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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 16. Juli 2013

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee - Samstag, 13. Juli 2013

Der Besuch des Engels Gabriel bei der Jungfrau Maria in Nazaret - von dem uns das Evangelium berichtet - gehört zu den kostbarsten Szenen und Begegnungen unseres Glaubens. Bekannte und unbekannte Künstler haben dieses Ereignis unzählige Male auf Bildern, Fresken und Ikonen gemalt. Das gläubige Volk denkt an diese Begegnung, wenn die Glocke dreimal am Tag läutet – in der Früh, zu Mittag, am Abend – und es den „Engel des Herrn“ betend betrachtet. Berühmte und weniger berühmte Prediger bemühen sich dem Volk Gottes dieses wohl wichtigste Ereignis in der Heilsgeschichte auszulegen und zu erklären.

Mit Hilfe von 3 Sätzen aus dem soeben gehörten Evangelium vom Besuch des Engels Gabriel bei Maria möchte ich in dieser Predigt hier in der oberen Basilika v. Lourdes versuchen dieses Schlüsselereignis unseres Glaubens zu deuten.

Das erste Wort des Engels an Maria war: „Sei gegrüßt, du Begnadetet!“
Unser Wort „sei gegrüßt“ bedeutet in der griech. Sprache: „Freue dich Maria!“
Dieser Gruß war für Maria ein eigenartiger Gruß, weil der jüdische Gruß bist heute lautet: „Shalom – Friede sei mit dir!“
Diesen ungewöhnlichen Gruß finden wir im Buch des Propheten Zefanja, der dem Volk Israel zuruft: „Freue dich, Tochter Sion, der Herr ist mit dir und er wird in dir Wohnung finden.“ Dieses Wort, das dem Volk Israel gesagt wurde, gilt jetzt Maria ganz persönlich.
Maria ist die Tochter Sions, von der der Prophet Zefanja spricht.
Maria hat Gott auserwählt, damit sie ihm Wohnung/Tempel sei.
Mit Maria hat Gott seinen Plan und sie beginnt zu fragen und nachzudenken.
Freue dich ist also das erste Wort des Engels an Maria.
Freue dich ist die Einladung des Neuen Bundes/Neuen Testaments, die da heißt:
· Gott ist uns nicht unbekannt oder gar weit weg von uns.
· Gott ist uns nahe, wird Mensch/Kind, ist mit uns auf dem Weg.
· Gott dürfen wir VATER nennen und zu ihm DU sagen.
Blicken wir in die heutige Welt und auch in die Kirche: Haben wir Christen nicht weithin die Freude an Gott, am Leben, an Glaube und Kirche verloren?
Sind wir in unserem Wohlstand nicht auch in Gefahr Gott selber zu verlieren, weil wir vielen Dingen dieser Welt nachlaufen und dabei taub und kalt Gott und dem Nächsten gegenüber sind?
Aber wenn der Mensch im Leben die Freude verliert, dann verliert er auch den Willen und die Zufriedenheit, dann beginnt er zu murren und unglücklich zu sein. Aber die Hl. Schrift sagt uns: Die Freude am Herrn ist unsere Stärke! Diese Freude sollen wir wie Maria zu Elisabeth auch zu unserem Mitmenschen tragen. Wir sind als Christen, als Getaufte, Gefirmte, Geweihte Boten der Freude!
Die Freude ist wohl das größte und wichtigste Geschenk des Lebens!
Das zweite Wort des Engels an Maria war: „Fürchte dich nicht, Maria!“
Maria hatte wirklich allen Grund sich zu fürchten – die ganze Last der Welt liegt auf ihr, da sie die Mutter Gottes werden soll. Weil diese Last ihre Kräfte übersteigt, sagt der Engel ihr: „Fürchte dich nicht, Maria!“
Dieses Wort hat Maria in ihrem Leben wohl nie vergessen: am Weg nach Bethlehem und auf der Flucht nach Ägypten – bei der Verheißung Simeons, dass ihre Seele ein Schwert durchbohren wird – auf dem Kreuzweg u. als sie beim Kreuz Jesu stand – als sie Zeugin der Auferstehung und der Urkirche wurde. Genau in diesen schweren Situationen dachte sie wohl an das Wort des Engels: „Fürchte dich nicht, Maria!“
Der Engel sagt dieses Wort auch uns: Fürchte dich nicht!
Der moderne Mensch hat vor vielem Angst: Armut, Hunger, Krankheit, Not, Leiden, Einsamkeit, Alter und Tod! Auch wenn wir heute für fast alles eine Medizin/Versicherung haben, wissen wir genau, dass in schweren Situationen auch das nichts hilft. Die einzige Sicherheit in diesen Situationen - das lehrt uns das Leben Marias - kommt von Gott allein, der uns sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Du kannst nicht tiefer fallen, als in meine Hände!“
Das gibt uns Kraft, Mut und Hoffnung für das Leben!

Das dritte Wort ist die Antwort Marias dem Engel Gabriel: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“
Dieses Wort wiederholen wir auch jeden Tag im Gebet des Herrn - im Vater unser - wenn wir sprechen: Dein Wille geschehe!
Maria sagt JA zu Gottes Plan und Gottes Willen. Maria stellt sich Gott zur Verfügung und öffnet damit Gott wiederum die Tür in die Welt – die Tür, die Adam u. Eva in ihrem Ungehorsam verschlossen haben. Maria ist Gottes Tür zur Welt und unsere Tür zu Gott! Auch wenn Maria nicht alles gleich verstanden hat, hat sie den Willen Gottes angenommen und ist ihm gefolgt.
Sind wir moderne Menschen/Christen nicht in Gefahr nur das zu tun, was unserem Willen und Wollen entspricht?
Meinen wir nicht oft, dass Gott uns etwas nimmt, wenn wir uns seinem Willen unterwerfen und ihn annehmen?
Rechnen wir überhaupt noch mit der Vorsehung Gottes, dem Eingreifen Gottes?
Das Wort Marias: „Ich bin die Magst des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast“ lädt auch uns ein, Gott die Tür unseres Herzens, unserer Häuser zu öffnen!

Im Blick auf Maria – die Tür zum Glauben – bitten wir Gott hier in Lourdes:
Schenke uns echte christliche Freude – nimm von uns die Angst im Leben und im Glauben – hilf uns wie Maria deinen Willen anzunehmen und auch zu tun!
Unsere Liebe Frau von Lourdes, erbitte unserer Kirche Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute und Laienchristen, Familien und Pfarrgemeinden, die die christliche Freude im Herzen tragen, die sich nicht schämen und fürchten ihren Glauben im Leben zu bezeugen, die den Willen Gottes erkennen und ihn auch tun! Das ist echte Neuevangelisierung, zu der wir alle eingeladen sind! Amen.