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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 28. Februar 2013

Kanzelwort zum Abschied von Papst Benedikt XVI. - 3. März 2013

Liebe Diözesanfamilie!
Schwestern und Brüder im Herrn!

„Nach einem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herren Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn." Mit diesen Worten wandte sich der damals neu gewählte Papst Benedikt XVI. am 19. April 2005 zum ersten Mal an die Menschen auf dem Petersplatz und an die Gläubigen auf der ganzen Welt. Acht Jahre später, am 28. Februar 2013, hat Papst Benedikt sich erneut mit Worten großer Bescheidenheit und Demut vom Petrusamt zurückgezogen, um fortan der Kirche, wie er selbst sagt, „mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet zu dienen."

Wir blicken in diesen Tagen zurück auf das Pontifikat eines Mannes, der tatsächlich sein Leben lang im Herzen einfach und bescheiden geblieben ist, und der doch in unserer ihm anvertrauten Kirche so viel bewirkt hat. Benedikt XVI. hat die Kirche in schwierigen Zeiten geführt – eine Kirche, deren Stellung sich praktisch überall tiefgehend verändert in einer sich globalisierenden Welt, die selbst von so vielen Seiten bedroht wird. Dafür möchte ich als Bischof von Eisenstadt im Namen unserer ganzen Diözese sowie im eigenen Namen von ganzem Herzen Dank sagen!

So bescheiden das Wesen dieses Papstes war, so kraftvoll war sein Bestreben, in Glauben und Kirche den Blick auf das Wesentliche freizulegen: „Auf Christus schauen" – so lautete der Titel eines Buches des Theologieprofessors Joseph Ratzinger, das dem Bekehrungserlebnis des Apostels Paulus Raum gibt: „Ich lebe, doch nicht mehr ich, Christus lebt in mir." Dieses Apostelwort war auch grundlegend für Papst Benedikts Verständnis von Glaube und Theologie. Seine geistige Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Materialismus in unserer Zeit und mit der Bedeutung des Glaubens für die Zukunft der Menschheit gipfelten in dem von ihm vorangetriebenen Prozess einer „Neuevangelisierung" in der Welt von heute.

Die damit befasste Weltbischofssynode vergangenen Jahres, an der ich als Delegierter teilnehmen durfte, hat erfahrbar gemacht, dass der von Benedikt XVI. weitergetragene Geist des Zweiten Vatikanums so groß, so lebendig und so strahlend ist, dass er der Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft noch für Jahrzehnte vorausleuchten wird. Ebenso werden Benedikts geistliches Schaffen, seine Enzykliken und Schriften in der Kirche und in der gesamten Christenheit von bleibender Wirkung sein.

Zuletzt hat Papst Benedikt XVI. mit seinem Amtsverzicht einen Akt von ungeheurer persönlicher Größe gesetzt, dessen volle Bedeutung uns allen noch lange nicht ermessbar sein wird. Er hat damit nach reiflicher Gewissensprüfung dem Petrusamt und damit dem obersten Hirten Christus noch einmal auf die ihm eigene selbstlose Weise gedient. Und er hat den Mächtigen dieser Welt die Bedeutung des Loslassen-Könnens ins Stammbuch geschrieben. Uns Christen hat er drei Gedanken ins Stammbuch geschrieben:

- dass wir die Gottesfrage in den Mittelpunkt unseres Lebens und Glaubens stellen mögen;
- dass wir wieder lernen mögen, auf Christus zu schauen und uns seiner Freundschaft kompromisslos anzuvertrauen;
- und dass wir erkennen mögen, dass die Botschaft Christi von uns allen nur dann glaubwürdig bezeugt und weitergegeben werden kann, wenn wir selbst vom Evangelium ergriffen sind.

Papst Benedikt XVI. kannte das Burgenland seit seiner Jugend und war unserer Diözese und ihren Anliegen als Bischof, Kardinal und Pontifex stets aufs Engste verbunden. Ihm gilt nun unser aller Gebet für die Zeit des Ruhestandes und der Kontemplation, die vor ihm liegt.

Beten wir für das bevorstehende Konklave und die Kardinäle, damit sie geisterleuchtet den Mann wählen, den Gott auserwählt hat! Beten wir für einen neuen Papst, der die Gnade und Bürde dieses Amtes annehmen und tragen kann! Beten wir für einen Papst, der die Festigkeit des Glaubens besitzt, die tragenden Pfeiler der Lehre Christi zu hüten und zu unterscheiden von dem, was zeitlich und vergänglich ist!

Montag, 25. Februar 2013

Gedenkmesse „100. Geburtstag Bischof Stefan László“ - 23. Feber 2013

Bei diesem Gedenkgottesdienst aus Anlass des 100. Geburtstages von Bischof DDr. Stefan László, der auch Höhepunkt und Abschluss des vorangegangenen Symposiums ist, möchte ich mit Ihnen kurz das Bild einer Brücke betrachten. Jede Brücke hat Pfeiler, die fest verankert im Boden stehen, um ein Tal, einen Bach oder Fluss zu überbrücken, um Getrenntes und Zerrissenes zu verbinden. Jede Brücke verbindet so Landschaften, Länder, Kontinente sowie Menschen. Jede Brücke hat eine bestimmte Länge und Breite, kennt auch Abgrenzungen. Für uns Menschen sind Brücken im Leben und Glauben von großer Bedeutung, es braucht die Brücke zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Welt-Gesellschaft.

Am 24. Juni 1988 hat der selige Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Pastoralbesuches in Trausdorf gesagt: „Liebe Christen der Diözese Eisenstadt! Im Geist des hl. Martin überschreitet auch ihr die Grenzen eurer Heimatdiözese. Diese ist sich mit ihrem Bischof der Brückenfunktion bewusst, die ihr gerade zu den Völkern Osteuropas hin habt.“ „Brückenbauer im Dienst der Kirche ist daher die kürzeste Beschreibung des Lebens und Wirkens unseres ersten Diözesanbischofs Stefan László, der beste Titel für die neue Publikation aus Anlass seines 100. Geburtstages sowie die treffendste Zusammenfassung seines gesamten Lebenswerkes.

Bischof Stefan László war wirklich ein „Brückenbauer im Dienst der Kirche“.  Er war zuerst ein leidenschaftlicher Seelsorger und Hirte, der unermüdlich und kreativ für die Menschen unserer Diözese und weit darüber hinaus eine lebendige Brücke zu Gott gebaut hat. Er war nicht nur Baumeister der jungen Diözese, in der er tiefe Spuren hinterlassen und zu ihrer Identität wesentlich beigetragen hat, sondern als Brückenbauer zu Gott vor allem ein geistlicher Baumeister – mit Hilfe vieler Wallfahrten.

Er hat, wie Abraham in der 1. Lesung aus dem Buch Genesis, an die Verheißung Gottes geglaubt und die ihm anvertrauten Menschen aufgerufen und immer wieder eingeladen, dem Bund mit Gott durch Taufe und Firmung treu zu bleiben. Er hat, wie der Apostel Paulus an die Philipper in der 2. Lesung, die Menschen unseres Heimatlandes ermahnt, trotz Fortschritt und Wohlstand als Christen nicht zu vergessen, dass unsere wahre Heimat im Himmel ist und dass wir uns deshalb nicht im Irdischen verlieren, sondern das Himmlische suchen sollen.

Er hat der ihm anvertrauten Herde, wie die Stimme aus der Wolke im gehörten Lukas-Evangelium, über vier Jahrzehnte unüberhörbar und unermüdlich zugerufen: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Neuevangelisierung – den Menschen seiner Zeit eine begehbare Brücke zu Gott schlagen – war ihm Herzensanliegen und Auftrag zugleich.
Braucht es nicht gerade heute solche Christen und Hirten?

Bischof Stefan László war Brückenbauer im Dienst der Kirche zu den Menschen in- und außerhalb unserer Diözese: zu den Volksgruppen, die ihm viel verdanken, zu anderen Konfessionen, zu unseren Nachbarn – besonders den Mutterdiözesen Györ und Szombathely, also zur Heimat seines Vaters; zur Slowakei, wo er in Bratislava am 25. Feber 1963 geboren und im Martinsdom getauft wurde; zur Kirche in Kroatien, Bosnien und der Herzegowina, wo er Apostolischer Visitator war und sich seiner kroatischen Wurzeln nicht schämte. Die Brücke über den Kontinent hinaus zu unseren Partnerdiözesen Kanjirapally in Indien und Awka in Nigerien hat er vor 32 Jahren grundgelegt und ausgebaut, was von seinen Nachfolgern Bischof Paul und mir fortgesetzt wird.

Die Brücke zur Weltkirche mit ihrem Zentrum in Rom, wo er studiert hat, sowie die Verbundenheit mit dem Nachfolger Petri war für ihn keine Einbahn, sondern gelebte Wirklichkeit. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Papstbesuch im Jahr 1988 in Eisenstadt und seiner Heimatgemeinde Trausdorf.
Braucht es nicht gerade heute Christen und Hirten mit einer großen Liebe zur Kirche?

Bischof Stefan László war Brückenbauer im Dienst der Kirche zur Gesellschaft. Als Seelsorger und Hirte war ihm die Umsetzung des 2. Vatikanischen Konzils, an dem er als Konzilsvater teilnahm, ein Herzensanliegen. Zwei Diözesansynoden und zwei Diözesantage sind Ausdruck seines Bemühens, unsere Diözese im Geiste des Zweiten Vatikanums aufzubauen und auszubauen, die Zusammenarbeit von Priestern und Laien voranzutreiben und das Laienapostolat zu fördern. In seinem fast 40-jährigen Wirken war ihm neben seinem geistlichen Auftrag vor allem das gesellschaftspolitische Engagement der Getauften und Gefirmten ein Anliegen. Er verschwendete keine Zeit für innerkirchliche Kämpfe und Polemiken. Er hatte auch keine Berührungsängste mit Politik, Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur. Immer bewegte ihn die Frage: Wie kann Glaube und Kirche den Menschen in unserer modernen pluralen Welt Orientierung geben, Hilfe sein?
Braucht es nicht gerade heute solche Christen und Hirten?

Die Diözese Eisenstadt gedenkt mit diesem festlichen Gottesdienst ihres ersten Bischofs, dankt Gott für sein Leben und Wirken und sagt Bischof Stefan in den Sprachen unseres Landes auch Dank für alles, was er für unsere Diözese und ihre Menschen getan hat: Vergelt’s Gott - Bog plati – Isten fizesse – Palikerav! Persönlich danke ich ihm, dass er mich gefirmt, zum Diakon und Priester geweiht, zum Studium nach Rom geschickt, mir wichtige Aufgaben übertragen und sein Vertrauen geschenkt hat. Ich durfte an der Seite eines einmaligen, originellen und großen Europäers/Pannoniers leben und arbeiten – ein Geschenk der Vorsehung.

Aber was bleibt Erbe und Auftrag unseres ersten Diözesanbischofs für uns alle?
Bischof Stefan ruft uns in dieser Stunde gleichsam zu: Vertraut der Verheißung Gottes an Abraham und bleibt treu seinem Bund! Seid kraft Taufe und Firmung Baumeister und Mitgestalter einer besseren Welt! Bleibt als Christen Brückenbauer, die das Eigene lieben, das Andere schätzen und bewahrt euch in Kirche und Gesellschaft die Einheit in der Vielfalt! Dem König der Herrlichkeit, so lautete sein Wahlspruch, empfehlen wir unseren Bischof Stefan und bitten, dass er seinen Leib verwandeln und zur Auferstehung führen möge. Amen.

Freitag, 22. Februar 2013

Messfeier zur Fastenzeit für burgenländische PendlerInnen in Wien - 20. Feber 2013

Die Geschichte vom Auftritt des Jona in Ninive, von der uns die heutige Lesung berichtet, ist ein spannendes Drama. An etlichen Stellen dieses Dramas können wir nur sagen: Ja, genauso ist es auch heute! Es gibt aber auch Stellen, wo wir zögern und sagen: Das gibt es doch nicht! Das kann doch nicht möglich sein!

Ninive, die große Stadt, lebte auf Kosten der ausgebeuteten Völker. Luxus, Slums, Kriminalität und Ausländerfeindlichkeit waren an der Tagesordnung.
Ninive war schwer krank. Größenwahn hatte sie befallen. Sie litt unter der Zwangsvorstellung vom ständigen Wohlstandszuwachs. Die Stadt war tödlich bedroht, nicht durch Feinde von außen, sondern durch die eigene selbstzerstörerische Lebensführung. Es braucht nicht viel Phantasie, nur Kenntnis unserer Wirklichkeit, und wir sehen diese Stadt vor uns. Ich möchte sagen: Genau das ist unsere Stadt, unsere Zeit. Oder darf ich das etwa nicht sagen?

Jona hatte auch lange überlegt, ob er es sagen sollte. Er wollte sich davor drücken. Es ist verständlich, denn Künder des Unheils sind nirgends gerne gesehen.
Jona konnte sich sagen: Die Leute in Ninive müssen doch eigentlich selbst wissen, wie es um sie steht. Wenn sie das nicht sehen und spüren, dann wollen sie es nicht wahrhaben, dann sind sie selber schuld, dann ist ihnen nicht mehr zu helfen, dann predigt selbst der größte Prophet umsonst. Das war damals so – das ist auch heute nicht anders!
Jona predigte aber trotzdem wie es Propheten immer wieder tun, nicht aus Freude, sondern weil es ihn einfach nicht in Ruhe lässt.
Jona sagte: „Noch 40 Tage, und Ninive ist zerstört!“ Jona hielt sich kurz, denn es gab nichts zu erklären und zu begründen. Man wusste: So kann es nicht weitergehen – Das führt zu nichts Gutem – Das ist unser sicherer Untergang!
So kurz kann Gott predigen, durch die Worte eines Menschen und durch eine Situation, die für sich selbst spricht. Gott kann sehr direkt und unausweichlich das Gespräch mit uns Menschen suchen. Wenn uns daher jemand im Leben ermahnt, auf ein Fehlverhalten/Sünde hinweist oder das Gericht Gottes ankündigt, sollten wir so klug sein und sorgfältig hinhören, wer da eigentlich mit uns reden möchte. Es könnte nämlich sein, dass wir mit dem Mahner Gott verwerfen, ihm das Wort verbieten und uns weiter ins Unglück verrennen.
Als Christen, die wir nicht nur die Jona-Geschichte kennen, sondern auch das Neue Testament, wissen wir, dass Gott nicht nur das Gespräch mit dem Verlorenen sucht, sondern dass er sogar seinen eigenen Sohn sendet, um zu suchen, was verloren, um zu heilen, was verwundet ist. Um das zu erkennen, darf man nicht vom Rausch des eigenen Wahns verblendet sein.
Das Wunder von Ninive besteht darin, dass sich alle Leute der Stadt, die Botschaft des Jona zu Herzen nahmen. Alle glaubten an Gott und kehrten um, hüllten sich in Bußgewänder – vom mächtigen König bis zum kleinsten Bürger! Aber genau da sagen wir gerne: Das gibt es doch nicht! Das ist nicht möglich! Es ist doch undenkbar, dass alle radikal umdenken und sich bekehren, dass alle teilen statt zu konsumieren, dass alle verzichten statt nach Zuwachs zu trachten, dass alle ihre Schuld bekennen statt sie auf andere abzuwälzen oder gar zu verdrängen, dass niemand unterscheidet zwischen Inländern und Ausländern, Großen und Kleinen, Armen und Reichen.
Das alles hört sich doch völlig utopisch, unmöglich und unrealistisch an und bedeutet eine totale Überforderung.

Die dramatische Geschichte von Ninive beinhaltet eine sehr klare Botschaft. Diese Leute haben begriffen, was auf sie zukommt, wenn sie so weitermachen wie bisher. Sie sind zutiefst erschrocken und haben radikal mit dem gewohnten Lebensstil gebrochen. Das ist wie ein Wunder, das Mut macht. Wenn das Volk entschlossen umkehrt, dann hat das bei Gott eine große Wirkung. Nicht nur von den Großen, den Königen an den Schalthebeln der Macht, sondern auch von den vielen kleinen Männern und Frauen auf der Strasse hängt es also ab, ob es zu einer tatsächlichen Wende kommt, zu einer totalen Abkehr von den alten falschen Zielen. So ist das Unheil selbst fünf vor zwölf noch abzuwenden.

Wenn Jona in der großen Stadt Ninive die Menschen zur Umkehr bewegen konnte, warum soll das dann nicht auch in der Großstadt Wien oder bei uns in den kleinen Städten und Gemeinden des Burgenlandes geschehen können!
Das Wunder von Ninive ist, dass sich die Leute der Stadt, die Botschaft des Jona von der Umkehr zu Herzen gehen ließen.
An uns liegt es, ob wir uns dem Ruf des Propheten und somit dem Anruf Gottes stellen, oder ob wir trotz der ernsten Mahnung, diesen Ruf gleichgültig als unrealistisch abtun, ihn so nicht ernst nehmen und unbeantwortet lassen.

Ich wünsche uns allen den Mut, dass wir uns in dieser Fastenzeit - wie die Leute von Ninive - dem Ruf zur Umkehr stellen! Amen.

Montag, 11. Februar 2013

Fastenhirtenbrief 2013 von Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Liebe Diözesanfamilie!

Schwestern und Brüder im Herrn!

Das Evangelium zum heutigen ersten Fastensonntag berichtet von den drei Versuchungen, mit denen der Teufel Jesus verführen will. Drei Gedanken sind es, mit denen der Versucher die existentielle Grundsituation des Gott-Menschen Jesus herausfordert. Und drei Antworten aus der Heiligen Schrift sind es, mit denen Jesus die Anfechtungen abschmettert. Dabei lässt sich Jesus auf keinen philosophischen Diskurs mit dem Widersacher ein. Er gibt ihm keine Gelegenheit, ihm den Gedanken im Kopf und das Wort im Mund zu verdrehen. Denn Jesus weiß, was für den Menschen gut ist.

Da ist zunächst die Brot-Versuchung. Sie sagt: „Hilf Dir selbst! Nimm die Sorge um Dein Dasein in die eigenen Hände!" Doch Jesus weiß, dass zum Leben nicht nur Brot, sondern Gott notwendig ist.

Dann stellt der Versucher die Macht-und-Besitz-Frage: „Wäre es nicht schön, über allen anderen zu stehen?" Doch Jesus lehnt auch die Macht und die Verfügung über andere Menschen ab. Er weiß, dass das menschliche Dasein nicht vom Menschen gemacht werden kann, sondern von Gott stammt.

Zuletzt probiert der Teufel die Schutz-Versuchung aus. Sie ist das verlockende Angebot völliger Sicherheit eines Daseins ohne Schmerz und Einschränkung. Doch Jesus stellt Gott nicht auf die Probe. Sein Glaube an den Vater benötigt keinen Beweis.