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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 13. Februar 2015

Diözesanwallfahrt nach Rom und Assisi - Petersdom, 12. Feber 2015

Nach der gestrigen Begegnung mit Papst Franziskus – dem Nachfolger Petri unserer Tage – haben wir uns als Diözesanfamilie in dieser Morgenstunde hier im Petersdom zur Eucharistiefeier versammelt, zum Höhepunkt unserer Wallfahrt. Wenn Pilger hierher in den Petersdom kommen, dann sind sie eingeladen 3 Dinge zu tun, über die ich mit Euch in dieser Predigt nun kurz nachdenken möchte.

Rompilger gehen im Petersdom zuerst zum Grab des heiligen Apostels Petrus, um an der sogenannten "confessio" ihren Glauben zu bekennen und zu erneuern.
"Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!" Dieses Glaubensbekenntnis der ersten Christen legt der Evangelist Matthäus dem Petrus in den Mund. Seit mehr als 2000 Jahren wiederholen Christen auf der ganzen Welt dieses Bekenntnis des Petrus und folgen Jesus nach. Auch wir sind mit der Taufe Jünger Jesu geworden, einmalige, wichtige Glieder der Gemeinschaft, die sich Kirche nennt. Bei unserer Taufe haben unsere Eltern, Paten und die Pfarrgemeinde dieses Glaubensbekenntnis stellvertretend für uns abgelegt. So notwendig und maßgebend dieses Bekenntnis für uns Christen ist – es reicht noch nicht es nur nachzusprechen, sondern es muss uns weiterführen zur Frage Jesu im Evangelium: "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" Es muss zur persönlichen Frage werden: Was bedeutet Jesus mir? Welche Rolle spielt er in meinem Leben? Was will er von mir ganz persönlich? Verliert der Glaube bei uns nicht deshalb seine Kraft, weil wir ihn nur aus Tradition übernommen, uns der Frage Jesu "Für wen hältst Du mich" nicht persönlich stellen, weil wir Gebet, Gottesdienst, die Feier der Sakramente, das Lesen und Betrachten der Heiligen Schrift vernachlässigen? Die Zukunft des Christentums wird davon abhängen, ob es uns gelingt, dieses alte Bekenntnis des Petrus wieder so lebendig werden zu lassen, dass es uns und andere neugierig macht auf Jesus, uns zur persönlichen Auseinandersetzung mit ihm führt. Petrus war nicht nur Vorbild im Bekenntnis, wir kennen auch seine Schwächen, sein Versagen und Fallen – ist er uns Menschen darin nicht ähnlich?

Rompilger gehen im Petersdom auch zum Grab des hl. Papstes Johannes XXIII.
Wir tun das heute ganz bewusst, weil gerade dieser Papst 1960 unsere Diözese errichtet hat. Er hat das 2. Vatikanische Konzil einberufen, und damit die Türen und Fenster der Kirche weit geöffnet, um frische Luft in alte Gemäuer zu lassen. Rompilgern, die Kirchen und Museen besichtigten, sagte er gerne: "Die Kirche ist kein Museum!" Johannes XXIII. steht für Einfachheit, Offenheit zur Welt hin, für die Erneuerung im Glauben, das Erkennen der Zeichen der Zeit, für die Berufung aller Christen aus Taufe und Firmung am Reich Gottes mitzubauen. Lernen wir von ihm auch für unseren neuen pastoralen Weg in der Diözese!
Der "Papa buono" ist als Nachfolger Petri der "gute Hirte", von dem die Lesung/ 1. Petrusbrief spricht, der seiner Herde Vorbild ist, der für sie sorgt – nicht aus Zwang, sondern wie Gott es will, nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung!

Rompilger gehen im Petersdom zum Grab des hl. Papstes Johannes Paul II.
Wir tun das heute ganz bewusst, weil gerade dieser Papst aus Polen 1988 unsere Diözese besucht und mit fast 100.000 Gläubigen aus unserer Diözese, Ungarn und Kroatien auf dem Flugfeld in Trausdorf den Gottesdienst gefeiert hat. Die Botschaft des "Papstes aus dem Osten" an die Welt und an uns Christen bleibt unvergesslich: Öffnet Christus die Türen – Habt Mut und fürchtet euch nicht zu Christus zu bekennen – seid barmherzig! Braucht es nicht gerade heute Christen, die trotz "Gegenwind" das im Alltag verwirklichen? Die Jugend, Ehe und Familie sowie die Neuevangelisierung waren ihm ein Herzensanliegen. Braucht unsere Kirche und Gesellschaft nicht dringend einen neuen Blick auf Glaube, Ehe und Familie, damit diese Fundamente nicht weiter unterspült/unterwandert werden? Johannes Paul II. hat gerade uns Burgenländern aufgetragen, Brücke zum Osten zu sein – worum wir uns als Diözese auch bemühen. Dieser Papst hat mit vielen Pastoralbesuchen in der Welt den Petrusdienst erstmals universal ausgeübt. Er war als Hirte mutiger und treuer Zeuge Christi, der sein Leben für Jesus gab!

Wenn wir als Rompilger heute hierher in den Petersdom gekommen sind, dann bekennen und erneuern wir am Grab des Apostels Petrus unseren Glauben – jeder von uns ganz persönlich – und tragen wir dieses Licht des Glaubens heim, damit es in unseren Pfarrgemeinden und Familien nicht erlischt!
Am Grab von Papst Johannes XXIII. bitten wir um die Haltungen der Einfachheit, Offenheit, Erneuerung – bringen wir sie in Kirche und Gesellschaft ein!
Am Grab von Papst Johannes Paul II. bitten wir um Kraft und Mut zur Neuevangelisierung und zum Glaubenszeugnis, zu dem wir alle berufen sind!
Mögen diese Heiligen uns allen, vor allem unserer Diözese auf ihrem neuen pastoralen Weg, besondere Wegweiser, Helfer und Fürsprecher sein! Amen.