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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 30. März 2015

Ökumenischer Passionsgottesdienst in Lutzmannsburg - 27. März 2015

Lieber Herr Superintendent und Mitbruder Manfred mit den Vertretern der evangelischen Pfarrgemeinde von Lutzmannsburg und allen evangelischen Mitchristen – Grüß Gott und Vergelt´s Gott für die Gastfreundschaft!
Liebe katholische Mitbrüder und Mitchristen des Dekanates Großwarasdorf!
Zum ökumenischen Passionsgottesdienst versammelte Schwestern und Brüder im Herrn!

Es freut mich sehr, dass wir genau eine Woche vor dem Karfreitag diesen ökumenischen Passionsgottesdienst hier in der schönen evangelischen Kirche von Lutzmannsburg gemeinsam feiern. Das ist ein konkretes und sichtbares Zeichen unseres gemeinsamen Bemühens auf dem Weg der Ökumene voranzuschreiten und das uns heute Mögliche überzeugt und entschlossen zu tun!

Was will uns Gott in dieser Stunde des gemeinsamen Gebetes sagen?
Er will uns Mut machen mit dem Dritten Lied vom Gottesknecht aus dem Buch des Propheten Jesaja, das wir gerade in der Lesung hörten.

Wozu will uns Gott ermutigen?
Er möchte durch uns die Müden in unserer Kirche und Gesellschaft stärken. Viele Menschen bei uns sind müde geworden von inneren und äußeren Kämpfen. Auch viele von uns, die Gott befähigen möchte zur Stärkung der Schwachen, sind müde – nicht zuletzt durch den stärker werdenden Widerspruch, den wir als Kirche und christliche Gemeinschaften erleben. Es ist gut in dieser Situation gemeinsam auf Jesus zu schauen und sich vor Augen zu halten, dass er alle unsere Schwierigkeiten löste, indem er ihnen nicht auswich, sondern indem er sie in seiner Passion auf sich nahm und in Gottes Liebe aufhob.

Das Lied vom Gottesknecht wurde vom Anfang der Kirche an auf Jesus Christus bezogen.
Jesus ist der Knecht Gottes, des Herrn.
Jesus wurde von Gott zu uns auf die Erde geschickt, um die Müden zu stärken durch das Wort des Vaters im Himmel.
Jesus selbst ist das Wort Gottes, des Vaters.
Jesus selbst ist ganz Ohr für Gott, den Herrn. Weil er nicht das tut, was die Menschen wollen, weil er tut, was Gott will, deshalb muss er leiden und sterben. In seiner Passion macht Jesus keinen Rückzieher, vielmehr schenkt er sich der Menschheit ganz und gar und mit sich schenkt er Gott, den Vater, allen, die ihn verloren hatten. Mit sich und den Vater schenkt er uns seinen Geist, der uns befähigt, heute die Müden zu stärken, heute keinen Rückzieher zu machen, wenn es Widerstand gibt, heute uns Gott und den Mitmenschen zu schenken.
Voraussetzung dafür ist, dass wir als Christen – möglichst miteinander, wie wir es gerade jetzt tun – auf das Wort Gottes hören, ganz Ohr werden für Gott, um nicht nur den Namen "Christen" zu tragen, sondern um seine Jünger, Nachfolger auch wirklich zu sein. Wenn uns sein Wort trifft und verwandeln kann, werden auch wir in der Kraft Christi, des Gekreuzigten und Auferstandenen, in der Kraft des Heiligen Geistes in der Lage sein, unser Kreuz anzunehmen, anderen zu helfen ihr Kreuz zu tragen, ja selbst unsere Feinde zu lieben, dass für die Müden von heute ein Vorgeschmack des neuen Himmels und der neuen Erde schon hier und heute erlebbar und sichtbar wird.
Das wünsche ich unseren Gemeinden und unserer Gesellschaft von Herzen – nicht nur für Ostern, sondern für alle Tage unseres Lebens!

Schauen wir gemeinsam auf den leidenden, gekreuzigten und auferstandenen Gottesknecht Jesus Christus und geben wir als Christen gemeinsam Zeugnis für ihn in dieser Welt, schämen und fürchten wir uns nicht – dann ist unser Glaube echt und unsere Ökumene fruchtbar!
Vergessen wir nie: Wie Gott seinen Sohn Jesus in Leiden und Tod nicht allein lässt, so lässt er auch uns, seine Söhne und Töchter, in unseren Nöten nicht allein!

Beten wir in dieser Stunde daher auch für alle verfolgten Christen – unsere Brüder und Schwestern im Glauben – um Kraft, Mut und Treue in Prüfung und Leid, und helfen wir ihnen in ihren Nöten! Amen.