Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Samstag, 6. September 2014

Predigt zum Mariazellerfest im Wiener Stephansdom

06.09.2014

Wir alle sind heute in den Wiener Stephansdom zum traditionellen Mariazeller-fest gekommen und schauen auf Maria, auf ihre Zukunft, die auch unsere ist. Um aber in rechter Weise auf unsere Zukunft zu schauen, sollten wir zuerst aber auf den Anfang unseres Heils schauen. Maria ist uns dabei eine große Hilfe.
In Maria begegnet uns „Gottes makelloses Konzept“ vom Menschen.
An dem, was wir aus der Bibel von ihr wissen, wird sichtbar, wie sich Gott den Menschen denkt und wünscht; welche Vorstellung er von einem gelingenden Leben hat; wie sein Plan und Programm für ein erfülltes Leben aussieht.
Wer zum Mariazellerfest kommt und auf die Kopie der Gnadenstatue von Mariazell schaut, der kann sehen, wie Gott unser Leben konzipiert hat.
Zu einem erfüllten Leben/Menschsein/Christsein gehören vor allem 3 Dinge:

Zu einem erfüllten Leben gehört zuerst einmal, darauf zu hören, was Gott uns sagt, was er mit uns vorhat, welche Lebensaufgabe er uns zugedacht hat, was er uns an Chancen und Möglichkeiten zuspielt, zutraut und sich von uns erwartet.
Maria wird uns in der Bibel beim Besuch des Engels Gabriel im Haus von Na-zareth als eine große Hörende vor Augen gestellt. Nur weil Maria bei Gottes Ruf zu Hause, still und aufmerksam war, ja zuhören konnte, war es ihr überhaupt möglich Gottes Wort/Ruf/Einladung zu hören, zu überdenken und anzunehmen!
Hat der moderne Mensch trotz bester Technik und Kommunikationsmittel in der Hektik u. im Lärm der Zeit nicht weithin das Hören – Glauben – Beten verlernt?
Maria bestätigt mit ihrem Leben das Wort der Bibel, dass der Glaube vom Hö-ren kommt. Elisabeth bezeugt: „Selig ist die, die geglaubt hat, was der Herr ihr sagen ließ.“ Nur weil sie im Haus von Nazareth zu Hause, still und aufmerksam war, konnte sie Gottes Wort hören und annehmen. Machen wir es Maria nach!

Zu einem erfüllten Leben gehört aber auch ein zweites, nämlich entsprechend dem Gehörten zu handeln; dem Ruf oder der Berufung zu folgen; das in die Tat umzusetzen, was wir als unseren Auftrag erkannt haben.
Marias „Ich bin die Magd des Herrn“ zeigt, dass sie ihre Lebensaufgabe anni-mmt, dass sie Jesus – im wahrsten Sinne des Wortes – „zur Welt bringen“ will.
Maria lebt und handelt aus dem Schatz ihres Glaubens. Sie hat einen Blick für Arme, Niedrige und Erniedrigte, alle Opfer an den Rändern der Gesellschaft.
Haben wir moderne Menschen nicht weithin aufgehört auf Jesu Botschaft zu hören und nach ihr im Leben zu handeln, weil es von uns Opfer, Umkehr und den Mut zum Zeugnis, zum Schwimmen gegen den Strom abverlangt? Sind wir oft nicht nur mit uns selbst beschäftigt u. lässt uns die Not Anderer nicht kalt?
Maria bestätigt mit ihrem Leben, dass der Weg der Nachfolge nicht leicht aber möglich und erfüllend ist. Der Christ soll wie Maria mit den Augen Jesu sehen, Jesu Gesinnung haben und wie Jesus handeln, das heißt: Mit Jesu Augen Gottes Schöpfung und den Mitmenschen sehen, besonders den Armen u. Notleidenden, und wie Jesus zu handeln mit unseren Fähigkeiten. Machen wir es Maria nach!
Zu einem erfüllten Leben gehört schließlich auch das Hinweisen: Wer auf Jesus hören, in seinem Sinn handeln will, wer darin den Sinn seines Lebens sieht – der möchte auch andere auf Jesu Botschaft aufmerksam machen, sie zum Glauben an ihn führen – oder wie Jesaja in der Lesung sagt – Völker wandern zum Licht.
Maria weist im Mariazeller Gnadenbild auf Jesus hin. Sie lädt andere ein, auf Jesus zu schauen und sein Wort zu hören „Was er euch sagt, das tut!“ so lenkt Maria im Hochzeitssaal von Kana den Blick nicht auf sich, sondern auf Jesus.
Haben wir moderne Christen nicht weithin aufgehört unseren Kindern und Mit-menschen glaubwürdige Wegweiser und Hinweisschilder zu Gott zu sein?
Maria bezeugt in ihrem Leben, dass sie im Alltag d. Glauben lebte, dass Gebet, Gottesdienst, Wallfahrt von Bedeutung waren. Machen wir es Maria nach!

Hören – Handeln – Hinweisen: 3 Bausteine für ein sinnvolles Lebenskonzept, einen klaren Lebensentwurf, ein erfülltes Menschsein und Christsein, wie wir sie an Maria ablesen können. Wenn wir uns an diesem Konzept orientieren und ver-suchen die 3 H´s  „Hören – Handeln – Hinweisen“ zum Grundmuster unseres Christseins zu machen, dann hat unser Leben nicht nur einen großen Anfang, sondern auch ein großes Ziel, eine große Zukunft – wie das Leben Marias!

Als Pilger sind wir heute zum Mariazellerfest in den Stephansdom gekommen, um auf Maria zu schauen, um uns an ihrem Beispiel zu orientieren und sie um ihre Fürsprache zu bitten: Große Mutter Österreichs, hilf uns, dass auch wir im Leben wie du Gottes Wort hören, im Alltag danach handeln und mit unserem Leben unsere Mitmenschen auf Jesus und seine Botschaft hinweisen! Amen.