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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 16. Juli 2013

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee - Montag, 15. Juli 2013

Weil das Licht, das Bernadette sah zu Lourdes gehört, folgende Geschichte:
Ein Mann hat davon gehört, dass an einem fernen Ort eine heilige Flamme brennt. Er macht sich auf, um dieses Licht zu sich nach Hause zu tragen. Er denkt sich: Wenn du dieses Licht hast, dann hast du das Leben und das Glück. So macht er sich mit dem Licht auf den Heimweg. Seine Sorge dabei ist, dass die Flamme erlischt. Er trifft einen anderen, der kein Feuer hat, der friert. Der bittet ihn, ihm von seinem Feuer zu geben. Zuerst will er nicht, denn er denkt, dieses heilige Feuer für so eine weltliche Sache, das geht nicht. Dann aber gibt er es doch weiter. Auf seinem Heimweg gerät er schließlich noch in einen Sturm So sehr er auch sein Licht schützt, seine Flamme erlischt. In seiner Not erinnert er sich dessen, dem er von seinem Licht abgegeben hat. Den weiten Weg zurück zum fernen Ort über Berge und Flüsse hätte er nicht mehr geschafft. Aber zu dem anderen, dem er geholfen hat, kann er zurück.

Die heilige Flamme, von der in dieser Geschichte die Rede ist, können wir als unseren Glauben deuten. Dieses Licht des Glaubens ist vor mehr als 2000 Jahren mit der Geburt Jesu in Betlehem entzündet worden und wurde uns seither von Generation zu Generation weitergegeben. Wir selber haben dieses Licht des Glaubens bei unserer heiligen Taufe übernommen und es von da an bewahrt. Und wir durften es wohl an uns selber erfahren, wie es in der Geschichte heißt: „Wenn du dieses Licht hast, dann hast du das Leben und das Glück.“ Wir alle durften dieses Leben/Glück des Glaubens bei vielen Gelegenheiten erfahren: bei unserer Erstkommunion, Beichte, Firmung, Eheschließung, Diakonen- und Priesterweihe, Krankensalbung sowie bei vielen Festen/Feiern im Kirchenjahr.
Da gibt es aber auch die Sorge, dass dieses Licht des Glaubens erlischt. An den eigenen Kindern/Enkeln erlebt man, dass vieles, was bisher zum Leben gehörte und selbstverständlich war, heute nicht mehr angenommen wird: der Glaube an Gott, das tägliche Gebet, die Sonntagsmesse, Beichte, christl. Werte und Moralvorstellungen. In unserer von Konsum und Genusssucht geprägten Zeit kommt man scheinbar auch ohne Gott ganz gut zurecht. Es scheint heute als besonderer Fortschritt zu gelten, wenn im Namen der Freiheit und Selbstverwirklichung Gott aus unserer Gesellschaft: aus Politik, Medien, Wirtschaft, Kunst und Kultur langsam aber sicher immer mehr hinausgedrängt wird – auch aus der Kirche!
Wir werden nicht das Glück im Leben finden ohne einen tiefen Glauben an Gott, den Schöpfer und Erlöser des Menschen, ohne eine enge Verbindung des Geschöpfes mit seinem Schöpfer im Gebet, ohne dass wir die Heilige Schrift lesen, betrachten und zum Maßstab unseres Handelns machen.
Wir werden nicht das Glück im Leben finden, wenn wir mit dem höchsten Gut, das der Mensch von Gott geschenkt bekommt – dem Leben – unter dem Deckmantel der Forschung und des Fortschritts verantwortungslos umgehen, spielen: Genmanipulationen, Klonen, Abtreibung und Euthanasie.
Wir werden nicht das Glück im Leben finden, wenn der Mitmensch nur dann zählt, wenn er mir nützt und etwas bringt, aber ich die Gemeinschaft mit ihm nicht suche und pflege, nicht bereit bin ihm zu helfen. Wir alle wissen wie wohltuend es ist, dass es jemanden gibt, mit dem man sein Licht teilen und über den Glauben sprechen kann, über das, was uns im Leben froh macht und trägt, aber auch darüber, was uns belastet und Sorge bereitet.

Dass die Flamme des Glaubens bei unseren östlichen Nachbarn während der Zeit des Kommunismus in den Kindern und Enkeln nicht erloschen ist, ist wohl der älteren Generation zu verdanken. Sie haben den Glauben still und heimlich gelebt, gepflegt und so auch weitergegeben.
Dass die Flamme des Glaubens in unserem wohlhabenden und übersättigten Europa/Österreich nicht erlischt, ist wohl weithin auch unser aller Aufgabe:
  • Wie glaubwürdig sie als Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln das Christsein vorleben und weitergeben – Gebet, Sonntag, Hauskirche. 
  • Ob wir mehr Güte, Dankbarkeit, Freude und Friede ausstrahlen als die Jüngeren, die mit dem Leben sich anlegen und herumkämpfen. 
  • Ob wir mit den Jungen Geduld haben, mit ihnen reden, neue Ideen zulassen, für sie Zeit haben und ihnen zuhören können. 
  • Ob wir über andere herziehen und schon immer alles besser wissen, oder ob wir weise, aufmerksam, zurückhaltend und barmherzig gegenüber den Mitmenschen sind, indem wir einander helfen und vergeben können. 
  • Ob wir Gott im eigenen Leben etwas zutrauen, ihm vertrauen in der zunehmenden Last unserer abnehmenden Tage. 
Maria ist uns dabei mit ihrer Haltung als Hörende, Schweigende, Tragende und Ertragende sowie als Betende, Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin.
Maria ist als gläubiger Mensch „Licht der Welt“ – wie es Jesus im Evangelium – von uns fordert. Maria hat das „Licht des Glaubens“ und sieht daher mit den „Augen des Herzens“ den Nächsten. Marianische Menschen sollte diese Eigenschaft auszeichnen – davon spricht auch Papst Franziskus in seiner 1. Enzyklika!

Lourdes ist ein Ort, an dem eine hl. Flamme brennt, Licht als Tür zum Glauben!
Zu Unserer Lieben Frau von Lourdes dürfen wir immer wieder kommen, wenn unsere Flamme des Glaubens im Sturm des Lebens zu erlöschen droht oder gar schon erloschen ist, wenn wir im Finstern suchen und irren.
Bei der Mutter von Lourdes können wir verweilen, dürfen wir die Last des Lebens abladen und neuen Mut fassen, uns wieder neu auf den Weg machen, um mit Freude, Hoffnung und Vertrauen in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten.
Mutter von Lourdes, hilf uns wie Bernadette das Licht des Glaubens zu finden und zu bewahren, und wenn es in uns erloschen ist, entzünde DU es durch andere in uns neu, damit wir es weitergeben können! Denn, wenn wir dieses Licht haben, dann haben wir das Leben und das Glück, dann brauchen wir uns heute trotz Gefahren und Herausforderungen vor nichts und niemanden zu fürchten. Das Lourdeslicht erinnert uns Christen wie Bernadette „Licht der Welt“ zu sein!

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