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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 26. September 2012

Pontifikalamt zum Jahrestag der Bischofsweihe - 25. September 2012

Eine Wallfahrt der Generalsekretäre der Bischofskonferenzen Europas zum Schweizer Nationalheiligtum des hl. Niklaus von der Flüe 2005 sowie die Tatsache, dass ich an seinem Gedenktag vor zwei Jahren hier im Martinsdom die Bischofsweihe empfangen habe, inspirierte mich heute auf diesen Familienvater, Ratsherrn, Richter, Einsiedler, Berater, Friedenstifter und Heiligen zu schauen. Wahrscheinlich sind viele von uns schon zum Bruder Klaus gepilgert, hinuntergestiegen in die Ranftschlucht, haben in der Kapelle Gottesdienst gefeiert und die angebaute Einsiedlerzelle besucht, in der Bruder Klaus fast 20 Jahre hauste. Diese Einsiedlerzelle hat drei winzige Fenster. Durch das eine Fenster blickt man auf den Weg, auf dem man heruntergekommen ist.

Das andere Fenster gibt den Blick frei auf die Strecke, die zum Talschluss führt. Durch das dritte blickt man auf den Altar in der Kapelle. Schauen wir in dieser Stunde aus der Enge unseres Ich durch diese drei Fenster auf unser Leben. Durch das erste Fenster schauen wir zurück, auf unseren bisherigen Lebensweg, den wir gegangen sind, seit Gott uns durch unsere Eltern das Leben geschenkt, uns durch Taufe, Firmung und Weihe in seine Nachfolge und Kirche gerufen hat. Heute tun wir dies als Diözesanfamilie - Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute und Laien - voll großer Dankbarkeit.
Wir danken Gott für das Geschenk des Lebens und unseren lieben Eltern - den Lebenden wie Verstorbenen - dass sie dieses Geschenk von Gott oft in schweren Zeiten angenommen haben. Obwohl wir heute im Wohlstand leben, sagen immer weniger Eltern JA zu Familie und Kind! Ist damit nicht Ehe und Familie, als wichtigste Zelle unserer Kirche und Gesellschaft ernsthaft bedroht?
Es gibt noch einen zweiten Grund, dankbar zu sein: Seit 60 Jahren ist uns das Glück der Freiheit und des Friedens geschenkt. Wir dürfen in einem Land leben, das wirklich von Milch und Honig fließt. Ein Blick auf manche andere Länder, auf die Elendsviertel, auf Hunger und Seuchen, Krieg und Terror zeigt uns, dass auch unser Wohlstand nicht selbstverständlich ist. Wie oft sind wir unzufrieden und jammern wegen Kleinigkeiten. Christen sind Friedensboten, sie bezeugen mit ihrem einfachen Leben einen anderen Weg, der glücklich und zufrieden macht!
Schließlich findet jeder von uns in seinem Leben vieles, wofür es zu danken gilt. Wir denken dankbar an unsere Eltern und Geschwister, Lehrer, Seelsorger und Freunde, die uns durchs Leben begleiten. Wir denken an den Beruf, an Erfolge und Misserfolge sowie an die geschenkte Kraft, Schweres im Leben zu meistern. Das alles und noch viel mehr sehen wir durch dieses erste Fenster, das uns dankbar zurückblicken lässt auf unseren bisherigen Lebensweg.

Blicken wir nun durch das zweite Fenster, das den Weg in Richtung Talschluss zeigt. Er erscheint uns noch unbekannt, geheimnisvoll, voller Gebüsch/Gestein. Er zeigt uns vor allem, dass unser Leben begrenzt ist. Darum sollen wir jeden Tag, der uns geschenkt ist, nützen und mit Sinn erfüllen. Oder, um es mit den Worten des Apostels Paulus in der Lesung zu sagen: „Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.“ Das können wir nicht besser, als wenn wir andere lieben, ihnen helfen und Freude bringen. Jeder Mensch braucht Menschen, mit denen er seine Freude teilen, zu denen er mit seiner Last kommen kann, bei denen er Trost und Erleichterung findet. Christen - Laien wie Geweihte - sollen solche Menschen sein! Sie haben ihr Leben Jesus verschrieben und bemühen sich diese Liebe des Herrn in Freude den Mitmenschen weiterzuschenken. Sie sind eine Tankstelle und eine Hoffnung für andere, weil sie ihre Freuden und Lasten mittragen. Das ist Neuevangelisierung konkret! Beginnen wir damit in diesem Jahr des Glaubens! Vergelt´s Gott allen in unserer Diözese, die sich um diesen Liebesdienst bemühen, die tun, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt! Wer sich so Tag für Tag neu in den Dienst der anderen stellt, folgt Jesus nach, gibt seinem Leben Freude und Sinn, „wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen“ - sagt uns das Evangelium und der Blick durch das zweite Fenster des Bruders Klaus.

Schließlich machen wir noch durch das dritte Fenster der Ranftklause einen Blick. Es war für Bruder Klaus das wichtigste Fenster. Wir sehen durch dieses Fenster direkt auf den Altar der angebauten Kapelle, auf dem immer wieder die Eucharistie, Jesu Tod und Auferstehung, unsere Erlösung gefeiert wird. 20 Jahre hat Bruder Klaus nur von der Eucharistie und vom Blick auf das Kreuz gelebt.
Im Blick auf das Kreuz verlassen Priester und Ordensleute alles, sie nehmen in ihrem Leben immer wieder das Kreuz an und folgen dem Herrn dorthin, wo er sie haben will, wohin sie die Kirche sendet - auch wenn es nicht immer leicht ist. Das wird von Gott gesegnet, so wird man vielen Menschen zum Segen! Der gekreuzigte und auferstandene Herr in der Eucharistie gibt uns die Kraft und Freude für den Dienst. Der Blick auf das Kreuz Christi, das festes Vertrauen auf Maria unter dem Kreuz ist uns allen in der Nachfolge Wegweisung und Hilfe! Sollten wir in den gegenwärtigen Schwierigkeiten nicht mehr auf den Herrn am Kreuz und in der Eucharistie schauen, von da aus Kirche bauen und erneuern?

Ich wünsche unserem neuen Dompropst, dem Domkapitel und uns allen, dass wir diese 3 Fenster des Bruders Klaus zu Lichtblicken unseres Lebens machen! Als Bischof danke ich allen in unserer Diözese für ihren treuen Dienst in der Nachfolge des Herrn – in den Familien, Pfarrgemeinden, Dekanaten, Diözese! Wenn wir jetzt gemeinsam die Eucharistie feiern, dann danken wir Gott für das Geschenk der Berufung und Erlösung sowie für seine Gnade und Begleitung. Bitten und beten wir mit dem hl. Bruder Klaus um neue geistliche Berufungen: Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir. Amen.

Montag, 10. September 2012

Impulsreferat Seelsorgertag


6. September 2012, Eisenstadt, Haus der Begegnung

Liebe Brüder im priesterlichen und diakonalen Dienst!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge!

Ich darf Euch alle zum diesjährigen Seelsorgertag herzlich willkommen heißen. Danke für Euer Interesse und Eure Teilnahme an dieser Veranstaltung, die uns allen, die wir in den verschiedensten Bereichen der Seelsorge stehen, ein gewichtiges "Update" für unser Wirken geben kann. So gilt mein besonderer Dank Kanonikus MMag. Michael Wüger, dem Pastoralamtsleiter unserer Diözese: Seinem Engagement und seiner Planung ist es zu verdanken, dass dieses Update den geeigneten Rahmen erhielt, der allen Teilnehmern eine geistig und geistlich gewinnbringende Teilnahme ermöglichen kann.
In diesem Zusammenhang danke ich Herrn Univ. Prof. Bernhard Körner für die beeindruckende hochkarätige Behandlung des Ereignisses und der Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils, die wir heute Vormittag erleben durften.

Ich lade Euch daher ein, Euch auch noch ganz auf den restlichen Tag einzulassen und Euch in der verbleibenden Zeit in aller inneren Freiheit und Ehrlichkeit den hier gebotenen Raum der Reflexion und der eigenen Standortbestimmung  zu gönnen.

Mit den Begriffen "Update" und "Standortbestimmung" bin ich schon beim Thema. Seien wir ehrlich: Wer von uns verspürt in dieser unruhigen Zeit nicht die brennende innere Frage, wohin es mit der Kirche gehen soll, wohin es mit uns gehen soll, die wir in und mit unserer Kirche gehen?

Beim Niederschreiben einiger Gedanken für mein heutiges Statement gab mir mein Computer folgende Meldung: "Ein Update ist erforderlich! Drücken Sie auf O.K.! Damit das Update wirksam wird, muss der Computer neu gestartet werden." Ich darf hoffentlich davon ausgehen, dass der Computer mit seiner Meldung nicht unbedingt den Inhalt meiner Gedanken meinte, sondern bloß die rechnerische Verarbeitung der nackten Buchstaben. Aber eines wurde mir dabei doch klar: Das Fortschreiten des Menschen in der Zeit - gleichgültig, ob er sich den Funktionsweisen seines Computers beim Tippen stellt oder ob er sich den großen existentiellen Fragen des Lebens stellt - dieses Fortschreiten geschieht immer in Schritten. Dieses Fortschreiten geschieht, wenn es Bestand haben will, in sanfter Evolution, nicht durch Revolution.
Weder wirft der gesunde Mensch seinen Computer aus dem Fenster, wenn einmal eine Fehlermeldung kommt, noch wirft der gesunde Mensch seine Existenz aus dem Fenster, wenn etwas unrund läuft. Die "Tabula rasa", den Sprung aus der Geschichtlichkeit gibt es nicht. Statt dessen wird von uns Menschen die ständige Veränderung verlangt. Diese bedeutet mitunter das schmerzhafte Loslassen alter, oft lieb gewonnener Gewohnheiten und Praktiken. Oder biblisch gesprochen: Es bedarf der fortwährenden Umkehr und Bekehrung!
Doch wo ist es zu finden, dieses Update für uns und unsere Kirche? Manchmal liegt die Antwort so nah vor einem, dass man sie nicht sieht.

Vor bereits 50 Jahren, in einem spannenden, großen, nach Wahrheit ringenden, teils mühsamen Prozess, wurden die wesentlichen Inhalte einer 2000 Jahre alten Festplatte ausgelesen und auf der Höhe der Zeit neugelesen. Dieses Update war das Zweite Vatikanische Konzil. Professor Körner hat es uns am Vormittag wieder ins Bewusstsein gerufen.

Lasst mich die Hauptpunkte nochmals kurz ansprechen:

Erstens: Mit ihrer Magna Charta, der sogenannten Dogmatischen Konstitution "Lumen Gentium", hatten die Konzilsväter eine Kirche im Auge, die ganz vom Geist des Evangeliums durchdrungen ist, vom Geist des Dienens und der Demut, vom Geist der Offenheit und der katholischen Weite. Meditieren wir das Wort und halten wir es hoch als Programm: katholische Weite! Nicht sektiererische Enge und Rückzug in kleine Nischen der Frömmigkeit, sondern eine Kirche, die aus den biblischen und liturgischen Quellen sowie aus dem Erbe der Kirchenväter schöpft und in missionarischer Sendung zu den Menschen, und zwar zu allen Menschen geht - das und nicht weniger wollte das Konzil!

Zweitens: "Das Licht der Völker ist Christus!" - Mit diesem Satz ganz am Beginn von Lumen Gentium wird das ganze Programm vorweggenommen: Christus ist das Licht des Menschen. Die Kirche, die selbst nicht dieses Licht ist, soll in der Welt Gnadenzeichen des Heils sein für alle Menschen, gleich welcher Religion und Weltanschauung. Sie soll selbstlos der ganzen Menschheit und ihrem Heil dienen!

Drittens: Lumen Gentium stellt fest, dass es "Trübsale und Mühen" innerhalb der Kirche gibt. Es stellt fest - und das ist von einzigartiger Neuigkeit! -, dass die Kirche das Mysterium Christi zwar getreu, aber auch schattenhaft, unklar und dunkel verkündet. So sehr sie ihrem Wesen nach heilig ist, so sehr geht sie fortwährend einen Weg der Buße und Erneuerung. Diese große Einsicht bedingt den großen Impuls für die ökumenische Bewegung, die vom Konzil ausgeht.

Viertens: Das Zweite Vatikanum will über die Fixierung auf das Papsttum hinausgehen und spricht über die Verantwortung der Bischöfe. Der Bischof ist Hirte, nicht Oberbefehlshaber. Gegenüber dem Papst trägt er gemeinsam mit allen anderen Bischöfen kollegiale Verantwortung für die Einheit der Kirche. Auch wenn die Umsetzung dieses Prinzips noch in den Anfängen steht, ist das Synodalprinzip wesentlicher Ausdruck des neuen Geistes.
In diesem Zusammenhang will ich Euch nicht vorenthalten, dass mich die Österreichische Bischofskonferenz als Vertreter des heimischen Episkopats bei der im Oktober in Rom stattfindenden Bischofssynode nominiert hat. Diese XIII. ordentliche Generalversammlung wird sich mit dem Thema der Neuevangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens in der Welt befassen. Die Einberufung der Synode ist zweifellos im Zusammenhang mit dem Konzilsjubiläum zu sehen.

Fünftens: Das Konzil betont die Würde und Verantwortung des Laien in der Kirche neu. Diese Würde ist auch von den geweihten Hirten - darunter auch den Pfarrern! - anzuerkennen. Die Pastoralkonstitution "Gaudium et spes" verlangt dabei das ständige fruchtbare Gespräch zwischen allen, "die das eine Volk Gottes bilden, Geistliche und Laien", dabei herrsche - wortwörtlich - "im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem die Liebe". Ich darf diese Formel allen ins Stammbuch schreiben, die echt oder vermeintlich am Wohl der einen Kirche interessiert sind!

Liebe Mitbrüder! Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Wir haben es also schon längst, das Update, das wir so dringend benötigen. Aber: Wir haben den Neustart noch nicht gemacht! Wir haben das umfassende inhaltliche Update noch nicht in die Selbstverständlichkeit kirchlichen Denkens und Tuns hinein übertragen! Oder wollte irgendjemand von uns ernsthaft behaupten, die Vorstellungen des Konzils, diese eben aufgezählten Punkte wären auch nur annähernd erreicht worden?

Gewiss, dieser Neustart konnte und kann nicht - wie beim Computer - auf Knopfdruck geschehen. Dieser Neustart ist vielmehr ein Generationenprojekt. Der Heilige Vater ist davon überzeugt, dass das Zweite Vatikanum erst langsam aus den Dokumenten ins lebendige Bewusstsein der Kirche hinein sickern muss. Und der Blick auf die heutige kirchliche Praxis bestätigt, dass diese die vorausblickende Weite des Konzils noch lange nicht eingeholt hat. Wir feiern zwar ein Jubiläum, doch die Weichen, die das Zweite Vatikanum gestellt hat, reichen weit in die Zukunft!

Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, einen Sprung zu machen. Alles, was heute Thema der Kirche ist, findet Antworten im Zweiten Vatikanum, das aus heutiger Perspektive schon als prophetisch zu bezeichnen ist. Dabei werden wir nicht gefragt, ob wir bereit sind, diesen Sprung zu machen. Wir müssen ihn machen, weil die Zeit ihn von uns verlangt. Die Lebenswirklichkeit fragt uns gnadenlos an: Innerkirchliche Spaltungstendenzen, das Ärgernis der Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen, die allgemeine Erosion des Wissens um grundlegende Wahrheiten unseres Glaubens - dies und vieles mehr stellt die Kirche wieder einmal in ihrer Geschichte auf den Prüfstand der Zeit - und erinnert sie im Moment gesellschaftlicher Bedrängnis an ihr großartiges Zweites Vatikanum.
Auch aus diesem Grund hat Papst Benedikt XVI. just in diesem Jahr ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Es wird am 11. Oktober 2012, dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Ökumenischen II. Vatikanischen Konzils, beginnen und bis zum 24. November 2013, dem Hochfest Christkönig, dauern. Unser Pastoralamtsleiter wird uns anschließend noch ausführlich vom Jahr des Glaubens berichten.

Eigentlich, so meine ich angesichts der heutigen Gesamtsituation, in der wir uns befinden, sollte es ein Jahrzehnt des Glaubens werden! Wir alle sollten  dafür beten und uns dafür einsetzen! Wir werden in unserer Diözese jedenfalls bestrebt sein, uns in diesem Jahr des Glaubens auf allen Ebenen mit dem Zweiten Vatikanum theoretisch und praktisch auseinander zu setzen. Gewiss, die ernsthafte Umsetzung hehrer Gedanken erfordert immer auch ein Hinabsteigen in die Niederungen des Faktischen. Sie erfordert ein ernsthaftes und verlässliches Arbeiten, um das ich Euch schon heute herzlich bitten möchte!

Lasst mich abschließend kurz einige konkrete seelsorgliche Schwerpunkte des neuen Arbeitsjahres erwähnen, die für uns als Diözese wichtig sind:

Seelsorgliche Schwerpunkte im Arbeitsjahr 2012/13

Jahr des Glaubens – Auftakt mit Angelus am 11.10.; zu Martini als Diözese mit Kardinal Meisner; Schwerpunkt in der pastoralen Arbeit

Konzilsjubiläum – Beschäftigung mit Konzilsdokumenten in allen Gremien

Monatliche Rekollektionen in den Dekanatskreisen Nord – Mitte – Süd
Programm: 10.00 Anbetung und Beichte; 11.30: Geistlicher Vortrag; 12.30 Austausch; 13.00 Mittagessen; anschl. Gespräch mit Bischof
Termine: Nord: 4.10., 17.1., 4.4.; Mitte: 15.11., 7.2., 2.5.; Süd: 13.12., 7.3., 6.6.
Geistliche Begleiter: Abt Maximilian Heim (Nord); Provinzial P. Lorenz Voith CSsR (Mitte); Weihbischof Dr. Franz Lackner (Süd)
Orte: Eisenstadt (Dom); Oberpullendorf (Haus St. Stephan); Güssing (Kloster)
Einladung an Priester, Diakone, Ordensleute, Pastoralassistenten, Religionslehrer

Einführung und Begleitung der neuen Pfarrgemeinderäte
Pastoralamt wird notwendige Hilfen geben; Bitte an die Seelsorger, um die Begleitung, umsichtige Führung sowie gute Zusammenarbeit!

Kanonische Visitation mit Firmung und Kontaktwochen 2013
Dekanat Eisenstadt (14 Pfarren; Fastenzeit bis nach Ostern)
Dekanat Rechnitz (14 Pfarren; nach Ostern)
Kontaktwochen in den Dekanaten Rust und Jennersdorf

Diözesane Jubiläen
100. Geburtstag von Bischof Stefan László
50 Jahre Domkapitel – Errichtung am 1.Mai 1963
20 Jahre Bischofsweihe Alt-Bischof Paul Iby
10 Jahre Seligsprechung Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann

Diözesane Wallfahrten
Mariazell – erstes Juliwochenende
Luxenburg-Deutschland – ab 16. August
Arbeiterwallfahrt nach Altötting – erstes Septemberwochenende
Dreiländerwallfahrt Frauenkirchen – 8. September
Ökumenische Studienreise ins Hl. Land – Semesterferien 2013
Wallfahrtsorte in der Diözese
Bedeutende Orte für die Neuevangelisierung mit besonderen Angeboten im Jahr des Glaubens! Liturgische Feiern, Vorträge zu Themen des Glaubens und des Konzils, geistliche Begleitung, Beichtdienst!

Einladung zur Feier des Weihetages  am 25. September in den Dom
19.00 Festgottesdienst im Dom mit Einkleidung des neuen Dompropstes
Anschl. Agape im Dompfarrzentrum

Gedenken an verstorbene Mitbrüder
Pfarrer Franz Kostenwein
Kardinal Carlo Martini

Dank und Gratulation
Allen für ihre Treue und ihren Einsatz in der Seelsorge unserer Diözese, besonders denen die einen neuen Dienst übernommen haben – Vergelt´s Gott für die Bereitschaft dorthin zu gehen, wohin mich die Kirche sendet und wo sie mich braucht! Gott wird es mit seinem Segen lohnen!
Dank für die Geldsprenden zum Silbernen Priesterjubiläum für die Partnerdiözese in Indien: € 10.977.-
Gratulation allen die einen runden Geburtstag oder ein Dienstjubiläum haben – stellvertretend Dechant Prof. Mag. Fritz Schobesberger zum goldenen Professjubiläum und Prälat Johann Bauer zum 80. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch – aufrichtigen Dank – und allen Segen Gottes!

Danken möchte ich Euch für Euren wertvollen Dienst an den Menschen in unserer Diözese und der ganzen Kirche. Er reicht von Eurer großartigen Kernkompetenz seelsorgerischen Wirkens in all seiner Bandbreite bis hin zu sehr konkreten Zeichen, etwa den großzügigen Spenden, die viele von Euch für unsere indischen Partnerdiözesen gegeben haben. Habt Dank dafür!
Ich danke aber auch für Euer verständnisvolles Mitgehen bei Versetzungen. Es erfüllt mich mit großer Freude, wenn ich erlebe, dass Priester zu ihrem bei der Weihe gegebenen Versprechen stehen, dort zur Verfügung zu stehen, wo ihr Bischof sie benötigt.

Alle diese Aktivitäten und unser seelsorgliches Tun werden nur erfolgreich sein, wenn sie auf 4 Säulen beruhen:
- Auf einer echten Spiritualität, die Gebet, Gottesdienst und die Bibel in sich vereint;
- auf einer menschlich hochstehenden, dem christlichen Menschenbild verpflichteten Kompetenz des Leitens und Führens, die ziel- und lösungsorientiert mit Konflikten umzugehen weiß;
- auf der Fähigkeit diakonischen Handelns, welches die Gemeinden in ihren jeweiligen Problemstellungen wahrnimmt und aus profunder Diagnose heraus sinnvolle Projekte mit christlich-karitativem Mehrwert initiiert;
- und zuletzt auf der Säule missionarischen Arbeitens, das die Welt durchdringt, indem es Menschen erreicht, ihnen etwas zutraut und sie zu Mitarbeitern in Gottes Weinberg macht.

In einer Kirche im englischen Sussex ist folgende Inschrift aus alter Zeit zu lesen:
"Eine Vision ohne Umsetzung bleibt nur ein Traum.
Eine Umsetzung ohne Vision ist eine Tragödie.
Eine Vision, die umgesetzt wird, ist die Hoffnung der Welt."

Tragen wir mit unserem Denken, Reden und Tun, vor allem aber auch mit unserem Gebet zu dieser Hoffnung dort bei, wohin uns Gott gestellt hat!
Der Segen Gottes, die Wegweisung Mariens und die Fürsprache des hl. Martin, unseres Landes- und Diözesanpatrons, begleiten uns dabei!

Ägidius J. Zsifkovics
+ Bischof von Eisenstadt

Dienstag, 4. September 2012

Arbeiterwallfahrt 2012 - Hl. Messe in der Stadtpfarrkirche St. Egid, Klagenfurt

„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.“ 
Dieses Wort des Propheten Jesaja, das Jesus im heutigen Evangelium über die Heuchler sagt, möchte ich zum Inhalt unseres gemeinsamen Nachdenkens in dieser Predigt anlässlich der 60. Burgenländischen Arbeiterwallfahrt nehmen.

„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.“
Ist dieses Wort des Propheten aus uralter Zeit nicht auch in unseren modernen Tagen genauso aktuell und von Bedeutung? Ein Blick in unsere sogenannte christliche Gesellschaft zeigt deutlich wie Reden und Tun oft auseinandergehen. Dabei brauchen wir nicht nur in die Politik und auf die Politiker zu schauen, sondern es genügt, wenn wir uns als Christen selber bei der Nase nehmen, in unser Leben schauen. Wir werden feststellen wie oft wir Gott mit den Lippen ehren, wie weit aber unser Herz von ihm weg ist. Unser Reden und Tun klaffen auseinander. So werden wir vor der Welt unglaubwürdig und unser Christentum wird schal, zeigt keine Wirkung mehr, ist abstoßend.

Wir sind getauft und gefirmt - welche Wirkung hat das in unserem Leben?
Eltern versprechen bei der Taufe ihre Kinder im christl. Glauben zu erziehen – die Realität zeigt oft, dass die Eltern selber ihren Glauben kaum kennen und praktizieren. Was sollen sie dann ihren Kindern vorleben und weitergeben? Für Christen sollte das tägl. Gebet, der Sonntagsgottesdienst, der Empfang der Sakramente, vor allem des Bußsakramentes, die Solidarität mit dem Nächsten selbstverständlich sein – ehrlich gesagt: wird das nicht oft als konservativ und nicht mehr zeitgemäß hingestellt? Aber das sind die Säulen unseres Glaubens! Christen sollten in der Welt erkennbar sein an dem, wie sie einander lieben, helfen, miteinander teilen, für den Schutz des Lebens, Wahrheit u. Gerechtigkeit eintreten, einander verzeihen und sich versöhnen – Lüge, Verleumdung, Neid, Gier, Hass und Streit bestimmen unseren Alltag oft mehr als die anderen Dinge!

„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz ist aber weit weg von mir.“
Wessen Herz auf Gott ausgerichtet ist, der wird ihn jeden Tag im Gebet suchen; der kann am Sonntag nicht nur schlafen, gut essen und Ausflüge machen, dem ist der regelmäßige Kontakt mit Gott in der sonntäglichen Eucharistiefeier und mit der Pfarrgemeinde ein Bedürfnis, lebensnotwendig; der wird seinen Alltag in Familie und Beruf nach christlichen Werten gestalten; der wird bemüht sein, seinen Kindern ein glaubwürdiges Christentum vorzuleben, sie in den Glauben einführen, sich nicht damit begnügen, dass sie getauft sind, die Erstkommunion und Firmung empfangen haben und damit ist dann alles vorbei. Wohin eine sol-che Haltung führt, erleben wir in unseren Pfarren schmerzlich: Kinder, Jugendl. und Erwachsene haben mehr keinen Kontakt zur Kirche. Der Sinn des Lebens wird anderswo gesucht: in Alkohol, Drogen, Konsum, Wellness. Die Folgen sind verheerend: ein Leben ohne Werte, Verwahrlosung, Orientierungslosigkeit! 

„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit weg von mir.“
Jesus lädt uns im heutigen Evangelium ein, nicht einfach dem nachzulaufen, was alle Menschen tun, sondern bemüht zu sein, den je eigenen Weg zu finden. Jesus lädt uns ein, nicht die Überlieferungen der Menschen, sondern die Zunei-gung Gottes zur Grundlage unseres Lebens zu machen. Vielen kommt es nur auf die Fassade, auf das Äußere an. Das Leben ist aber mehr als Fassade, mehr als äußere Pflichterfüllung, mehr als die Befolgung überlieferter Traditionen. Jesus unterscheidet zwischen dem Bekenntnis mit den Lippen und mit dem Her-zen. Jesus kommt es auf das Herz an, weil hinter dem Herzen verbirgt sich die Sehnsucht nach Leben und Heil. Das Evangelium dieses Sonntages stellt uns allen die Frage: Ist mein Christ-sein nur ein leeres Lippenbekenntnis, Fassade, äußeres Tun oder bin ich im All-tag bemüht Christ mit dem Herzen und aus Überzeugung zu sein?

Papst Benedikt XVI. hat in Erinnerung an das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren für die ganze Kirche ein „Jahr des Glaubens“ angekündigt, um die Türen unseres Herzens neu für Gott zu öffnen: dass wir als Christen unseren Glauben neu lernen, feiern und leben – was auch die Intention des Konzils war! Diese 60. Burgenländische Arbeiterwallfahrt ist ein wesentlicher Beitrag dazu! Ich danke Euch für die Treue im Glauben, Euer Mittragen und Mitgestalten in Kirche-Diözese-Dekanat-Pfarre sowie für Euer Engagement in der Gesellschaft, vor allem für Euer Zeugnis als Christen in der Berufs- und Arbeitswelt, den Ein-satz für den freien Sonntag und den Schutz des Lebens-Würde des Menschen! Ich danke allen Verantwortlichen in unserer Diözese für die Vorbereitung und Durchführung der Arbeiterwallfahrt, der Firma Blaguss für den Transport und Euch Pilgern – es waren in den vergangenen 60 Jahren 69.000 - für die jahr-zehntelange Treue und das Mittun, besonders auch für das Solidaritätsopfer, heuer für die Projekte von Franz Grandits in Burkina Faso – Vergelt´s Gott!
Ich bitte Euch als Bischof: lebt in Euren Familien den Glauben, erneuert ihn!

Den bekannten Dreischritt von Kardinal Josef Cardijn, dem Gründer der KAJ und KAB sehen-urteilen-handeln möchte ich den heutigen Lesungen folgend etwas abwandeln in hören-zu Herzen nehmen-handeln! Das ist unser Auftrag! Hören wir auf Gott, nehmen wir uns sein Wort zu Herzen, handeln wir danach und wir werden - wie die 1. Lesung sagt - in den Augen der Völker weise und gebildet sein! Das ist der Weg, „den Glauben zu erneuern.“ Diesen Weg sind uns Heilige wie Hemma von Gurk und Abt Ägidius vorausgegangen. Jetzt sind wir dran es ihnen heute im Alltag des Lebens nachzumachen! Amen.

+ Ägidius J. Zsifkovics 
Bischof von Eisenstadt