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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 8. Juli 2013

Diözesanwallfahrt Mariazell 2013 - Messfeier in der Basilika, Sonntag, 7. Juli, 10.00 Uhr

In unserer globalisierten Welt kommt es immer häufiger vor, dass Unternehmen expandieren und ihre Mitarbeiterinnen in eine andere Stadt/Land schicken, um dort eine neue Zweigstelle zu eröffnen und erfolgreich zu sein.
Stellen Sie sich vor, Sie werden dort hingeschickt; was wird Ihr Chef sich von Ihnen erwarten? Verhandlungsgeschick, Führungsqualität, Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, sicheres Auftreten, gute Verkaufsstrategien, Kontakte mit einflussreichen Leuten, eine erfolgsorientierte Öffentlichkeitsarbeit - auf diese Fähigkeiten wird gesetzt, diese Anforderungen werden erwartet. Die Logik und Taktik der Welt!

Das heutige Evangelium zeigt uns eine ganz andere Taktik - die Taktik Jesu. Jesus wählt 72 Menschen aus und schickt sie zu zweit in die Dörfer und Städte der Umgebung. Jesus sendet sie voraus, sie sollen die Menschen mit seiner Botschaft in Berührung bringen.
Jesus gibt ihnen den Auftrag: Sagt allen Menschen deutlich, dass Gott sie ohne Vorbedingung liebt. Aber sagt es nur, wenn ihr gleichzeitig durch euer Helfen zeigt, dass es wahr ist. Jesu Auftrag ist herausfordernd und ganz konkret:


Wenn Menschen sich freuen, dann freue dich mit!
Wenn Menschen Sorgen haben, dann stehe ihnen bei!
Wenn Menschen es schwer haben, dann teile mit ihnen die Last!
Wenn Menschen in Not sind und Hilfe brauchen, dann sei zur Stelle!
Wenn Menschen allein sind, dann bleibe bei ihnen!
Wenn Menschen traurig sind, dann lass sie nicht allein!
Wenn Menschen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe verloren haben, dann hilfihnen Wege zu Gott zu finden und bete für sie!

Das ist die Taktik, die Frieden schafft, die heilt, die verbindet, die liebt. Es ist eine Taktik, die manchmal etwas kostet - Opfer und Verzicht - und manchmal etwas hervorruft - Unverständnis, Spott, Ablehnung und die Frage: Was bringt mir das?
Jesus sendet seine Jünger aus und er weiß, dass sein Auftrag nicht leicht ist. Jesus beschönigt nichts, er sagt deutlich, worauf sich die Jünger einstellen müssen, wenn sie sein Kommen vorbereiten. Jesu Anforderungen/Taktik unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen eines Unternehmens mit seinen Mitarbeitern. Jesu Jünger sollen keinen Besitz, kein Geld, keinen Vorrat mitnehmen. Das Gottvertrauen, das sie predigen, sollen sie auch selbst leben: glaubwürdig! Mit ihren leeren Händen sollen sie das, was sie selbst von Gott empfangen haben, an andere weitergeben. Sie sind schutzlos und mittellos auf die Güte und Großzügigkeit der Menschen angewiesen. Neben dem Gottvertrauen gilt es auch den Mitmenschen Gutes zuzutrauen.

Haben Sie gemerkt, dass im heutigen Evangelium auch von uns die Rede ist?! Wir, Getaufte, Gefirmte und Geweihte, sind heute die Jünger und Gesandten Jesu. Wir sollen heute die Botschaft Jesu, dass Gott alle Menschen liebt und ihnen nahe sein will, weitersagen und so leben, dass etwas davon erfahrbar wird. Auf uns warten Traurige, Einsame, Notleidende, Schmerzgeplagte, Zweifelnde und Verzweifelte, innerlich zerrissene oder überforderte Menschen auf Beistand und Trost - meist nicht weit weg, sondern ganz nah: Familie und Umgebung!

Bitten wir den Herrn um viele solche Arbeiter - Priester, Diakone, Ordensleute und pastorale Mitarbeiterlnnen, die gerade heute unserer Kirche so sehr fehlen!
Bitten wir den Herrn auch um viele solche Laienchristen, die ihr Leben in Familie und Beruf aus dem Glauben gestalten und ihre Fähigkeiten und Talente in Kirche/Diözese/Pfarre und Gesellschaft einbringen!
Bitten wir für uns selber um die Kraft,und den Mut uns für Jesus, seine Logik und Taktik im Alltag einzusetzen und in unseren Pfarrgemeinden mitzuarbeiten!

Die Mutter von Zell ist uns allen in den Stürmen des Lebens Wegweiserin zu ihrem Sohn Jesus - sie ist uns aber auch eine große Helferin und Fürsprecherin. Darum vertrauen wir ihr heute uns selber, unsere Kirche und Gesellschaft an und beten: Erbitte uns vom Herrn der Ernte viele neue Arbeiter für seine Ernte und begleite ihr Wirken mit deinem mütterlichen Segen, damit sie frohe, mutige und glaubwürdige Zeugen des Evangeliums sowie Friedensboten sind! Amen.

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