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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 12. November 2014

Kapellenweihe und Haussegnung des "Haus St. Martin" - 9. November 2014

Heute ist ein besonderer Tag für die Katholische Kirche – wir feiern weltweit den Weihetag der Lateranbasilika in Rom, der ältesten Papstkirche, die den Titel führt "Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises".
Heute ist auch ein besonderer Tag für die Diözese Eisenstadt – nach eineinhalbjähriger Bauzeit können wir vor dem Martinsfest das modernste Altenwohnheim unseres Landes seiner Bestimmung übergeben, und damit als Diözese unsere Selbstverpflichtung zur Martinstat bei der Diözesansynode 1971 wieder einlösen.
Heute ist ein besonderer Tag für die 93 Bewohner des Haus St. Martin und unsere Caritas selbst – heute wird euer neues Altenwohnheim gesegnet und die Hauskapelle dem hl. Martin, unserem Landes- und Diözesanpatron, geweiht.

Am Weihetag der Lateranbasilika und am Weihetag der neuen Kapelle – dem Herz und der Mitte dieses Hauses – der Segnung des neuen Altenwohnheimes ist die Frage angebracht: Was sind die Kennzeichen einer Kirche der Zukunft?

Die Kirche der Zukunft muss zuerst eine mystische sein. Was heißt das?
Im Mittelpunkt der Kirche stehen nicht die Kirche und ihre Strukturen, sondern Gott und sein Geheimnis – daran erinnert uns das Zweite Vatikanische Konzil! Zukunft wird also weder "eine Kirche von oben" noch eine "Kirche von unten" haben, sondern allein eine "Kirche von innen", in der sich alles um Gott dreht. Eine Kirche, in deren Mittelpunkt nicht mehr Gott und sein Geheimnis leben, wird von den heutigen Menschen als ein mysteriöser Verein wahrgenommen. Daher kann es für die Kirche heute keine wichtigere Aufgabe geben als die, sich auf Gott und sein Geheimnis neu zu besinnen – da beginnt Neuevangelisierung! Die Weihe dieser Kapelle erinnert uns, Gott im Leben einen Platz zu geben – für Gebet, Gottesdienst, Lesen der Bibel, Feier der Sakramente sich Zeit nehmen! Wann, wenn nicht jetzt?! Diese Kapelle ist ein Ort des Gebetes - Evangelium!

Die Kirche der Zukunft muss weiters geschwisterlich sein. Was heißt das?
Wenn wir Christen von Geschwisterlichkeit sprechen, dann meinen wir eine lebendige Gemeinschaft, die in Gott begründet ist, der ein Volk will, in dem jeder und jede mitverantwortlich ist für den Aufbau dieses Volkes und in dem jeder Christ sein Charisma einbringt für den Aufbau von Kirche und Gesellschaft. Diese vielfältigen Begabungen und Dienste, die der Heilige Geist zum Aufbau allen Christen schenkt, ist der "Charme Gottes" für seine Kirche und Welt.
Die Weihe dieser Kapelle erinnert uns, dass wir kraft Taufe und Firmung – wie Paulus in der 2. Lesung den Korinthern sagt – "Gottes Tempel sind und Gottes Geist in uns wohnt" – unsere Talente und Fähigkeiten zum Aufbau von Kirche und Gesellschaft einsetzen sollen, um eine geschwisterliche Kirche zu sein! Der neue Ambo und Altar sind der Tisch des Wortes und des Brotes, um die wir uns als Brüder und Schwestern versammeln – Jesus Christus, Grund unseres Glaubens!

Die Kirche der Zukunft muss schließlich diakonisch sein. Was heißt das?
Diakonische Kirche sein heißt: selbstloser Dienst am Leben der Menschen, vor allem der Armen, Kleinen, Benachteiligten. In der liebenden Sorge um den Mit-menschen – Diakonie/Caritas – liegt ein wichtiger Beweis der Glaubwürdigkeit der Kirche. Gottesdienst, der nicht durch den Dienst der Fußwaschung bezeugt wird, ist Fassade! Genauso verdunstet Nächstenliebe ohne Gottesverwurzelung! Helfen wir uns daher gegenseitig, beim Gottesdienst zu bleiben, damit wir auch die Kraft haben unseren Mitmenschen zu helfen!
Die Weihe dieser Kapelle dem hl. Martin erinnert uns an die Diakonie – die vielfältigen Dienste der Caritas an den Armen, Notleidenden, Kindern, Jugendlichen, Verfolgten, Flüchtlingen, Verwundeten, Gescheiterten, Behinderten, Alten und Kranken, daran, dass auch wir helfen sollen, wo man Hilfe braucht!

Der hl. Martin – dem diese neue Kapelle und Haus in Erinnerung an das alte heute geweiht wird – hat uns als Mensch, Soldat, Christ, Hirte gezeigt, dass es möglich ist eine mystische, geschwisterliche und diakonische Kirche zu sein. Er lädt uns alle ein, dass wir uns darum bemühen und unseren Beitrag dazu leisten!

Als Bischof kann ich nur von Herzen gratulieren zu diesem gelungenen Werk! Ich darf aber auch DANKE sagen Gott für die unfallfreie Baustelle sowie allen, die hier Hand angelegt haben – die Planer, Architekten, Künstler, Baufirmen, dem Land und der Stadtgemeinde, den MitarbeiternInnen im Haus, den für die Seelsorge zuständigen Priestern und geistlichen Schwestern, besonders unserer Direktorin der Caritas mit ihrem Team, dem Bauamt der Diözese, den Kirchenbeitragszahlern, Wohltätern, "Freunden des Haus St. Martin" – Vergelt´s Gott!

Ich wünsche, dass sich unsere Bewohner hier zu Hause fühlen, dass ihnen hier an der Hand eines anderen Menschen am Lebensabend beigestanden wird.

Möge diese Martinstat vielen Menschen unserer Diözese eine Hilfe sein, damit sie in Würde leben und sterben können! Der heilige Martin erbitte allen, die hier wohnen, arbeiten und ihre Lieben besuchen von Gott Schutz und Segen! Amen.