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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 25. November 2013

Festpredigt zur Erhebung der Klosterkirche in Güssing zur Basilica minor

(Christkönigssonntag, 24.11.2013, 14 Uhr, Güssing)

Zum festlichen Gottesdienst versammelte Schwestern und Brüder im Herrn!

In der aktuellen Ausgabe des Güssinger Pfarrblattes lese ich zum Thema "Basilikaerhebung" die folgende, mit leichter Ironie untersetzte Frage: "Lohnt sich die 'Schönheitsoperation' an der Kirche wegen eines bloßen Vatikanischen Formalaktes?" Die Frage wird zwar bereits im Pfarrblatt mit einem eindeutigen "Ja" beantwortet. Doch diese Frage gefällt mir sehr gut, weil sie uns zum Wesentlichen führt, so dass auch ich Ihnen darauf eine Antwort geben möchte.

Zuerst möchte ich darauf hinweisen, dass der "vatikanische Fomalakt", von dem die Rede ist, nicht die Ursache der besonderen Würdigung dieser Kirche am heutigen Tag ist. Das Erhebungsdekret des Heiligen Vaters ist vielmehr das Ergebnis der Prüfung einer besonderen Geschichte. Es ist die Geschichte einer Kirche und ihrer Bedeutung für die Menschen, für ihren Glauben und für Ihr Leben. Jahrhundertelang war diese Kirche ein spirituelles völkerverbindendes Ausstrahlungszentrum in dieser Region und weit über ihre Grenzen hinaus. Menschen haben an diesem Ort zu Gott und zu sich selbst gefunden. Lebenswege haben hier eine neue, eine gute Wendung genommen. Hoffnung wurde hier gefunden.

Und so ist die Erhebung dieses Gotteshauses etwas, das mit uns allen persönlich zu tun hat. Wir selbst, jeder einzelne von uns, ist in der Taufe erhoben worden zu einem Tempel, in dem der Heilige Geist wohnt. Der menschliche Körper, die armselige Hülle, die irgendwann einmal zu Staub zerfallen muss, ist in der Taufe zu einer kostbaren Basilika mit einzigartiger Würde erhoben worden. Leben wir als Christen daher nicht unter unserer Würde!

Wenn wir selbst also eine Basilika sind, dann wohnt Gott in uns. Dann ist er uns also ganz nah. So nah, dass wir mit ihm über unser Leben und über unsere Sorgen, Nöte und Ängste reden können. Der Dichter Rainer Maria Rilke hat vom "Nachbar Gott" gesprochen, den er atmen hört und bei dem er in langen, einsamen Nächten immer wieder anklopft.

Wenn aber jeder von uns eine Basilika ist, dann ist Gott, der in uns wohnt, kein Untermieter, bei dem wir nur anklopfen, wenn wir wieder mal etwas erwarten, wie einen geschuldeten Mietzins. Gott ist in Wahrheit der Hausherr, er hat das Haus erbaut und verdient es, dass wir auch auf Ihn hören - damit unser Leben sinnvoll und gut wird.

"Basilica" bedeutet wörtlich "Königshalle", und in den alten Basiliken der ersten christlichen Jahrhunderte war Christus als thronender König der Welt dargestellt. Dieser König ist aber kein Gewaltherrscher und Diktator. Das Christkönigsfest, das wir heute feiern, ist ein noch sehr junges Fest der Kirchengeschichte. Gerade in den katastrophalen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts  mit seinen irregeleiteten Ideologien und Mechanismen der Menschenvernichtung hat dieses Fest die friedliche, von Menschenliebe gezeichnete Königsherrschaft Gottes betont und an uns Menschen appelliert, von der hemmungslosen Beanspruchung weltlicher Macht Abstand zu nehmen.

Die Macht Christi, des Königs, ist eine sanfte. Sie verzichtet auf den äußeren Machtbeweis, sondern lässt sich sogar verhöhnen, wie uns das heutige Evangelium zeigt: „Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!“

Die Macht Christi erzwingt nichts, sondern lädt uns ein:

- Sie lädt uns ein, dem anderen im Sinne Christi zu helfen – besonders den Armen und Notleidenden -, seine Bedürfnisse zu erkennen – und dies nicht etwa, um Jesus einen Gefallen zu tun, sondern völlig uneigennützig.

- Sie lädt uns ein, im anderen den "König" zu sehen, ihm mit Respekt zu begegnen, seine Würde zu achten – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.

- Und sie lädt uns ein, Jesus ein Gesicht in unserer heutigen Welt zu geben. Papst Franziskus sagte als Erzbischof von Buenos Aires einmal: "Wir müssen hinausgehen und mit den Menschen reden. Wir müssen unser Schneckenhaus verlassen und Ihnen sagen, dass Jesus lebt. Wir müssen es mit Freude verkünden, auch wenn es manchmal etwas verrückt erscheint." Jahre später, in seiner ersten Predigt als neugewählter Papst, sprach Franziskus in der Sixtinischen Kapelle zu den Kardinälen darüber, was es bedeutet, die Kirche aufzubauen - dass es dabei um lebendige Steine geht. Das Hinausgehen und das Aufbauen also muss die Bewegung unseres Lebens sein! Und dabei müssen wir die lebendigen Steine einer lebendigen Basilika sein! Steine, die das Antlitz Jesu zeigen!

Dieses Antlitz Jesu in der heutigen Welt ist immer unser eigenes Antlitz. Es sind unsere Augen, die das Leid unserer Geschwister sehen müssen, unsere Ohren, die das Wehklagen anderer hören müssen, unsere Lippen, die Trost und Zuwendung spenden müssen. Jesus hat in dieser Welt nur das Gesicht, das wir ihm geben. Sein Kopf ist unser Kopf, den wir auch gelegentlich hinhalten müssen, wenn wir uns Christen nennen wollen.

In dieser Basilika liegen die sterblichen Überreste eines Mannes, der tausenden Menschen das Augenlicht wiedergegeben hat und dabei selbst zu einem einzigen großen Auge für die Nöte der Armen wurde. Bereits zu Lebzeiten als „Arzt der Armen“ wie ein Heiliger verehrt, ist sein Wirken heute an diesem Ort noch immer spürbar. Der selige Ladislaus war eines der liebenden Augen Jesu.

Was kann ich euch als Bischof am heutigen Tage mit der neuen Basilika mitgeben auf Euren Lebens- und Glaubensweg?

Zunächst denke ich an die Seelsorger allgemein, besonders aber hier vor Ort: Euch lege ich die Bitte ans Herz, dem geistlichen Leben in unseren Kirchen, besonders an dieser Kirche, auch in Zukunft verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Der hohen Würde entsprechend, die Papst Franziskus diesem Gotteshaus mit dem heutigen Tage verliehen hat, möge diese Kirche ein Ort sein, der sich durch eine vorbildliche Feier der Liturgie ebenso auszeichnet wie durch einen gewissenhaften Predigt- und Beichtdienst. Ihr entsprecht damit in besonderer Weise dem Auftrag unserer Kirche, der, wie Papst Franziskus so prägnant gesagt hat, vor allem darin liegt: die Wunden der Menschen zu  heilen und ihre Herzen zu erwärmen!

Euch, die Gläubigen, lade ich ein: Kommt oft und gerne in die Kirche, besonders auch in diese Basilika, mit Euren Freuden und Nöten, und lasst Eure Wunden vom Wort Gottes und vom Sakrament heilen und Eure Herzen erwärmen!

Und was dürfen wir uns alle gemeinsam vom heutigen Fest mitnehmen? Die tröstliche Gewissheit, dass unser Leben im Hause Gottes geborgen und behütet ist, aber auch den Auftrag, Gott in uns selbst wohnen zu lassen und an andere weiter zu schenken. Diese Basilika ist ein Symbol dafür! Maria, die Mutter des Herrn, der diese Kirche geweiht ist, hat uns durch ihr Leben gezeigt, wie es uns gelingen kann, zu Christus, dem König zu gelangen. Blicken wir auf sie, die Christus zu Elisabeth getragen hat, um ihn den Menschen zu zeigen, und machen wir es ihr einfach nach!

In den Sprachen unseres Landes und der Kirche bitte ich auf die Fürsprache des seligen Ladislaus darum, dass uns allen dies gelingen möge:

Seliger Ladislaus Batthyány-Strattmann, bitte für uns!
Blazeni Ladislave, moli za nas!
Boldog Batthyány László, könyörögj érettünk!
Beatus Ladislaus, ora pro nobis!

Amen.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Besuch bei Burgenländern in Toronto - 27. Oktober 2013

Der amerikanische Schriftsteller James Hillman überraschte seine Leser einmal mit der Behauptung: Es sind nicht unsere Stärken und Erfolge, die uns menschlich und charakterlich reifen lassen, sondern unsere Schwächen und Misserfolge. Tatsächlich laufen wir mit unseren Erfolgen eher Gefahr oberflächlich, stolz und überheblich zu werden.
Das heutige Evangelium greift diese menschliche Erfahrung auf im Beispiel vom Pharisäer und vom Zöllner. Jesus erzählt es denen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten. Blicken wir mit der Botschaft des Evangeliums in unsere Kirche und Welt hinein. Da gibt es solche und solche, Pharisäer und Zöllner, Selbstgerechte und Selbstkritische. Schauen wir uns beide Menschentypen ein wenig genauer an.

Die Pharisäer oder die Selbstgerechten.
Auf den ersten Blick erscheint der Pharisäer, von dem Jesus erzählt, gar nicht so unsympatisch, und seine Haltung scheint verständlich. Er befolgt genau die Gebote Gottes. Er betet, fastet und teilt mit den Armen nach Vorschrift und darüber hinaus. Er kann rein äußerlich in religiöser Hinsicht große Erfolge aufweisen. Sein Problem ist aber seine Selbstgerechtigkeit: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, und schon gar nicht wie dieser Zöllner da!“ Hier beginnt für den Pharisäer das Problem. Hier ist kein Platz für eine kritische Selbsteinschätzung. Hier beginnt oft auch bei uns das Problem. Auch wir bemühen uns Gottes Gebote halbwegs zu beachten. Auch wie beten, gehen in die Kirche, machen Wallfahrten und fasten. Auch wir tun Gutes, spenden für die Armen und zahlen unseren Kirchenbeitrag. Und weil wir all das tun, erwarten wir uns von Gott einen Lohn, wollen wir vor den anderen besser dastehen, meinen wir das Recht zu haben auf sie zu zeigen und über sie lieblos zu urteilen.

Die Zöllner oder die Selbstkritischen.
Mit Scham und selbstkritisch schleicht sich der Zöllner in den Tempel. Während der Pharisäer mit viel Worten seine Erfolge vor Gott auflistet, stammelt der Zöllner mühsam diesen einen Satz: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Dieser Satz ist die Zusammenfassung all dessen, was an Leiderfahrung und Hilflosigkeit gegenüber dem eigenen Versagen vorausgegangen ist. Selbstkritisch erkennt er, dass der Mensch auf Gott angewiesen ist und bittet ihn um Hilfe und Verzeihung. Wenn Jesus in seinem Beispiel den Zöllner gerechtfertigt nach Hause gehen lässt, so heißt er dessen Fehler nicht gut, sondern hebt hervor, dass der Zöllner gelernt hat, sein Versagen sich einzugestehen. Durch die selbstkritische und demütige Haltung hat er einen Zugang zu seinem Herzen gefunden. Aus der Tiefe seiner Seele vernahm er die Stimme Gottes, die ihn wieder aufgerichtet und mit sich selbst versöhnt hat. Das heutige Evangelium stellt uns alle vor die Frage: Neige ich wie der Pharisäer zur Selbstgerechtigkeit oder kann ich mir wie der Zöllner selbstkritisch mein Versagen eingestehen? Jesus verlangt im Evangelium von uns, mehr auf unser eigenes Versagen zu schauen, als auf die Fehler anderer zu zeigen. Nur so werden wir als Menschen und als Christen wirklich reifen und wachsen, von unseren Mitmenschen als glaubwürdig und überzeugend wahrgenommen werden.

Als neuer Bischof des Burgenlandes bringe ich Euch heute die besten Grüße Eurer Landsleute in der alten Heimat und sage Euch: Grüß Gott – Vergelt´s Gott für die Einladung, Gastfreundschaft, Verbundenheit, Hilfen für die alte Heimat, vor allem für Eure Spenden für die Kirche im Burgenland – Gott behüte und begleite Euch und Eure Familien mit seinem Segen auf dem weiteren Lebensweg!

Als Bischof aus der alten Heimat Burgenland lege ich Euch drei Dinge ans Herz: Schämt Euch nicht und bleibt dem treu, was Ihr Euch aus der alten Heimat mitgenommen habt – den Glauben, die Sprache und Kultur sowie zwei fleißige Hände! Pflegt und gebt es Euren Kindern weiter, damit sie die neue Heimat bereichern! Christen sagen Gott und ihren Mitmenschen: Bitte – Danke – Entschuldige!
Bewahrt Euch als gläubige Menschen die Haltung, die hinter diesen drei Worten steht, dann werdet auch ihr immer „Bitte – Danke – Entschuldige“ sagen können. Auch wir sollen wie der Apostel Paulus in der 2. Lesung einmal sagen können: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.“ Das uns allen das immer besser gelingt, braucht es Gottes Gnade und Segen – beides wünsche ich uns und beides erbitte ich von Gott für uns! Amen.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Besuch der Burgenländer in Allentown, Coplay - 24. Oktober 2013

Im heutigen Evangelium ist von Christen die Rede, die zwar fromm reden und ständig „Herr, Herr“ zu Jesus sagen, sonst aber nicht als Christen handeln. Kurz gesagt, das Evangelium spricht von Christen, die nur viel reden, aber nichts tun.

Aber das ist eine Frage, die uns allen gestellt ist, die wir Christen sein wollen: Sind wir tatsächlich Christen, die auch etwas aus ihrem Glauben heraus tun, oder begnügen wir uns mit dem Aufsagen von frommen Formeln wie „Herr, Herr“, Gebeten und dem Besuch des Gottesdienstes, wenn es uns danach ist? Diese Frage muss sich jeder von uns ganz persönlich stellen. Für jeden wird die Antwort auf die Frage ein wenig anders aussehen: 
· Vielleicht sollte ich etwas tun, dass mein Familienleben besser klappt?
· Vielleicht braucht ein Nachbar, Arbeitskollege oder Freund meine Hilfe?
· Vielleicht sollte ich mich mehr für die Allgemeinheit einsetzen, etwa in dem Verein, zu dem ich gehöre, in einer Partei, die meine Auffassungen vertritt, in der Pfarre, die auf meine Mitarbeit und meinen Einsatz zählt?
Gerade als Christ darf ich nicht nur reden, sondern muss ich auch etwas tun, sonst gehöre auch ich zu denen im Evangelium, die nur „Herr, Herr“ sagen.

Jesus spricht im Evangelium in diesem Zusammenhang auch vom Hausbau. Jesus geht es dabei nicht um ein Haus aus Stein, Holz oder Glas, sondern er meint etwas anderes. Jesus meint: Wenn du dein Leben aus dem Glauben heraus gestaltest, dann wird dein Leben gleichsam zu einem stabilen Haus, das heißt zu etwas Solidem, Bleibendem, auch über den Tod hinaus vor Gott Gültigem.
Welche Lebenspläne ich verwirklichen möchte, welche Begabungen ich habe, welchen Beruf ich ausübe, das fällt nicht wirklich ins Gewicht. Wichtig ist zuerst, worauf ich mein Leben gründe, worin ich verwurzelt bin. Die Verlässlichkeit oder Brüchigkeit meines Fundaments erweist sich spätestens dann, wenn Unwetter aus Enttäuschung, Verwundung, Versagen, Zweifel, Angst, Schmerz, Krankheit, Not und Tod an meinem Lebensbau rütteln. Jesus lässt keinen Zweifel daran aufkommen: Wer seine Worte hört und danach lebt, gleicht einem Menschen, der sein Haus auf Fels gründet; wer sie hört, ohne danach zu leben, ist wie ein Mensch, der sein Haus in den Sand setzt. Die Entscheidung zwischen Fels oder Sand müsste für uns Christen eigentlich eindeutig zugunsten des Felsen fallen, denn wer von uns will nicht sein Leben auf einem guten Grund bauen? Sein Leben auf Fels zu bauen, heißt für uns Christen: Salz und Licht für die Welt zu sein, die Nächsten und die Feinde zu lieben, mit den Armen, Notleidenden zu teilen und ihre Würde zu achten, das Wort Gottes ernst zu nehmen und zu befolgen, zu beten und den Gottesdienst zu feiern.
Die Gefahr sein Leben auf Sand zu bauen ist heute groß – hier in Amerika wie in Europa – aus Bequemlichkeit, Sattheit und Gleichgültigkeit. Um die Wahrheit nur zu wissen, über sie nur zu reden, ohne selber aus ihr heraus zu leben und sie zu tun, entspricht nicht dem, was Jesus von uns Christen verlangt. Wenn du nur „Herr, Herr“ sagst und nichts tust, dann baust du dir dein Haus auf Sand. Über kurz oder lang wird das Ganze aber in sich zusammenstürzen.

Das heutige Evangelium fordert uns Christen auf:
Nicht nur viel und gescheit zu reden, sondern auch etwas konkret zu tun. In den Keller unseres Lebenshauses hinabzusteigen und nach dem Fundament zu schauen, ob ich mein Leben auf Fels oder auf Sand baue. Sollten wir uns auf sandigem Untergrund befinden, dann wünsche ich uns allen den Mut und die Kraft diesen zu verlassen und uns Jesus, dem Fels zuzuwenden!

Liebe Landsleute, Eure Vorfahren und Ihr selber seid aus der alten Heimat, dem Burgenland, aufgebrochen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um hier ein neues Leben zu beginnen, sich ein neues Haus zu bauen. Ihr habt Euch aus der alten Heimat den Glauben, die christlichen Werte und zwei fleißige Hände mitgebracht – damit konntet Ihr Euer Lebenshaus hier in der neuen Heimat auf ein gutes, tragendes Fundament, auf Fels bauen. Damit ein Haus auf Fels gebaut wird und das Zusammenleben in der Familie und christlichen Gemeinde gelingt, braucht es das Bemühen um die Haltungen, von denen der Apostel Paulus in der Lesung an die Kolosser spricht: „Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander. Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder.“

Als Bischof aus der alten Heimat ermutige ich Euch trotz Freiheit und Wohlstand hier in der neuen Heimat diese christlichen Werte, die Eure Vorfahren sich hierher mitgenommen haben zu leben und danke Euch gleichzeitig für Euer Glaubenszeugnis – so baut Ihr Euer Lebenshaus auf Fels trotz aller Stürme des Lebens! Wie viel Sorgen, Entbehrungen und Stürme mussten Eure Vorfahren hier in der neuen unbekannten Heimat auf sich nehmen, um das Lebenshaus zu bauen?! Im Blick auf Gott und mit Hilfe zwei fleißiger Hände sowie dem Zusammenhalt in der Pfarrgemeinde und der Burgenländischen Gemeinschaft ist es und kann es auch heute gelingen das Haus auf Fels zu bauen – ich wünsche es Euch von Herzen!

Vergelt´s Gott für Eure Einladung und Gastfreundschaft sowie für die Verbundenheit mit dem Burgenland, besonders auch für alle Spenden für die Kirchen in unserer Diözese – mit Eurer Hilfe konnte vieles aufgebaut und erneuert werden! Gott segne Euch, Eure Familien und die Gemeinschaft der Burgenländer hier in Amerika, damit sie in eine gute Zukunft gehen! Amen.

Samstag, 19. Oktober 2013

Besuch bei Burgenländern in New York - 19. Oktober 2013

„Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?“ Wenn Jesus heute käme – was würde er bei uns vorfinden?
Viele Menschen, deren Weltanschauung nicht Gottes Plan ist. Denn Gott will Heil und Leben in Fülle für alle. Viele Leute heutzutage wollen das nur für sich. Ihre Weltanschauung ist der Materialismus: Ich – haben – machen – frei sein. Er würde in Amerika wie in Europa viele Menschen vorfinden die gehetzt, gejagt, gestresst und krank sind, weil sie sich ständig selbst überfordern. Sie dulden keinen Gott mehr über sich. Sie wollen frei und unabhängig sein. Er würde viele Menschen vorfinden, Kinder und Jugendliche, die Gott nicht kennen, weil er im Leben ihrer Eltern und Mitmenschen keine Rolle mehr spielt. Er würde viele Menschen vorfinden, die keine Zeit mehr haben, weil sie sich selbst zum Herrn ihrer Zeit gemacht haben. Menschen, die vergessen haben, dass Gott ihnen das Leben und die Zeit geschenkt hat. Darum sagen sie: Ich gehe in die Kirche, wenn ich Zeit habe. Ich bete, wenn ich Lust habe. Ich bestimme selber, wann ich für etwas Zeit habe. So macht sich der Mensch selber zum Maßstab und zum Herrgott!

Das heutige Evangelium bietet eine Hilfe an, wie wir zum Glauben finden und ihn auch bewahren können. Beten/Bitten sollen wir und nicht darin nachlassen. Beten – was meint Jesus damit?
Möglichst viele vorgefertigte Gebete aufsagen? Jeden Tag eine lästige Pflicht erfüllen?  Eine Leistung bringen, damit Gott zufrieden ist? Beten ist für Jesus etwas ganz anderes. Beten heißt für Jesus: Immer wieder in Beziehung mit Gott treten. Mit Gott reden, auf ihn hören, mit ihm Freundschaft pflegen. Auf Gott schauen und mich von ihm durchschauen lassen. Vor Gott da sein und für Gott da sein, heißt auch für den Nächsten da sein. Beten – das ist eine Verbindung herstellen zwischen Gott und mir. Die Frage ist aber: Will ich überhaupt mit ihm Verbindung haben? Wenn ich einen Menschen unbedingt sprechen will, dann werde ich alles tun bis ich ihn erreicht und mein Anliegen vorgebracht habe. Wenn mir ein Mensch wichtig geworden ist, dann werde ich alles daransetzen, dass diese Verbindung nicht abreist: Ich werde das Gespräch mit ihm suchen. Wenn mir aber der Mensch gar nicht mehr wichtig ist, wird die Verbindung abbrechen und das Gespräch aufhören. Und wenn das Gespräch aufhört, dann ist auch bald die Beziehung tot: beim Ehepartner – bei Freunden – bei Gott! Betet und lasst darin nicht nach wie die Witwe im Evangelium, die nicht locker lässt, bis sie zu ihrem Recht kommt. Beten und Glaube gehören zusammen. Indem ich bete, die Verbindung zu Gott herstelle, wächst auch mein Glaube, mein Vertrauen in diesen Gott. Und je mehr dieses Vertrauen wächst, desto mehr werde ich auch wieder das Gespräch und die Nähe zu Gott suchen. Der Glaube ist für Christen lebensnotwendig, Fundament christlichen Lebens. Glaubende Menschen schauen hinaus in die Welt, sie schauen um sich, haben den Blick für andere, besonders für die Armen, bewahren sich den Durchblick. Glaubende Menschen haben einen Horizont, der sich über das eigene Ich, über die eigenen Grenzen und Interessen hinaus weitet. Glaubende Menschen definieren ihren persönlichen Glauben aus der Beziehung mit ihrem Gott, indem sie mit ihm in einen betenden Dialog treten und von ihm alles erhoffen. Im Leben der Glaubenden spielt Gott eine Rolle, und wer im betenden Gespräch mit ihm steht, wer auf Gott hört, der weiß, was er zu tun hat. Wer als Betender glaubend aus dem Fenster seiner begrenzten Welt schaut, der sieht, was in der Welt los ist, und der ist auch fähig zu handeln, der setzt seinen Glauben in die konkrete Tat um. Das fängt in unserer kleinen Welt an: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, unter Freunden, im Mittun in Kirche und Gesellschaft. Dort, wo Gläubige sich als Liebende erweisen und dort mit Hand anlegen, wo andere sich die Hände nicht schmutzig machen wollen, dort ändert sich die Welt, dort bringen sie Gott dieser Welt. Glaube ist etwas zutiefst Menschliches: Er hat ein Gesicht, und er kommt immer auf zwei Beinen zu uns. Menschen bezeugen einander diesen Glauben an Gott, sie tragen ihn weiter und übertragen ihn an die kommenden Generationen. Glaubende Menschen pflegen ihren Glauben, sie brauchen die Gemeinschaft im Glauben, die Kirche, ihre Pfarrgemeinde und suchen ihre persönliche Gottesbeziehung im Gottesdienst und gemeinsamen Gebet. Sie erfahren dadurch Freude, Kraft, Hoffnung und Lebensmut.

So können wir in diesem „Jahr des Glaubens“ nur bitten:
Herr, lehre uns beten, damit wir stärker glauben können.
Herr, lehre uns glauben, damit wir besser beten können.

Auf dem Weg von der alten Heimat Burgenland in die neue Heimat Amerika hat Euch und Eure Vorfahren neben der Armut, Sehnsucht nach Arbeit, Sicherheit und Frieden, vor allem der Glaube und der Fleiß getragen. Mit diesen beiden Tugenden im Herzen konntet Ihr Euch hier eine neue Existenz aufbauen und die neue Heimat Amerika mit eurem Glauben, Sprache, Kultur, Talenten bereichern. Schämt Euch dessen nicht, was Ihr Euch aus der alten Heimat mitgebracht habt, bewahrt es, ja gebt es Euren Kindern weiter – dann werden auch sie reich sein!

Als Bischof des Burgenlandes bringe ich Euch heute die besten Grüße und Segenswünsche Eurer Landsleute und sage Euch: Grüß Gott – Vergelt´s Gott für die Einladung, Gastfreundschaft, Verbundenheit und Hilfen für die alte Heimat, vor allem auch die Spenden für die Kirche im Burgenland – sowie Gott behüte und begleite Euch mit seinem Segen auf Eurem weiteren Lebens/Glaubensweg! Was der Apostel Paulus seinem Schüler Timotheus in der 2. Lesung sagte, sage auch ich als Bischof meinen Landsleuten hier in den Staaten: Mein Sohn, meine Tochter! Bleibe bei dem, was du gelernt hast – Glaube, Gebet und Fleiß! Amen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

MASA S HRVATSKOM MLADINOM U TRAJSTOFU - 12. Oktober 2013

Nas danansnji sastanak hrvatske mladine Gradisca ovde u Trajstofu u ovom "Ljetu vjere" je dobra prilika pitati se: Ca je vjera? Ki su znaki krscanske vjere? Kakov je odnos modernoga clovika i vjere, mladine i vjere? Pogled u drustvo kaze, da je moderni clovik u pogibeli zgubiti Boga i vjeru, da kot izgleda more i prez Boga i vjere ziviti, ar ima pinez, tehniku, napredak i uziva dobrostanje, da mu je Bog i vjera na zivotnom putu vec zapreka, nego pomoc. Ovo potvrdi i cinjenica, da je sve manje dice i mladine u nasi crikva! Ali u isto vrime vidimo kako ravno sve vec mladi ljudi iscu za smislom zivota, duhovnost i put vjere, ar je sam pinez, uspijeh, neogranicena sloboda i uzivanje, alkohol, seks i droga ne nacinja sricnim i zadovoljnim. Krscanska vjera daje cloviku u zitku smisao, orientaciju i nacinja ga sricnim.

Tri su znaki nase krscanske vjere, ke kanim s vami skupa sada kratko premisliti.

Nasa vjera je u prvom redu zivo prijateljstvo s Jezusem Kristusem.
Mi svi dobro znamo kako su nam u zitku vazna i draga dobra prijateljstva. Mi svi trpimo, smo tuzni i nesricni kada se raspade prijateljstvo. Mi svi dobro znamo koliko casa, snage i dobre volje triba uloziti, da se prijateljstvo ugoda i zivi. Prijateljstvo se ne da kupiti pinezom, nego jedino gajiti ljubavom. Polag sv. krsta smo mi svi postali dica Bozja, Jezusevi prijatelji i kotrigi Crikve. Jezus sklopio je s nami prijateljstvo i kani da i mi gajimo to prijateljstvo s njim! Gajiti prijateljstvo s Jezusem konkretno znaci: razgovarati i pominati se s njim u molitvi, bolje ga upoznati citanjem i premisljavanjem Sv. pisma, povezati se s njim u Bozjoj sluzbi i primanju sakramentov. Ovim putem hranimo i gajimo nasu vjeru, da ne omlahavi, nego nas sprohadja i drzi u zitku i u smrti! Krscani su Jezusevi prijatelji u svitu - smo mi zaistinu Jezusevi prijatelji?

Drugi znak nase krscanske vjere je Jezusevo goristanje.
Sveti Pavao u danasnjem 2. stenju Timoteja opominja: "Predragi! Spomeni se, da se je Gospodin Jezus Kristus, ki je od roda Davidovoga, od mrtvih goristao. Ovako glasi moje Evandjelje. Za nje trpim nevolje ... Isitinita je ric: "Ako smo s njim umrli, s njim cemo i ziviti. "Krscanstvo temelji na Jezusevom goristanju. Jezusevo goristanje je sredina i bit nase vjere. Zadaca Crikve je, da Jezusevo djelo, zivot, smrt i goristanje svakomu stvorenju glasi i ljudem kaze put k Bogu. Krscani su svidoki Jezusevoga goristanja u svitu - zalazu se za zivot i za dobro!

Treti znak krscanske vjere je ljubav - solidarnost, milosrdnost i zahvalnost.
Jezus razumi svoju smrt na krizu kot predanje, darivanje zitka za svoje prijatelje. Jezus svojom smrcu veli, da Bog ljubi svakoga clovika a Bog potvrdi Jezusev zivot i predanje goristanjem. Kriz postane tako znakom ljubavi i predanja. Krscani su ljudi, ki ljubu Boga i bliznjega, ki dilu, oprostu i su zahvalni – smo mi kot Samaritanac u evandjelju ili kot oni devetimi, ki su nezahvalni?

Papst Franziskus hat beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro die Jugend aufgerufen: "Geht und habt keine Angst zu dienen!" Dazu braucht es aber den Glauben. Der Glaube ist jener Beitrag, den Christen für ein "wirklich sinnerfülltes" Leben erbringen sollten. Wie ein gutes Essen Salz und Öl braucht, damit es auch einen guten Geschmack hat, so wird auch unser Leben erst den richtigen Geschmack haben, wenn wir folgende Zutaten dazutun:
"Tu Glauben dazu!"- und Dein Leben wird dadurch neuen Geschmack haben, einen Kompass, der die Richtung anzeigt.
"Tu Hoffnung dazu!"- und Dein Horizont wird nicht düster, sondern weit und klar sein.
"Tu Liebe dazu!"- und Dein Haus ist auf Fels gebaut, Dein Leben wird Freude erfüllen und in der Welt werden Gerechtigkeit und Frieden zunehmen.
Glaube, Hoffnung und Liebe sind Geschenke von Jesus Christus, die wir von ihm erbitten dürfen und die uns Christen - Jesu Freunde - auszeichnen sollen!

Christen sind kraft Taufe und Firmung von Gott gerufen und gesandt die Sache Jesu in der Welt als seine Freunde weiterzuführen, Zeugen von Jesu Tod und Auferstehung zu sein sowie Jesu Liebe im Alltag zu bezeugen, indem sie Gott und den Nächsten lieben, teilen, verzeihen, barmherzig und dankbar sind! Geht und habt keine Angst das zu tun und euer Leben wird reicher und erfüllter sein, unsere Welt wird besser werden!

Mit Papst Franziskus rufe ich euch Jugendlichen zu: "Jesus rechnet mit euch! Die Kirche rechnet mit euch! Der Papst rechnet mit euch! Und ich füge hinzu: Auch der kleine Bischof von Eisenstadt rechnet mit euch!" Amen.

Donnerstag, 26. September 2013

Gottesdienst zum Jahrestag der Bischofsweihe in Dobersdorf - 25. September 2013

In unserer globalisierten Welt kommt es immer häufiger vor, dass Unternehmen expandieren und ihre MitarbeiterInnen in eine andere Stadt/Land schicken, um dort eine neue Zweigstelle zu eröffnen und erfolgreich zu sein. Stellen Sie sich vor, Sie werden dort hingeschickt; was wird Ihr Chef sich von Ihnen erwarten?

Verhandlungsgeschick, Führungsqualität, Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, sicheres Auftreten, gute Verkaufsstrategien, Kontakte mit einflussreichen Leuten, eine erfolgsorientierte Öffentlichkeitsarbeit - auf diese Fähigkeiten wird gesetzt, diese Anforderungen werden erwartet. Die Logik und Taktik der Welt!

Das gehörte Evangelium zeigt uns eine ganz andere Taktik – die Taktik Jesu.
Jesus rief die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Jesus sendet sie zu zweit voraus in die Dörfer und Städte der Umgebung, sie sollen die Menschen mit seiner Botschaft in Berührung bringen. Jesus gibt ihnen den Auftrag: das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Sagt allen Menschen deutlich, dass Gott sie ohne Vorbedingung liebt. Aber sagt es nur, wenn ihr gleichzeitig durch euer Helfen zeigt, dass es wahr ist. Jesu Auftrag ist herausfordernd und ganz konkret zugleich:
· Wenn Menschen sich freuen, dann freue dich mit!
· Wenn Menschen Sorgen haben, dann stehe ihnen bei!
· Wenn Menschen es schwer haben, dann teile mit ihnen die Last!
· Wenn Menschen in Not sind und Hilfe brauchen, dann sei zur Stelle!
· Wenn Menschen allein sind, dann bleibe bei ihnen!
· Wenn Menschen traurig sind, dann lass sie nicht allein!
· Wenn Menschen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe verloren haben, dann hilf ihnen Wege zu
  Gott zu finden und bete für sie!

Das ist die Taktik, die Frieden schafft, die heilt, die verbindet, die liebt. Es ist eine Taktik, die manchmal etwas kostet – Opfer und Verzicht - und manchmal etwas hervorruft – Unverständnis, Spott, Ablehnung, Frage: Was bringt mir das?  Jesus sendet seine Jünger aus und er weiß, dass sein Auftrag nicht leicht ist. Jesus beschönigt nichts, er sagt deutlich, worauf sich die Jünger einstellen müssen, wenn sie sein Kommen vorbereiten. Jesu Anforderungen und Taktik unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen eines Unternehmens mit seinen Mitarbeitern.  Jesu Jünger sollen keinen Besitz, kein Geld, keinen Vorrat mitnehmen. Das Gottvertrauen, das sie predigen, sollen sie auch selbst leben: glaubwürdig. Mit ihren leeren Händen sollen sie das, was sie selbst von Gott empfangen haben, an andere weitergeben. Sie sind schutzlos und mittellos auf die Güte und Großzügigkeit der Menschen angewiesen. Neben dem Gottvertrauen gilt es auch den Mitmenschen Gutes zuzutrauen – so Papst Franziskus unmissverständlich! Merkt ihr, dass im gehörten Evangelium auch von uns die Rede ist?!
Wir, Getaufte, Gefirmte, Geweihte sind heute die Jünger und Gesandten Jesu. Wir sollen heute die Botschaft Jesu, dass Gott alle Menschen liebt und ihnen nahe sein will, weitersagen und so leben, dass etwas davon erfahrbar wird. Auf uns warten Traurige, Einsame, Notleidende, Schmerzgeplagte, Zweifelnde und Verzweifelte, innerlich zerrissene oder überforderte Menschen auf Beistand und Trost – meist nicht weit weg, sondern ganz nah: Familie und Umgebung! Als Bischof danke ich allen in unserer Diözese, die in den Dekanaten und Pfarrgemeinden sich für die Sache Jesu einsetzen und im Alltag ein Glaubenszeugnis ablegen, dass sie mir so helfen meinen Hirtendienst wahrnehmen zu können; sie sind der wahre Reichtum unserer Diözese – gleichzeitig ermutige ich alle trotz Gegenwind und Herausforderungen darin nicht müde zu werden!

Bitten wir den Herrn um viele solche Arbeiter – Priester, Diakone, Ordensleute und pastorale Mitarbeiter, die gerade heute unserer Kirche so sehr fehlen! Bitten wir den Herrn auch um viele solche Laienchristen, die ihr Leben in Familie und Beruf aus dem Glauben gestalten und ihre Fähigkeiten und Talente in Kirche-Diözese-Dekanat-Pfarre und Gesellschaft einbringen! Bitten wir für uns selber um die Kraft und den Mut uns für Jesus, seine Logik und Taktik im Alltag einzusetzen und in unserer Kirche-Diözese mitzuarbeiten!

Im heutigen Evangelium heißt es am Schluss: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.“ Wir sind getauft und gefirmt und manche von uns auch geweiht – machen wir es den Aposteln einfach nach hier im Burgenland, indem auch wir, dort wo uns Gott hingestellt hat, das Evangelium verkünden und mit dem Leben bezeugen! Das ist Neuevangelisierung, aber wohl auch der Beginn unseres neuen geistlichen-pastoralen Weges in der Diözese Eisenstadt, zu dem ich als Bischof alle Diözesanen – Klerus und Volk – einlade und den Segen Gottes und die Fürsprache Mariens und des hl. Martin erbitte! Amen.

Dienstag, 17. September 2013

Radiogottesdienst zur Kroatenwallfahrt in Loretto - 15. September 2013

Am 3. Sonntag im September- an dem wir Burgenland-Kroaten seit über 200 Jahren zur Schmerzensmutter von Loretto pilgern - geht unser Blick auf Maria. In der Laurentanischen Litanei besingt die Kirche in ihren Anrufungen, was Gott Großes an Maria getan hat. Ich möchte eine neue Anrufung anfügen, die etwas merkwürdig klingen mag: Du kreuzfidele Jungfrau. Kreuzfidel meint, dass als Frucht des Kreuzes den Menschen das geschenkt wird, was wir unter fidel zu verstehen haben. Fidel hat eine dreifache Bedeutung. Es meint: gläubig, treu und fröhlich. Kein Mensch hat so sehr im Schatten des Kreuzes gestanden wie Maria, darum ist in keinem Menschen so sichtbar geworden, was gläubig, treu und fröhlich ist. Von Maria können wir Christen diese 3 Haltungen lernen.

Maria hatte einen skandalfesten Glauben.
Nachdem der Engel Gabriel sie in ihrem Haus in Nazaret wieder verlassen hatte, blieb Maria mit ihren Unbegreiflichkeiten alleine zurück. Wie musste sie all das treffen, was wir als die „7 Schmerzen Mariens“ bezeichnen: die Weissagung Simeons - die Flucht nach Ägypten - das dreitägige Suchen nach Jesus bei der Wallfahrt zum Tempel - der Weg nach Golgota - die Kreuzigung Jesu - die Abnahme Jesu vom Kreuz - die Grablegung. Wo blieben denn jetzt all die großen Verheißungen Gottes?
Maria brauchte einen Glauben, der diesen Skandalen und Herausforderungen gewachsen war. Sie lebte ständig in Überforderungssituationen. Die Nähe zum Herrn ließ sie aber nicht unterliegen, sondern überstehen. Glauben heißt marianisch, in der Nähe Jesu leben. In der Nähe Jesu leben heißt immer, in der Reichweite des Kreuzes sein. Der Glaube an den Herrn ließ sie trotz aller Schwierigkeiten bestehen.
Geht es uns in unseren täglichen Sorgen in Familie, Kirche und Gesellschaft nicht wie Maria - auch wir brauchen heute mehr denn je einen skandalfesten Glauben, der sich vom Wort Gottes, Gebet und Empfang der Sakramente nährt? Sind wir heute nicht in Gefahr wie die Israeliten damals vom Weg abzuweichen, uns selber das goldene Kalb zu machen, es anzubeten, ins Verderben zu laufen? Das Evangelium macht Mut und sagt uns: Gott sucht uns Menschen immer wie der Hirte das verlorene Schaf, wie die Frau die verlorene Drachme/Geldstück!

Maria lebte die Treue - Marija bila je u zitku vjerna.
Bozja vjernost svojemu narodu nasla je u Marijinoj vjernosti svoj odziv. Bog je mogao s Marijom racunati, ar je bila vjerna do kriza, jos i onda, kada su uceniki Gospodina izdali i ostavili je ona ostala stalna i vjerna. Bog triba i danas vjerne ljude-krscane, na ke se more osloniti i ki prem teskoc i skusavanj dzru i ispunu ono, ca su u histvu ili u duhovnom stalizu obecali.
Vjernost krscanskih hiznikov omogucuje dici srican i slobodan zivot u obitelji.
Vjernost svecenika garantira krscanskoj zajednici euharistiju i otpuscenje gihov.
Vjernost redovnikov i redovnic omogucuje razlicne sluzbe u bolnica i skola.
Vjernost hrvatskih roditeljev garantira nasemu narodu prem velike asimilacije dalnji opstanak na ovom prostoru, da se nas lipi hrvatski jezik ne zgubi, nasa bogata kultura mladim predaje ter da se na nasem materinskom jeziku u nasi crikva prodikuje, moli i jaci. Ovo nase shodisce simo u Lovretu je vazan stup nase vjere i narodnosti, koga tribamo kot krscani i Hrvati gajiti!
Ca bi bila nasa Crikva i drustvo, nase Gradisce i ov nas svit prez vjemosti? Ravno danas tribamo vjeme ljude u histvu, Crikvi, drustvu i narodnom pogledu!

Maria ist fröhlich, darum singt sie.
Von Maria kommt das schönste Lied, das wir Christen haben: das Magnificat. Die Fröhlichkeit Mariens liegt nicht in ihrer glücklichen seelischen Veranlagung in ihr und nicht in den günstigen Verhältnissen um sie herum. Die Fröhlichkeit Mariens gründet allein in der Nähe zum Herrn. Die Fröhlichkeit ist ein Echo auf die Gottesnähe, während die Angst ein Reflex der Gottesfeme ist. Darum gibt es eigentlich keine Christenangst, sondern nur Heidenangst. Die Nähe Christi war Maria erfahrbar in der täglichen Begegnung mit dem Kreuz. So gibt es auch für uns kein Leben ohne Kreuz und Leid. Wollen wir moderne Christen nicht oft ein Leben ohne Kreuz und Leid, auch einen Glauben, der Kreuz, Leid ausklammert?
Das Evangelium lädt auch uns ein Gottes Nähe im Gebet zu suchen, damit wir die Freude im Leben nicht verlieren!
Maria ist die Frau in der Nähe des Kreuzes. Deshalb wissen wir sie auch in unserer Nähe, weil auch wir unter dem Schatten des Kreuzes stehen. Unsere Liebe Frau von Loretto - du kreuzfidele Jungfrau - erbitte uns modernen Christen die Gnade des Glaubens, der Treue und der Fröhlichkeit! Amen.

Montag, 16. September 2013

Erntedankfest und silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Aby M. Puthumana in Forchtenstein – 15. September 2013

Wir feiern heute mit der Pfarre Forchtenstein nicht nur das Erntedankfest, sondern gleichzeitig auch das silberne Priesterjubiläum ihres Pfarrers Aby. Wir tun dies, indem wir die Erntekrone segnen und in feierlicher Prozession hierher in die Pfarrkirche bringen, um hier gemeinsam die Eucharistie zu feiern. Wir feiern Eucharistie und sagen dabei ganz persönlich, als Pfarrgemeinde und Diözese Gott Dank für die Schöpfung und Erlösung, für das Geschenk des Lebens und der Berufung, für alle empfangenen Gnaden, Wohltaten und Wegbegleitung! Christen sind Menschen, die Gott bitten, aber nicht vergessen ihm zu danken!

Erntedank und silbernes Priesterjubiläum - wir feiern beides in der Eucharistie. In der Eucharistie ist verdichtet, was kirchlicher und priesterlicher Dienst ist. Weil Du, lieber Mitbruder Aby, ein Original aus unserer Partnerdiözese Kanjirapally bist und im soeben gehörten Evangelium vom guten Hirten und den Schafen die Rede ist, möchte ich mir den originellen Vergleich der Kirchenväter zur Hilfe nehmen und den Hirten-Priesterdienst mit 3 Tieren vergleichen.

1. Der Hirte-Priester ist wie eine Henne.
Vielleicht wundern sie sich über diesen etwas eigenartigen Vergleich. Aber was macht eine Henne, dass man sie mit dem priesterlichen Dienst vergleichen kann? Eine Henne ruft immer ihre Küken zusammen und versammelt sie um sich. Es ist daher kein Zufall, dass bereits Jesus dieses zärtlich-intime Bild gebraucht, wenn er seine eigene Sendung in Israel damit umschreibt, er sei gekommen, die Kinder Israels um sich zu sammeln, „so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt.“ Anknüpfend an diese Mütterlichkeit Jesu Christi, der uns am Kreuz im Schatten seiner Flügel birgt, haben die Kirchenväter mit diesem Bild vor allem den kirchlichen Amtsträgern ans Herz gelegt, sich nicht in väterlicher Strenge, sondern in mütterlicher Werbung den ihnen anvertrauten Menschen zuzuwenden. Kirchliche Diener/Dienerinnen, die sich das Vorbild der Henne vor Augen halten, werden nie Väter oder Mütter des Glaubens anderer Menschen sein wollen, sondern dienstbereite Hebammen des Glaubens. Nehmen wir uns daher - Priester wie Laien - die Henne zum geistlichen Vorbild!

2. Der Hirte-Priester ist weiters auch wie ein Hahn.
Das zweite Bild, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist der Hahn. Denn der Hahn ist dasjenige Tier, das den Morgen ankündet, weil es den Tagesanbruch spürt, noch bevor die Sonne aufgegangen ist. Genauso sind kirchliche Amtsträger - Hirten/Priester - gesandt, den Anbruch der Gottesherrschaft in der Frühe unserer Tage anzukündigen durch den Mut, die schlafenden Menschen zu wecken und die schläfrige Welt von heute aus ihrer Sattheit und Selbstgerechtigkeit zu rütteln. Gerade solche prophetische Zwischenrufe gehören unabdingbar zum kirchlichen Dienst in unserer Welt. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Hahn als geistliches Vorbild!

3. Der Hirte-Priester ist manchmal auch wie ein Esel.
Das dritte Tier, mit dem die Kirchenväter die Sendung des kirchlichen Dienstes umschreiben, ist schließlich der Esel. Vergessen wir nie, dass die größte Würde für den kirchlichen Dienst genau darin liegt, ein Esel zu sein. Denn dieser wurde von Christus geritten - denken wir nur an den Palmsonntagsesel. Es ist nur die Frage, ob wir im kirchlichen Dienst störrische oder dienstbereite Esel sind. Dienstbereite Esel aber sind daran zu erkennen, dass sie sich nur von Christus reiten lassen und dass Christus in allem den Vorrang hat. Als Esel in der Welt zu stehen ist nur erträglich, wenn man mit seiner kirchlichen Sendung nicht allein dasteht. Dazu braucht es vielmehr die Gemeinschaft der Kirche. Denn es ist bestimmt kein Zufall, dass Jesus die Jünger „zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften“ sendet. Das bedeutet: In den Augen Jesu sind kirchliche Diener nicht Einzelkämpfer, sondern Teamarbeiter in und für die Gemeinschaft. Genauso brauchen auch wir Christen heute die Gemeinschaft der Kirche, wenn wir als Gläubige überleben und in dieser modernen Welt keine Esel sein wollen. Nehmen wir uns als Priester und Laienchristen den Esel als geistliches Vorbild!

Nehmen wir uns also die Henne als auch den Hahn und erst recht den Esel zum Vorbild im kirchlichen Dienst, damit aus unseren Familien und Pfarrgemeinden lebendige und einladende Gemeinschaften werden - das ist Neuevangelisierung! Du, lieber Aby, bist schon 25 Jahre im Dienst des guten Hirten, der sein Leben hingibt für die Schafe - zuerst in verschiedenen Aufgaben in Deiner Heimatdiözese Kanjirapally, seit 10 Jahren in unserer Diözese als Kaplan in Mattersburg und Walbersdorf, Pfarrvikar in Pinkafeld, Kaplan in Eisenstadt-Oberberg und Kleinhöflein, schließlich schon seit 5 Jahren als Pfarrer hier in Forchtenstein. Du bist ein guter Hirte und mehr als nur ein bezahlter Knecht, der die ihm anvertrauten Schafe kennt, ihnen in Hausbesuchen und anderen originellen Seelsorgsmethoden wirklich nachgeht, dessen Stimme sie kennen, aber vielleicht nicht immer gleich verstehen - Du bist durch und durch Seelsorger und Du liebst die Menschen! Darin bist Du Deinen Mitbrüdern wohl ein Vorbild! Du verkündest wie der Apostel Paulus in der Lesung den Korinthern seit 25 Jahren den Dir anvertrauten Menschen das Evangelium Jesu Christi und legst mit Deinem priesterlichen Leben ein glaubwürdiges Zeugnis dafür ab, indem Du wie eine Henne die Menschen sammelst, wie ein Hahn sie zur Wachsamkeit im Glauben rufst und wie ein Esel geduldig Christus zu den Menschen trägst!

Als Bischof danke ich Dir für Deinen priesterlichen Dienst in unserer Diözese, Deinen originellen und unermüdlichen Einsatz sowie Dein Glaubenszeugnis, Deine Bereitschaft und Treue im kirchlichen Dienst! Für Deine Freundschaft, Dein Vertrauen und alles Wohlwollen sage ich von Herzen: Vergelt´s Gott!

Möge durch die Gnade Gottes und sein gnädiges Handeln an Dir weiterhin viel Segen, den Dir anvertrauten Menschen zukommen, damit Du noch lange als Priester Henne, Hahn und Esel sein kannst! Maria, die Mutter der Priester, sei Dir auf Deinem Lebensweg Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin! Amen.

Montag, 9. September 2013

Meditationstext am Seelsorgertag – 5. September 2013


Glücklich die Gemeinde  (Transformation zu Psalm 1)

Glücklich die Gemeinde,
die Jesus in den Mittelpunkt stellt
und die unterwegs bleibt durch diese Zeit;
die nicht auf einem
„Das war schon immer so“ beharrt,
aber sich auch nicht jedem Zeitgeist anschließt.

Glücklich die Gemeinde,
die eine Ahnung hat vom Reich Gottes
und die heute damit beginnt,
dieses Reich Wirklichkeit werden zu lassen,
die in dem Vertrauen lebt und arbeitet,
dass das möglich ist,
auch wenn Rückschritte und Misserfolge
den Mut nehmen.

Glücklich die Gemeinde,
in der Friede wohnt und Gerechtigkeit,
die gastfreundlich ist und sich nicht verschließt,
in der Freunde und Fremde willkommen sind
und sich versammeln um den Tisch des Herrn.

Glücklich die Gemeinde,
die Raum zur Entfaltung gibt,
die Neues wagt und lebendig ist,
die die Talente nutzt, die in ihr sind,
und die Schätze hebt, die sie besitzt.

Glücklich die Gemeinde,
die Geborgenheit findet und Vertrauen
im Hören des Wortes Gottes
und im Brechen des Brotes,
die ihre Mitte gefunden hat,
die ihr Orientierung gibt und Halt,
die Brot sein kann für andere
und die Liebe Gottes erfahrbar macht.

Quelle: Klauke Ursula u.a., Angedacht. Materialien für Gruppenarbeit und Gottesdienst. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1997,65.

Donnerstag, 5. September 2013

Arbeitsjahreröffnung im St. Martinsdom – 3. September 2013

Am Beginn des neuen Arbeitsjahres möchte ich uns alle ganz bewusst an drei Worte von Papst Franziskus erinnern, die er nach seiner Wahl zum Nachfolger Petri bei seiner ersten Messe in der Sixtinischen Kapelle uns ans Herz gelegt hat. Diese 3 Worte sind ein Programm, das uns im neuen Arbeitsjahr als Christen, noch mehr als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Diözese vor Augen sein soll. Sie sind für Hirten und Herde Auftrag und Sendung zugleich.

Das erste Wort von Papst Franziskus heißt: Gehen.
„Unser Leben ist ein Weg, und wenn wir anhalten, geht nichts. Gehen, in der Gegenwart des Herrn, im Licht des Herrn, und dabei versuchen, rechtschaffen zu leben, so, wie Gott es schon von Abraham verlangte. „
Das, wozu uns Papst Franziskus da einlädt, ist nichts anderes als was Gott von seinem Volk verlangt. Gott hat die Israeliten aus Ägypten herausgeführt. Gott legt einen Weg an durch die Wüste, um sein Volk aus dem Exil in Babylon in die Heimat zurückzuführen. Gott wird noch Größeres tun. Gott hat in Jesu Tod und Auferstehung seine Verheißungen auch erfüllt! Gott ist also ein Gott, der den Weg mit uns Menschen durch dick und dünn geht, ein Gott der Leben und Zukunft schenkt. Wenn wir als Christen unseren Weg gehen, sollen wir uns immer an die Taten Gottes erinnern und diese unsere Erinnerung muss zur Verkündigung werden. Das ist der Weg der Weitergabe des Glaubens und Neuevangelisierung heute! Das ist Jesu Auftrag an seine müde gewordene Kirche, an uns laue Christen! Gehen wir also unsere Wege trotz aller Sorgen und Nöte im Licht des Herrn - Gott geht mit uns! Wer sich einlässt auf die Herausforderungen der Zeit und unsere Welt annimmt, der wird auch imstande sein in die Zukunft zu gehen, weil er weiß, dass nicht wir es sind, die alles machen müssen, sondern der Herr es ist!

Das zweite Wort von Papst Franziskus heißt: Aufbauen.
„Die Kirche aufbauen, dazu braucht es lebendige Steine, vom Heiligen Geist getränkte Steine. Die Kirche auf jenen Eckstein aufbauen, welcher der Herr selbst ist. Das ist eine wichtige Bewegung unseres Lebens.“ Wozu uns Papst Franziskus einlädt, ist nur ein anderes Wort dafür, was Paulus den Korinthern in der heutigen Lesung sagt: „Wir verkündigen nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn.“
Christen sind keine toten Grabsteine. Vielmehr sollen wir Kirche u. Gesellschaft aufbauen als lebendige Steine, mit unseren Gaben. Damit wir lebendige Steine sind, braucht es den Hl. Geist, den wir empfangen haben. Wer Gottes Geist im Herzen hat, der liebt, teilt, verzeiht, tut Gutes, arbeitet zusammen, baut auf! Wir alle sind kraft Taufe/Firmung berufen das Reich Gottes in d. Diözese Eisenstadt mit unseren Talenten aufzubauen! Bauen wir nicht auf uns, sondern auf Jesus als Eckstein, damit unser Leben gelingt und Kirche gebaut wird, wie Jesus sie will!

Das dritte Wort von Papst Franziskus heißt: Bekennen.
„Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht Jesus Christus bekennen, geht nichts. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche. Wenn man nicht geht, bleibt man stehen. Wenn man nicht auf Stein aufbaut, fällt alles zusammen. Wenn man Jesus nicht bekennt, bekennt man die Weltlichkeit des Bösen. Oft kann man von Christen hören: Ich folge dir Jesus, aber sprich mir nicht vom Kreuz. Ich folge dir mit anderen Möglichkeiten, ohne das Kreuz. Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn.“
Wozu uns Papst Franziskus einlädt, sagt Jesus im Evangelium zu den Jüngern so: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ Das ist die erste Aufgabe der Kirche, von Christen: Bekennen. Für den Christen ist dabei der Blick auf das Kreuz Jesu wichtig. Christliches Leben ist nur im Blick auf das Kreuz möglich und erträglich. Daher hat das Kreuz einen besonderen Platz in unserem Leben, sollen wir dem Kreuz nicht ausweichen, sondern es annehmen. Wer es annimmt, dem gibt Gott die Kraft es zu tragen, der wird Prüfungen bestehen und teilhaben am Tisch im Reich Gottes. Am glaubwürdigsten bekennen wir unser Christsein im Dienst am Nächsten, oder wie es Lukas im heutigen Evangelium sagt: „Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende.“ Das ist Jesu Auftrag an uns Christen, besonders an die Hirten und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Kirche!

Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr unsere Wege im Licht des Herrn zu gehen - wir dürfen wissen, dass unser Gott „Immanuel“, ein Gott mit uns ist! Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr mit unseren Talenten Kirche und Gesellschaft als lebendige Steine mitzubauen/aufzubauen-blicken wir dabei auf Jesus, unseren Grundstein, damit der Bau von Kirche und Christsein gelingt! Wir alle sind eingeladen im neuen Arbeitsjahr als Mitarbeiter d. Kirche Christus im Alltag zu bekennen -Dienen, unser Beten und Arbeiten soll übereinstimmen!

Bischof Stefan Laszlo ist als Christ und Hirte seine Wege gegangen im Lichte des Herrn, im großen Vertrauen auf Gottes Verheißungen. Bischof Stefan hat 40 Jahre als Hirte unsere Diözese mit seinen Talenten und Fähigkeiten unermüdlich aufgebaut u. ausgebaut, er scheute dabei keine Mühen. Bischof Stefan hat als Seelsorger und Hirte sich zum Glauben bekannt und für Christus und seine Kirche glaubwürdig Zeugnis gegeben! Wenn wir im Jahr seines 100. Geburtstages heute seine Büste im Bischofshof nun aufstellen, dann möge sie uns alle an ihn und sein Vermächtnis erinnern - gehen, aufbauen und bekennen!

Ich wünsche uns allen viel Freude und Mut dazu, aber vor allem Gottes Segen!
Amen.

Dienstag, 3. September 2013

61. Arbeiterwallfahrt nach Altötting - 31. August / 1. September 2013

Wir alle kennen die Redewendung nach einem Autounfall oder bei besonderen Vorfällen "Zeuge gesucht". Wir alle wissen auch, wie wichtig Zeugen sind und sein können, wenn es um die Wahrheitsfindung, Weitergabe von Tatsachen und Erlebtem sowie um die Glaubwürdigkeit geht. Wir alle sind im Leben/Glauben für unsere Mitmenschen Zeugen und wir alle brauchen auch solche Zeugen!

Die 61. Arbeiterwallfahrt der Diözese Eisenstadt hierher nach Altötting steht im Jahr des Glaubens unter dem Motto "Zeugnis für den Glauben geben!" Sie ist eine Einladung an uns alle zur Glaubensvertiefung und eine Ermutigung zum Glaubenszeugnis. Wir sind dabei bewusst an den Gnadenort Altötting gekommen, der in der Geschichte Bayerns und weit darüber hinaus eine Quelle war und ist, an der sich die Menschen das Licht des Glaubens entzünden können und wo Pilger über jahrhunderte bis heute ihren Glauben vor der Welt bezeugen.

Was heißt für uns Christen Jesu Auftrag im Evangelium: "Seid meine Zeugen"?
Jesus schickt seine Jünger nicht in die Welt, damit sie allen erzählen, was sie damals mit ihm alles erlebt haben – wie ein Märchenonkel etwa erzählt.
Jesus schickt seine Jünger vielmehr in die Welt: Sie sollen Zeugen sein – das bedeutet viel mehr. Zeuge sein, heißt:
· Sie sollen mit ihrer Person und Existenz für die Sache Jesu einstehen.
· Sie sollen fortsetzen, was Jesus selbst getan hat: den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden – die Kranken und wunde Seelen heilen – Vergebung zusprechen und die Nähe Gottes erfahrbar machen.
In seinen Jüngern will Jesus weiter unter uns Menschen sein – auch heute! Es ist nichts anderes als die Einsetzung der Jünger Jesu zu Stellvertretern und Zeugen Christi! Durch sie und in ihnen will Jesus seine Sendung in der Welt fortsetzen. Die Apostel tun das nicht aus sich heraus, sondern es ist Gottes Geist, der durch sie wirkt, und durch den Jesus in der Welt gegenwärtig ist und bleibt!
Jesus bleibt in dieser Welt gegenwärtig durch geisterfüllte Menschen - die sich erfüllen und anstecken lassen von seinem Geist und die so seine Sache zu ihrer Sache machen und "Stellvertreter-Zeugen Christi" auf Erden werden.
Christen, Getaufte und Gefirmte – gehören nicht bloß zum "Verein der Freunde Jesu", sondern wir sind Stellvertreter Jesu Christi hier auf Erden! Durch uns will Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung in dieser Welt lebendig sein.
Durch uns will Jesus heute den Menschen begegnen.
Durch uns will Jesus heute auf Kranke, Arme, Notleidende, Gescheiterte und Sünder, Ausgestoßene und Fernstehende, Einsame und Verzagte zugehen.
Durch uns will Jesus heute denen, die verzweifelt sind, Hoffnung zusprechen.
Durch uns will Jesus heute den Menschen die Liebe Gottes spürbar machen.
Sind wir Christen uns dessen überhaupt bewusst und bemühen wir uns im Alltag noch darum oder sind wir nicht weithin gleichgültig, müde und lau geworden?
Das schöne unseres Glaubens ist, dass Jesus in uns Menschen ein grenzenloses Vertrauen setzt: Er traut uns zu, sein Werk weiterzuführen. Er traut uns zu, als seine Mitarbeiter weiterzubauen auf dem Fundament, das er gelegt hat.
Trotz mancher Enttäuschung, Rückschläge und Versagen ist er nicht derjenige, der sagt: Jetzt muss ich die Sache doch wieder selbst in die Hand nehmen. Nein, er traut uns zu, seine Stellvertreter/Zeugen in dieser Welt zu sein – bis er eines Tages wieder kommen wird. Bis dahin hat Jesus keine anderen Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Bis dahin hat Jesus keine anderen Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinem Weg zu führen. Bis dahin hat Jesus keine anderen Lippen, nur unsere Lippen, um den Menschen von ihm zu erzählen. Wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest. Wir sind Gottes letzte Botschaft, in Taten und Worten geschrieben.

Welche Haltung zeichnet einen glaubwürdigen Zeugen Jesu, Christen aus?
Die Lesungen dieses Sonntags sagen es uns: Bescheidenheit und Demut!
In einer Welt und Zeit, in der alles immer komplizierter, aufgeblasener wird und nur der etwas gilt, der Einfluss, Macht und Geld hat, braucht es Menschen, die bereit sind einfach und bescheiden zu leben, die den Mut haben zum Dienen! Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise in der Welt ist weithin auf den Größenwahn einiger Gurus und den Wahnsinn nach immer mehr Profit zurückzuführen, indem man jedes gesunde Maß verloren hat. Geld, Macht und Profit allein macht den Menschen rücksichtslos, brutal und blind für den Nächsten! Nicht Größenwahn, Profitsucht und Brutalität tragen diese Welt, sondern der stille Einsatz von vielen kleinen, bescheidenen und demütigen Menschen!
Das beste Vorbild glaubwürdiger Zeugenschaft Jesu ist für uns Christen Maria – sie hatte ein offenes Ohr für Gottes Ruf; sie hat seinen Auftrag angenommen und ausgeführt; sie war aufmerksam ihren Mitmenschen gegenüber und diente in aller Bescheidenheit und Demut, vor allem den Armen und in Not geratenen.
Schauen wir deshalb heute erneut auf Maria und folgen wir ihrem Beispiel!

Als Bischof danke ich euch allen, die ihr euch bemüht dort, wo Gott euch im Leben hingestellt hat Zeugnis für den Glauben zu geben – Vergelt´s Gott dafür! Ich bitte euch: lassen wir uns trotz Sorgen, Probleme und Schwächen nicht entmutigen, sondern gehen wir als Christen diesen Weg im Blick auf Maria weiter!
Ich bitte euch im Solidaritätsopfer für Sr. Helene Unger in Senegal den Glauben zur Tat werden zu lassen, indem ihr die Arbeit für Kinder und Kranke unterstützt!

Maria, die erste und treueste Zeugin Jesu, die hier in Altötting besonders verehrt wird, möge uns allen in der Nachfolge Christi als seine Zeugen Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin sein, damit wir im Alltag des Lebens, in Familie, Pfarrgemeinde und Beruf, in Kirche und Gesellschaft als bescheidene und demütige Menschen heute vor der Welt Zeugnis für den Glauben geben!
Ich wünsche uns allen viel Freude und Mut zum Zeugnis für den Glauben – die Kraft dazu schöpfen wir aus dem Gastmahl, zu dem Jesus nun einlädt! Amen.

Dienstag, 27. August 2013

90 ljet skupno hrvatsko shodisce u Celje - 25. August 2013

Ljetos se mi Gradiscanski Hrvati spominjamo „90 ljet skupno hrvatsko shodisce u Celje“ i „40 ljet Putujuca Marija Celjanska“. Pritom malom jubileju hvalimo Bogu na ovoj velikoj milosti nasemu malomu hrvatskomu narodu u Gradiscu, Becu, Ugarskoj i Slovackoj. U molitvi se zahvalnoga srca spominjamo bivsih i sadasnjih, zivih i pokojnih biskupov, svecenikov, redovnikov, peljacev shodisca, kantorov i hodocasnikov, ki su slijedili skupnoj inicijativi Martina Mersica st.1923. ljeta kot i biskupa Stefana László-a, ki je 1973. ostvario ideju „Celjanske Putujuce Marije“. Velika hvala i Bog plati velim kot biskup sadasnjemu celjanskomu superioru p. Karlu Schaueru, peljacu hrvatskoga shodisca biskupskomu vikaru i kanoniku p. Stefanu Vukicu kot i kantoru nadzomiku Stefanu Bubicu! Celjansko shodisce postalo je velikim blagoslovom pojedinim vjernikom, nasoj zeljezanskoj biskupiji i nje faram kot i nasemu hrvatskomu narodu.

Ca je to bilo, ca je nase preoce i ca nas do danas tako vlice na sveta mjesta? Ca je uzrok, da mi Gradiscanski Hrvati jur 90 ljet skupno - a od moje domace fare Stinjaki se zna jur prik 200 ljet - hodocastimo simo Majki Bozjoj Celjanskoj? Ca ovde u Celju kot ljudi, vjerniki, Hrvati iscemo i najdemo?

U Celju najdemo Majku s ditescem.
Kada ulazimo u ovu krasnu celjansku baziliku kot prvo na milosnom oltaru vidimo Majku s ditescem, ovde najpr na velikom oltaru Majku pod krizem a u sredini crikve pilj u nebo zete i korunjene Majke. Ovo je zapravo nas cijeli zitak. I mi se rodimo od majke kot mala dica, tribamo nje pomoc i zagovor; i mi stojimo kot Marija cudakrat pod krizem kada nosimo nas svakidanji kriz, muke, boli tijela i duse; i mi smo kot Marija od Boga pozvani u nebesku domovinu. Ali najdraze u ovom svetiscu nam je milosni kip. Celjanski milosni kip kaze Mariju s ditescem na ruka i kako majka kaze prstom na sina Jezusa ter nam tim isto veli kot Jezusevim ucenikom u Kani Galilejskoj: „Cagod vam veli, ucinite!“
Ovim se Marija potpuno postavlja u Jezusevu sluzbu i tim jasno pokaze, da nije ona uzrok i sredina nase vjere, nego nje sin Jezus, koga nam je ona rodila. Ovim se ona brine za nas kot skrbna majka, ka svojoj dici kani samo najbolje, da bi nasli nas zivotni put, zadovoljstvo, smisao i sricu. Ovim pokaze, da kot majka pozna teskoce svakidanjega zitka, nase brige i nevolje, uspijehe i neuspijehe, trsenje i padanje, dobrotu i slabost, krivicu i grih. Celjanska Marija s ditescem nam je velik/vazan putokaz u vjerskom i narodnom pogledu. Majka s ditescem postavi i nam pitanje: Kako se stoji s nasimi majkami i s nasom dicom? Su nase majke jos otvorene za novi zivot? Peljaju jos svoju dici k Jezusu uceci je moliti i bliznjega ljubiti? Predaju jos svojoj dici nas lipi materinski jezik tim da ga u obitelji gaju? Jubilej ovoga shodisca nas sve - hrvatske oce i majke - poziva u svakidanjem zitku pogledati na Mariju s ditescem i se od nje uciti: nositi Kristusa u svit!

Iz Celja zamemo si rado i svetu vodu domom.
Po staroj navadi hodocasniki po molitvi kriznoga puta na Kalvariji postanu kot „sv. Zdenca“ i se napiju vode, si smocu oci i druge kotrige tijela kot prosnja za ozdravljenje na dusi i tijelu ter si i rado domom zamu svetu vodu. Po dugom i mucnom putovanju napiti se bistre vode ili oprati se vodom je kripno, clovika osvijezuje, ocisti i ojaca za daljnje putovanje. Ovde u Celju je Bog po Mariji otvorio novi zdenac milosti na kom se mi ljudi moremo napiti, oprati, okripiti, da bi ozdravili na dusi i tijelu. Sveta voda ima u zitku krscana veliko znacenje. Ona nas spominja na sveti krst, kim smo postali dica Bozja i kotrigi Crikve. Ona nas spominja na Jezusevu smrt na krizu, da je oprao svojom krvlju nase grihe, da je iz njegovoga srca procurila krv i voda, Crikva i sakramenti. Ona nas spominja na spovid, u koj si moremo oprati nase grihe ter se opet podignuti i ohrabriti za nase daljnje putovanje. Ovde u Celju i danas curi milosna voda, kada smo pripravni na pokoru i obracenje. Na Marijinu prosnju i zagovor ucinio je Jezus na kananskom veselju prvo cudo - pretvorio je obicnu vodu u najbolje vino. Po Marijinoj prosnji i zagovoru more Jezus i nasu cudakrat mutnu vodu svakidanjega zitka pretvoriti u najbolje vino! Jubilej ovoga shodisca nas sve poziva da kot pokrsceni i pobermani opet zivimo polag svetoga krsta i bermanja, da nasom vjerom oplodimo nasu obitelj, selo, faru, Crikvu i drustvo - Voda, ku si iz Celja domom zamemo nas na to spominja i nas neka u svakidanjem zitku okripi, da se kot vjerniki i Hrvati ne isusimo!

Celjanskomu shodiscu slisi i svica.
Vrhunac nasega skupnoga hrvatskoga shodisca u Celje je svako ljeto vecernji ophod sa svicami. Pritom si nazgemo blagoslovljene svice, pjevajuci nase lipe marijanske jacke nosimo svitlo u skurinu celjanskoga varosa. Spominjam se jos: Kada smo domom dosli iz Celja smo istimi svicami u procesiji isli kroz selo i donesli domacim pozdrav Marije Celjanske. Marija nosila je to svitlo vjere u svojem narucju i je u polnoci porodila svitu Jezusa a tim rasvitlila skurinu ovoga svita. Marija dalje dala je svitlo vjere drugim, cemu smo mi krscani pozvani - biti ljudi svitla po ki dojde svitlo u skurinu svita! I u nasem svitu se cudakrat svitlo vjere zamracuje i je u pogibeli da se ugasi. I u nasem zitku se koc svitlo vjere zgublja, postanemo nevjerni, trudni i mlacni. I u nasem narodu se ugasuje svitlo vjere kada vec ne gajimo nasu vjeru, molitvu, nediljnju sv. masu, sakramente, krscanske vridnosti, solidarnost s bliznjim, posebno onim u nevolji, materinski jezik, nasu kulturu i narodnu svist. Ovim nasim skupnim shodiscem u Celje mi Hrvati svidocimo nasu vjeru, gajimo nasu materinsku ric i kulturu ter jacamo nasu slogu i jedinstvo. Nismo danas u pogibeli, da ovo zabimo i zgubimo, ar vec iscemo pojedinacno, a ne skupno? Celje je mjesto na kom gori sveti plamen, svitlo vjere. Mariji Celjanskoj smimo uvijek dojti, kada se nase svitlo vjere u vihoru svita ugasuje, kada u skurini iscemo i bludimo. Kot Majke Celjanske smimo odloziti nase brige, teret i teskoce zitka i vaditi novu snagu ter se opet dati kot pojedini i narod na put, da bi s veseljem, ufanjem i zalaganjem suoblikovali nasu Crikvu i nase drustvo. Jubilej ovoga shodisca poziva nas biti svitlonosa u vjerskom i narodnom pogledu, predati svitlo vjere i materinsku ric nasoj dici i mladini, da ne bi se plamen vjere i naroda ugasio!

Ovo nase 90. skupno hrvatsko shodisce simo u Celje i Putujuca Marija Celjanska nas kot pojedine ali i kot narod spominja i poziva: Gledajmo na Mariju s ditescem i poslusajmo nje mudri tanac: „Cagod nam veli, ucinite!“ Napijmo se ovde u Celju ciste vode i zamimo si ju domom, da se u vjeri i narodnosti ne isusimo ter u svakidanji teskoca vjeru, ufanje i ljubav ne zgubimo! Budmo ljudi svitla i nosimo svitlo Kristusevo u nase obitelji, fare i sela, skole, djelatna mjesta i drustvo, da nam moderni zivot ne postane skurim paklom! Majka Bozja Celjanska, ostani nasoj Crikvi i nasemu narodu i kroz ova burna vrimena siguran putokaz, pomocnica i zagovornica - obrani nas od svega zla, pomozi nam va nevolja! Amen.

Donnerstag, 22. August 2013

Priesterfest der Diözese Eisenstadt, St. Martinsdom, 22. August 2013


Lieber Bischof Paul!
Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst – vor allem liebe Priesterjubilare! Liebe Seminaristen! Schwestern und Brüder im Herrn!

Auf unserer diesjährigen Diözesanwallfahrt nach Luxemburg und Deutschland war uns die Gottesmutter Maria eine besondere Wegbegleiterin. Wir haben unsere Wallfahrt bei ihrem Gnadenbild in der Kathedrale von Luxemburg vergangenen Freitag begonnen, im bekannten deutschen Wallfahrtsort Kevelaer am Sonntag fortgesetzt und vorgestern in der Benediktinerabtei Maria Laach abgeschlossen.
In den Gnadenbildern von Luxemburg und Kevelaer wird – wie hier bei uns im Martinsdom – Maria als „Trösterin der Betrübten“ verehrt. Beide Gnadenbilder stellen Maria als Königin dar mit einer Krone am Haupt, mit einem Zepter in der rechten Hand und dem Jesuskind auf dem linken Arm sowie ein Kreuz, das Mut-ter und Kind verbindet. Maria also als Mutter und Königin war uns Wallfahrern Wegbegleiterin und ist uns Priestern, Diakonen und Ordensleuten Wegweiserin.

Am Fest Maria Königin möchte ich die Gnadenstatute von Kevelaer mit ihren Attributen zu uns sprechen lassen und diese für unseren geistlichen Dienst als Priester, Diakone, Ordensleute und Seminaristen deuten.

Die Krone am Haupt Marias und das Zepter in der rechten Hand sind Zeichen von Macht und Herrschaft. Dabei bedeuten eigentlich Krone und Zepter bei Maria genau das Gegenteil: sie sind ein Geschenk von anderer Seite. Die gekrönte Maria mit dem Zepter in der Hand will uns sagen: Alles, was ich geworden bin, bin ich durch einen anderen, nicht durch mich selbst. „Ich bin die Magd des Herrn“ sagt Maria zum Engel im heutigen Evangelium. Sie verweist damit auf den Geschenkcharakter unseres Lebens und Glaubens, unseres Christseins und Priesterseins/Diakonseins. Die Theologie nennt das Gnade-Geschenk.
In einer Welt und Zeit, in der alles machbar, kaufbar und erreichbar scheint, versteht man kaum mehr das Leben und den Glauben als Gnade-Geschenk. Man verlässt sich nur auf Greifbares, Berechenbares, Verstehbares, Materielles, Irdisches und verliert den Blick für das Himmlische, Transzendente, Gott. Gebet, Gottesdienst, Sakramente scheinen nicht mehr notwendig und werden daher von vielen Christen vernachlässigt und abgelehnt - aber gerade sie verbinden uns mit Gott!
So erinnert uns die gekrönte Maria mit dem Zepter in der Hand, dass im Leben und Glauben alles Gnade-Geschenk ist und wir dafür nur dankbar sein können!
Vergessen wir nie, dass unsere Berufung ein Geschenk ist und sehen wir unser geistliches Amt mit den Augen Marias als Dienst für Gott und die Menschen!

Im Gnadenbild von Kevelaer hält Maria in der linken Hand das Jesuskind.
Maria hat Jesus nicht nur im vom Heiligen Geist empfangen – wie es uns das heutige Evangelium von der Verkündigung eindrucksvoll berichtet.
Maria hat Jesus im Mutterschoß von Nazareth nach Bethlehem getragen, ihn angenommen und der Welt geboren.
Maria nahm das Kind schützend in die Arme und ist nach Ägypten geflohen.
Maria nahm Jesus an der Hand und ist mit ihm oft nach Jerusalem gepilgert.
Maria begleitete Jesus auf seinem Lebens- und Leidensweg, bis hin zum Kreuz. Maria war im wahrsten Sinne des Wortes Christusträgerin und Wegweiserin.
In einer Welt und Zeit, in der es viele Wegweiser, aber nur wenige Christusträger gibt, sind gerade wir geistliche Menschen mehr als gefragte Wegweiser und Christusträger für unsere Mitmenschen.
Schauen wir dabei auf Maria und machen wir es ihr nach, denn geistlicher Dienst ist vor allem Wegweiser und Christusträger zu sein! Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm erinnert uns daran!        

Im Gnadenbild von Kevelaer sind Maria und das Kind mit dem Kreuz verbunden. Maria ist den Weg ihres Kindes von der Krippe bis zum Kreuz mitgegangen. Maria hat die Menschen immer zu Jesus geführt: „Was er euch sagt, das tut!“ Maria ist selbst den Kreuzweg ihres Sohnes gegangen und weiß deshalb, was Armut, Not, Krankheit, Fallen und Scheitern, Einsamkeit und Verlassenheit, Leid und Tod bedeutet.
Maria ist nicht vom Kreuz weggelaufen, sondern sie stand unter dem Kreuz.
Maria weiß, wo uns Menschen der Schuh drückt und sie legt – wie bei der Hochzeit in Kana – als gute Mutter auch für uns bei ihren Sohn Fürbitte ein!
Maria durfte in ihrer Aufnahme in den Himmel und Krönung die Frucht der Erlösung bereits erfahren.
In einer Welt und Zeit, in der man dem Kreuz und Leid gerne ausweicht und oft ein Christentum ohne Kreuz will, zeigt uns das Gnadenbild von Kevelaer, dass die Mutter und das Kind durch das Kreuz eng verbunden sind, dass echte Marienfrömmigkeit zu Jesus führt, die Botschaft von Kreuz und Auferstehung verkündet.
Gerade wir geistliche Menschen sollen für die Botschaft des Kreuzes vor der Welt als gehorsame Diener der Kirche ein glaubwürdiges Zeugnis geben.

Das Gnadenbild von Kevelaer lädt uns Priester, Diakone und Ordensleute ein, unsere Berufung zum Christsein, Priestersein und Diakonsein als Geschenk sowie als Dienst zu sehen und auszuüben; für die uns anvertrauten Mitmenschen Wegweiser zu Jesus und Christusträger zu sein; sowie für die Botschaft vom Kreuz vor der Welt als treue und glaubwürdige Diener der Kirche einzustehen. Allen Mitbrüdern – besonders den Priesterjubilaren dieses Jahres – die sich darum bemühen sage ich als Bischof von Herzen Vergelt´s Gott!
Wenn wir selber müde und lau geworden sind, dann bitte ich Euch wieder auf Maria zu schauen und sich ihr anzuvertrauen sowie in der communio des Presbyteriums einander zu helfen, zu unterstützen und füreinander zu beten!

Maria, „Trösterin der Betrübten“ und „Königin“ hilf uns dabei und erbitte unserer Kirche und Diözese neue geistliche Berufungen! Amen.    

Mittwoch, 21. August 2013

Diözesanwallfahrt nach Kevelaer - 18. August 2013

Wir alle sind heute von nah und fern hierher nach Kevelaer, an diesen wahrhaft europäischen Wallfahrtsort gekommen, um das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel zu feiern und wir schauen dabei im Gnadenbild "Trösterin der Betrübten" Maria als Mutter und Königin. Ida Görres hat ein Marienbüchlein geschrieben mit dem aufschlussreichen Titel „Das unverdorbene Konzept“. Maria als der Mensch, in dem Gottes Konzept, Gottes Plan vom Menschen unverdorben verwirklicht ist. Im genannten Buch werden drei Motive zum Bild der gekrönten Maria genannt, die mir wichtig und zeitlos erscheinen und über die ich mit ihnen am heutigen Marienfest in dieser Predigt nachdenken möchte.

Warum wird Maria oft mit einer Krone am Haupt, als Königin dargestellt? Die Krone am Haupt Marias hat eine dreifache Bedeutung. Die Krone, die Maria trägt, ist meistens ein Zeichen von Macht u. Herrschaft. Dabei bedeutet die Krone am Haupt Marias eigentlich das Gegenteil: sie ist ein Geschenk von jemanden anderen. So will uns die gekrönte Maria sagen: Alles, was ich geworden bin, bin ich durch einen anderen, nicht durch mich selbst. „Meine Seele preist die Größe des Herrn ... Denn er hat auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut“ - so singt Maria im heutigen Evangelium. Sie verweist damit auf den Geschenkcharakter unseres Lebens und unseres Glaubens, unseres Christseins. Die Theologie nennt das Gnade-Geschenk. In einer Welt und Zeit, in der alles machbar, kaufbar und erreichbar scheint, versteht man kaum mehr das Leben u. den Glauben als Gnade-Geschenk. Man verlässt sich nur auf greifbares, berechenbares, verstehbares, materielles, irdisches und verliert den Blick für das Himmlische, Transzendente, Gott. Gebet, Gottesdienst, Sakramente scheinen nicht mehr notwendig und werden daher von vielen Christen vernachlässigt und abgelehnt- aber gerade sie verbinden uns mit Gott! So erinnert uns die gekrönte Maria heute, dass im Leben und Glauben letztlich alles Gnade-Geschenk ist und wir dafür nur dankbar sein können und dürfen!

Die Krone am Haupt Marias hat aber noch eine zweite Bedeutung. Die alten Maler aus der Zeit der Gotik, aus der dieses Bild stammt, kannten noch den feinen Unterschied zwischen König und Königin. Der vornehmste Auftrag einer Königin im Mittelalter war neben der Mutterrolle das fürbittende Dazwischenstehen zwischen Urteil u. Verurteilten. Für die Menschen damals war die Königin die größte Hoffnung, Begnadigungen zu erwirken, Geschenke und Auszeichnungen zu erbitten. Sie war für' s Volk die schenkende Hand des Königs. Die gekrönte Maria will uns als sichtbares Zeichen der Mütterlichkeit Gottes sagen: Du darfst dich zu Gott hintrauen. Du brauchst keine Angst vor ihm zu haben. Ich lege für dich Fürbitte ein. Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. In einer Welt und Zeit, in der das mütterliche Element verlorengeht, erinnert uns die gekrönte Maria an die Mütterlichkeit, das fürbittende Einstehen für andere! Schließlich hat die Krone am Haupt Mariens noch eine dritte Bedeutung. Die Krone Marias wird von den alten Künstlern meistens übertrieben groß und unrealistisch dargestellt, weil sie mit den unerfüllten Sehnsüchten der Menschen zu tun hat. Warum setzen die alten Künstler Maria eine übergroße Krone auf?  Sie tun es, weil sie in der gekrönten Maria darstellen möchten, dass in Maria schon all das erfüllt ist, wonach wir Menschen uns sehnen. So ist also nicht nur Maria selbst gekrönt, sondern mit ihr sind wir alle gekrönt, das heißt gerettet. Maria ist somit für uns Menschen die große Hoffnung und der Trost, dass auch unsere Sehnsucht nach Leben und Glück in Erfüllung gehen wird. In einer Welt und Zeit von Krisen, Frustration und Hoffnungslosigkeit in Kirche und Gesellschaft erinnert uns die gekrönte Maria an die große Hoffnung unseres Glaubens, zu der wir als Getaufte und Gefirmte berufen sind, zeigt sie uns das Ziel unseres Lebens, weist uns den Weg zum Ziel, das sie schon erreicht hat.

Wenn wir heute nach Kevelaer zur „Trösterin der Betrübten“ mit unseren Freuden und Sorgen gepilgert sind und hier vor ihrem Gnadenbild beten, singen, sie anschauen, vor ihr verweilen oder auch weinen u. klagen, dann erinnert sie uns: Alles im Leben kommt von Gott, ist also Gnade, ein Geschenk. Als Königin trete ich wie eine Mutter für dich ein, weil ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Aber sie bittet auch uns miteinander liebevoll umzugehen und im Alltag des Lebens einander helfend beizustehen, besonders den Betrübten! Maria ist unsere große Hoffnung, weil auch wir mit ihr gekrönt sind und unsere Sehnsucht nach Leben u. Glück in Erfüllung geht. So beten wir voll Vertrauen:

Wie klein und unscheinbar ist dein Bild, „Trösterin der Betrübte“ von Kevelaer, Mutter des Herrn: Ein kleines Andachtsbildchen, wie es tausendfach in unseren Gebetsbüchern steckt, ein Zettel, kaum beachtet. Doch wie über alle Maßen würdevoll bist du dargestellt: als Frau aus vornehmen Haus, kostbar gekleidet, eine Königin mit Krone, Zepter und Kreuz, den Sohn Gottes trägst du auf deinem Arm! „Trösterin der Betrübten“, bitte für uns! Bitte für die vielen Kleinen und Unscheinbaren unserer Zeit, bitte für alle, die kleingemacht wurden, für die Erniedrigten, Bekümmerten und Betrübten, bitte für alle, die von anderen ausgenutzt wurden, für alle, die jede Achtung vor sich selbst verloren haben. Und bitte auch für jene, die ihre Macht über andere missbrauchen, bitte für alle, denen die Würde des Menschen nichts gilt, für alle, denen der Mensch nur eine Ware ist. Lehre uns, unsere Würde wieder zu entdecken: Kein Mensch ist unserem Gott unwichtig, keiner ist ihm egal. Wir sind Abbild Gottes und tragen seinen Sohn in unserem Herzen, auf unseren Lippen und auf unseren Armen. Lehre uns, Christusträger zu sein, lehre uns tun, was Er uns sagt, lehre uns aufstehen gegen jede Form der Unterdrückung, überall dort, wo Menschen sich andere Menschen dienstbar machen. Lehre uns andere trösten! Lehre uns andere bestärken, lehre uns aufbauen und ermutigen! Maria, du in den Himmel aufgenommene „Trösterin der Betrübten“, bitte für uns! Amen.

Dienstag, 16. Juli 2013

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee - Dienstag, 16. Juli 2013

Immer wieder wird uns in den Evangelien berichtet, dass Jesus sich auf einen Berg zurückzieht, um zu beten. In allen Völkern, Kulturen und Religionen gibt es heilige Berge, die für den Kontakt mit Gott oder dem Heiligen unentbehrlich sind. Ein solcher Berg ist für Juden und Christen der Berg Karmel.
Auf dem Berg Karmel wohnte der Prophet Elija. Dort hat er den Glauben des Volkes Israel gegen die Propheten des Baal machtvoll verteidigt. Elija hat das Volk Israel aufgerufen treu zum Glauben an Jahwe – den einzigen Gott – zu stehen, sich für ihn zu entscheiden und nicht anderen Göttern nachzulaufen.
Auf dem Berg Karmel sind schon in den ersten christlichen Jahrhunderten Niederlassungen von Einsiedlern bezeugt, die sich im 13. Jahrhundert zu einem beschaulichen Orden, den Karmeliten, unter dem besonderen Schutz der Gottesmutter zusammenschlossen und ein Leben in Gebet, Zurückgezogenheit führten. Der heutige Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel erinnert daran.

Brauchen wir Menschen wirklich Berge, um zu beten? Was geschieht mit uns, wenn wir auf einen Berg steigen?
Wir verlassen die staubigen Niederungen und kommen in klare und reine Luft. Wir lassen die kleinen Dinge des Alltags hinter uns zurück und gehen ins Weite. Wir gehen weg aus unseren Häusern, um Abstand und Übersicht zu gewinnen. Wir nehmen nur das Notwendige/Wichtige mit und lassen alles Überflüssige.
Auf einen Berg steigen ist nicht nur ein physischer Vorgang, der unseren Körper in Anspruch nimmt, sondern auch ein seelischer Vorgang – Wir erheben gleichsam unser Herz zu Gott!

Der heutige Gedenktag ULF vom Berge Karmel erinnert uns zwei Dinge:
Wir sollen uns als Christen wie der Prophet Elija und wie Maria im Leben für Gott entscheiden und im Alltag trotz aller Herausforderungen, Versuchungen und Probleme treu und standhaft im Glauben sein!
Wir sollen als Christen wie Elija und Maria im Gebet die Nähe Gottes suchen! Das Gebet ist der Berg für unsere Seele, auf dem wir reine Luft atmen/auftanken sich aus den Niederungen des Alltags befreien, den Kontakt mit Gott erfahren und das Wesentliche im Leben – Gut und Böse – erkennen können.

Wenn wir jetzt Eucharistie feiern, dann hören wir vor der Wandlung den Ruf des Priesters „Erhebet die Herzen!“ Die Erhebung des Herzens zu Gott ist nichts anderes als die uralte und klassische Definition von Gebet! Beten ist ein Vorgang, den man mit dem Besteigen eines Berges vergleichen kann. Beten heißt: unser kleines Ich, das so gern um sich selber kreist, loslösen und zu Gott zu erheben.
Mit Maria steigen wir nun auf den Berg Golgotha und bringen gemeinsam das eucharistische Opfer dar – das kostbarste Gebet, das uns Gott ganz nahe bringt!

Flugwallfahrt Marianisches Lourdeskomitee - Montag, 15. Juli 2013

Weil das Licht, das Bernadette sah zu Lourdes gehört, folgende Geschichte:
Ein Mann hat davon gehört, dass an einem fernen Ort eine heilige Flamme brennt. Er macht sich auf, um dieses Licht zu sich nach Hause zu tragen. Er denkt sich: Wenn du dieses Licht hast, dann hast du das Leben und das Glück. So macht er sich mit dem Licht auf den Heimweg. Seine Sorge dabei ist, dass die Flamme erlischt. Er trifft einen anderen, der kein Feuer hat, der friert. Der bittet ihn, ihm von seinem Feuer zu geben. Zuerst will er nicht, denn er denkt, dieses heilige Feuer für so eine weltliche Sache, das geht nicht. Dann aber gibt er es doch weiter. Auf seinem Heimweg gerät er schließlich noch in einen Sturm So sehr er auch sein Licht schützt, seine Flamme erlischt. In seiner Not erinnert er sich dessen, dem er von seinem Licht abgegeben hat. Den weiten Weg zurück zum fernen Ort über Berge und Flüsse hätte er nicht mehr geschafft. Aber zu dem anderen, dem er geholfen hat, kann er zurück.

Die heilige Flamme, von der in dieser Geschichte die Rede ist, können wir als unseren Glauben deuten. Dieses Licht des Glaubens ist vor mehr als 2000 Jahren mit der Geburt Jesu in Betlehem entzündet worden und wurde uns seither von Generation zu Generation weitergegeben. Wir selber haben dieses Licht des Glaubens bei unserer heiligen Taufe übernommen und es von da an bewahrt. Und wir durften es wohl an uns selber erfahren, wie es in der Geschichte heißt: „Wenn du dieses Licht hast, dann hast du das Leben und das Glück.“ Wir alle durften dieses Leben/Glück des Glaubens bei vielen Gelegenheiten erfahren: bei unserer Erstkommunion, Beichte, Firmung, Eheschließung, Diakonen- und Priesterweihe, Krankensalbung sowie bei vielen Festen/Feiern im Kirchenjahr.
Da gibt es aber auch die Sorge, dass dieses Licht des Glaubens erlischt. An den eigenen Kindern/Enkeln erlebt man, dass vieles, was bisher zum Leben gehörte und selbstverständlich war, heute nicht mehr angenommen wird: der Glaube an Gott, das tägliche Gebet, die Sonntagsmesse, Beichte, christl. Werte und Moralvorstellungen. In unserer von Konsum und Genusssucht geprägten Zeit kommt man scheinbar auch ohne Gott ganz gut zurecht. Es scheint heute als besonderer Fortschritt zu gelten, wenn im Namen der Freiheit und Selbstverwirklichung Gott aus unserer Gesellschaft: aus Politik, Medien, Wirtschaft, Kunst und Kultur langsam aber sicher immer mehr hinausgedrängt wird – auch aus der Kirche!
Wir werden nicht das Glück im Leben finden ohne einen tiefen Glauben an Gott, den Schöpfer und Erlöser des Menschen, ohne eine enge Verbindung des Geschöpfes mit seinem Schöpfer im Gebet, ohne dass wir die Heilige Schrift lesen, betrachten und zum Maßstab unseres Handelns machen.
Wir werden nicht das Glück im Leben finden, wenn wir mit dem höchsten Gut, das der Mensch von Gott geschenkt bekommt – dem Leben – unter dem Deckmantel der Forschung und des Fortschritts verantwortungslos umgehen, spielen: Genmanipulationen, Klonen, Abtreibung und Euthanasie.
Wir werden nicht das Glück im Leben finden, wenn der Mitmensch nur dann zählt, wenn er mir nützt und etwas bringt, aber ich die Gemeinschaft mit ihm nicht suche und pflege, nicht bereit bin ihm zu helfen. Wir alle wissen wie wohltuend es ist, dass es jemanden gibt, mit dem man sein Licht teilen und über den Glauben sprechen kann, über das, was uns im Leben froh macht und trägt, aber auch darüber, was uns belastet und Sorge bereitet.

Dass die Flamme des Glaubens bei unseren östlichen Nachbarn während der Zeit des Kommunismus in den Kindern und Enkeln nicht erloschen ist, ist wohl der älteren Generation zu verdanken. Sie haben den Glauben still und heimlich gelebt, gepflegt und so auch weitergegeben.
Dass die Flamme des Glaubens in unserem wohlhabenden und übersättigten Europa/Österreich nicht erlischt, ist wohl weithin auch unser aller Aufgabe:
  • Wie glaubwürdig sie als Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln das Christsein vorleben und weitergeben – Gebet, Sonntag, Hauskirche. 
  • Ob wir mehr Güte, Dankbarkeit, Freude und Friede ausstrahlen als die Jüngeren, die mit dem Leben sich anlegen und herumkämpfen. 
  • Ob wir mit den Jungen Geduld haben, mit ihnen reden, neue Ideen zulassen, für sie Zeit haben und ihnen zuhören können. 
  • Ob wir über andere herziehen und schon immer alles besser wissen, oder ob wir weise, aufmerksam, zurückhaltend und barmherzig gegenüber den Mitmenschen sind, indem wir einander helfen und vergeben können. 
  • Ob wir Gott im eigenen Leben etwas zutrauen, ihm vertrauen in der zunehmenden Last unserer abnehmenden Tage. 
Maria ist uns dabei mit ihrer Haltung als Hörende, Schweigende, Tragende und Ertragende sowie als Betende, Wegweiserin, Helferin und Fürsprecherin.
Maria ist als gläubiger Mensch „Licht der Welt“ – wie es Jesus im Evangelium – von uns fordert. Maria hat das „Licht des Glaubens“ und sieht daher mit den „Augen des Herzens“ den Nächsten. Marianische Menschen sollte diese Eigenschaft auszeichnen – davon spricht auch Papst Franziskus in seiner 1. Enzyklika!

Lourdes ist ein Ort, an dem eine hl. Flamme brennt, Licht als Tür zum Glauben!
Zu Unserer Lieben Frau von Lourdes dürfen wir immer wieder kommen, wenn unsere Flamme des Glaubens im Sturm des Lebens zu erlöschen droht oder gar schon erloschen ist, wenn wir im Finstern suchen und irren.
Bei der Mutter von Lourdes können wir verweilen, dürfen wir die Last des Lebens abladen und neuen Mut fassen, uns wieder neu auf den Weg machen, um mit Freude, Hoffnung und Vertrauen in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten.
Mutter von Lourdes, hilf uns wie Bernadette das Licht des Glaubens zu finden und zu bewahren, und wenn es in uns erloschen ist, entzünde DU es durch andere in uns neu, damit wir es weitergeben können! Denn, wenn wir dieses Licht haben, dann haben wir das Leben und das Glück, dann brauchen wir uns heute trotz Gefahren und Herausforderungen vor nichts und niemanden zu fürchten. Das Lourdeslicht erinnert uns Christen wie Bernadette „Licht der Welt“ zu sein!

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