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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 8. Januar 2013

Anbetungstag am Neujahrstag 2013 im Bischofshof

Wenn wir auf eine Bergtour oder eine lange Wanderung gehen, dann packen wir meist einen Rucksack, in den wir alles hinein tun, was wir für die Wanderung brauchen: Proviant, Wasser, Regenschirm, Sonnenschutz, Verbandszeug, Fotoapparat, vielleicht auch eine Zeitschrift oder ein Buch für die Pause unterwegs.

Wenn wir heute am 1. Jänner, in ein neues Jahr aufbrechen, dann hat das Vieles gemeinsam mit einer solchen Wanderung. Ein langer Weg liegt vor uns, 365 Tage. Bei einigen Tagen ahnen wir schon, was kommen wird, bei den meisten aber wissen wir noch nicht, was sie uns bringen werden. Manche Seiten des Kalenders sind schon voll mit wichtigen Terminen, die meisten Seiten dürften aber noch leer und unbeschrieben sein. Da stellt sich die Frage: Was wird dieses neue Jahr mit sich bringen? Was werde ich an Gutem und Schwerem erleben?

Gerade deshalb ist es gut, am Anfang dieses neuen Jahres Ausschau zu halten nach Proviant, den wir in unseren Lebensrucksack packen, nach etwas, von dem wir das ganze Jahr zehren können.
Die Lesungen des heutigen Hochfestes bieten uns einen solchen Proviant an.
Im Evangelium vom Besuch der Hirten an der Krippe wird erzählt, dass Maria und Josef das Kind acht Tage nach seiner Geburt, wie es dem jüdischen Brauch entspricht, zur Beschneidung bringen. Dabei erhält das Neugeborene Seinen Namen: JESUS, was übersetzt heißt: GOTT RETTET!
Diesen Namen hat der Engel genannt, bevor Jesus durch Maria empfangen wurde. Diesen Namen haben die Engel umschrieben, als sie den Hirten auf dem Feld bei Bethlehem die Geburt Jesu verkündet haben: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.“ Wenn der Name Jesus zuerst von den Engeln genannt wird, bedeutet das, dass hinter diesem Kind wirklich Gott steht, der jetzt in die Welt kommt, der in die Geschichte eingreift.
Gott kommt, um die Welt zu retten. Hinter dem Namen Jesus steht also das Lebensprogramm, das dem Neugeborenen von Gott selbst mitgegeben wird.
Der Name Jesus zeigt den Sinn von Weihnachten, der Menschwerdung Gottes an: uns Rettung zu bringen. Und dieser Jesus wird später nichts anderes tun, als auf die Menschen zugehen, um sie zu retten.
Er wird die Zöllner und Sünder ansprechen und mit ihnen essen, um sie so wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen.
Er wird Kranke heilen und damit aus der Einsamkeit befreien.
Er wird viele Menschen aufrichten, die innerlich verwundet sind, ihnen einen neuen Blick auf ihr Leben schenken. Er wird ihnen zeigen, dass sie trotz aller Schuld und mit ihren Schwächen von Gott geliebt sind und das heißt auch, dass ihr Leben wertvoll und sinnvoll ist.
Er wird sich dabei auch mit denen anlegen, die andere für rettungslos erklären, abstempeln und ausgrenzen, ja von Gott abschreiben.
Jesus heißt: Gott rettet! Könnte sein Name nicht unser Proviant für dieses neue Jahr sein? Gott rettet – und Jesus ist das sichtbare Zeichen, das Siegel darauf. Dabei mag es uns manchmal schwer fallen, das zu glauben, wo uns doch täglich Schreckensnachrichten aus aller Welt erreichen, wo wir täglich von Menschen hören, die Opfer von Gewalt werden, deren elementarste Rechte verletzt werden Zugleich stehen uns der Hunger u. das Leid der Welt vor Augen. Dazu kommen noch die persönlichen Katastrophen wie der Verlust lieber Menschen, Krankheit oder die Sorge um den Arbeitsplatz.
Die Rettung, die durch Jesus kommt, verwandelt die Welt nicht einfach in ein Schlaraffenland. Das wird am Lebensschicksal des neugeborenen Kindes in der Krippe deutlich: Jesus hat die Nacht und das Unheil der Welt am Kreuz selbst durchlitten, aber durch die Auferstehung überwunden. So schenkt er den Menschen durch die Jahrhunderte hindurch neue Hoffnung: Er hat das Leben gebracht. Er rettet uns. Gott ist also größer als das Leid der Welt. Das Leben, das von Gott kommt, ist stärker als der Tod. Daran können wir uns gerade in den dunklen Stunden des Lebens festhalten. Auf Jesus, den in der Stadt Davids für uns geborenen Retter, können wir uns wirklich verlassen. Er hat für unsere Rettung am Kreuz alles gegeben!

Der Name Jesus heißt: Gott rettet! Ein schöner Name und zugleich Gottes Programm für uns: Gott will unser Heil. Dafür wird er einer von uns. Einer, der mit uns geht, durch dick u. dünn, die schwierigen u. schönen Stunden d. Lebens.
Jesus – Gott rettet! Ein wertvoller Proviant für unseren Lebensrucksack, kraftvolle und unverderbliche Nahrung für das neue, vor uns liegende Jahr, Hoffnung und Zuversicht für alle kommenden Tage!

Es ist ein besonderes Zeichen, wenn wir heute im Bischofshof den Anbetungstag feiern und so am Beginn des neuen Jahres unseren Lebensrucksack mit dem wahren Proviant - der heiligen Eucharistie - füllen, in der Jesus, der Retter, mit uns persönlich, mit unserer Kirche und mit unserer Welt unterwegs ist als Immanuel – Gott mit uns.
Gehen wir nun nach Bethlehem - in das Haus des Brotes – und feiern wir seinem Auftrag gemäß gemeinsam das Letzte Abendmahl, in dem ER mitten unter uns ist und bis ans Ende der Zeiten bleibt! Amen.

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