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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 21. August 2014

Altarweihe Pfarrkirche Mogersdorf - 17. August 2014

Heute ist ein besonderer Tag für die Pfarre Mogersdorf. Nach Monaten der Freilegung von kostbaren Malereien, ihrer Restaurierung und der Neugestaltung des Altarraumes in Eurer Pfarrkirche wird heute der neue Altar geweiht. Trotz wert-vollster Malereien ist und bleibt der Altar das Kostbarste jeder Kirche, weil er Jesus Christus selber darstellt – Fundament, Mitte und Ziel unseres Glaubens. „Frau, dein Glaube ist groß“, sagt Jesus zur kanaanäischen Frau im Evangelium. Damit weist er auf den Wert von Glauben u. Vertrauen hin, ohne die der Mensch nicht wirklich glücklich leben kann. Glauben – wie funktioniert das?

3 Grundbewegungen zeigen, wie der Glaube sich vollzieht.
Die erste Grundbewegung heißt Empfangen. Wir empfangen die Botschaft von Gott, der zu uns spricht. Kein Mensch kann diese Botschaft erdichten, sie ist ein Geschenk. Glaubend empfangen wir, was Gott uns zuspricht, wir können ihn mit leeren Händen empfangen, wie die Frau im Evangelium sagen: „Herr, hilf mir!“
Die zweite Grundbewegung des Glaubens ist das Lob Gottes. Glaubende sind Menschen, die Zeit haben zum Lob Gottes, die vor Gott Liturgie feiern. Wenn wir das befreiende Handeln Gottes am Menschen und der Schöpfung betrachten, drängt es uns bei jeder Gelegenheit Loblieder anzustimmen. Glaubende sind Menschen, die sich neben der Arbeit auch Zeit nehmen zum Lobpreis Gottes.
Die dritte Grundbewegung des Glaubens besteht im Teilen und Austeilen. Es drängt uns die Botschaft Gottes, die für uns Nahrung und Orientierung ist, mit anderen zu teilen, an andere weiterzugeben. So kommen auch Menschen, die in Not sind, sich verirrt haben durch uns zum Leben – das ist Neuevangelisierung!
Diese 3 Grundbewegungen des Glaubens – Empfangen, Loben und Austeilen – ergeben einen harmonischen Dreiklang. Daher heute die Frage an uns: Leben wir unseren Kindern einen Glauben vor mit diesem harmonischen Dreiklang?

Die Kirche ist der Ort, an dem sich die 3 Grundbewegungen des Glaubens erei-gnen, wo der harmonische Dreiklang immer wieder erfahrbar und erlebbar wird.
Die Kirche ist das sichtbare Haus Gottes in der Welt, damit wir Menschen in d. Hektik d. Alltags Gott nicht vergessen, uns als pilgernde zum hl. Berg verstehen.
Die Kirche ist der Ort des Gebetes und Gottesdienstes, wo für alle Platz ist.
Die Kirche ist der Ort der Unterweisung im Glauben und des ständigen Gesprächs, der Begegnung von Gott und Mensch im Wort der Schrift und Sakrament der Eucharistie – wie Jesu Gespräch mit der Kanaaniterin im Evangelium.
Die Mitte jeder Kirche ist der Altar, meist aus Stein, Hinweis auf Jesus, der auf dem Felsen Golgotha sein Leben für uns alle geopfert hat. In der Eucharistiefeier wird Jesu Kreuzesopfer auf dem Altar auf sakramentale Weise in Brot und Wein gegenwärtig. So ruft Jesus Christus-Gesalbte auch uns, die wir gesalbt – getauft und gefirmt sind – in seine Nachfolge, bis zur Hingabe unseres Lebens. Solche Lebenshingabe erfüllt sich am radikalsten in den Märtyrern, also jenen Christen, die mit ihrem Leben und Tod das Evangelium bezeugt haben.
Deshalb werden im Altar auch Reliquien von Märtyrern und Heiligen beigesetzt.
Der Altar ist daher zuerst Symbol für Jesus Christus, dann aber auch Symbol für die Christen, deren höchste Berufung darin besteht, ihr Leben als Opfergabe in Dank, Lob und Bitte zu begreifen.
Der Altar stellt Jesus Christus dar, die Mitte eines jeden Gotteshauses, die Mitte der Kirche, von der aus sich christl. Gemeinde aufbaut. Gemeinde bauen können wir aber nur, wenn wir auf Jesus schauen, ihm nachfolgen und sein Evangelium zur Richtschnur unseres Handelns machen – daran erinnert der neue Altar.
Der Altar ist für den Christen die Quelle aus der er Kraft für seinen Glauben und sein Leben schöpft, Zeichen der Einheit für uns trotz unserer Verschiedenheiten.
Schon der Prophet Jesaja verheißt in der 1. Lesung jenen, die Gott lieben/dienen, den Sabbat/am Bund festhalten, gemeinsam zum hl. Berg pilgern, Freude u. die Erhörung ihrer Gebete und Opfer am Altar – ist das nicht eine Frohbotschaft?!

Liebe Pfarrfamilie von Mogersdorf!
Versammelt Euch als Christen/Gesalbte – Getaufte und Gefirmte - oft und gerne, vor allem am Sonntag in Eurer schönen Kirche um den neuen Altar zur Feier der Eucharistie, damit Ihr nie vergesst, was Jesus für uns alle am Kreuz getan hat!
Schaut und baut auf Christus, damit Euer Leben gelingt!
Lasst Eure Gebete in Freud + Leid von dieser Kirche aus wie Weihrauch zu Gott aufsteigen, damit Ihr im Leben die Freude, Kraft und Orientierung nicht verliert!
Gebt das Licht des Glaubens in Euren Familien den Kindern weiter und erhellt wie die Heiligen mit Eurem Leben die Dunkelheit in unserer Welt.
Bleibt als einzelne und als Pfarrgemeinde wie die Kanaaniterin im Evangelium mit Jesus im Gespräch, damit Ihr die Freude am Glauben nicht verliert, die Verbindung mit ihm und die Einheit untereinander bewahrt, gute Früchte bringt!
So ist Kirche auch heute lebendig, glaubwürdig, anziehend und missionarisch!

Ich danke allen bei Euch, die im Alltag dieses Glaubenszeugnis geben und dafür Sorge tragen, dass die Sache Jesu hier bei Euch weitergeht!
Ich sage als Bischof Eurem Pfarrer, dem PGR und allen Mitarbeitern der Pfarre sowie den Gläubigen von Mogersdorf mit den Filialen, allen Spendern u. Betern für ihren Einsatz und die Aufbringung der Mittel von Herzen: Vergelt´s Gott!
Mein besonderer Dank gilt dem Bundesdenkmalamt, dem Land, der Gemeinde, den Vereinen für die finanzielle Unterstützung, vor allem den Firmen, Arbeitern und freiwilligen Helfern, dem Künstler, Architekten und Restauratorenteam sowie dem Bauamt und Kunstrat unserer Diözese für den großen Einsatz und die kompetente Begleitung!
Mogersdorf, unsere Diözese und unser Land sind um ein Juwel reicher – diese Kirche ist ein Glaubenszeugnis Eurer Pfarrgemeinde von früher wie von heute, vor allem aber ein Auftrag zum Glauben: Empfangen – Lobpreis – Aus/Teilen!

Der hl. Josef – der Schutzpatron der Kirche, dem auch Eure renovierte Kirche geweiht ist – begleite Eure Pfarrgemeinde in eine gesegnete Zukunft! Amen.