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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 16. Juli 2013

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee - Freitag, 12. Juli 2013

Die Grotte von Lourdes ist für mich wie der Hochzeitssaal von Kana, von dem uns das eben gehörte Evangelium berichtet hat. Warum eigentlich?

Im Hochzeitssaal von Kana sieht Maria rechtzeitig die Not der Brautleute und sagt zu den Dienern: „Was er (Jesus) euch sagt, das tut!“
Die Grotte von Lourdes ist die Tür zum Hochzeitssaal von Kana – die Tür zum Glauben. Maria sieht rechtzeitig die Not der Welt und sagt zur Dienerin Bernadette: „Beten Sie zu Gott für die Bekehrung der Sünder. Buße, Buße, Buße. Trinken Sie an der Quelle und waschen Sie sich.“ Bernadette tut es sofort. Sie kniet in der Grotte nieder, gräbt die Erde auf und entdeckt schmutziges Wasser, mit dem sie sich das Gesicht beschmiert. Dann versucht sie davon zu trinken. Schließlich wird das Wasser klar. Sie trinkt davon und wäscht sich damit. Die Dienerin Bernadette tut hier in der Grotte von Lourdes das, was Maria ihr sagt!

Die Grotte von Lourdes wird zum Hochzeitssaal von Kana.
Die Erzählung von der Hochzeit zu Kana im Evangelium ist mehr als nur ein Märchen. Es ist eine Glaubensgeschichte, die uns helfen will das Geheimnis Jesu zu entdecken: das Geheimnis, dass in ihm Gottes Kraft aufleuchtet – die Kraft der Liebe, die alles verwandeln kann. Und das ist zugleich auch das Geheimnis unseres eigenen Lebens: Die Liebe ist die Kraft, die alles verwandeln kann. Wer sich Jesus anschließt, dessen Leben kann sich und wird sich auch verwandeln.

Das Evangelium von der Hochzeit in Kana lenkt dabei den Blick auf Maria, von der wir alle drei Dinge für unser Leben/Glauben lernen können und sollen.

1. Fürsorge. Der Fürsorge Marias haben es die Hochzeitsgäste zu danken, dass der Wein nicht ausging. Maria macht sich zur Sprecherin der Gäste: „Sie haben keinen Wein mehr!“, sie macht Jesus aufmerksam auf die konkrete Not der Brautleute, aber auch auf das Verlangen und den Durst der Menschen nach Heil.
Der mütterlichen Fürsorge Marias verdanken wir es, dass hier in der Grotte von Lourdes wieder ein Licht der Hoffnung für die Welt entzündet und eine Quelle des Heiles für uns Menschen – besonders für die Kranken an Leib und Seele – erschlossen wurde, damit wir von unseren Sünden gereinigt sowie von unseren Krankheiten und Gebrechen geheilt werden.
Wie ist das bei uns? Haben wir ein waches Auge für die Not des Nächsten und sind wir bereit zu helfen oder lässt uns das einfach kalt und teilnahmslos?

2. Dabei sein. Maria war damals in Kana bei der Hochzeit dabei, wo Jesu Stunde noch nicht gekommen ist. Maria ist aber auch unter dem Kreuz, wo Jesu Stunde gekommen ist. In Kana floß der Wein aus den Krügen in die Becher der Hochzeitsgäste. Seit Jesu Tod am Kreuz fließen aus seiner geöffneten Seite die lebensspendenden Kräfte aus dem Wasser der Taufe und dem Blut der Eucharistie.

Maria war mit Jesus ein Fleisch, weil sie ihn der Welt geboren hat. Sie hat Jesus nicht für sich festgehalten, sondern ihn uns allen geschenkt. Nun können wir durch die Eucharistie wie Maria mit Jesus ein Fleisch und ein Blut werden.
In der Grotte von Lourdes floss auch das Wasser der Gnade als Bernadette ihr verschmutztes Gesicht im klaren Wasser gereinigt und davon getrunken hat. Hier in der Grotte von Lourdes fließt bis heute das Wasser der Gnade, wenn Menschen bereit sind zur Umkehr und Buße, geheilt werden an Leib und Seele. Hier erlebt man die Kraft des Taufwassers als Tür zum Glauben und echtem Christsein, aber auch was Hochwasser – das Böse – alles anrichten kann.
Wie ist das bei uns? Sind wir im Leben an Jesu Seite oder schämen wir uns?
Bin ich als Getaufter und Gefirmter bereit zum Gebet, zur Umkehr und Buße?

3. Fürsprache. Maria stand im irdischen Leben bittend an der Seite Jesu. „Sie haben keinen Wein mehr!“ Gleichzeitig fordert sie die Jünger auf: „Was er euch sagt, das tut!“ Maria klagt und verklagt nicht, sie legt ihr gutes Wort ein. Sie spricht immer für jemanden und nie gegen jemanden. Maria ist unsere Fürsprecherin.
In der Grotte von Lourdes ruft Maria durch Bernadette die Welt zum Gebet, zu Umkehr und Buße auf sowie aus dieser Quelle zu trinken und sich zu waschen.
Wie ist das bei uns? Setzen wir uns für andere ein oder verklagen wir sie lieber?
Sind wir Christen, die im Wasser der Taufe gewaschen sind, bereit zum Gebet und Gottesdienst, zur Umkehr und Buße im Sakrament der Versöhnung/Beichte?
Maria lehrt uns alle aufmerksame, helfende und fürsorgende Menschen zu sein!
Maria will uns zu Jesus führen, um das Geheimnis der Liebe zu entdecken, die alles verwandeln kann. Ihr Rezept dafür heißt: „Was er euch sagt, das tut!“

Im Hochzeitssaal von Kana ist durch die Aufmerksamkeit und mütterliche Fürsprache Marias das Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein geschehen.
In der Grotte von Lourdes geschieht auf die Fürsprache Marias bis heute das Wunder der Bekehrung und Heilung von Menschen an Leib und Seele.
An das Geheimnis der Wandlung werden auch wir jetzt bei der heiligen Messe denken, wenn Brot und Wein in Jesu Fleisch und Blut verwandelt wird! Wenn wir diesem Geheimnis wirklich unser Herz öffnen, dann kann auch mit uns das Wunder der Verwandlung geschehen! Ich wünsche es uns allen von Herzen! Möge es allen geschenkt sein, die wie wir, hierher zu Unserer Lieben Frau von Lourdes voll Freude, Dankbarkeit und Hoffnung kommen! Amen.