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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 8. Januar 2013

Erscheinung des Herrn 2013 im St. Martinsdom

Das heutige Fest wird auf spätmittelalterlichen Tafelgemälden oft auffallend gemalt. Die Weisen oder Könige werden in drei Lebensaltern dargestellt.
Der junge König ist am weitesten von der Krippe entfernt; meist exotisch prachtvoll gekleidet ist er noch mit den Reittieren beschäftigt.
Der König in der Lebensmitte schaut nach dem Sinn aus, ist um Orientierung und Ziel bemüht.
Der alte König kniet vor dem Kind in der Krippe; die Krone hat er abgelegt und die Goldschatulle geöffnet. Er betet an. Er hat gefunden.

Durch solche Bilder wird deutlich, dass das Leben des Menschen eine Hinreise zu Gott ist. Das ist die entscheidende Bewegung unseres Lebens. Im Grunde geht jeder Mensch diesen Weg der Gottsuche in seinem Leben nach.
Gleichen wir dabei nicht oft dem jungen König: In jungen Jahren sind wir weit weg von dem Kind in der Krippe. Wir sind stark von unseren Lebensumständen geprägt. Prachtvolle Kleidung, Geld, schöne Autos – die Reittiere unserer Zeit – exotische Reisen etc. sind uns das Wichtigste im Leben. Gott als Stern haben wir in dieser Lebensphase meist aus den Augen verloren, er berührt uns kaum!
Gleichen wir nicht oft auch dem König in der Lebensmitte: Nach oft turbulenten Jahren der Jugend, Ausbildung, Berufswahl, Familiengründung, des Hausbaues merken wir, dass all das nicht reicht für ein glückliches u. erfülltes Leben. Wir beginnen zu fragen, hinterfragen und suchen nach einem Stern der Orientierung gibt, der uns den Sinn des Lebens verheißt und uns zum Ziel führt. Dieses Suchen nach Sicherheit und Sinn, grübeln und kritische hinterfragen ist typisch für Menschen in den mittleren Lebensjahren.
Gleichen wir nicht oft auch dem alten König, der vor dem Kind in der Krippe kniet und anbetet: Er hat die Krone abgelegt – Das, was uns im Leben das Wichtigste scheint: Geld, Erfolg, Ansehen und Macht erkennen wir im Alter als nicht so wichtig für ein erfülltes und zufriedenes Leben.
Er öffnet die Goldschatulle – Im Alter wird der Mensch normalerweise offener, großzügiger, bereiter von sich zu geben und anderen zu helfen.
Er betet an. Er hat gefunden – Im Alter erkennt der Mensch den Sinn und das Ziel des Lebens, die Bedeutung Gottes als Schöpfer und Erlöser des Menschen sowie den Sinn von Gottes Gebot, von Kirche, Gebet, Gottesdienst, Sakramente.

Das heutige Fest erinnert uns Christen an etwas ganz wichtiges für unser Leben: Im Weg der Weisen, der drei Könige aus dem Osten ist der Weg der Gottsuche eines jeden Menschen vorgezeichnet. Es ist auch unser Weg. Dieser Weg der Hingabe braucht Zeit, kennt Um- und Irrwege, hat aber ein sicheres Ziel.
Bitten wir um die Gnade, dass wir auf unserem Lebensweg den Stern nie aus den Augen verlieren, ihm folgen wie der alte König: vor dem Kind in der Krippe niederknien + anbeten, weil wir den Sinn + das Ziel des Lebens gefunden haben!

Ich bin als Bischof froh und dankbar, dass auch dieses Jahr 4.500 Sternsinger in diesen Tagen die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu in den Pfarren unserer Diözese in die Häuser und Familien bringen und dabei für Hilfsprojekte in Äthiopien – einem der ärmsten Länder der Welt – sammeln.
Ich danke allen Sternsingern, den Begleitpersonen, der Jungschar-Jugendstelle unserer Diözese sowie allen Menschen hier in der Dompfarre und im Land, die die Sternsingeraktion auch in diesem Jahr wieder großzügig unterstützt haben! Mit Eurer Gabe folgt Ihr dem Jesus-Stern und helft Menschen, die in Not sind – besonders in Äthiopien. Der Stern wird zum Hoffnungsstern, der besseres Leben schenkt. Im Namen dieser Menschen sage ich allen Spendern: Vergelt´s Gott! Amen.