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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 5. April 2013

Predigt Karfreitagsgottesdienst

Karfreitag, 29. März 2013, St. Martinsdom Eisenstadt

Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. In der Karfreitagsliturgie wird das verhüllte Kreuz in die Kirche getragen und mit dem dreifachen Ruf „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt – Kommt lasset uns anbeten!“ begrüßt und langsam enthüllt, um von den Gläubigen verehrt zu werden. Die Liturgie der Kirche will uns helfen im leidenden und gekreuzigten Gottesknecht Jesus, den Herrn und Messias, den gesalbten Gottes zu entdecken.

In dieser Fastenzeit konnte man nicht nur in unseren Kirchen, sondern auch im öffentlichen Raum verhüllte Kreuze sehen, die zu Ostern wieder enthüllt werden Mit dieser Aktion will die Kirche in Österreich uns alle im Jahr des Glaubens einladen, vertieft auf Jesus Christus zu schauen sowie auf die wesentlichen Botschaften unseres christlichen Glaubens aufmerksam machen. Es geht dabei nicht um Aktivität, sondern vor allem um Gebet, Besinnung, Vertiefung im Glauben!

Wir stehen heute am Karfreitag vor dem Kreuz Christi und schauen als Einzelne wie auch als Gemeinschaft der Kirche auf den Gekreuzigten. Dabei kommen mir die unvergesslichen, einfachen und zugleich tiefen Worte von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Mariazell 2007 in den Sinn, die er uns im Blick auf den Gekreuzigten am Mariazeller Hochaltar als Testament hinterlassen hat.

„Gott hat die Welt nicht durch das Schwert, sondern durch das Kreuz erlöst. Sterbend breitet Jesus die Arme aus. Dies ist zunächst die Gebärde der Passion, in der er sich für uns annageln lässt, um uns sein Leben zu geben. Aber die ausgebreiteten Arme sind zugleich die Haltung des Betenden, die der Priester mit seinen im Gebet ausgebreiteten Armen aufnimmt: Jesus hat die Passion, sein Leiden und seinen Tod in Gebet umgewandelt, und so umgewandelt in einen Akt der Liebe zu Gott und zu den Menschen. Darum sind die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten endlich auch ein Gestus der Umarmung, mit dem er uns an sich zieht, in die Hände seiner Liebe hinein nehmen will. So ist er ein Bild des lebendigen Gottes, Gott selbst, ihm dürfen wir uns anvertrauen.“

Die ausgebreiteten Hände Jesu am Kreuz sind Gebärde der Passion – die Haltung des Betenden – der Gestus der Umarmung.
Vergessen wir als Christen nie, dass sich Jesus für uns alle – für Dich und für mich – am Kreuz annageln lässt, um uns sein Leben zu geben!
Vergessen wir als Christen nie, dass Jesu Leiden und Tod am Kreuz ein Akt größter Hingabe und Liebe zu Gott und zu den Menschen ist!
Vergessen wir als Christen nie, dass Jesus einen jeden/jede von uns vom Kreuz aus umarmt und an sich zieht, in die Hände seiner Liebe hinein nehmen will!
Wenn wir jetzt vor das Kreuz treten und es verehren, dann nehmen wir unser persönliches Leid und Kreuz, das der Kirche und Welt mit und vertrauen es dem Gekreuzigten und Auferstandenen an, denn Christen feiern den Karfreitag im Wissen um Ostern. Im verhüllten, jetzt enthüllten Gekreuzigten ist Gott selbst mitten unter uns! Wer sich seiner Liebe anvertraut, darf ihn neu entdecken!