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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 16. September 2013

Erntedankfest und silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Aby M. Puthumana in Forchtenstein – 15. September 2013

Wir feiern heute mit der Pfarre Forchtenstein nicht nur das Erntedankfest, sondern gleichzeitig auch das silberne Priesterjubiläum ihres Pfarrers Aby. Wir tun dies, indem wir die Erntekrone segnen und in feierlicher Prozession hierher in die Pfarrkirche bringen, um hier gemeinsam die Eucharistie zu feiern. Wir feiern Eucharistie und sagen dabei ganz persönlich, als Pfarrgemeinde und Diözese Gott Dank für die Schöpfung und Erlösung, für das Geschenk des Lebens und der Berufung, für alle empfangenen Gnaden, Wohltaten und Wegbegleitung! Christen sind Menschen, die Gott bitten, aber nicht vergessen ihm zu danken!

Erntedank und silbernes Priesterjubiläum - wir feiern beides in der Eucharistie. In der Eucharistie ist verdichtet, was kirchlicher und priesterlicher Dienst ist. Weil Du, lieber Mitbruder Aby, ein Original aus unserer Partnerdiözese Kanjirapally bist und im soeben gehörten Evangelium vom guten Hirten und den Schafen die Rede ist, möchte ich mir den originellen Vergleich der Kirchenväter zur Hilfe nehmen und den Hirten-Priesterdienst mit 3 Tieren vergleichen.

1. Der Hirte-Priester ist wie eine Henne.
Vielleicht wundern sie sich über diesen etwas eigenartigen Vergleich. Aber was macht eine Henne, dass man sie mit dem priesterlichen Dienst vergleichen kann? Eine Henne ruft immer ihre Küken zusammen und versammelt sie um sich. Es ist daher kein Zufall, dass bereits Jesus dieses zärtlich-intime Bild gebraucht, wenn er seine eigene Sendung in Israel damit umschreibt, er sei gekommen, die Kinder Israels um sich zu sammeln, „so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt.“ Anknüpfend an diese Mütterlichkeit Jesu Christi, der uns am Kreuz im Schatten seiner Flügel birgt, haben die Kirchenväter mit diesem Bild vor allem den kirchlichen Amtsträgern ans Herz gelegt, sich nicht in väterlicher Strenge, sondern in mütterlicher Werbung den ihnen anvertrauten Menschen zuzuwenden. Kirchliche Diener/Dienerinnen, die sich das Vorbild der Henne vor Augen halten, werden nie Väter oder Mütter des Glaubens anderer Menschen sein wollen, sondern dienstbereite Hebammen des Glaubens. Nehmen wir uns daher - Priester wie Laien - die Henne zum geistlichen Vorbild!

2. Der Hirte-Priester ist weiters auch wie ein Hahn.
Das zweite Bild, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist der Hahn. Denn der Hahn ist dasjenige Tier, das den Morgen ankündet, weil es den Tagesanbruch spürt, noch bevor die Sonne aufgegangen ist. Genauso sind kirchliche Amtsträger - Hirten/Priester - gesandt, den Anbruch der Gottesherrschaft in der Frühe unserer Tage anzukündigen durch den Mut, die schlafenden Menschen zu wecken und die schläfrige Welt von heute aus ihrer Sattheit und Selbstgerechtigkeit zu rütteln. Gerade solche prophetische Zwischenrufe gehören unabdingbar zum kirchlichen Dienst in unserer Welt. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Hahn als geistliches Vorbild!

3. Der Hirte-Priester ist manchmal auch wie ein Esel.
Das dritte Tier, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist schließlich der Esel. Vergessen wir nie, dass die größte Würde für den kirchlichen Dienst genau darin liegt, ein Esel zu sein. Denn dieser wurde von Christus geritten - denken wir nur an den Palmsonntagsesel. Es ist nur die Frage, ob wir im kirchlichen Dienst störrische oder dienstbereite Esel sind. Dienstbereite Esel aber sind daran zu erkennen, dass sie sich nur von Christus reiten lassen und dass Christus in allem den Vorrang hat. Als Esel in der Welt zu stehen ist nur erträglich, wenn man mit seiner kirchlichen Sendung nicht allein dasteht. Dazu braucht es vielmehr die Gemeinschaft der Kirche. Denn es ist bestimmt kein Zufall, dass Jesus die Jünger „zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften“ sendet. Das bedeutet: In den Augen Jesu sind kirchliche Diener nicht Einzelkämpfer, sondern Teamarbeiter in und für die Gemeinschaft. Genauso brauchen auch wir Christen heute die Gemeinschaft der Kirche, wenn wir als Gläubige überleben und in dieser modernen Welt keine Esel sein wollen. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Esel als geistliches Vorbild!

Nehmen wir uns also die Henne als auch den Hahn und erst recht den Esel zum Vorbild im kirchlichen Dienst, damit aus unseren Familien und Pfarrgemeinden lebendige und einladende Gemeinschaften werden - das ist Neuevangelisierung! Du, lieber Aby, bist schon 25 Jahre im Dienst des guten Hirten, der sein Leben hingibt für die Schafe - zuerst in verschiedenen Aufgaben in Deiner Heimatdiözese Kanjirapally, seit 10 Jahren in unserer Diözese als Kaplan in Mattersburg und Walbersdorf, Pfarrvikar in Pinkafeld, Kaplan in Eisenstadt-Oberberg und Kleinhöflein, schließlich schon seit 5 Jahren als Pfarrer hier in Forchtenstein. Du bist ein guter Hirte und mehr als nur ein bezahlter Knecht, der die ihm anvertrauten Schafe kennt, ihnen in Hausbesuchen und anderen originellen Seelsorgsmethoden wirklich nachgeht, dessen Stimme sie kennen, aber vielleicht nicht immer gleich verstehen - Du bist durch und durch Seelsorger und Du liebst die Menschen! Darin bist Du Deinen Mitbrüdern wohl ein Vorbild! Du verkündest wie der Apostel Paulus in der Lesung den Korinthern seit 25 Jahren den Dir anvertrauten Menschen das Evangelium Jesu Christi und legst mit Deinem priesterlichen Leben ein glaubwürdiges Zeugnis dafür ab, indem Du wie eine Henne die Menschen sammelst, wie ein Hahn sie zur Wachsamkeit im Glauben rufst und wie ein Esel geduldig Christus zu den Menschen trägst!

Als Bischof danke ich Dir für Deinen priesterlichen Dienst in unserer Diözese, Deinen originellen und unermüdlichen Einsatz sowie Dein Glaubenszeugnis, Deine Bereitschaft und Treue im kirchlichen Dienst! Für Deine Freundschaft, Dein Vertrauen und alles Wohlwollen sage ich von Herzen: Vergelt´s Gott!

Möge durch die Gnade Gottes und sein gnädiges Handeln an Dir weiterhin viel Segen, den Dir anvertrauten Menschen zukommen, damit Du noch lange als Priester Henne, Hahn und Esel sein kannst! Maria, die Mutter der Priester, sei Dir auf Deinem Lebensweg Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin! Amen.

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