Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 26. September 2013

Gottesdienst zum Jahrestag der Bischofsweihe in Dobersdorf - 25. September 2013

In unserer globalisierten Welt kommt es immer häufiger vor, dass Unternehmen expandieren und ihre MitarbeiterInnen in eine andere Stadt/Land schicken, um dort eine neue Zweigstelle zu eröffnen und erfolgreich zu sein. Stellen Sie sich vor, Sie werden dort hingeschickt; was wird Ihr Chef sich von Ihnen erwarten?

Verhandlungsgeschick, Führungsqualität, Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, sicheres Auftreten, gute Verkaufsstrategien, Kontakte mit einflussreichen Leuten, eine erfolgsorientierte Öffentlichkeitsarbeit - auf diese Fähigkeiten wird gesetzt, diese Anforderungen werden erwartet. Die Logik und Taktik der Welt!

Das gehörte Evangelium zeigt uns eine ganz andere Taktik – die Taktik Jesu.
Jesus rief die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Jesus sendet sie zu zweit voraus in die Dörfer und Städte der Umgebung, sie sollen die Menschen mit seiner Botschaft in Berührung bringen. Jesus gibt ihnen den Auftrag: das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Sagt allen Menschen deutlich, dass Gott sie ohne Vorbedingung liebt. Aber sagt es nur, wenn ihr gleichzeitig durch euer Helfen zeigt, dass es wahr ist. Jesu Auftrag ist herausfordernd und ganz konkret zugleich:
· Wenn Menschen sich freuen, dann freue dich mit!
· Wenn Menschen Sorgen haben, dann stehe ihnen bei!
· Wenn Menschen es schwer haben, dann teile mit ihnen die Last!
· Wenn Menschen in Not sind und Hilfe brauchen, dann sei zur Stelle!
· Wenn Menschen allein sind, dann bleibe bei ihnen!
· Wenn Menschen traurig sind, dann lass sie nicht allein!
· Wenn Menschen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe verloren haben, dann hilf ihnen Wege zu
  Gott zu finden und bete für sie!

Das ist die Taktik, die Frieden schafft, die heilt, die verbindet, die liebt. Es ist eine Taktik, die manchmal etwas kostet – Opfer und Verzicht - und manchmal etwas hervorruft – Unverständnis, Spott, Ablehnung, Frage: Was bringt mir das?  Jesus sendet seine Jünger aus und er weiß, dass sein Auftrag nicht leicht ist. Jesus beschönigt nichts, er sagt deutlich, worauf sich die Jünger einstellen müssen, wenn sie sein Kommen vorbereiten. Jesu Anforderungen und Taktik unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen eines Unternehmens mit seinen Mitarbeitern.  Jesu Jünger sollen keinen Besitz, kein Geld, keinen Vorrat mitnehmen. Das Gottvertrauen, das sie predigen, sollen sie auch selbst leben: glaubwürdig. Mit ihren leeren Händen sollen sie das, was sie selbst von Gott empfangen haben, an andere weitergeben. Sie sind schutzlos und mittellos auf die Güte und Großzügigkeit der Menschen angewiesen. Neben dem Gottvertrauen gilt es auch den Mitmenschen Gutes zuzutrauen – so Papst Franziskus unmissverständlich! Merkt ihr, dass im gehörten Evangelium auch von uns die Rede ist?!
Wir, Getaufte, Gefirmte, Geweihte sind heute die Jünger und Gesandten Jesu. Wir sollen heute die Botschaft Jesu, dass Gott alle Menschen liebt und ihnen nahe sein will, weitersagen und so leben, dass etwas davon erfahrbar wird. Auf uns warten Traurige, Einsame, Notleidende, Schmerzgeplagte, Zweifelnde und Verzweifelte, innerlich zerrissene oder überforderte Menschen auf Beistand und Trost – meist nicht weit weg, sondern ganz nah: Familie und Umgebung! Als Bischof danke ich allen in unserer Diözese, die in den Dekanaten und Pfarrgemeinden sich für die Sache Jesu einsetzen und im Alltag ein Glaubenszeugnis ablegen, dass sie mir so helfen meinen Hirtendienst wahrnehmen zu können; sie sind der wahre Reichtum unserer Diözese – gleichzeitig ermutige ich alle trotz Gegenwind und Herausforderungen darin nicht müde zu werden!

Bitten wir den Herrn um viele solche Arbeiter – Priester, Diakone, Ordensleute und pastorale Mitarbeiter, die gerade heute unserer Kirche so sehr fehlen! Bitten wir den Herrn auch um viele solche Laienchristen, die ihr Leben in Familie und Beruf aus dem Glauben gestalten und ihre Fähigkeiten und Talente in Kirche-Diözese-Dekanat-Pfarre und Gesellschaft einbringen! Bitten wir für uns selber um die Kraft und den Mut uns für Jesus, seine Logik und Taktik im Alltag einzusetzen und in unserer Kirche-Diözese mitzuarbeiten!

Im heutigen Evangelium heißt es am Schluss: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.“ Wir sind getauft und gefirmt und manche von uns auch geweiht – machen wir es den Aposteln einfach nach hier im Burgenland, indem auch wir, dort wo uns Gott hingestellt hat, das Evangelium verkünden und mit dem Leben bezeugen! Das ist Neuevangelisierung, aber wohl auch der Beginn unseres neuen geistlichen-pastoralen Weges in der Diözese Eisenstadt, zu dem ich als Bischof alle Diözesanen – Klerus und Volk – einlade und den Segen Gottes und die Fürsprache Mariens und des hl. Martin erbitte! Amen.

Dienstag, 17. September 2013

Radiogottesdienst zur Kroatenwallfahrt in Loretto - 15. September 2013

Am 3. Sonntag im September- an dem wir Burgenland-Kroaten seit über 200 Jahren zur Schmerzensmutter von Loretto pilgern - geht unser Blick auf Maria. In der Laurentanischen Litanei besingt die Kirche in ihren Anrufungen, was Gott Großes an Maria getan hat. Ich möchte eine neue Anrufung anfügen, die etwas merkwürdig klingen mag: Du kreuzfidele Jungfrau. Kreuzfidel meint, dass als Frucht des Kreuzes den Menschen das geschenkt wird, was wir unter fidel zu verstehen haben. Fidel hat eine dreifache Bedeutung. Es meint: gläubig, treu und fröhlich. Kein Mensch hat so sehr im Schatten des Kreuzes gestanden wie Maria, darum ist in keinem Menschen so sichtbar geworden, was gläubig, treu und fröhlich ist. Von Maria können wir Christen diese 3 Haltungen lernen.

Maria hatte einen skandalfesten Glauben.
Nachdem der Engel Gabriel sie in ihrem Haus in Nazaret wieder verlassen hatte, blieb Maria mit ihren Unbegreiflichkeiten alleine zurück. Wie musste sie all das treffen, was wir als die „7 Schmerzen Mariens“ bezeichnen: die Weissagung Simeons - die Flucht nach Ägypten - das dreitägige Suchen nach Jesus bei der Wallfahrt zum Tempel - der Weg nach Golgota - die Kreuzigung Jesu - die Abnahme Jesu vom Kreuz - die Grablegung. Wo blieben denn jetzt all die großen Verheißungen Gottes?
Maria brauchte einen Glauben, der diesen Skandalen und Herausforderungen gewachsen war. Sie lebte ständig in Überforderungssituationen. Die Nähe zum Herrn ließ sie aber nicht unterliegen, sondern überstehen. Glauben heißt marianisch, in der Nähe Jesu leben. In der Nähe Jesu leben heißt immer, in der Reichweite des Kreuzes sein. Der Glaube an den Herrn ließ sie trotz aller Schwierigkeiten bestehen.
Geht es uns in unseren täglichen Sorgen in Familie, Kirche und Gesellschaft nicht wie Maria - auch wir brauchen heute mehr denn je einen skandalfesten Glauben, der sich vom Wort Gottes, Gebet und Empfang der Sakramente nährt? Sind wir heute nicht in Gefahr wie die Israeliten damals vom Weg abzuweichen, uns selber das goldene Kalb zu machen, es anzubeten, ins Verderben zu laufen? Das Evangelium macht Mut und sagt uns: Gott sucht uns Menschen immer wie der Hirte das verlorene Schaf, wie die Frau die verlorene Drachme/Geldstück!

Maria lebte die Treue - Marija bila je u zitku vjerna.
Bozja vjernost svojemu narodu nasla je u Marijinoj vjernosti svoj odziv. Bog je mogao s Marijom racunati, ar je bila vjerna do kriza, jos i onda, kada su uceniki Gospodina izdali i ostavili je ona ostala stalna i vjerna. Bog triba i danas vjerne ljude-krscane, na ke se more osloniti i ki prem teskoc i skusavanj dzru i ispunu ono, ca su u histvu ili u duhovnom stalizu obecali.
Vjernost krscanskih hiznikov omogucuje dici srican i slobodan zivot u obitelji.
Vjernost svecenika garantira krscanskoj zajednici euharistiju i otpuscenje gihov.
Vjernost redovnikov i redovnic omogucuje razlicne sluzbe u bolnica i skola.
Vjernost hrvatskih roditeljev garantira nasemu narodu prem velike asimilacije dalnji opstanak na ovom prostoru, da se nas lipi hrvatski jezik ne zgubi, nasa bogata kultura mladim predaje ter da se na nasem materinskom jeziku u nasi crikva prodikuje, moli i jaci. Ovo nase shodisce simo u Lovretu je vazan stup nase vjere i narodnosti, koga tribamo kot krscani i Hrvati gajiti!
Ca bi bila nasa Crikva i drustvo, nase Gradisce i ov nas svit prez vjemosti? Ravno danas tribamo vjeme ljude u histvu, Crikvi, drustvu i narodnom pogledu!

Maria ist fröhlich, darum singt sie.
Von Maria kommt das schönste Lied, das wir Christen haben: das Magnificat. Die Fröhlichkeit Mariens liegt nicht in ihrer glücklichen seelischen Veranlagung in ihr und nicht in den günstigen Verhältnissen um sie herum. Die Fröhlichkeit Mariens gründet allein in der Nähe zum Herrn. Die Fröhlichkeit ist ein Echo auf die Gottesnähe, während die Angst ein Reflex der Gottesfeme ist. Darum gibt es eigentlich keine Christenangst, sondern nur Heidenangst. Die Nähe Christi war Maria erfahrbar in der täglichen Begegnung mit dem Kreuz. So gibt es auch für uns kein Leben ohne Kreuz und Leid. Wollen wir moderne Christen nicht oft ein Leben ohne Kreuz und Leid, auch einen Glauben, der Kreuz, Leid ausklammert?
Das Evangelium lädt auch uns ein Gottes Nähe im Gebet zu suchen, damit wir die Freude im Leben nicht verlieren!
Maria ist die Frau in der Nähe des Kreuzes. Deshalb wissen wir sie auch in unserer Nähe, weil auch wir unter dem Schatten des Kreuzes stehen. Unsere Liebe Frau von Loretto - du kreuzfidele Jungfrau - erbitte uns modernen Christen die Gnade des Glaubens, der Treue und der Fröhlichkeit! Amen.

Montag, 16. September 2013

Erntedankfest und silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Aby M. Puthumana in Forchtenstein – 15. September 2013

Wir feiern heute mit der Pfarre Forchtenstein nicht nur das Erntedankfest, sondern gleichzeitig auch das silberne Priesterjubiläum ihres Pfarrers Aby. Wir tun dies, indem wir die Erntekrone segnen und in feierlicher Prozession hierher in die Pfarrkirche bringen, um hier gemeinsam die Eucharistie zu feiern. Wir feiern Eucharistie und sagen dabei ganz persönlich, als Pfarrgemeinde und Diözese Gott Dank für die Schöpfung und Erlösung, für das Geschenk des Lebens und der Berufung, für alle empfangenen Gnaden, Wohltaten und Wegbegleitung! Christen sind Menschen, die Gott bitten, aber nicht vergessen ihm zu danken!

Erntedank und silbernes Priesterjubiläum - wir feiern beides in der Eucharistie. In der Eucharistie ist verdichtet, was kirchlicher und priesterlicher Dienst ist. Weil Du, lieber Mitbruder Aby, ein Original aus unserer Partnerdiözese Kanjirapally bist und im soeben gehörten Evangelium vom guten Hirten und den Schafen die Rede ist, möchte ich mir den originellen Vergleich der Kirchenväter zur Hilfe nehmen und den Hirten-Priesterdienst mit 3 Tieren vergleichen.

1. Der Hirte-Priester ist wie eine Henne.
Vielleicht wundern sie sich über diesen etwas eigenartigen Vergleich. Aber was macht eine Henne, dass man sie mit dem priesterlichen Dienst vergleichen kann? Eine Henne ruft immer ihre Küken zusammen und versammelt sie um sich. Es ist daher kein Zufall, dass bereits Jesus dieses zärtlich-intime Bild gebraucht, wenn er seine eigene Sendung in Israel damit umschreibt, er sei gekommen, die Kinder Israels um sich zu sammeln, „so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt.“ Anknüpfend an diese Mütterlichkeit Jesu Christi, der uns am Kreuz im Schatten seiner Flügel birgt, haben die Kirchenväter mit diesem Bild vor allem den kirchlichen Amtsträgern ans Herz gelegt, sich nicht in väterlicher Strenge, sondern in mütterlicher Werbung den ihnen anvertrauten Menschen zuzuwenden. Kirchliche Diener/Dienerinnen, die sich das Vorbild der Henne vor Augen halten, werden nie Väter oder Mütter des Glaubens anderer Menschen sein wollen, sondern dienstbereite Hebammen des Glaubens. Nehmen wir uns daher - Priester wie Laien - die Henne zum geistlichen Vorbild!

2. Der Hirte-Priester ist weiters auch wie ein Hahn.
Das zweite Bild, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist der Hahn. Denn der Hahn ist dasjenige Tier, das den Morgen ankündet, weil es den Tagesanbruch spürt, noch bevor die Sonne aufgegangen ist. Genauso sind kirchliche Amtsträger - Hirten/Priester - gesandt, den Anbruch der Gottesherrschaft in der Frühe unserer Tage anzukündigen durch den Mut, die schlafenden Menschen zu wecken und die schläfrige Welt von heute aus ihrer Sattheit und Selbstgerechtigkeit zu rütteln. Gerade solche prophetische Zwischenrufe gehören unabdingbar zum kirchlichen Dienst in unserer Welt. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Hahn als geistliches Vorbild!

3. Der Hirte-Priester ist manchmal auch wie ein Esel.
Das dritte Tier, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist schließlich der Esel. Vergessen wir nie, dass die größte Würde für den kirchlichen Dienst genau darin liegt, ein Esel zu sein. Denn dieser wurde von Christus geritten - denken wir nur an den Palmsonntagsesel. Es ist nur die Frage, ob wir im kirchlichen Dienst störrische oder dienstbereite Esel sind. Dienstbereite Esel aber sind daran zu erkennen, dass sie sich nur von Christus reiten lassen und dass Christus in allem den Vorrang hat. Als Esel in der Welt zu stehen ist nur erträglich, wenn man mit seiner kirchlichen Sendung nicht allein dasteht. Dazu braucht es vielmehr die Gemeinschaft der Kirche. Denn es ist bestimmt kein Zufall, dass Jesus die Jünger „zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften“ sendet. Das bedeutet: In den Augen Jesu sind kirchliche Diener nicht Einzelkämpfer, sondern Teamarbeiter in und für die Gemeinschaft. Genauso brauchen auch wir Christen heute die Gemeinschaft der Kirche, wenn wir als Gläubige überleben und in dieser modernen Welt keine Esel sein wollen. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Esel als geistliches Vorbild!

Nehmen wir uns also die Henne als auch den Hahn und erst recht den Esel zum Vorbild im kirchlichen Dienst, damit aus unseren Familien und Pfarrgemeinden lebendige und einladende Gemeinschaften werden - das ist Neuevangelisierung! Du, lieber Aby, bist schon 25 Jahre im Dienst des guten Hirten, der sein Leben hingibt für die Schafe - zuerst in verschiedenen Aufgaben in Deiner Heimatdiözese Kanjirapally, seit 10 Jahren in unserer Diözese als Kaplan in Mattersburg und Walbersdorf, Pfarrvikar in Pinkafeld, Kaplan in Eisenstadt-Oberberg und Kleinhöflein, schließlich schon seit 5 Jahren als Pfarrer hier in Forchtenstein. Du bist ein guter Hirte und mehr als nur ein bezahlter Knecht, der die ihm anvertrauten Schafe kennt, ihnen in Hausbesuchen und anderen originellen Seelsorgsmethoden wirklich nachgeht, dessen Stimme sie kennen, aber vielleicht nicht immer gleich verstehen - Du bist durch und durch Seelsorger und Du liebst die Menschen! Darin bist Du Deinen Mitbrüdern wohl ein Vorbild! Du verkündest wie der Apostel Paulus in der Lesung den Korinthern seit 25 Jahren den Dir anvertrauten Menschen das Evangelium Jesu Christi und legst mit Deinem priesterlichen Leben ein glaubwürdiges Zeugnis dafür ab, indem Du wie eine Henne die Menschen sammelst, wie ein Hahn sie zur Wachsamkeit im Glauben rufst und wie ein Esel geduldig Christus zu den Menschen trägst!

Als Bischof danke ich Dir für Deinen priesterlichen Dienst in unserer Diözese, Deinen originellen und unermüdlichen Einsatz sowie Dein Glaubenszeugnis, Deine Bereitschaft und Treue im kirchlichen Dienst! Für Deine Freundschaft, Dein Vertrauen und alles Wohlwollen sage ich von Herzen: Vergelt´s Gott!

Möge durch die Gnade Gottes und sein gnädiges Handeln an Dir weiterhin viel Segen, den Dir anvertrauten Menschen zukommen, damit Du noch lange als Priester Henne, Hahn und Esel sein kannst! Maria, die Mutter der Priester, sei Dir auf Deinem Lebensweg Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin! Amen.

Montag, 9. September 2013

Meditationstext am Seelsorgertag – 5. September 2013


Glücklich die Gemeinde  (Transformation zu Psalm 1)

Glücklich die Gemeinde,
die Jesus in den Mittelpunkt stellt
und die unterwegs bleibt durch diese Zeit;
die nicht auf einem
„Das war schon immer so“ beharrt,
aber sich auch nicht jedem Zeitgeist anschließt.

Glücklich die Gemeinde,
die eine Ahnung hat vom Reich Gottes
und die heute damit beginnt,
dieses Reich Wirklichkeit werden zu lassen,
die in dem Vertrauen lebt und arbeitet,
dass das möglich ist,
auch wenn Rückschritte und Misserfolge
den Mut nehmen.

Glücklich die Gemeinde,
in der Friede wohnt und Gerechtigkeit,
die gastfreundlich ist und sich nicht verschließt,
in der Freunde und Fremde willkommen sind
und sich versammeln um den Tisch des Herrn.

Glücklich die Gemeinde,
die Raum zur Entfaltung gibt,
die Neues wagt und lebendig ist,
die die Talente nutzt, die in ihr sind,
und die Schätze hebt, die sie besitzt.

Glücklich die Gemeinde,
die Geborgenheit findet und Vertrauen
im Hören des Wortes Gottes
und im Brechen des Brotes,
die ihre Mitte gefunden hat,
die ihr Orientierung gibt und Halt,
die Brot sein kann für andere
und die Liebe Gottes erfahrbar macht.

Quelle: Klauke Ursula u.a., Angedacht. Materialien für Gruppenarbeit und Gottesdienst. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1997,65.

Donnerstag, 5. September 2013

Arbeitsjahreröffnung im St. Martinsdom – 3. September 2013

Am Beginn des neuen Arbeitsjahres möchte ich uns alle ganz bewusst an drei Worte von Papst Franziskus erinnern, die er nach seiner Wahl zum Nachfolger Petri bei seiner ersten Messe in der Sixtinischen Kapelle uns ans Herz gelegt hat. Diese 3 Worte sind ein Programm, das uns im neuen Arbeitsjahr als Christen, noch mehr als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Diözese vor Augen sein soll. Sie sind für Hirten und Herde Auftrag und Sendung zugleich.

Das erste Wort von Papst Franziskus heißt: Gehen.
„Unser Leben ist ein Weg, und wenn wir anhalten, geht nichts. Gehen, in der Gegenwart des Herrn, im Licht des Herrn, und dabei versuchen, rechtschaffen zu leben, so, wie Gott es schon von Abraham verlangte. „
Das, wozu uns Papst Franziskus da einlädt, ist nichts anderes als was Gott von seinem Volk verlangt. Gott hat die Israeliten aus Ägypten herausgeführt. Gott legt einen Weg an durch die Wüste, um sein Volk aus dem Exil in Babylon in die Heimat zurückzuführen. Gott wird noch Größeres tun. Gott hat in Jesu Tod und Auferstehung seine Verheißungen auch erfüllt! Gott ist also ein Gott, der den Weg mit uns Menschen durch dick und dünn geht, ein Gott der Leben und Zukunft schenkt. Wenn wir als Christen unseren Weg gehen, sollen wir uns immer an die Taten Gottes erinnern und diese unsere Erinnerung muss zur Verkündigung werden. Das ist der Weg der Weitergabe des Glaubens und Neuevangelisierung heute! Das ist Jesu Auftrag an seine müde gewordene Kirche, an uns laue Christen! Gehen wir also unsere Wege trotz aller Sorgen und Nöte im Licht des Herrn - Gott geht mit uns! Wer sich einlässt auf die Herausforderungen der Zeit und unsere Welt annimmt, der wird auch imstande sein in die Zukunft zu gehen, weil er weiß, dass nicht wir es sind, die alles machen müssen, sondern der Herr es ist!

Das zweite Wort von Papst Franziskus heißt: Aufbauen.
„Die Kirche aufbauen, dazu braucht es lebendige Steine, vom Heiligen Geist getränkte Steine. Die Kirche auf jenen Eckstein aufbauen, welcher der Herr selbst ist. Das ist eine wichtige Bewegung unseres Lebens.“ Wozu uns Papst Franziskus einlädt, ist nur ein anderes Wort dafür, was Paulus den Korinthern in der heutigen Lesung sagt: „Wir verkündigen nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn.“
Christen sind keine toten Grabsteine. Vielmehr sollen wir Kirche u. Gesellschaft aufbauen als lebendige Steine, mit unseren Gaben. Damit wir lebendige Steine sind, braucht es den Hl. Geist, den wir empfangen haben. Wer Gottes Geist im Herzen hat, der liebt, teilt, verzeiht, tut Gutes, arbeitet zusammen, baut auf! Wir alle sind kraft Taufe/Firmung berufen das Reich Gottes in d. Diözese Eisenstadt mit unseren Talenten aufzubauen! Bauen wir nicht auf uns, sondern auf Jesus als Eckstein, damit unser Leben gelingt und Kirche gebaut wird, wie Jesus sie will!

Das dritte Wort von Papst Franziskus heißt: Bekennen.
„Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht Jesus Christus bekennen, geht nichts. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche. Wenn man nicht geht, bleibt man stehen. Wenn man nicht auf Stein aufbaut, fällt alles zusammen. Wenn man Jesus nicht bekennt, bekennt man die Weltlichkeit des Bösen. Oft kann man von Christen hören: Ich folge dir Jesus, aber sprich mir nicht vom Kreuz. Ich folge dir mit anderen Möglichkeiten, ohne das Kreuz. Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn.“
Wozu uns Papst Franziskus einlädt, sagt Jesus im Evangelium zu den Jüngern so: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ Das ist die erste Aufgabe der Kirche, von Christen: Bekennen. Für den Christen ist dabei der Blick auf das Kreuz Jesu wichtig. Christliches Leben ist nur im Blick auf das Kreuz möglich und erträglich. Daher hat das Kreuz einen besonderen Platz in unserem Leben, sollen wir dem Kreuz nicht ausweichen, sondern es annehmen. Wer es annimmt, dem gibt Gott die Kraft es zu tragen, der wird Prüfungen bestehen und teilhaben am Tisch im Reich Gottes. Am glaubwürdigsten bekennen wir unser Christsein im Dienst am Nächsten, oder wie es Lukas im heutigen Evangelium sagt: „Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende.“ Das ist Jesu Auftrag an uns Christen, besonders an die Hirten und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kirche!

Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr unsere Wege im Licht des Herrn zu gehen - wir dürfen wissen, dass unser Gott „Immanuel“, ein Gott mit uns ist! Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr mit unseren Talenten Kirche und Gesellschaft als lebendige Steine mitzubauen/aufzubauen-blicken wir dabei auf Jesus, unseren Grundstein, damit der Bau von Kirche und Christsein gelingt! Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr als Mitarbeiter d. Kirche Christus im Alltag zu bekennen -Dienen, unser Beten und Arbeiten soll übereinstimmen!

Bischof Stefan Laszlo ist als Christ und Hirte seine Wege gegangen im Lichte des Herrn, im großen Vertrauen auf Gottes Verheißungen. Bischof Stefan hat 40 Jahre als Hirte unsere Diözese mit seinen Talenten und Fähigkeiten unermüdlich aufgebaut u. ausgebaut, er scheute dabei keine Mühen. Bischof Stefan hat als Seelsorger und Hirte sich zum Glauben bekannt und für Christus und seine Kirche glaubwürdig Zeugnis gegeben! Wenn wir im Jahr seines 100. Geburtstages heute seine Büste im Bischofshof nun aufstellen, dann möge sie uns alle an ihn und sein Vermächtnis erinnern - gehen, aufbauen und bekennen!

Ich wünsche uns allen viel Freude und Mut dazu, aber vor allem Gottes Segen!
Amen.

Dienstag, 3. September 2013

61. Arbeiterwallfahrt nach Altötting - 31. August / 1. September 2013

Wir alle kennen die Redewendung nach einem Autounfall oder bei besonderen Vorfällen "Zeuge gesucht". Wir alle wissen auch, wie wichtig Zeugen sind und sein können, wenn es um die Wahrheitsfindung, Weitergabe von Tatsachen und Erlebtem sowie um die Glaubwürdigkeit geht. Wir alle sind im Leben/Glauben für unsere Mitmenschen Zeugen und wir alle brauchen auch solche Zeugen!

Die 61. Arbeiterwallfahrt der Diözese Eisenstadt hierher nach Altötting steht im Jahr des Glaubens unter dem Motto "Zeugnis für den Glauben geben!" Sie ist eine Einladung an uns alle zur Glaubensvertiefung und eine Ermutigung zum Glaubenszeugnis. Wir sind dabei bewusst an den Gnadenort Altötting gekommen, der in der Geschichte Bayerns und weit darüber hinaus eine Quelle war und ist, an der sich die Menschen das Licht des Glaubens entzünden können und wo Pilger über jahrhunderte bis heute ihren Glauben vor der Welt bezeugen.

Was heißt für uns Christen Jesu Auftrag im Evangelium: "Seid meine Zeugen"?
Jesus schickt seine Jünger nicht in die Welt, damit sie allen erzählen, was sie damals mit ihm alles erlebt haben – wie ein Märchenonkel etwa erzählt.
Jesus schickt seine Jünger vielmehr in die Welt: Sie sollen Zeugen sein – das bedeutet viel mehr. Zeuge sein, heißt:
· Sie sollen mit ihrer Person und Existenz für die Sache Jesu einstehen.
· Sie sollen fortsetzen, was Jesus selbst getan hat: den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden – die Kranken und wunde Seelen heilen – Vergebung zusprechen und die Nähe Gottes erfahrbar machen.
In seinen Jüngern will Jesus weiter unter uns Menschen sein – auch heute! Es ist nichts anderes als die Einsetzung der Jünger Jesu zu Stellvertretern und Zeugen Christi! Durch sie und in ihnen will Jesus seine Sendung in der Welt fortsetzen. Die Apostel tun das nicht aus sich heraus, sondern es ist Gottes Geist, der durch sie wirkt, und durch den Jesus in der Welt gegenwärtig ist und bleibt!
Jesus bleibt in dieser Welt gegenwärtig durch geisterfüllte Menschen - die sich erfüllen und anstecken lassen von seinem Geist und die so seine Sache zu ihrer Sache machen und "Stellvertreter-Zeugen Christi" auf Erden werden.
Christen, Getaufte und Gefirmte – gehören nicht bloß zum "Verein der Freunde Jesu", sondern wir sind Stellvertreter Jesu Christi hier auf Erden! Durch uns will Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung in dieser Welt lebendig sein.
Durch uns will Jesus heute den Menschen begegnen.
Durch uns will Jesus heute auf Kranke, Arme, Notleidende, Gescheiterte und Sünder, Ausgestoßene und Fernstehende, Einsame und Verzagte zugehen.
Durch uns will Jesus heute denen, die verzweifelt sind, Hoffnung zusprechen.
Durch uns will Jesus heute den Menschen die Liebe Gottes spürbar machen.
Sind wir Christen uns dessen überhaupt bewusst und bemühen wir uns im Alltag noch darum oder sind wir nicht weithin gleichgültig, müde und lau geworden?
Das schöne unseres Glaubens ist, dass Jesus in uns Menschen ein grenzenloses Vertrauen setzt: Er traut uns zu, sein Werk weiterzuführen. Er traut uns zu, als seine Mitarbeiter weiterzubauen auf dem Fundament, das er gelegt hat.
Trotz mancher Enttäuschung, Rückschläge und Versagen ist er nicht derjenige, der sagt: Jetzt muss ich die Sache doch wieder selbst in die Hand nehmen. Nein, er traut uns zu, seine Stellvertreter/Zeugen in dieser Welt zu sein – bis er eines Tages wieder kommen wird. Bis dahin hat Jesus keine anderen Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Bis dahin hat Jesus keine anderen Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinem Weg zu führen. Bis dahin hat Jesus keine anderen Lippen, nur unsere Lippen, um den Menschen von ihm zu erzählen. Wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft, in Taten und Worten geschrieben.

Welche Haltung zeichnet einen glaubwürdigen Zeugen Jesu, Christen aus?
Die Lesungen dieses Sonntags sagen es uns: Bescheidenheit und Demut!
In einer Welt und Zeit, in der alles immer komplizierter, aufgeblasener wird und nur der etwas gilt, der Einfluss, Macht und Geld hat, braucht es Menschen, die bereit sind einfach und bescheiden zu leben, die den Mut haben zum Dienen! Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise in der Welt ist weithin auf den Größenwahn einiger Gurus und den Wahnsinn nach immer mehr Profit zurückzuführen, indem man jedes gesunde Maß verloren hat. Geld, Macht und Profit allein macht den Menschen rücksichtslos, brutal und blind für den Nächsten! Nicht Größenwahn, Profitsucht und Brutalität tragen diese Welt, sondern der stille Einsatz von vielen kleinen, bescheidenen und demütigen Menschen!
Das beste Vorbild glaubwürdiger Zeugenschaft Jesu ist für uns Christen Maria – sie hatte ein offenes Ohr für Gottes Ruf; sie hat seinen Auftrag angenommen und ausgeführt; sie war aufmerksam ihren Mitmenschen gegenüber und diente in aller Bescheidenheit und Demut, vor allem den Armen und in Not geratenen.
Schauen wir deshalb heute erneut auf Maria und folgen wir ihrem Beispiel!

Als Bischof danke ich euch allen, die ihr euch bemüht dort, wo Gott euch im Leben hingestellt hat Zeugnis für den Glauben zu geben – Vergelt´s Gott dafür! Ich bitte euch: lassen wir uns trotz Sorgen, Probleme und Schwächen nicht entmutigen, sondern gehen wir als Christen diesen Weg im Blick auf Maria weiter!
Ich bitte euch im Solidaritätsopfer für Sr. Helene Unger in Senegal den Glauben zur Tat werden zu lassen, indem ihr die Arbeit für Kinder und Kranke unterstützt!

Maria, die erste und treueste Zeugin Jesu, die hier in Altötting besonders verehrt wird, möge uns allen in der Nachfolge Christi als seine Zeugen Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin sein, damit wir im Alltag des Lebens, in Familie, Pfarrgemeinde und Beruf, in Kirche und Gesellschaft als bescheidene und demütige Menschen heute vor der Welt Zeugnis für den Glauben geben!
Ich wünsche uns allen viel Freude und Mut zum Zeugnis für den Glauben – die Kraft dazu schöpfen wir aus dem Gastmahl, zu dem Jesus nun einlädt! Amen.