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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 12. November 2014

Grußwort zur Festakademie am St. Martinsfest 2014 - 11. November 2014

Liebe Festversammlung – Schwestern und Brüder im Herrn!

Zuerst möchte ich allen die heute Namenstag haben von Herzen die besten Glück- und Segenswünsche entbieten – allen voran unserem Herrn Generalvikar Martin, dem ich gleichzeitig auch für seinen Einsatz und Dienst Danke sage!

Mit Freude und Dankbarkeit entbiete ich euch allen zur diesjährigen Festakademie zum Martinsfest unserer Diözese einen pannonischen-mehrsprachigen Gruß – Grüß Gott allen Diözesanen mit deutscher Muttersprache aus den verschiedenen Pfarren unserer Diözese, besonders aus dem Visitationsdekanat Mattersburg!

Srdacno pozdravljam sve vjernike hrvatskoga materinskoga jezika nase biskupije, posebno iz hrvatskoga dekanata Veliki Boristof, koga cu k ljetu pri vizitaciji pohoditi, osebujno pozdravljam novi dekanatski dicji zbor i od srca cestitam ovomu prvomu uspjesnomu nastupu! Nek tako dalje, vi dica ste nasa buducnost i ovo vase skupno djelovanje ima buducnost – biskup se s vami veseli, biskup je na vas gizdav/ponosan i biskup vas podrzava i molitvom sprohadja!

Mein besonderer Gruß und Dank gilt heute unserem Ehrengast und Festredner, dem Bischof von Bozen-Brixen Dr. Ivo Muser für sein Kommen, seine Ermutigung zum Kirchesein heute und seine Verbundenheit mit unserer Diözese und ihren Bischöfen – Lieber Bischof Ivo, Vergelt´s Gott für Dein Dasein und Deine Freundschaft!

"Evangelii gaudium – Die Freude des Evangeliums" mit diesem Apostolischen Schreiben wendet sich Papst Franziskus an alle Christgläubigen – besonders an die kirchlichen MitarbeiterInnen – um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von der Freude geprägt ist, und um Wege für den Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzuzeigen.
Deshalb möchte ich als Bischof uns allen dieses Schreiben des Papstes als "Magna Charta der Pastoral" ans Herz legen und euch einladen, es zu lesen, es eingehend zu studieren und es zur Grundlage unseres pastoralen Tuns zu machen. Bischof Ivo hat es uns in seinem Festvortrag schmackhaft gemacht und es uns als Schlüssel und Stachel auf unseren neuen pastoralen Weg mitgegeben.
Die lateinamerikanischen Bischöfe haben mit Recht die Notwendigkeit betont: "Wir können nicht passiv abwartend in unseren Kirchenräumen sitzen bleiben, sondern müssen von einer rein bewahrenden Pastoral zu einer entschiedenen missionarischen Pastoral übergehen."
Das heißt für uns als Kirche/Diözese, dass wir heute zu diesem neuen missionarischen "Aufbruch" berufen sind. Wir sind aufgefordert: hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen. Jetzt dient uns nicht eine reine Verwaltungsarbeit – jetzt braucht es den Zustand permanenter Mission. Die Kirche im Aufbruch ist die Gemeinschaft der missionarischen Jünger, die die Initiative ergreifen – die sich einbringen – die begleiten – die Frucht bringen – die feiern.
Die Seelsorge unter missionarischem Gesichtspunkt verlangt, das bequeme pastorale Kriterium des "Es wurde immer so gemacht" aufzugeben.
Mit Papst Franziskus lade ich alle ein, wagemutig und kreativ zu sein in dieser Aufgabe, die Ziele, die Strukturen, den Stil und die Evangelisierungs-Methoden der eigenen Gemeinden zu überdenken! Ich rufe alle auf, großherzig, mutig die Anregungen von Evangelii gaudium aufzugreifen, ohne Beschränkungen und Ängste. Wichtig ist, Alleingänge zu vermeiden, sich immer auf die Brüder und Schwestern und besonders auf die Führung der Bischöfe zu verlassen, in einer weisen und realistischen pastoralen Unterscheidung!

Eine Kirche im Aufbruch ist eine Kirche mit offenen Türen.
Evangelisierende mit Geist sind Verkünder des Evangeliums, die beten und arbeiten. Ohne längere Zeiten der Anbetung, der betenden Begegnung mit dem Wort Gottes, des aufrichtigen Gesprächs mit dem Herrn verlieren die Aufgaben leicht ihren Sinn, werden wir von Müdigkeit und Schwierigkeiten schwächer, erlischt der Eifer. Die Kirche braucht dringend die Lunge des Gebetes.
Ich danke allen, die sich darum in den Pfarren und Gemeinschaften mühen!
Aus dem Gesagten ergibt sich für diese neue Etappe der Evangelisierung auch ein neuer pastoraler Stil, der so zu beschreiben ist: vorschlagen, nicht aufzwingen; begleiten, nicht drängen; einladen, nicht ausstoßen; beunruhigen, nie enttäuschen! Bemühen wir uns als Priester und Laien um diesen Stil!

Der neue pastorale Weg unserer Diözese ist wohl eine Priorität in diesem Arbeitsjahr und in den kommenden Arbeitsjahren. Es ist in den vergangenen Jahren diesbezüglich viel geschehen und ich danke in diesem Zusammenhang unserem Pastoralamt, der eingesetzten Arbeitsgruppe, dem Begleitteam mit Prof. Jacobs aus der ED Paderborn, den Dechanten sowie den Pfarren, Pfarrern, die sich bereits auf diesen Weg gemacht haben oder gerade dabei sind. Unser pastoraler Weg liegt ganz auf der Linie von Evangelii gaudium.
Was sind die Nächsten Schritte? Es wird im Herbst noch eine zweite Runde von Klausurtagungen in den Dekanaten geben, die sich mit der Diözesanleitung die konkrete Situation ansehen, besprechen und die SSRe festlegen. Dazu sind alle haupt/ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Pfarren und andere Interessierte eingeladen, um viele zu erreichen/einzubinden. Information, Kommunikation, Partizipation ist dabei sehr wichtig! Gleichzeitig werden die Statuten für die SSR, der Dienstpostenplan und die Fertigstellung des Gesamtkonzeptes erarbeitet sowie die Schulung und Begleitung der Mitarbeiter durchgeführt.
Zum Martinsfest 2015 soll das Projekt voraussichtlich mit einem Diözesantag offiziell beschlossen werden und in die Umsetzung übergehen.
Da der neue pastorale Weg ein geistlicher Weg ist, braucht es vor allem das Gebet, worum ich alle Beteiligten bitte! Haben wir keine Angst vor diesem neuen Weg, vor den damit verbundenen Problemen – der Herr ist mit uns!

Papst Franziskus hat das Jahr 2015 zum Jahr der Orden proklamiert.
Es ist ein Geschenk der Vorsehung, dass gerade in diesem neuen Arbeitsjahr in unserer Diözese 5 neue Ordensgemeinschaften ihren Dienst bei uns beginnen. Ich darf sie alle herzlich in unserer Diözese begrüßen und ihnen danken, dass sie ihr je eigenes Charisma in unsere Ortskirche segensreich einbringen. Es sind dies die Gemeinschaft der Kalasantiner und die Schwestern der Jüngersuche in der Dompfarre; die Dienerinnen vom Kinde Jesu im Bischofshof und im Haus St. Martin; die Redemptoristen im SSR Neudörfl-Pöttsching-Bad Sauerbrunn-Krensdorf und die Franziskanerinnen aus Bosnien in Großwarsdorf.

Dieses Jahr der Orden ist ein guter Anlass die Berufungspastoral in der Diözese und das Gebet um geistliche Berufe wieder zu beleben und einen "Tag, der in unserer Diözese tätigen Orden" zu veranstalten.

Mit dem Neubau des Alten- und Pflegeheimes der Caritas Haus St. Martin und der Eröffnung und Segnung am vergangenen Sonntag hat unsere Diözese die bei der Diözesansynode 1971 eingegangene Selbstverpflichtung zu einer Martinstat wieder eingelöst und so für 93 Bewohner ein modernes Heim geschaffen, wo sie an der Hand von Menschen in Würde den Herbst des Lebens verbringen können. Diese "Martinstat nach innen" wird durch eine "Martinstat nach außen" zu diesem Martinsfest erweitert – die Stiftung eines Grundstücks für den Bau des 1. orthodoxen Klosters in Österreich in St. Andrä am Zicksee in unserer Diözese – ich danke der Pfarre für die Ermöglichung dieser Stiftung, die positive Aufnahme und alle Unterstützung!
Der heutige Besuch des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomaios I. in unserer Diözese ist einmalig und historisch, wohl aber auch ein Zeichen der Dankbarkeit und Hoffnung, dass wir mit dieser Martinstat einen kleinen aber wichtigen Schritt zur Einheit der Christen gesetzt haben!

In den kommenden Semesterferien wird die Diözesanwallfahrt nach Rom und Assisi per Flug und Bus sein, zu der ich unsere Diözesanfamilie von Herzen einlade – es wäre ein schön, wenn viele aus unserer Diözese mitpilgern würden!

Papst Franziskus hat uns Bischöfen beim Ad-limina-Besuch am Ende unseres Gespräches 3 Dinge zugerufen: Vergesst nicht das Gebet – Couraggio: Habt Mut und Ausdauer – Avanti: Vorwärts, macht Euch auf den Weg!
Als Bischof gebe ich Euch diese Bitten des Papstes weiter, lade zur Mitarbeit ein und danke allen, die sich in der Diözese, Dekanaten und Pfarren darum mühen!
Der hl. Martin sei unserer Diözesanfamilie weiter ein Wegweiser und Wegbegleiter!