jeder von uns seinen eigenen, persönlichen Weg durchs Leben.
Der Weg, den wir Schritt für Schritt gehen, sagt uns, dass wir ein Leben lang unterwegs sind, bis wir einmal das Ziel unseres Lebens erreicht haben. So hat auch unser Fürst Laci in jungen Jahren bestimmt viele, große und rasche Schritte gemacht, aber je älter er wurde und je mehr ihm die Krankheit zusetzte, wurden seine Schritte wohl weniger, kleiner, langsamer und bewusster.

Jeder Wanderer, der lange unterwegs ist, freut sich, wenn er sich bei einer Rast von den Strapazen des Weges erholen und für den weiteren Weg stärken kann.
So hat auch unser Fürst Laci auf seiner Lebenswanderschaft immer wieder Rast gemacht, um sich an Leib und Seele für den weiteren Weg zu stärken. Sein schönster Rastplatz war wohl seine Familie, die ihm viel Freude bereitete sowie Halt, Geborgenheit und Heimat schenkte, gerade in Zeiten der Not, an denen es in seinem Leben nicht fehlte. Er wusste aber auch, dass Gastsein bedeutet keine feste Bleibe zu haben und das Gasthaus nach der Einkehr und Rast wieder ver-lassen zu müssen. Als Gäste halten wir uns in dieser Welt nur vorübergehend auf, sind wir Pilger, wir wandern ohne Ruh der ewigen Heimat zu. Sind wir Menschen in der Hektik des Alltags und im Wohlstand heute nicht in Gefahr dies zu vergessen? Wir richten uns auf Erden ein, als wollten wir ewig leben!
Jeder Wanderer hat auf seiner Wanderschaft mit Beschwerden, mit Leid und Kreuz zu rechnen. So hatte auch unser Fürst Laci auf seiner Lebenswanderschaft manches Leid und Kreuz zu ertragen – denken wir nur an die schweren Jahre der Kindheit, die Flucht aus Ungarn, der Verlust der Heimat und eines Großteils des Besitzes, die Gründung der eigenen Familie, die Übernahme als Fürst/Oberhaupt der Familie Batthyány und Kurator der Stiftung, besonders die Krankheit in den letzten Jahren. Die Familie u. gute Menschen sind ihm beigestanden. Ich danke allen, besonders der Gattin und den Kindern mit ihren Familien: Ihr habt Eurem Gatten u. Vater geholfen Kreuz u. Leid zu tragen. Möge Gott Euch alles lohnen!

Jeder Wanderer weiß auch um die Bedeutung der Wegzehrung für den Weg.
So hat auch unser Fürst Laci gewusst, dass es im Leben nicht nur der Speise für den Leib bedarf, sondern auch für die Seele. Er zeigte das mit seinem Leben als überzeugter und praktizierender, indem ihm Gebet, Gottesdienst, der Empfang der Sakramente und die christliche Gemeinschaft, die Kirche und die Familie wichtig waren. Vorbild war ihm dabei wohl sein Großvater, der selige Ladislaus, dem er nacheiferte und den er immer um seine Hilfe und Fürbitte anflehte.
Ich danke dem Verstorbenen für sein Glaubensbeispiel als Vater und Ehegatte, als gläubiger Christ, für seine Verbundenheit mit der Kirche als Gentiluomo di Sua Santità, den Franziskanern, den Diözesen Wien, Eisenstadt, Steinamanger und ihren Bischöfen, für seinen Beitrag zur Seligsprechung von Fürst Ladislaus!
Höhepunkt seines Lebens war wohl, dass er 2003 bei der Seligsprechung seines Großvaters in Rom das Reliquiar zum hl. Papst Johannes Paul II. bringen durfte. Es ist ein Zeichen der Vorsehung, dass er im gleichen Spital in Wien wie der se-lige Großvater verstorben ist und in der Familiegruft in Güssing beigesetzt wird.
Sind wir heute nicht in Gefahr alles nur für den Leib zu tun, aber die Seele zu vernachlässigen? Christen mit gesunden Füssen finden oft nicht den Weg zur Kirche und sind nur wenig bereit etwas für den Nächsten/Gemeinschaft zu tun!

Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.
Der äußere Lebensweg des Verstorbenen hier auf Erden ist zu Ende gegangen. Sein innerer Weg aber geht weiter. Der Christ glaubt und hofft das, weil Jesus selber diesen Weg gegangen ist. Sein Weg führte ihn durch Leid und Tod zur Auferstehung. Seit Jesu Tod am Kreuz wissen wir, wohin menschliches Leid und Kreuz, wohin letztlich der Tod führt: zur Herrlichkeit der Auferstehung! Deshalb kann Jesus sagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
Und deshalb kann der Christ sagen: Im Kreuz ist Leben, Heil und Hoffnung!
Bei dieser Seelenmesse feiern wir jetzt das Gedächtnis an Jesu Leiden, Tod und Auferstehung und bitten Gott, dass er das Leben, Leiden und Kreuz unseres verstorbenen Fürsten Laci annehmen, mit seiner Liebe ergänzen und ihn mit unseren Verstorbenen zum großen Festmahl auf dem Berg Zion führen möge!
Der selige Großvater und Arzt der Armen Fürst Dr. Ladislaus Batthyány-Stratt-mann sei ihm nun in der Stunde des Todes ein Fürsprecher bei Gott! Amen.