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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 22. August 2013

Priesterfest der Diözese Eisenstadt, St. Martinsdom, 22. August 2013


Lieber Bischof Paul!
Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst – vor allem liebe Priesterjubilare! Liebe Seminaristen! Schwestern und Brüder im Herrn!

Auf unserer diesjährigen Diözesanwallfahrt nach Luxemburg und Deutschland war uns die Gottesmutter Maria eine besondere Wegbegleiterin. Wir haben unsere Wallfahrt bei ihrem Gnadenbild in der Kathedrale von Luxemburg vergangenen Freitag begonnen, im bekannten deutschen Wallfahrtsort Kevelaer am Sonntag fortgesetzt und vorgestern in der Benediktinerabtei Maria Laach abgeschlossen.
In den Gnadenbildern von Luxemburg und Kevelaer wird – wie hier bei uns im Martinsdom – Maria als „Trösterin der Betrübten“ verehrt. Beide Gnadenbilder stellen Maria als Königin dar mit einer Krone am Haupt, mit einem Zepter in der rechten Hand und dem Jesuskind auf dem linken Arm sowie ein Kreuz, das Mut-ter und Kind verbindet. Maria also als Mutter und Königin war uns Wallfahrern Wegbegleiterin und ist uns Priestern, Diakonen und Ordensleuten Wegweiserin.

Am Fest Maria Königin möchte ich die Gnadenstatute von Kevelaer mit ihren Attributen zu uns sprechen lassen und diese für unseren geistlichen Dienst als Priester, Diakone, Ordensleute und Seminaristen deuten.

Die Krone am Haupt Marias und das Zepter in der rechten Hand sind Zeichen von Macht und Herrschaft. Dabei bedeuten eigentlich Krone und Zepter bei Maria genau das Gegenteil: sie sind ein Geschenk von anderer Seite. Die gekrönte Maria mit dem Zepter in der Hand will uns sagen: Alles, was ich geworden bin, bin ich durch einen anderen, nicht durch mich selbst. „Ich bin die Magd des Herrn“ sagt Maria zum Engel im heutigen Evangelium. Sie verweist damit auf den Geschenkcharakter unseres Lebens und Glaubens, unseres Christseins und Priesterseins/Diakonseins. Die Theologie nennt das Gnade-Geschenk.
In einer Welt und Zeit, in der alles machbar, kaufbar und erreichbar scheint, versteht man kaum mehr das Leben und den Glauben als Gnade-Geschenk. Man verlässt sich nur auf Greifbares, Berechenbares, Verstehbares, Materielles, Irdisches und verliert den Blick für das Himmlische, Transzendente, Gott. Gebet, Gottesdienst, Sakramente scheinen nicht mehr notwendig und werden daher von vielen Christen vernachlässigt und abgelehnt - aber gerade sie verbinden uns mit Gott!
So erinnert uns die gekrönte Maria mit dem Zepter in der Hand, dass im Leben und Glauben alles Gnade-Geschenk ist und wir dafür nur dankbar sein können!
Vergessen wir nie, dass unsere Berufung ein Geschenk ist und sehen wir unser geistliches Amt mit den Augen Marias als Dienst für Gott und die Menschen!

Im Gnadenbild von Kevelaer hält Maria in der linken Hand das Jesuskind.
Maria hat Jesus nicht nur im vom Heiligen Geist empfangen – wie es uns das heutige Evangelium von der Verkündigung eindrucksvoll berichtet.
Maria hat Jesus im Mutterschoß von Nazareth nach Bethlehem getragen, ihn angenommen und der Welt geboren.
Maria nahm das Kind schützend in die Arme und ist nach Ägypten geflohen.
Maria nahm Jesus an der Hand und ist mit ihm oft nach Jerusalem gepilgert.
Maria begleitete Jesus auf seinem Lebens- und Leidensweg, bis hin zum Kreuz. Maria war im wahrsten Sinne des Wortes Christusträgerin und Wegweiserin.
In einer Welt und Zeit, in der es viele Wegweiser, aber nur wenige Christusträger gibt, sind gerade wir geistliche Menschen mehr als gefragte Wegweiser und Christusträger für unsere Mitmenschen.
Schauen wir dabei auf Maria und machen wir es ihr nach, denn geistlicher Dienst ist vor allem Wegweiser und Christusträger zu sein! Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm erinnert uns daran!        

Im Gnadenbild von Kevelaer sind Maria und das Kind mit dem Kreuz verbunden. Maria ist den Weg ihres Kindes von der Krippe bis zum Kreuz mitgegangen. Maria hat die Menschen immer zu Jesus geführt: „Was er euch sagt, das tut!“ Maria ist selbst den Kreuzweg ihres Sohnes gegangen und weiß deshalb, was Armut, Not, Krankheit, Fallen und Scheitern, Einsamkeit und Verlassenheit, Leid und Tod bedeutet.
Maria ist nicht vom Kreuz weggelaufen, sondern sie stand unter dem Kreuz.
Maria weiß, wo uns Menschen der Schuh drückt und sie legt – wie bei der Hochzeit in Kana – als gute Mutter auch für uns bei ihren Sohn Fürbitte ein!
Maria durfte in ihrer Aufnahme in den Himmel und Krönung die Frucht der Erlösung bereits erfahren.
In einer Welt und Zeit, in der man dem Kreuz und Leid gerne ausweicht und oft ein Christentum ohne Kreuz will, zeigt uns das Gnadenbild von Kevelaer, dass die Mutter und das Kind durch das Kreuz eng verbunden sind, dass echte Marienfrömmigkeit zu Jesus führt, die Botschaft von Kreuz und Auferstehung verkündet.
Gerade wir geistliche Menschen sollen für die Botschaft des Kreuzes vor der Welt als gehorsame Diener der Kirche ein glaubwürdiges Zeugnis geben.

Das Gnadenbild von Kevelaer lädt uns Priester, Diakone und Ordensleute ein, unsere Berufung zum Christsein, Priestersein und Diakonsein als Geschenk sowie als Dienst zu sehen und auszuüben; für die uns anvertrauten Mitmenschen Wegweiser zu Jesus und Christusträger zu sein; sowie für die Botschaft vom Kreuz vor der Welt als treue und glaubwürdige Diener der Kirche einzustehen. Allen Mitbrüdern – besonders den Priesterjubilaren dieses Jahres – die sich darum bemühen sage ich als Bischof von Herzen Vergelt´s Gott!
Wenn wir selber müde und lau geworden sind, dann bitte ich Euch wieder auf Maria zu schauen und sich ihr anzuvertrauen sowie in der communio des Presbyteriums einander zu helfen, zu unterstützen und füreinander zu beten!

Maria, „Trösterin der Betrübten“ und „Königin“ hilf uns dabei und erbitte unserer Kirche und Diözese neue geistliche Berufungen! Amen.