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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Sonntag, 8. März 2015

20. Todestag von Bischof DDr. Stefan László

08.03.2015

Beim Gedenken an DDr. Stefan László, unseren ersten Diözesanbischof, fallen mir 3 Kreuze ein – seine Bischofskreuze, das Papstkreuz und die Apostelkreuze von Trausdorf sowie die Begebenheit am Todestag, als er mir ein Kreuz auf die Stirn zeichnete. Ich durfte Bischof László nicht nur im Leben als Sekretär und Zeremoniär begleiten und nahe stehen, ich durfte auch an seinem Sterbebett stehen, heute genau vor 20 Jahren im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder hier in Eisenstadt und das am Festtag des Ordensgründers Johannes von Gott, den er jedes Jahr mit den Brüdern und der Spitalsgemeinschaft gerne feierte.

Meine erste Begegnung mit Bischof László war in den siebziger Jahren als ich in meiner Heimatgemeinde Hackerberg den hohen Gast aus Eisenstadt als klei-ner Volksschüler in kroatischer Sprache begrüßen durfte – ich kann das Gedicht heute noch! Dabei hat mich sein bischöfliches Brustkreuz so beeindruckt, dass ich zu ihm sagte: Herr Bischof, haben sie ein schönes Kreuz! Daraufhin hat er mir sein Kreuz erklärt und gesagt: „Dieses Kreuz kann ich dir nicht geben, aber du bekommst ein kleines Kreuz, das dich begleiten und an mich erinnern soll.“ Und tatsächlich hat mich dieses Kreuz und begleiten mich seine Bischofskreuze, die er mir als seinem zweiten Nachfolger hinterlassen hat bis heute in meinem Hirtendienst. Er wollte mir und wohl auch uns allen damit sagen: Schaut auf das Kreuz Christi, vertraut ihm, damit ihr den Glauben, die Hoffnung, die Liebe und die Orientierung im Leben nicht verliert!

Viele von uns waren am 24. Juni 1988 beim Pastoralbesuch von Papst Johannes Paul II. in Trausdorf – es war wohl der Höhepunkt im Leben von Bischof László – und erinnern sich an das große Papstkreuz und die 12 Apostelkreuze, die den Festplatz gleichsam zum Kirchenraum machten und schmückten. Diese Kreuze ließ er in den Dekanaten, bei unseren Nachbarn in Ungarn, der Slowakei u. Kro-atien aufstellen, als Erinnerung an den Papstbesuch u. Einladung an die Christen bei uns und in den ehemals kommunistischen Ländern: Öffnet Christus die Tü-ren – Fürchtet euch nicht! Braucht es diese Einladung und Erinnerung nicht gerade bei uns, wo wir in Gefahr sind im Wohlstand und in der Hektik des All-tags das Kreuz Christi und seine Botschaft zu vergessen, uns von der Kirche los-zusagen und ohne eine konkrete Gemeinschaft Christen zu sein?

Tief beeindruckt hat mich die Begebenheit heute vor 20 Jahren am Sterbebett von Bischof László, als er mich mit letzter Kraft zu sich winkte und mir vor seinem Heimgang zu Gott noch mit schwacher Hand ein Kreuz auf meine Stirn zeichnete, als wollte er mir und uns allen damit sagen: Seid im Leben Zeugen des gekreuzigten und auferstandenen Herrn und schämt euch seiner nicht! Braucht nicht unsere Gesellschaft mehr denn je Zeugen des Kreuzes Christi, da-mit unser Glaube und die christlichern Werte nicht verdunsten, verloren gehen?
Der Blick auf diese 3 Kreuze und auf die 2. Lesung dieses 3. Fastensonntags erinnert an die Worte des Paulus im Korintherbrief: „Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten“: für Juden ist das ein Skandal, für die Nichtglaubenden eine Dummheit, für den an Christus Glaubenden aber ist es „Gottes Kraft und Weisheit“. Der Glaube an den Gekreuzigten hat damals provoziert und er provo-ziert auch heute! Es stimmt: Jesu Tod am Kreuz ist das Gegenteil dessen, was man sich erhofft. Es sieht aus nach Scheitern und Torheit. In unserem Glauben aber und im Blick auf das Osterereignis ist der Tod Jesu am Kreuz alles andere als eine Niederlage. Es ist der Grundstein für den Sieg über den Tod.
Was aber bedeutet das für uns als einzelne Christen? Welche Folgen hat diese große Hoffnung für unser ganz konkretes Leben?
Wer glauben kann, dass durch Kreuz und Auferstehung Jesu der Tod besiegt ist, der wird zuversichtlicher leben können. Der hat begriffen: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus lebt, unsere Verstorbenen leben und auch ich werde leben bei ihm, dem Herrn des Lebens. Nicht weil ich ein so besonderer Mensch bin, der sich das verdient hätte, sondern weil Gott mich liebt. Und diese Liebe ist so groß, dass er seinen Sohn zu meiner Rettung geschickt hat und dass er für mich den Tod auf sich genommen hat.
Wer diesen Glauben gefunden hat u. ihn lebt, der tritt ein in die Nachfolge und verkündigt den Gekreuzigten. Jesus hat geliebt, ohne etwas dafür zu erwarten. Wer ihm folgen will, der muss sich an ihm orientieren und die Menschen lieben. Wer sich durch Taufe, den Empfang der Eucharistie und Firmung – und noch mehr in der Weihe – an Gott bindet, wer ihn im Gottesdienst ehrt und im Gebet anruft, muss sich im Alltag von ihm verändern lassen. Wer von Gottes Liebe spricht, muss Nächstenliebe üben. Wer die Würde des Menschen betont, muss seine Mitmenschen auch entsprechend behandeln. Wer im Gebet der Armen u. Kranken gedenkt, sollte auch bereit sein, ihnen beizustehen.
Die Liebe Jesu, die mich am Kreuz erlöst hat, die gilt es weiterzugeben und zu verkündigen, mit Wort und Tat – das ist Neuevangelisierung konkret!

Bischof László war auf den Gekreuzigten u. Auferstandenen getauft u. gefirmt. Er war zum Diakon, Priester und Bischof geweiht und stand als Hirte unserer Diözese 40 Jahre unermüdlich im Dienst des Gekreuzigten – er hat viele getauft, gefirmt, getraut und zum Diakon und Priester, Bischof Iby als seinen Nachfolger zum Bischof geweiht. Er hat dabei vielen ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet und sie dem Gekreuzigten anempfohlen. Er hat sich in seinem Hirtendienst selbst unter das Kreuz gestellt und dabei die Schönheit und Last des Kreuzes erfahren. Er hat die Botschaft vom Kreuz mit seinem Leben und Wirken bezeugt und auf die Liebe des gekreuzigten und auferstandenen Herrn gebaut und vertraut!

Wir danken heute als Diözese Gott für sein langes und reiches Leben u. Wirken! Wir bitten, dass vieles, was er gesät u. gebaut hat reiche Früchte tragen möge! Wir erbitten für ihn die Frucht des Kreuzes – Auferstehung und ewiges Leben!
Die Mutter von den armen Seelen sei ihm eine mächtige Fürsprecherin! Amen.