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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 26. September 2013

Gottesdienst zum Jahrestag der Bischofsweihe in Dobersdorf - 25. September 2013

In unserer globalisierten Welt kommt es immer häufiger vor, dass Unternehmen expandieren und ihre MitarbeiterInnen in eine andere Stadt/Land schicken, um dort eine neue Zweigstelle zu eröffnen und erfolgreich zu sein. Stellen Sie sich vor, Sie werden dort hingeschickt; was wird Ihr Chef sich von Ihnen erwarten?

Verhandlungsgeschick, Führungsqualität, Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, sicheres Auftreten, gute Verkaufsstrategien, Kontakte mit einflussreichen Leuten, eine erfolgsorientierte Öffentlichkeitsarbeit - auf diese Fähigkeiten wird gesetzt, diese Anforderungen werden erwartet. Die Logik und Taktik der Welt!

Das gehörte Evangelium zeigt uns eine ganz andere Taktik – die Taktik Jesu.
Jesus rief die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Jesus sendet sie zu zweit voraus in die Dörfer und Städte der Umgebung, sie sollen die Menschen mit seiner Botschaft in Berührung bringen. Jesus gibt ihnen den Auftrag: das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Sagt allen Menschen deutlich, dass Gott sie ohne Vorbedingung liebt. Aber sagt es nur, wenn ihr gleichzeitig durch euer Helfen zeigt, dass es wahr ist. Jesu Auftrag ist herausfordernd und ganz konkret zugleich:
· Wenn Menschen sich freuen, dann freue dich mit!
· Wenn Menschen Sorgen haben, dann stehe ihnen bei!
· Wenn Menschen es schwer haben, dann teile mit ihnen die Last!
· Wenn Menschen in Not sind und Hilfe brauchen, dann sei zur Stelle!
· Wenn Menschen allein sind, dann bleibe bei ihnen!
· Wenn Menschen traurig sind, dann lass sie nicht allein!
· Wenn Menschen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe verloren haben, dann hilf ihnen Wege zu
  Gott zu finden und bete für sie!

Das ist die Taktik, die Frieden schafft, die heilt, die verbindet, die liebt. Es ist eine Taktik, die manchmal etwas kostet – Opfer und Verzicht - und manchmal etwas hervorruft – Unverständnis, Spott, Ablehnung, Frage: Was bringt mir das?  Jesus sendet seine Jünger aus und er weiß, dass sein Auftrag nicht leicht ist. Jesus beschönigt nichts, er sagt deutlich, worauf sich die Jünger einstellen müssen, wenn sie sein Kommen vorbereiten. Jesu Anforderungen und Taktik unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen eines Unternehmens mit seinen Mitarbeitern.  Jesu Jünger sollen keinen Besitz, kein Geld, keinen Vorrat mitnehmen. Das Gottvertrauen, das sie predigen, sollen sie auch selbst leben: glaubwürdig. Mit ihren leeren Händen sollen sie das, was sie selbst von Gott empfangen haben, an andere weitergeben. Sie sind schutzlos und mittellos auf die Güte und Großzügigkeit der Menschen angewiesen. Neben dem Gottvertrauen gilt es auch den Mitmenschen Gutes zuzutrauen – so Papst Franziskus unmissverständlich! Merkt ihr, dass im gehörten Evangelium auch von uns die Rede ist?!
Wir, Getaufte, Gefirmte, Geweihte sind heute die Jünger und Gesandten Jesu. Wir sollen heute die Botschaft Jesu, dass Gott alle Menschen liebt und ihnen nahe sein will, weitersagen und so leben, dass etwas davon erfahrbar wird. Auf uns warten Traurige, Einsame, Notleidende, Schmerzgeplagte, Zweifelnde und Verzweifelte, innerlich zerrissene oder überforderte Menschen auf Beistand und Trost – meist nicht weit weg, sondern ganz nah: Familie und Umgebung! Als Bischof danke ich allen in unserer Diözese, die in den Dekanaten und Pfarrgemeinden sich für die Sache Jesu einsetzen und im Alltag ein Glaubenszeugnis ablegen, dass sie mir so helfen meinen Hirtendienst wahrnehmen zu können; sie sind der wahre Reichtum unserer Diözese – gleichzeitig ermutige ich alle trotz Gegenwind und Herausforderungen darin nicht müde zu werden!

Bitten wir den Herrn um viele solche Arbeiter – Priester, Diakone, Ordensleute und pastorale Mitarbeiter, die gerade heute unserer Kirche so sehr fehlen! Bitten wir den Herrn auch um viele solche Laienchristen, die ihr Leben in Familie und Beruf aus dem Glauben gestalten und ihre Fähigkeiten und Talente in Kirche-Diözese-Dekanat-Pfarre und Gesellschaft einbringen! Bitten wir für uns selber um die Kraft und den Mut uns für Jesus, seine Logik und Taktik im Alltag einzusetzen und in unserer Kirche-Diözese mitzuarbeiten!

Im heutigen Evangelium heißt es am Schluss: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.“ Wir sind getauft und gefirmt und manche von uns auch geweiht – machen wir es den Aposteln einfach nach hier im Burgenland, indem auch wir, dort wo uns Gott hingestellt hat, das Evangelium verkünden und mit dem Leben bezeugen! Das ist Neuevangelisierung, aber wohl auch der Beginn unseres neuen geistlichen-pastoralen Weges in der Diözese Eisenstadt, zu dem ich als Bischof alle Diözesanen – Klerus und Volk – einlade und den Segen Gottes und die Fürsprache Mariens und des hl. Martin erbitte! Amen.

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