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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 23. Januar 2013

10 Jahre Seligsprechung Ladislaus Batthyany-Strattmann

Güssing-Klosterkirche, 22. Jänner 2013

Die letzte Bischofssynode über "Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens" im vergangenen Oktober in Rom, an der ich als Vertreter der ÖBK teilnehmen durfte, hat in ihrer Schlussbotschaft betont: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen - und ich füge hinzu auch der Seligen- ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“

Wir gedenken und erzählen heute vom seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann, der vor 10 Jahren in Rom von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde in Anwesenheit von 700 Pilgern aus unserer Diözese, 6000 Gläubigen aus Ungarn. Der erste Selige unserer Diözese verbindet nicht nur die Volksgruppen unseres Landes, sondern auch das alte Österreich-Ungarn, ist so eine besondere Brücke zu unseren Mutter- und Nachbardiözesen Györ und Szombathely. In seiner Lebensgeschichte spiegelt sich auch die Geschichte Europas wider. Er lebte in Ungarn und Österreich. 1870 in Dunakiliti geboren, studierte er in Wien Medizin, wirkte zuerst in Kittsee, dann in Körmend, wo er ein Spital errichtet und in selbstloser Hingabe den Menschen aller Volksgruppen half. Er starb am 22.1.1931 in Wien. Wie hat die Synode gesagt: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen und Seligen ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“ Weil viele bei uns den seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann noch nicht oder nicht mehr kennen, ist es gut und notwendig am heutigen Gedenktag zu fragen: Wer war der selige Ladislaus? Wie hat er gelebt? Was ist seine Botschaft an uns alle?

Der selige Ladislaus war Ehemann und Familienvater.
Nach schwierigen und turbulenten Jahren der Jugend und des Suchens auf Irr- und Umwegen hat er mit Hilfe seiner Frau Gräfin Maria Theresia Coreth seinen Weg, sein Glück gefunden, die er 1898 in Wien heiratet, um in Kittsee zu leben. Beide waren offen für das Leben und haben 11 Kindern das Leben geschenkt. Sie haben in schwerer Zeit des 1. Weltkrieges in einer glücklichen Ehe ihren Kindern christliches Leben überzeugend vorgelebt. Sie haben bestätigt, dass christliches Leben in Ehe und Familie möglich ist! Sie haben gezeigt, dass aufmerksame Begleitung in Partnerschaft, Ehe und Glaube Wunder wirken kann. Ist das nicht eine hoffnungsvolle Botschaft für unsere Ehen und Familien?

Der selige Ladislaus war leidenschaftlicher Arzt.
Von seiner leidenschaftlichen Tätigkeit als Augenarzt in Kittsee und Körmend wissen wir, dass er vielen Menschen- Armen und Reichen- geholfen hat in ihrer körperlichen und seelischen Blindheit. Sein Beruf ist Berufung gewesen! Wie Jesus im heutigen Evangelium den Hilferuf des blinden Bartimäus in Jericho gehört und ihn von seiner Blindheit geheilt hat, so hat auch der Selige als Arzt vielen hilfesuchenden Menschen in Kittsee und Körmend geholfen u. gesagt: „Hab keine Angst, vertrau, steh auf! Geh! Dein Glaube hat dich geheilt!“ Durch den Augenarzt Dr. Ladislaus Batthyany-Strattmann hat Jesus kranken Menschen geholfen, sie zum Glauben geführt, sie von ihrer Blindheit geheilt. Brauchen die Menschen heute nicht mehr denn je die Heilung von Blindheiten?

Der selige Ladislaus war auch ein tiefgläubiger Christ.
Alle seine Lebensbeschreibungen und Zeitzeugen bestätigen, dass er mit seiner Familie ein konsequentes religiöses Leben pflegte, das vom Geist des Gebetes, der täglichen hl. Messe, der hl. Beichte und tätiger Nächstenliebe - man nannte ihn nicht umsonst den "Arzt der Armen" - geprägt war. Sein Beruf war Dienst am Nächsten und bestätigte so glaubwürdig auch seinen Gottesdienst! Noch an seinem Sterbebett hat er gesagt: „Tragt mich auf den Balkon, damit ich in die Welt hinausschreie, wie gut der liebe Gott ist!“ Sein ganzes Leben lang hat dieser Mann als Familienvater, Arzt und gläubiger Christ nichts anderes getan als Zeugnis gegeben von der Liebe Gottes. Wartet die Welt nicht auf das glaubwürdige Zeugnis von uns Christen im Alltag, in Ehe- und Familie, Beruf und Freizeit, Kirche und Gesellschaft?

Das war der selige Ladislaus Batthyany-Strattmann wie er gelebt, geglaubt, gehofft und geliebt hat. Und was ist und bleibt seine Botschaft an uns alle? Seid offen für das Leben, schützt es von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod! Haltet fest an Ehe und Familie, sie ist Fundament und Zukunft der Gesellschaft! Seht euren Beruf als Berufung, in dem ihr anderen Menschen helft und dient! Lebt den Glauben in euren Familien und Pfarrgemeinden, gebt ihn den Kindern weiter, pflegt eure Sprache und Kultur- das ist Neuevangelisierung konkret!

An seiner Grabstätte hier in der Klosterkirche von Güssing schreiben sich viele Menschen ihre Sorgen und Nöte von der Seele. Auch ich möchte heute an seinem 10. Gedenktag im „Jahr des Glaubens“ als Bischof um seine Fürsprache bitten: Seliger Ladislaus, sei unseren Eheleuten und Familien Wegweiser und Helfer im partnerschaftlichen Miteinander, auch im Miteinander in Kirche, Ökumene, Ländern, Volksgruppen und Politik; schenke den Kranken und Blinden Heilung an Leib und Seele; zeig uns modernen Christen den Weg, wie es heute mit Familie und Beruf gelingen kann, seine Berufung zu leben und heilig zu werden! Wie hat die Bischofssynode gesagt: „Das Gedenken und Erzählen des Lebens der Heiligen und Seligen ist ein bevorzugter Weg der Neuevangelisierung.“ Gehen wir im „Jahr des Glaubens“ gemeinsam diesen Weg im Blick auf unseren seligen Ladislaus Batthyany-Strattmann und vertrauen wir ihm unsere Diözese an, vor allem das Dekanat Güssing- das sich ihn in diesem besonderen Jahr zum Patron erwählt hat - sowie die Pfarren Güssing und Kittsee, unsere Mutter- und Nachbardiözesen Györ und Szombathely mit den Pfarren Dunakiliti und Körmend sowie die Kirche und Gesellschaft in Österreich und Ungarn!

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