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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 2. Februar 2015

Darstellung des Herrn - 2. Feber 2015

Das heutige Fest wird in der Ostkirche "Fest der Begegnung" genannt, weil das gehörte Evangelium von einer Begegnung erzählt. Der Prophet Simeon und die Prophetin Hanna begegnen Jesus im Tempel von Jerusalem. Beide erfahren nach einem Leben, das wie jedes Menschenleben von Angst und Sehnsucht, Resignation und Hoffnung geprägt ist, die "Gnadenstunde /Sternstunde" ihres Lebens. Sie begegnen dem Retter/Licht der Welt! Nun können sie loslassen. Sie haben nicht umsonst geglaubt, gehofft und geliebt, gebetet und auf Gott zu gelebt. So ist diese Begegnung eine Geschichte erfüllter Hoffnung und Verheißung.

Von Simeon und Hanna können wir Christen von heute 3 Dinge lernen.
Es gibt auch heute viele Menschen, denen Sehnsucht und Hoffnung fremd ist. Viele sagen: Mir fehlt nichts! Ich habe alles! Worum sollte ich beten? Mein Leben ist gelebt! Ich kann mir vieles leisten! Ich brauche niemand! Das Haus ist gebaut, die Kinder versorgt, die Enkel sind gesund! Was soll da noch kommen?
Diesen Menschen sagen Simeon und Hanna:
Es gibt mehr als all das, mehr als du machen und schaffen konntest. Es gibt ein Geschenk: Leben ohne Grenzen, Licht ohne Dunkel, Liebe ohne Leistung, Freude aus verwandelten Tränen, Geborgenheit und Ruhe in Gott, Frieden mit mir, gestillte Sehnsucht, die loslassen lässt, weil ich so viel Heil und Güte sehen darf.

Es gibt heute auch Menschen, die sehen nur noch schwarz, nur noch Probleme, deren Angst und Bedenken verstellen den Blick auf die Zukunft, die sehen in allem nur noch das Böse und den Untergang – diese Gefahr ist heute sehr groß!
Diesen Menschen sagen Simeon und Hanna:
Überseht trotz aller Herausforderungen, Veränderungen, Krisen, Umbrüche, Abbrüche nicht und achtet auf jedes neue Lebenszeichen! Nehmt um euch herum wahr, wo sich solche kleinen Aufbrüche und Hoffnungszeichen befinden, und seht sie nicht als Täuschung, sondern traut ihnen zu, was in ihnen steckt!

Die Hoffnung von Simeon und Hanna gründet in Gottes Wort, seiner Verheißung. Dieses Wort haben sie durchgetragen durch alle Wegabschnitte ihres Lebens, durch Erfolg, aber auch im Leid und Misserfolg. In diesem Wort war Gott gegenwärtig. Dieses Wort haben sie in ihrem Herzen bewegt, auf ihr Leben hin abgefragt, wahrscheinlich manchmal verständnislos bedacht und gelesen, aber nicht vergessen. Deshalb waren sie so wach, als das Wort Gottes in Erfüllung ging.

Simeon und Hanna lehren uns am heutigen Festtag der Begegnung 3 Dinge:
Als Christen dürfen wir in uns eine begründete Hoffnung und Sehnsucht tragen, nicht schwarz malen, sondern diese oft verborgenen, kleinen Hoffnungszeichen sehen sowie auf Gottes Wort vertrauen, es zum Kompass des Lebens machen! Ich wünsche uns allen, dass wir von Simeon und Hanna echtes Christsein lernen!

Wenn wir heute am Fest der Darstellung des Herrn auch den "Tag des geweihten Lebens" feiern, so bitten wir gerade in diesem "Jahr des geweihten Lebens" für die Kirche und unsere Diözese um Ordensberufungen mit den Haltungen von Simeon und Hanna – wir bitten um Ordenschristen, die dem Herrn persönlich im Leben begegnet sind, eine große Freude, Hoffnung und Sehnsucht im Herzen tragen, die nicht schwarz-weiß malen, sondern die oft so kleinen, verborgenen Aufbrüche und Hoffnungszeichen sehen und pflegen, die auf Gottes Wort fest vertrauen und diesem Gott ihr Leben im Dienst der Kirche ganz schenken!

Menschen wie Simeon und Hanna haben nicht nur das "Heil der Welt" gesehen, sie sind dem "Licht" treu gefolgt, haben andere zum "Licht" geführt und so die Finsternis der Welt erleuchtet! Das "Nunc dimittis" des greisen Simeon im Gebet der Komplet erinnert uns jeden Tag daran!

Als Bischof danke ich allen Ordenleuten in unserer Diözese, die sich darum bemühen und die mit ihrem Ordenscharisma und ihrem persönlichen Einsatz unsere Diözese bereichern – Gott segne ihren vielfältigen Dienst und vergelte ihnen ihr Beten und Arbeiten im Weinberg des Herrn! Bitten wir gemeinsam den Herrn, dass er seiner Kirche viele, gute Ordensberufungen schenkt! Amen.