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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 5. April 2013

Homilie zum Osterfest

Ostersonntag, 31. März 2013, St. Martinsdom Eisenstadt

Ostern ist das Fest der Bewegung. Das eben gehörte Osterevangelium bestätigt uns das sehr eindrucksvoll: Maria von Magdala, Petrus und der andere Jünger gehen zum Grab Jesu, sie laufen, um die Botschaft von der Auferstehung Jesu den anderen Jüngern zu verkünden, ihr Glaube bekommt Beine.

Vom Moment der Bewegung hat auch Papst Franziskus in seiner ersten Predigt zum Abschluss des Konklaves gesprochen, wo er 3 Worte in den Mittelpunkt seiner Betrachtung gestellt hat: Gehen – Aufbauen – Bekennen. Mit diesen 3 Worten kann man wohl auch die Osterbotschaft am besten zusammenfassen. Diese 3 Worte möchte ich uns allen an Ostern ans Herz legen und betrachten.

Das erste Wort von Papst Franziskus heißt: Gehen.
„Unser Leben ist ein Weg, und wenn wir anhalten, geht nichts. Gehen, in der Gegenwart des Herrn, im Licht des Herrn, und dabei versuchen, rechtschaffen zu leben, so, wie Gott es schon von Abraham verlangte.“
Das, wozu uns Papst Franziskus einlädt, ist nichts anderes als was wir jedes Jahr in der Osternacht hören. Gott hat die Israeliten aus Ägypten herausgeführt. Gott legt einen Weg an durch die Wüste, um sein Volk aus dem Exil in Babylon in die Heimat zurückzuführen. Gott wird noch Größeres tun. „Gott hat diesen Jesus von Nazaret gesalbt mit dem Heiligen Geist und mit Kraft. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen“ – berichtet die 1. Lesung aus der Apostelgeschichte.
Gott hat das nicht nur verheißen, sondern an Ostern auch erfüllt! Gott ist also ein Gott, der den Weg mit uns Menschen geht, ein Gott der Zukunft, Leben schenkt. Wenn wir als Christen unseren Weg gehen, sollen wir uns immer an die Taten Gottes erinnern und diese unsere Erinnerung muss zur Verkündigung werden. Das ist der Weg der Neuevangelisierung und Weitergabe des Glaubens heute! Das ist Jesu Auftrag an seine müde gewordene Kirche und lauen Christen!
Ostern sagt: Gehen wir unsere Wege im Licht des Herrn – Gott geht mit uns!

Das zweite Wort von Papst Franziskus heißt: Aufbauen.
„Die Kirche aufbauen, dazu braucht es lebendige Steine, vom Heiligen Geist getränkte Steine. Die Kirche auf jenen Eckstein aufbauen, welcher der Herr selbst ist. Das ist eine wichtige Bewegung unseres Lebens.“
Wozu uns Papst Franziskus einlädt, ist nur ein anderes Wort dafür, wozu der Apostel Paulus in der 2. Lesung die Kolosser aufruft: „Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!“ Paulus warnt davor, uns nicht im Weltlichen zu verlieren, sondern auch den Himmel im Blick zu behalten. So sind wir keine toten Grabsteine. Vielmehr sollen wir Kirche und Gesellschaft aufbauen als lebendige Steine, mit unseren Gaben. Damit Christen lebendige Steine sind, braucht es den Hl. Geist. Wer Gottes Geist im Herzen hat, der liebt, teilt, verzeiht, tut Gutes und baut auf!
Lassen wir uns nicht verwirren und entmutigen, wenn heute mehr das Irdische zählt und das Himmlische verdrängt, als nicht zeitgemäß abgetan, ja lächerlich gemacht und bekämpft wird. Wenn Paulus sagt: „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische“, sagt er damit, dass das Reich Gottes schon auf Erden gebaut wird, wir alle sind kraft Taufe und Firmung berufen mitzubauen! Schauen/bauen wir auf Jesus als Eckstein, damit unser Leben gelingt!

Das dritte Wort von Papst Franziskus heißt: Bekennen.
„Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht Jesus Christus bekennen, geht nichts. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche. Wenn man nicht geht, bleibt man stehen. Wenn man nicht auf Stein aufbaut, fällt alles zusammen. Wenn man Jesus nicht bekennt, bekennt man die Weltlichkeit des Bösen. Oft kann man von Christen hören: Ich folge dir Jesus, aber sprich mir nicht vom Kreuz. Ich folge dir mit anderen Möglichkeiten, ohne das Kreuz. Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn.“
Wozu uns Papst Franziskus einlädt, hat die 1. Lesung aus der Apostelgeschichte so ausgedrückt: „Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Jesus ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.“ Für den Christen ist der Blick auf das Kreuz Jesu Christi wichtig. Christliches Leben ist nur im Blick auf das Kreuz möglich und erträglich, weil wir um Ostern wissen. Daher hat das Kreuz einen besonderen Platz im Leben. Es ist die Einladung: Bekennt euch im Alltag zu Jesus, seid glaubwürdige Zeugen und Friedensboten des Gekreuzigten, vergesst nie die Armen unter euch!

Ostern ist ein Fest der Bewegung, des Durchbruchs und Neubeginns.
An Ostern wurde der Tod in Leben verwandelt, das Böse durch das Gute besiegt.
Als österlicher Mensch leben heißt daher: gehen – aufbauen – bekennen.
Wegweiser sind uns dabei Maria aus Magdala, Petrus und der andere Jünger.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer mehr österliche Menschen werden, die wie Maria von Magdala dem Gekreuzigten und Auferstanden begegnet sind, sich von ihm im Herzen anrühren lassen, mit ihm den Weg gehen, auf ihm ihr Leben, Kirche, Gesellschaft bauen und ihn vor der Welt glaubwürdig bekennen! Ostern ist das Fest der Bewegung. Machen wir uns als Christen/Kirche auf den Weg, haben wir trotz Gegenwind keine Angst – der Auferstandene ist mit uns! Amen.

Predigt Karfreitagsgottesdienst

Karfreitag, 29. März 2013, St. Martinsdom Eisenstadt

Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. In der Karfreitagsliturgie wird das verhüllte Kreuz in die Kirche getragen und mit dem dreifachen Ruf „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt – Kommt lasset uns anbeten!“ begrüßt und langsam enthüllt, um von den Gläubigen verehrt zu werden. Die Liturgie der Kirche will uns helfen im leidenden und gekreuzigten Gottesknecht Jesus, den Herrn und Messias, den gesalbten Gottes zu entdecken.

In dieser Fastenzeit konnte man nicht nur in unseren Kirchen, sondern auch im öffentlichen Raum verhüllte Kreuze sehen, die zu Ostern wieder enthüllt werden Mit dieser Aktion will die Kirche in Österreich uns alle im Jahr des Glaubens einladen, vertieft auf Jesus Christus zu schauen sowie auf die wesentlichen Botschaften unseres christlichen Glaubens aufmerksam machen. Es geht dabei nicht um Aktivität, sondern vor allem um Gebet, Besinnung, Vertiefung im Glauben!

Wir stehen heute am Karfreitag vor dem Kreuz Christi und schauen als Einzelne wie auch als Gemeinschaft der Kirche auf den Gekreuzigten. Dabei kommen mir die unvergesslichen, einfachen und zugleich tiefen Worte von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Mariazell 2007 in den Sinn, die er uns im Blick auf den Gekreuzigten am Mariazeller Hochaltar als Testament hinterlassen hat.

„Gott hat die Welt nicht durch das Schwert, sondern durch das Kreuz erlöst. Sterbend breitet Jesus die Arme aus. Dies ist zunächst die Gebärde der Passion, in der er sich für uns annageln lässt, um uns sein Leben zu geben. Aber die ausgebreiteten Arme sind zugleich die Haltung des Betenden, die der Priester mit seinen im Gebet ausgebreiteten Armen aufnimmt: Jesus hat die Passion, sein Leiden und seinen Tod in Gebet umgewandelt, und so umgewandelt in einen Akt der Liebe zu Gott und zu den Menschen. Darum sind die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten endlich auch ein Gestus der Umarmung, mit dem er uns an sich zieht, in die Hände seiner Liebe hinein nehmen will. So ist er ein Bild des lebendigen Gottes, Gott selbst, ihm dürfen wir uns anvertrauen.“

Die ausgebreiteten Hände Jesu am Kreuz sind Gebärde der Passion – die Haltung des Betenden – der Gestus der Umarmung.
Vergessen wir als Christen nie, dass sich Jesus für uns alle – für Dich und für mich – am Kreuz annageln lässt, um uns sein Leben zu geben!
Vergessen wir als Christen nie, dass Jesu Leiden und Tod am Kreuz ein Akt größter Hingabe und Liebe zu Gott und zu den Menschen ist!
Vergessen wir als Christen nie, dass Jesus einen jeden/jede von uns vom Kreuz aus umarmt und an sich zieht, in die Hände seiner Liebe hinein nehmen will!
Wenn wir jetzt vor das Kreuz treten und es verehren, dann nehmen wir unser persönliches Leid und Kreuz, das der Kirche und Welt mit und vertrauen es dem Gekreuzigten und Auferstandenen an, denn Christen feiern den Karfreitag im Wissen um Ostern. Im verhüllten, jetzt enthüllten Gekreuzigten ist Gott selbst mitten unter uns! Wer sich seiner Liebe anvertraut, darf ihn neu entdecken!