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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 8. Januar 2013

Homilie am Neujahrstag 2013 im St. Martinsdom

Das Evangelium des heutigen Neujahrstages lenkt unseren Blick auf das Geschehen im Stall von Bethlehem – Maria, Josef, das Kind in der Krippe, die Hirten. Mitten in der vielen Weihnachtspost, die mich in diesen Tagen erreichte, war auch eine Karte, auf der neben der Heiligen Familie auch noch Schafe, Ochs und Esel, aber auch Bienen zu sehen waren, die in großer Zahl über der Krippe mit dem Kind, über Maria und Josef, über Ochs und Esel schwirren.
Nachdem mein Vater ein leidenschaftlicher Imker war und ich schon als Kind mit Bienen viel zu tun hatte, habe ich mich gefragt: Wie kommen die Bienen in den Stall von Bethlehem?

Bei meinen Recherchen bin ich auf die interessante Antwort gestoßen: Die Kirchenväter haben das Wort Gottes oft mit einer Wabe verglichen, in der als Honig geistige Nahrung zu finden ist, an der man sich laben und stärken kann. Gregor von Nyssa lässt sich von diesem Vergleich anregen und schreibt:
„Geh zur Biene und lerne, wie arbeitsam sie ist und wie ernst sie ihre Tätigkeit nimmt. Wie zu einer Wiese soll man zu den göttlich inspirierten Worten hinfliegen. Dort soll man so viel einsammeln, wie zum Erlangen der Weisheit erforderlich ist, und sich eine Honigwabe herstellen. Der Ertrag dieses Arbeitseifers wird im eigenen Herzen wie in einem Bienenstock aufbewahrt.“

Aus diesen Sätzen lese ich drei Ziele heraus, die es wert sind, in diesem neuen Jahr - das zudem auch ein Jahr des Glaubens ist - zu verfolgen, drei Leitgedanen für mein geistliches Leben in den kommenden Wochen und Monaten.

Ich möchte zum einen „auf Jesus fliegen“, mich von seinem Wort anlocken lassen. Bei ihm versuche ich immer wieder zu landen. Von seinen Gedanken, von seinen Geschichten und von seiner Liebe zu den Menschen möchte ich zehren. Bei ihm hoffe ich, zu finden, was mir zu einem wahren Leben hilft. In Gebeten, Gottesdiensten, Gesprächen, im Lesen und Betrachten der Heiligen Schrift will ich mich seiner Botschaft annähern und sie in mich aufnehmen.

Ich möchte zum anderen in meinem Herzen eine „Vorratskammer“ mit seinen Worten anlegen, so wie die Biene eine Wabe zur Lagerung des Honigs errichtet. Wenn ich traurig und enttäuscht bin, kann ich mich dann durch seine tröstenden und ermutigenden Worte wieder aufrichten lassen.
Wenn ich oberflächlich und lau werde, können mich seine provozierenden Worte aufrütteln und motivieren.
Wenn ich zweifle und nach dem Sinn frage, können mir seine orientierenden und erhellenden Worte wieder auf die Beine helfen.

Und ich möchte schließlich andere „auf den Geschmack bringen“, das heißt, ich möchte sie neugierig machen auf die Botschaft Jesu und sie an seinen Ideen schnuppern lassen. Ich will ihnen zeigen, dass ein Leben im Sinn Jesu nach Freiheit duftet; dass es zwar nicht immer ein Honiglecken ist, aber doch auch innere Freude, Frieden, Erfüllung und Gelassenheit schenken kann.
Ich möchte versuchen, so Christ zu sein, dass andere neugierig werden und nachfragen, was mich bewegt und was mir Kraft zum Leben gibt. Oder anders ausgedrückt: „Rede von Christus nur, wenn du gefragt wirst – aber lebe so, dass man dich fragt.“

Die Weihnachtskarte mit den Bienen von Bethlehem hat mich auf drei Vorsätze für dieses neue Jahr, das Jahr des Glaubens, gebracht, die ich uns allen ans Herz legen möchte:
Ich möchte „auf Jesus fliegen“.
Ich möchte in meinem Herzen eine „Vorratskammer“ mit seinen Worten anlegen.
Und ich möchte schließlich andere „auf den Geschmack bringen“.
Dieses unser Bemühen im Neuen Jahr macht dieses Jahr zum Jahr des Glaubens und ist Neuevangelisierung konkret. Möge Gottes Segen uns dabei begleiten!
Maria möge uns persönlich, der Kirche und Welt für 2013 den Frieden erbitten! Das ist mein Neujahrswunsch an Sie und alle Menschen unserer Diözese! Amen.