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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 23. Januar 2013

10 Jahre Seligsprechung Ladislaus Batthyany-Strattmann

Güssing-Klosterkirche, 22. Jänner 2013

Die letzte Bischofssynode über "Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens" im vergangenen Oktober in Rom, an der ich als Vertreter der ÖBK teilnehmen durfte, hat in ihrer Schlussbotschaft betont: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen - und ich füge hinzu auch der Seligen- ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“

Wir gedenken und erzählen heute vom seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann, der vor 10 Jahren in Rom von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde in Anwesenheit von 700 Pilgern aus unserer Diözese, 6000 Gläubigen aus Ungarn. Der erste Selige unserer Diözese verbindet nicht nur die Volksgruppen unseres Landes, sondern auch das alte Österreich-Ungarn, ist so eine besondere Brücke zu unseren Mutter- und Nachbardiözesen Györ und Szombathely. In seiner Lebensgeschichte spiegelt sich auch die Geschichte Europas wider. Er lebte in Ungarn und Österreich. 1870 in Dunakiliti geboren, studierte er in Wien Medizin, wirkte zuerst in Kittsee, dann in Körmend, wo er ein Spital errichtet und in selbstloser Hingabe den Menschen aller Volksgruppen half. Er starb am 22.1.1931 in Wien. Wie hat die Synode gesagt: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen und Seligen ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“ Weil viele bei uns den seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann noch nicht oder nicht mehr kennen, ist es gut und notwendig am heutigen Gedenktag zu fragen: Wer war der selige Ladislaus? Wie hat er gelebt? Was ist seine Botschaft an uns alle?

Der selige Ladislaus war Ehemann und Familienvater.
Nach schwierigen und turbulenten Jahren der Jugend und des Suchens auf Irr- und Umwegen hat er mit Hilfe seiner Frau Gräfin Maria Theresia Coreth seinen Weg, sein Glück gefunden, die er 1898 in Wien heiratet, um in Kittsee zu leben. Beide waren offen für das Leben und haben 11 Kindern das Leben geschenkt. Sie haben in schwerer Zeit des 1. Weltkrieges in einer glücklichen Ehe ihren Kindern christliches Leben überzeugend vorgelebt. Sie haben bestätigt, dass christliches Leben in Ehe und Familie möglich ist! Sie haben gezeigt, dass aufmerksame Begleitung in Partnerschaft, Ehe und Glaube Wunder wirken kann. Ist das nicht eine hoffnungsvolle Botschaft für unsere Ehen und Familien?

Der selige Ladislaus war leidenschaftlicher Arzt.
Von seiner leidenschaftlichen Tätigkeit als Augenarzt in Kittsee und Körmend wissen wir, dass er vielen Menschen- Armen und Reichen- geholfen hat in ihrer körperlichen und seelischen Blindheit. Sein Beruf ist Berufung gewesen! Wie Jesus im heutigen Evangelium den Hilferuf des blinden Bartimäus in Jericho gehört und ihn von seiner Blindheit geheilt hat, so hat auch der Selige als Arzt vielen hilfesuchenden Menschen in Kittsee und Körmend geholfen u. gesagt: „Hab keine Angst, vertrau, steh auf! Geh! Dein Glaube hat dich geheilt!“ Durch den Augenarzt Dr. Ladislaus Batthyany-Strattmann hat Jesus kranken Menschen geholfen, sie zum Glauben geführt, sie von ihrer Blindheit geheilt. Brauchen die Menschen heute nicht mehr denn je die Heilung von Blindheiten?

Der selige Ladislaus war auch ein tiefgläubiger Christ.
Alle seine Lebensbeschreibungen und Zeitzeugen bestätigen, dass er mit seiner Familie ein konsequentes religiöses Leben pflegte, das vom Geist des Gebetes, der täglichen hl. Messe, der hl. Beichte und tätiger Nächstenliebe - man nannte ihn nicht umsonst den "Arzt der Armen" - geprägt war. Sein Beruf war Dienst am Nächsten und bestätigte so glaubwürdig auch seinen Gottesdienst! Noch an seinem Sterbebett hat er gesagt: „Tragt mich auf den Balkon, damit ich in die Welt hinausschreie, wie gut der liebe Gott ist!“ Sein ganzes Leben lang hat dieser Mann als Familienvater, Arzt und gläubiger Christ nichts anderes getan als Zeugnis gegeben von der Liebe Gottes. Wartet die Welt nicht auf das glaubwürdige Zeugnis von uns Christen im Alltag, in Ehe- und Familie, Beruf und Freizeit, Kirche und Gesellschaft?

Das war der selige Ladislaus Batthyany-Strattmann wie er gelebt, geglaubt, gehofft und geliebt hat. Und was ist und bleibt seine Botschaft an uns alle? Seid offen für das Leben, schützt es von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod! Haltet fest an Ehe und Familie, sie ist Fundament und Zukunft der Gesellschaft! Seht euren Beruf als Berufung, in dem ihr anderen Menschen helft und dient! Lebt den Glauben in euren Familien und Pfarrgemeinden, gebt ihn den Kindern weiter, pflegt eure Sprache und Kultur- das ist Neuevangelisierung konkret!

An seiner Grabstätte hier in der Klosterkirche von Güssing schreiben sich viele Menschen ihre Sorgen und Nöte von der Seele. Auch ich möchte heute an seinem 10. Gedenktag im „Jahr des Glaubens“ als Bischof um seine Fürsprache bitten: Seliger Ladislaus, sei unseren Eheleuten und Familien Wegweiser und Helfer im partnerschaftlichen Miteinander, auch im Miteinander in Kirche, Ökumene, Ländern, Volksgruppen und Politik; schenke den Kranken und Blinden Heilung an Leib und Seele; zeig uns modernen Christen den Weg, wie es heute mit Familie und Beruf gelingen kann, seine Berufung zu leben und heilig zu werden! Wie hat die Bischofssynode gesagt: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen und Seligen ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“ Gehen wir im „Jahr des Glaubens“ gemeinsam diesen Weg im Blick auf unseren seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann und vertrauen wir ihm unsere Diözese an, vor allem das Dekanat Güssing- das sich ihn in diesem besonderen Jahr zum Patron erwählt hat - sowie die Pfarren Güssing und Kittsee, unsere Mutter- und Nachbardiözesen Györ und Szombathely mit den Pfarren Dunakiliti und Körmend sowie die Kirche und Gesellschaft in Österreich und Ungarn!

Montag, 14. Januar 2013

Sternsingertreffen in Jennersdorf - 12. Jänner 2013

Es gibt eine alte Legende, die das Evangelium von den Drei Königen noch weitererzählt: "Als die drei Weisen das Kind in der Krippe gefunden hatten, da fiel der Stern, der sie geführt hatte, vom Himmel und lag vor ihren Füßen. Da sagte der erste Weise: Endlich sind wir am Ziel. Der zweite fügte hinzu: Und für den Rückweg brauchen wir keinen Stern. Der dritte aber meinte: Wir müssen den Stern wieder an den Himmel bringen, damit er allen den Weg weist." Die ersten beiden Weisen hatten Recht, denn sie hatten ihr Ziel schon erreicht und den Rückweg kannten sie bereits. Aber dennoch war der dritte Weise klüger als die beiden anderen. Er hatte nämlich etwas Wichtiges erkannt: Der Stern muss wieder an den Himmel zurück und dort weiterleuchten, damit nicht nur sie, die Könige, Jesus finden können, sondern alle Menschen.

Wie soll der Stern wieder an den Himmel zurückkommen, um allen Menschen zu leuchten? Kein Mensch kann doch einen Stern wieder an den Himmel setzen! Wie soll das gehen? Das ist doch nicht möglich! Ich denke, es ist möglich- vielleicht anders als wir es uns vorstellen. 85 .000 Sternsinger gingen in diesen Tagen als Hl. Drei Könige verkleidet mit einem Stern durch Österreichs Dörfer und Städte, in unserem Land waren es 4.500.
Der eine Stern von damals, der am Himmel geleuchtet hat, ist zu Tausenden von kleinen Sternen geworden, die sie durch die Straßen tragen. Dieser Stern erzählt immer noch dieselbe Botschaft: Dass Jesus geboren wurde. Das haben wir an Weihnachten gefeiert, und der Stern erinnert alle Menschen daran!
Der Stern tut noch mehr: Er erinnert die Leute nicht nur an die Geburt Jesu, sondern sie können diesem Stern sogar folgen. Denn sich auf den Weg zu Jesus zu machen heißt auch immer, sich auf den Weg zu anderen Menschen machen. Und wir alle wissen, dass Jesus besonders für die Kranken, die Armen und die Schwachen da war. Wer also dem Stern folgt und sich auf den Weg macht, der kommt zu Jesus, der selbst als ein Kind von armen Leuten in einem einfachen Stall bei Betlehem zur Welt kam. Wenn die Leute den Sternsingern ihre Spende geben, dann machen sie einen solchen Schritt auf Jesus zu, dann folgen sie der Aufforderung, die der Stern bedeutet.
Der Stern ist eine Einladung an alle, sich auf den Weg zu Jesus zu machen und das kann man auch, indem man Mitmenschen hilft, besonders denen in Not. 

Ich bin als Bischof froh und dankbar, dass auch dieses Jahr 4.500 Kinder unserer Diözese mit vielen Begleitpersonen mitgeholfen haben, den Stern von Betlehem wieder an den Himmel zu setzen. Ich danke allen, die die Sternsingeraktion vorbereitet, durchgeführt und großzügig unterstützt haben! Mit jeder Gabe folgen wir dem Jesus-Stern und helfen Menschen in Not, heuer besonders in Äthiopien. Der Stern wird so zum Hoffnungsstern, der besseres Leben schenkt. Im Namen dieser Menschen sage ich Euch allen Danke und Vergelt's Gott! Amen!

Dienstag, 8. Januar 2013

Erscheinung des Herrn 2013 im St. Martinsdom

Das heutige Fest wird auf spätmittelalterlichen Tafelgemälden oft auffallend gemalt. Die Weisen oder Könige werden in drei Lebensaltern dargestellt.
Der junge König ist am weitesten von der Krippe entfernt; meist exotisch prachtvoll gekleidet ist er noch mit den Reittieren beschäftigt.
Der König in der Lebensmitte schaut nach dem Sinn aus, ist um Orientierung und Ziel bemüht.
Der alte König kniet vor dem Kind in der Krippe; die Krone hat er abgelegt und die Goldschatulle geöffnet. Er betet an. Er hat gefunden.

Durch solche Bilder wird deutlich, dass das Leben des Menschen eine Hinreise zu Gott ist. Das ist die entscheidende Bewegung unseres Lebens. Im Grunde geht jeder Mensch diesen Weg der Gottsuche in seinem Leben nach.
Gleichen wir dabei nicht oft dem jungen König: In jungen Jahren sind wir weit weg von dem Kind in der Krippe. Wir sind stark von unseren Lebensumständen geprägt. Prachtvolle Kleidung, Geld, schöne Autos – die Reittiere unserer Zeit – exotische Reisen etc. sind uns das Wichtigste im Leben. Gott als Stern haben wir in dieser Lebensphase meist aus den Augen verloren, er berührt uns kaum!
Gleichen wir nicht oft auch dem König in der Lebensmitte: Nach oft turbulenten Jahren der Jugend, Ausbildung, Berufswahl, Familiengründung, des Hausbaues merken wir, dass all das nicht reicht für ein glückliches u. erfülltes Leben. Wir beginnen zu fragen, hinterfragen und suchen nach einem Stern der Orientierung gibt, der uns den Sinn des Lebens verheißt und uns zum Ziel führt. Dieses Suchen nach Sicherheit und Sinn, grübeln und kritische hinterfragen ist typisch für Menschen in den mittleren Lebensjahren.
Gleichen wir nicht oft auch dem alten König, der vor dem Kind in der Krippe kniet und anbetet: Er hat die Krone abgelegt – Das, was uns im Leben das Wichtigste scheint: Geld, Erfolg, Ansehen und Macht erkennen wir im Alter als nicht so wichtig für ein erfülltes und zufriedenes Leben.
Er öffnet die Goldschatulle – Im Alter wird der Mensch normalerweise offener, großzügiger, bereiter von sich zu geben und anderen zu helfen.
Er betet an. Er hat gefunden – Im Alter erkennt der Mensch den Sinn und das Ziel des Lebens, die Bedeutung Gottes als Schöpfer und Erlöser des Menschen sowie den Sinn von Gottes Gebot, von Kirche, Gebet, Gottesdienst, Sakramente.

Das heutige Fest erinnert uns Christen an etwas ganz wichtiges für unser Leben: Im Weg der Weisen, der drei Könige aus dem Osten ist der Weg der Gottsuche eines jeden Menschen vorgezeichnet. Es ist auch unser Weg. Dieser Weg der Hingabe braucht Zeit, kennt Um- und Irrwege, hat aber ein sicheres Ziel.
Bitten wir um die Gnade, dass wir auf unserem Lebensweg den Stern nie aus den Augen verlieren, ihm folgen wie der alte König: vor dem Kind in der Krippe niederknien + anbeten, weil wir den Sinn + das Ziel des Lebens gefunden haben!

Ich bin als Bischof froh und dankbar, dass auch dieses Jahr 4.500 Sternsinger in diesen Tagen die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu in den Pfarren unserer Diözese in die Häuser und Familien bringen und dabei für Hilfsprojekte in Äthiopien – einem der ärmsten Länder der Welt – sammeln.
Ich danke allen Sternsingern, den Begleitpersonen, der Jungschar-Jugendstelle unserer Diözese sowie allen Menschen hier in der Dompfarre und im Land, die die Sternsingeraktion auch in diesem Jahr wieder großzügig unterstützt haben! Mit Eurer Gabe folgt Ihr dem Jesus-Stern und helft Menschen, die in Not sind – besonders in Äthiopien. Der Stern wird zum Hoffnungsstern, der besseres Leben schenkt. Im Namen dieser Menschen sage ich allen Spendern: Vergelt´s Gott! Amen.

Anbetungstag am Neujahrstag 2013 im Bischofshof

Wenn wir auf eine Bergtour oder eine lange Wanderung gehen, dann packen wir meist einen Rucksack, in den wir alles hinein tun, was wir für die Wanderung brauchen: Proviant, Wasser, Regenschirm, Sonnenschutz, Verbandszeug, Fotoapparat, vielleicht auch eine Zeitschrift oder ein Buch für die Pause unterwegs.

Wenn wir heute am 1. Jänner, in ein neues Jahr aufbrechen, dann hat das Vieles gemeinsam mit einer solchen Wanderung. Ein langer Weg liegt vor uns, 365 Tage. Bei einigen Tagen ahnen wir schon, was kommen wird, bei den meisten aber wissen wir noch nicht, was sie uns bringen werden. Manche Seiten des Kalenders sind schon voll mit wichtigen Terminen, die meisten Seiten dürften aber noch leer und unbeschrieben sein. Da stellt sich die Frage: Was wird dieses neue Jahr mit sich bringen? Was werde ich an Gutem und Schwerem erleben?

Gerade deshalb ist es gut, am Anfang dieses neuen Jahres Ausschau zu halten nach Proviant, den wir in unseren Lebensrucksack packen, nach etwas, von dem wir das ganze Jahr zehren können.
Die Lesungen des heutigen Hochfestes bieten uns einen solchen Proviant an.
Im Evangelium vom Besuch der Hirten an der Krippe wird erzählt, dass Maria und Josef das Kind acht Tage nach seiner Geburt, wie es dem jüdischen Brauch entspricht, zur Beschneidung bringen. Dabei erhält das Neugeborene Seinen Namen: JESUS, was übersetzt heißt: GOTT RETTET!
Diesen Namen hat der Engel genannt, bevor Jesus durch Maria empfangen wurde. Diesen Namen haben die Engel umschrieben, als sie den Hirten auf dem Feld bei Bethlehem die Geburt Jesu verkündet haben: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.“ Wenn der Name Jesus zuerst von den Engeln genannt wird, bedeutet das, dass hinter diesem Kind wirklich Gott steht, der jetzt in die Welt kommt, der in die Geschichte eingreift.
Gott kommt, um die Welt zu retten. Hinter dem Namen Jesus steht also das Lebensprogramm, das dem Neugeborenen von Gott selbst mitgegeben wird.
Der Name Jesus zeigt den Sinn von Weihnachten, der Menschwerdung Gottes an: uns Rettung zu bringen. Und dieser Jesus wird später nichts anderes tun, als auf die Menschen zugehen, um sie zu retten.
Er wird die Zöllner und Sünder ansprechen und mit ihnen essen, um sie so wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen.
Er wird Kranke heilen und damit aus der Einsamkeit befreien.
Er wird viele Menschen aufrichten, die innerlich verwundet sind, ihnen einen neuen Blick auf ihr Leben schenken. Er wird ihnen zeigen, dass sie trotz aller Schuld und mit ihren Schwächen von Gott geliebt sind und das heißt auch, dass ihr Leben wertvoll und sinnvoll ist.
Er wird sich dabei auch mit denen anlegen, die andere für rettungslos erklären, abstempeln und ausgrenzen, ja von Gott abschreiben.
Jesus heißt: Gott rettet! Könnte sein Name nicht unser Proviant für dieses neue Jahr sein? Gott rettet – und Jesus ist das sichtbare Zeichen, das Siegel darauf. Dabei mag es uns manchmal schwer fallen, das zu glauben, wo uns doch täglich Schreckensnachrichten aus aller Welt erreichen, wo wir täglich von Menschen hören, die Opfer von Gewalt werden, deren elementarste Rechte verletzt werden Zugleich stehen uns der Hunger u. das Leid der Welt vor Augen. Dazu kommen noch die persönlichen Katastrophen wie der Verlust lieber Menschen, Krankheit oder die Sorge um den Arbeitsplatz.
Die Rettung, die durch Jesus kommt, verwandelt die Welt nicht einfach in ein Schlaraffenland. Das wird am Lebensschicksal des neugeborenen Kindes in der Krippe deutlich: Jesus hat die Nacht und das Unheil der Welt am Kreuz selbst durchlitten, aber durch die Auferstehung überwunden. So schenkt er den Menschen durch die Jahrhunderte hindurch neue Hoffnung: Er hat das Leben gebracht. Er rettet uns. Gott ist also größer als das Leid der Welt. Das Leben, das von Gott kommt, ist stärker als der Tod. Daran können wir uns gerade in den dunklen Stunden des Lebens festhalten. Auf Jesus, den in der Stadt Davids für uns geborenen Retter, können wir uns wirklich verlassen. Er hat für unsere Rettung am Kreuz alles gegeben!

Der Name Jesus heißt: Gott rettet! Ein schöner Name und zugleich Gottes Programm für uns: Gott will unser Heil. Dafür wird er einer von uns. Einer, der mit uns geht, durch dick u. dünn, die schwierigen u. schönen Stunden d. Lebens.
Jesus – Gott rettet! Ein wertvoller Proviant für unseren Lebensrucksack, kraftvolle und unverderbliche Nahrung für das neue, vor uns liegende Jahr, Hoffnung und Zuversicht für alle kommenden Tage!

Es ist ein besonderes Zeichen, wenn wir heute im Bischofshof den Anbetungstag feiern und so am Beginn des neuen Jahres unseren Lebensrucksack mit dem wahren Proviant - der heiligen Eucharistie - füllen, in der Jesus, der Retter, mit uns persönlich, mit unserer Kirche und mit unserer Welt unterwegs ist als Immanuel – Gott mit uns.
Gehen wir nun nach Bethlehem - in das Haus des Brotes – und feiern wir seinem Auftrag gemäß gemeinsam das Letzte Abendmahl, in dem ER mitten unter uns ist und bis ans Ende der Zeiten bleibt! Amen.

Homilie am Neujahrstag 2013 im St. Martinsdom

Das Evangelium des heutigen Neujahrstages lenkt unseren Blick auf das Geschehen im Stall von Bethlehem – Maria, Josef, das Kind in der Krippe, die Hirten. Mitten in der vielen Weihnachtspost, die mich in diesen Tagen erreichte, war auch eine Karte, auf der neben der Heiligen Familie auch noch Schafe, Ochs und Esel, aber auch Bienen zu sehen waren, die in großer Zahl über der Krippe mit dem Kind, über Maria und Josef, über Ochs und Esel schwirren.
Nachdem mein Vater ein leidenschaftlicher Imker war und ich schon als Kind mit Bienen viel zu tun hatte, habe ich mich gefragt: Wie kommen die Bienen in den Stall von Bethlehem?

Bei meinen Recherchen bin ich auf die interessante Antwort gestoßen: Die Kirchenväter haben das Wort Gottes oft mit einer Wabe verglichen, in der als Honig geistige Nahrung zu finden ist, an der man sich laben und stärken kann. Gregor von Nyssa lässt sich von diesem Vergleich anregen und schreibt:
„Geh zur Biene und lerne, wie arbeitsam sie ist und wie ernst sie ihre Tätigkeit nimmt. Wie zu einer Wiese soll man zu den göttlich inspirierten Worten hinfliegen. Dort soll man so viel einsammeln, wie zum Erlangen der Weisheit erforderlich ist, und sich eine Honigwabe herstellen. Der Ertrag dieses Arbeitseifers wird im eigenen Herzen wie in einem Bienenstock aufbewahrt.“

Aus diesen Sätzen lese ich drei Ziele heraus, die es wert sind, in diesem neuen Jahr - das zudem auch ein Jahr des Glaubens ist - zu verfolgen, drei Leitgedanen für mein geistliches Leben in den kommenden Wochen und Monaten.

Ich möchte zum einen „auf Jesus fliegen“, mich von seinem Wort anlocken lassen. Bei ihm versuche ich immer wieder zu landen. Von seinen Gedanken, von seinen Geschichten und von seiner Liebe zu den Menschen möchte ich zehren. Bei ihm hoffe ich, zu finden, was mir zu einem wahren Leben hilft. In Gebeten, Gottesdiensten, Gesprächen, im Lesen und Betrachten der Heiligen Schrift will ich mich seiner Botschaft annähern und sie in mich aufnehmen.

Ich möchte zum anderen in meinem Herzen eine „Vorratskammer“ mit seinen Worten anlegen, so wie die Biene eine Wabe zur Lagerung des Honigs errichtet. Wenn ich traurig und enttäuscht bin, kann ich mich dann durch seine tröstenden und ermutigenden Worte wieder aufrichten lassen.
Wenn ich oberflächlich und lau werde, können mich seine provozierenden Worte aufrütteln und motivieren.
Wenn ich zweifle und nach dem Sinn frage, können mir seine orientierenden und erhellenden Worte wieder auf die Beine helfen.

Und ich möchte schließlich andere „auf den Geschmack bringen“, das heißt, ich möchte sie neugierig machen auf die Botschaft Jesu und sie an seinen Ideen schnuppern lassen. Ich will ihnen zeigen, dass ein Leben im Sinn Jesu nach Freiheit duftet; dass es zwar nicht immer ein Honiglecken ist, aber doch auch innere Freude, Frieden, Erfüllung und Gelassenheit schenken kann.
Ich möchte versuchen, so Christ zu sein, dass andere neugierig werden und nachfragen, was mich bewegt und was mir Kraft zum Leben gibt. Oder anders ausgedrückt: „Rede von Christus nur, wenn du gefragt wirst – aber lebe so, dass man dich fragt.“

Die Weihnachtskarte mit den Bienen von Bethlehem hat mich auf drei Vorsätze für dieses neue Jahr, das Jahr des Glaubens, gebracht, die ich uns allen ans Herz legen möchte:
Ich möchte „auf Jesus fliegen“.
Ich möchte in meinem Herzen eine „Vorratskammer“ mit seinen Worten anlegen.
Und ich möchte schließlich andere „auf den Geschmack bringen“.
Dieses unser Bemühen im Neuen Jahr macht dieses Jahr zum Jahr des Glaubens und ist Neuevangelisierung konkret. Möge Gottes Segen uns dabei begleiten!
Maria möge uns persönlich, der Kirche und Welt für 2013 den Frieden erbitten! Das ist mein Neujahrswunsch an Sie und alle Menschen unserer Diözese! Amen.