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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 29. Juni 2012

Predigt zum Silbernen Priesterjubiläum von Bischof Ägidius Zsifkovics, 28. Juni 2012

Exzellenz, hochwürdigster Herr Bischof, lieber Jubilar und liebe Jubilare, liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe geistliche Schwestern, liebe zukünftige Priester und zukünftige geistliche Schwestern, liebe Jugendliche, liebe Brüder und Schwestern! 

1. PRIESTERMANGEL 

Wir feiern heute das 25-jährige Priesterjubiläum des jüngsten Bischofs von Österreich, der am 29. Juni 1987 hier im Martinsdom durch Bischof Stefan Laszlo die Priesterweihe empfing. Wir ehren zugleich die anderen Priesterjubilare und Priester. Und legen zugleich mit unserer Freude dem Herrn und Gott unsere Sorgen hin, Sorgen, die den bischöflichen Jubilar bedrücken und uns alle bedrücken sollten: Es ist ein trauriger Moment, dass heuer in der Diözese Eisenstadt keine einzige Priesterweihe stattfindet.
Darum wolltest Du, lieber Herr Bischof, dass heute nicht nur gefeiert wird, sondern vor allem gebetet wird. Und vielleicht hast Du mich als Rektor der Hochschule Heiligenkreuz, wo von den 200

Studenten über 120 auf dem Weg zum Priestertum sind, deshalb eingeladen, damit ich euch Mut mache. Denn - Hand aufs Herz - auch viele sogenannte gute Katholiken haben heute ja kein wirkliches Verständnis mehr für das Wesen des katholischen Priestertums. Ja, bei Euch im Burgenland, da gilt der Pfarrer noch was. Bei Euch sitzt man nach einer Hochzeit neben Braut und Bräutigam beim Hochzeitsessen, bei uns im Wiener Raum wird man, falls man überhaupt eingeladen wird, meist zu den alten Omas gesetzt, weil man wohl denkt, dass die noch am ehesten mit einem Priester was anfangen können.

Und so wie es heute nicht mehr selbstverständlich ist, dass jedes Dorf eine eigene Post, ein eigenes Gasthaus, ein eigenes Geschäft mehr hat - deshalb setzt man sich ja dann auch gerne ins Auto und fährt ein paar Kilometer zum Hofer in der Nachbarstadt - so ist es auch nicht mehr selbstverständlich, dass jede Pfarre einen Pfarrer hat. - Der Priestermangel bedrückt die Gläubigen, - doch ebenso bedrückt uns Priester immer mehr der Gläubigenmangel. Ich erinnere mich noch, wie am Anfang der 8 Jahre, wo ich Landpfarrer in Sulz im Wienerwald war, gerade mal 30 Leute am Sonntag in der Kirche waren. Man jammert über den Priestermangel und sagt dann schnell: „Lasst‘s es doch heiraten!“ Jesus sagt etwas anderes, er sagt: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter: Bittet den Herrn der Ernte dass er Arbeiter für seine Ernte sende.“ (Mt 9,37f.)

Also was ist eigentlich ein katholischer Priester? Wo kommt das Priestertum eigentlich her?

2. DAS WUNDER DER BERUFUNG 

Heuer hatte ich ein Erlebnis, das mich sehr tief getroffen hat. Ich war das erste Mal in Israel, im Heiligen Land. Jahrzehnte unterrichte ich schon Theologie, predige über die Bibel und lege die Evangelien aus. Nach einem anstrengenden Flug kamen wir um 2 Uhr früh in tiefschwarzer Nacht in Tiberias, am See von Galiläa an. Todmüde fiel ich ins Bett. Um 6 Uhr weckte mich die Sonne, ich öffnete das Fenster und trat auf den Balkon. Und dann sind mir die Tränen der Rührung gekommen: Unter mir lag der See von Tiberias, das Galiläische Meer, über  dem  gerade  die  Sonne  aufging.  Mir  kam  nur  der  eine  Gedanke:  Hier  hat  alles angefangen, hier liegt der letzte Grund meines Lebens als Priester.

Lieber bischöflicher Jubilar, liebe Mitbrüder! Wir sind deshalb Priester, wir leben deshalb eine extreme Lebensform gegen jeglichen Zeitgeist und Trend, weil am Ufer des Sees von Galiläa vor 2000 Jahren ein Mann namens Jesus auf ein paar Fischer zugetreten ist und zu ihnen gesagt hat: „Folge mir nach!“

Wir feiern ab Oktober das Jahr des Glaubens, weil wir wieder wissen müssen, was wir eigentlich glauben. Glaube ist nicht frommes Gefühl oder blinder Aberglaube. Unser christlicher Glaube gründet in der Realität, in der Wirklichkeit. Vor 2000 Jahren hat hier auf Erden einer gelebt, - und keine Religion wagt es auch nur annähernd etwas so Unfassliches zu bekennen -, der Gottes Sohn war. In Jesus Christus ist Gott uns nahe gekommen: „Gott von Gott, Licht vom Licht, eines Wesens mit dem Vater“. Wenn man mit Karl Rahner eine Kurzformel des christlichen Glaubens finden wollte, dann bitte die, dass Gott uns Menschen nahegekommen ist. Anders gesagt: Ich bin als Mensch nicht in diesem unfasslich großen Weltall ausgesetzt wie eine Gelse in einem der vielen Gelsenschwärme von   den Seefestspielen in Mörbisch! Nein! Ich als kleiner sterblicher Mensch, der es auf diesem Planeten Erde gerade mal auf 70, 80, 90 Umkreisungen um die Sonne bringen wird, bevor ich sterben muss: Ich bin Gott etwas wert! Ich bin Gott etwas wert, er liebt mich. Ich bin es ihm wert, dass er einer von uns geworden ist, dass er mich zur Liebe anleitet, und dass er aus Liebe zu mir sogar am Kreuz für mich gestorben ist und mir eine Tür in sein ewiges Leben eröffnet.

Der See von Galiläa! Ja, dort hat es begonnen. Jesus stand einst am Seeufer, alle vier Evangelien berichten es, mehrfach, verschieden, absolut echt nachzuvollziehen. Ein Fischereiunternehmer namens Simon, dem Jesus dann einmal den Spitznamen Petrus geben wird, sein Bruder Andreas; dann einige der Angestellten, das Brüderpaar Johannes und Jakobus; und im Laufe seines Wirkens wird Jesus sich andere holen, er wird sie berufen! Und sie werden alles liegen und stehen lassen: „Hier bin ich. Ich bin bereit!“

3. GOTT RUFT VERSCHIEDENE AUF VERSCHIEDENE WEISE

Liebe Brüder und Schwestern! Priester gibt es, weil wir einen Gott haben, der uns mit menschlichen Worten ansprechen, mit menschlichen Gesten heilen, mit menschlichem Herzen lieben wollte - wie es das 2. Vatikanische Konzil sagt. Jeder Priester erlebt in seinem Leben so etwas wie einen Gottesbeweis.

Du, lieber Herr Bischof, wolltest auch nicht immer Priester werden, nein, zuerst wolltest Du Polizist werden. Aber zugleich hat es Dich auch von Kindesbeinen an, auch durch das Ministrieren und durch das Gebet Deiner Eltern und Großeltern und ihr christliches Vorbild, hingezogen zum Priestertum. Besonders die Oma in Stinaz hat das früh erkannt, aber auch die Mutter hat mitgemacht, als der kleine Ägidius plötzlich angefangen hast, Messe zu spielen: Die Mutter hat so was wie eine Kasel genäht, die Cousinen mußten Dir ministrieren …

Berufungen sind aber immer ganz verschieden. Über jeden unserer vielen Priesterstudenten und unserer jungen Mitbrüder in Heiligenkreuz könnte ich einen Roman schreiben: Ich habe Mitbrüder, die bei Ihrem ersten Besuch in Heiligenkreuz noch Protestanten waren; ich habe Mitbrüder, die bei ihrem ersten Besuch im Kloster mit ihrer Freundin gekommen waren; bei uns studiert ein ehemaliger protestantischer Pastor, der verwitwet ist; und es gibt aber auch wieder die ganz jungen Berufungen; - auch solche, wo einer schon im Kindergarten wußte, dass er mal Priester wird und das durch Pubertät und jugendliche Verliebtheiten durchgetragen hat.

Es ist ja kein Zufall, dass die Kirche den Petrus und den Paulus immer zusammen an einem Fest feiert. Der eine gehört zu den Erstberufenen, der andere ist zunächst Christenhasser; der eine ist Fischer, der andere ein gelehrter Rabbiner; der eine lässt gleich alles liegen und stehen und läuft Jesus nach, der andere muss erst vom hohen Ross stürzen und blind werden, damit ihm die Augen aufgehen…

Gott ruft auch heute auf verschiedene Weise Menschen, die dann auch wieder von ihrer Persönlichkeit her sehr verschieden sind, in seinen Dienst. Bei einer Priesterweihe ist es ja so, dass der Bischof die Weihe durch Handauflegung und Gebet spendet. Zugleich legen aber auch alle anderen Priester die Hände der Reihe nach auf. Im Stephansdom bei der Priesterweihe vor 2 Wochen hat es der Zufall so gefügt, dass ich so zu stehen kam, dass ich die lange Reihe der Priester beobachten konnte. Die Zeremonie dauerte endlos, über 30 Minuten: 240 Priester. Und da kamen sie, meine priesterlichen Mitbrüder. Bei uns gibt es alles, was es in der Gesellschaft auch gibt: jung und alt, verträumt und energiegeladen, schusselig und effizient, fromm und energisch, innig und oberflächlich, ein bisserl eitel und ein bisserl zu ängstlich… Und wie ich beim Beobachten so ins Sinnieren gekommen bin über unsere Buntheit und Verschiedenheit, neigte sich ein befreundeter Priester zu mir herüber und sagte ganz liebevoll - als hätte er meine Gedanken gelesen -: „Der Herrgott hat einen großen Tiergarten.“

Ja, der Herrgott hat einen großen Tiergarten. Und jetzt hat es der liebe Gott auch noch gefügt, dass Du lieber Ägidius jetzt Bischof bist. Bischof kommt vom griechischen „Episkopos“, also „Aufseher“. Exzellenz, lieber Herr Bischof, ich möchte Dich als kleiner Mönch um eines

Bitten: liebe vor allem Deine Priester. Du warst selber in den verschiedensten Funktionen, vom Seminaristen zum Bischofssekretär, vom Pfarrer zum Organisator von Megaereignissen, vom Generalsekretär der Bischofskonferenz, - Du weißt, wie man in alle diesen Funktionen einen Vater braucht. Der heilige Benedikt, nach dessen Regel wir Zisterzienser auch leben, gibt dem Abt vor 1.500 Jahren den klugen Ratschlag: Er soll immer bedenken, dass er vor Gott nicht die Herrschaft (Tyrannei steht sogar im lateinischen Text) über gesunde Seelen, sondern die „cura animarum infirmarum“, die heilende Sorge für wunde Seelen übernommen hat. Ich möchte es Dir nochmals mit anderen Worten sagen: Wir Priester brauchen Bischöfe, die uns zwar klar leiten, die aber auch zu uns stehen. Dann können auch wir leichter zu ihnen stehen.

4. WIR BRAUCHEN FREUDE

Und um noch etwas bitte ich Dich. Als ich noch Landpfarrer war, kam ein junges Paar in den Pfarrhof. „Herr Pfarrer, wir wollen heiraten!“ „Wunderbar, das ist aber schön, da freue ich mich aber!“ antwortete ich. Darauf hin schauten sich die beiden an und sind in Tränen ausgebrochen. „Was ist denn los?“, fragte ich erschrocken. „Herr Pfarrer, Sie sind der erste, der sich darüber freut. Alle unsere Freunde und sogar unsere Eltern haben nur gefragt, ob wir deppert sind, dass wir jetzt schon heiraten.“ - Und ist es nicht genauso beim Priesterwerden? Du als Bischof, wir als Priester, ja wir alle, müssen uns wieder wirklich und aufrichtig und von Herzen freuen, dass es das Priestertum gibt und wenn sich jemand entscheidet Priester zu werden. Vor kurzem hatte unsere Hochschule eine Evaluierung durch 3 Professoren. Einer unserer Studenten gab bei der Befragung, warum er denn hier studiere, zu Protokoll: Weil man sich hier freut, wenn einer Priester wird. Er erzählte, dass er schon anderswo vorstellig geworden war. Und das erste, was der Ausbildungsverantwortliche dort getan hat, als er vom Priesterwunsch hörte, war, dass er den jungen Mann zum Psychiater geschickt hat.

Natürlich! Wir müssen uns gut anschauen, ob jemand wirklich geeignet ist. Aber bitte nicht so. Und da möchte ich Euch, liebe Gläubige, auch gleich ein paar Tips geben, wie ihr was Konkretes für geistliche Berufungen tun könnt. Zum Beispiel: Hört auf, dauernd über Eure Pfarrer zu schimpfen! Es gibt keine perfekten Priester, genausowenig wie es perfekte Ehefrauen und Ehemänner gibt. Wenn Kinder und Jugendliche mitbekommen, wie immer nur über den Pfarrer genörgelt, getratscht und geraunzt wird, wie sollen die denn dann eine Freude am Priesterberuf bekommen? Klar haben Priester Fehler. Die beste sakramententheologische Lektion meines Lebens habe ich schon mit 9 Jahren gelernt. Als Ministrant war ich damals frech und goschert in der Sakristei, sodass meinem Pfarrer die Hand ausgekommen ist. Nach der Watschen war ich zu Tode beleidigt und lief nach Hause.
„Ich gehe nie wieder in die Kirche!“ Doch von meinen Eltern, von Mama und Papa, von der Oma, kam wie aus einem Munde nur immer der eine Satz: „Du gehst nicht wegen dem Pfarrer in die Kirche, sondern wegen dem lieben Gott!“

Ihr dürfte uns Priester ruhig kritisieren, bitte dann sagts uns das offen ins Angesicht. Ob wir immer fähig sind, uns zu ändern, kann ich nicht versprechen. Aber bitte bei aller berechtigter Kritik an unserer menschlichen Begrenztheit: schätzt in uns schwachen Menschen auch das, was der starke und allmächtige Gott durch unser Priestersein für euch wirken möchte. Unser priesterlicher Dienst ist mehr als unser schwaches und fehlerhaftes Menschsein. Wir sind ja hineingeweiht worden in die Gestalt des Hohenpriesters Jesus Christus.

5. BETEN WIR!

Liebe Leute! Wir brauchen Priester. Und darum müssen wir alles tun, damit junge Menschen diesen Ruf hören und Mut haben, ihn anzunehmen. Liebe jungen Leute! Ich finde: Jeder junge Mann sollte mal darüber nachgedacht haben, Priester zu werden. Freilich ist es heute beim Priesterwerden so wie auch beim Heiraten: man braucht viel länger, um eine Entscheidung zu treffen. Beim Heiraten hieß es früher: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet!“ Heute heißt es ja: „Drum prüfe ewig, wer sich bindet…“

Bitte beten wir, dass der Ruf Jesu gehört wird. Beten wir Novenen, halten wir eucharistische Anbetung, halten wir den Priesterdonnerstag, beten wir den Rosenkranz! Denn Maria ist die Mutter der Priester.
Exzellenz, lieber Ägidius! Du weißt ganz genau, dass Deine Berufung zum Priestertum geboren worden ist aus dem Gebet Deiner Mutter, Deines Vaters, aus den Opfern Deiner Großmütter, Deiner Tanten und Verwandten, aus dem Vorbild, das Pfarrer Stubitz gegeben hat, aus dem Wirken Deiner Lehrer im Kleinen Seminar in Mattersburg. Lassen wir von heute an einen Wind des Gebetes durch die Diözese unseres Jubilars fegen, einen Pfingststurm wie damals vor 2000 Jahren, als die Kirche aus Feuerzungen geboren wurde und die Apostel begeistert in die Welt hinauszogen! Freuen wir uns, dass es Priester gibt. Bitten wir die Gottesmutter, dass sie treu und heilig sind. Stehen wir ihnen zur Seite, wenn sie in Schwierigkeiten sind.

Herr wir danken Dir, dass Du selbst uns durch schwache Menschen heiligen, dienen und leiten willst, die in Dein ewiges Hohepriestertum hineingeweiht sind. Wir danken Dir für jeden einzelnen Priester unserer Diözese Eisenstadt, der die Gnade der Berufung angenommen hat und sich jetzt redlich in seinem Dienst bemüht. Wir danken Dir besonders für unseren Bischof und Priesterjubilar, für den wir heute auch besonders beten. Herr Jesus Christus, mit unserem Bischof zusammen wollen wir tun, was Du uns sagst und Dich intensiv um Arbeiter für die große Ernte bitten: Rufe auch heute junge Menschen in Deine Nachfolge und Deinen Dienst! Setze Deinen Wundern keine Grenzen, wie einst bei Petrus und Paulus. Und hilf uns, die wir schon Priester sind, dass wir trotz unserer menschlichen Armseligkeit täglich  das zu leben  versuchen, was  wir  bei unserer  Priesterweihe versprochen haben:  "Hier bin ich! Mit Gottes  Hilfe bin ich bereit." Amen.

P. Dr. Karl Wallner OCist

Mittwoch, 20. Juni 2012

Bischof Zsifkovics feiert 25-jähriges Priesterjubiläum

Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, dritter Bischof der Diözese Eisenstadt, feiert am 29. Juni den 25. Jahrestag seiner Priesterweihe.

Aus Anlass dieses Jubiläums sind folgende Dankgottesdienste geplant:


28. Juni 2012, Eisenstadt, St. Martinsdom
18.00 Uhr: Rosenkranzgebet
18.30 Uhr: Dankgottesdienst des Diözesanbischofs mit den Priesterjubilaren und Priestern der Diözese Eisenstadt
anschl. Agape und Begegnung vor dem Dom

30. Juni 2012, Hackerberg
16.00 Uhr: Dankgottesdienst

1. Juli 2012, Stinatz
10.00 Uhr: Dankgottesdienst

15. August 2012, Ollersdorf
09.00 Uhr: Patrozinium und Dankgottesdienst

Zur Mitfeier sind alle Gläubigen der Diözese herzlich eingeladen.


Im Interview mit dem martinus

Ägidius J. Zsifkovics wurde am 29. Juni 1987 von Diözesanbischof Stefan László zum Priester geweiht. 25 Jahre später spricht er im Interview mit dem martinus (Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt) über seine frühe kirchliche Sozialisation, über Kraftquellen und darüber, was einen guten Priester ausmacht.
Berufung. Ein „Damaskuserlebnis“ gab es nicht. Seine Berufungsgeschichte sei eng verbunden mit der Geschichte seiner Familie und Pfarrgemeinde, so der Bischof. „Da habe ich zum ersten Mal erlebt, was Kirche bedeutet und was es heißt, als Getaufter und Gefirmter in der Kirche zu leben.“ Ein Nährboden, den es auch heute gelte, in den Pfarrgemeinden aufzubereiten, durch Gebet, Überzeugung und Glaubwürdigkeit.
Der ‚gute’ Priester. „Es braucht nicht nur Lehrer, sondern vor allem Zeugen“, ist Zsifkovics überzeugt. Wenn diese innere Überzeugung mit dem äußeren Tun übereinstimme, „dann hat der Priester Glaubwürdigkeit bei den Menschen, dann findet er innere Zufriedenheit und seine Arbeit bringt Frucht.“
Kraftquellen. Wie in jedem Leben gebe es auch in dem eines Priesters ein Auf und Ab. Die Kraftquellen, aus denen Bischof Ägidius schöpft, „sind das Gebet, die Eucharistie und die Sakramente. Das ist das, warum wir Priester geworden sind.“ Aus der daraus resultierenden Kraft sei es möglich, „die Herausforderungen in dieser Zeit des Wandels zu meistern.“