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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 19. November 2012

St. Martinsfest der Burgenländer in Wien, St. Michael - 18. November 2012

Die Bischofssynode über die „neue Evangelisierung und die Weitergabe des christlichen Glaubens“ vergangenen Oktober in Rom, an der ich teilnehmen durfte, hat mehrfach betont, dass die wahren Protagonisten der neuen Evangelisierung die Heiligen sind: Sie sprechen mit dem Beispiel ihres Lebens und den Werken der Nächstenliebe eine Sprache, die uns allen verständlich ist.

Der heilige Martin  – unser Landes- und Diözesanpatron – ist so ein Beispiel für uns alle: einfach, verständlich, konkret. Martinus gehört damals wie heute zu den Säulen des christlichen Europas.
So ist es für uns Burgenländer, Europäer und Christen gut, in diesen turbulenten Zeiten des Umbruchs, der Krisen und neuer Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft auf Martinus zu schauen, um Orientierung zu finden für einen neuen Aufbruch. Ich möchte mir die Worte der Predigt von Kardinal Joachim Meisner aus Köln anlässlich der Feier des Martinsfestes am vergangenen Sonntag in Eisenstadt zu eigen machen und mit Euch gemeinsam in dieser Abendstunde auf die Attribute des heiligen Martin schauen und sie für uns deuten.

Der heilige Martin trägt als Bischof den Hirtenstab in der Hand.
Der Hirtenstab ist ein Zeichen, dass jeder Bischof durch seine Weihe mit dem apostolischen Ursprung, mit Jesus Christus verbunden ist. Der Hirtenstab ist kein Spazierstock, sondern ein Instrument, das dem Volk Got-tes anzeigt, in welche Richtung der Christ in der Nachfolge Jesu zu gehen hat. Der Hirtenstab ist ein Zeichen die zerstreute Herde zu sammeln und zu verteidi-gen, Mutlose und Hilflose zu stärken, Suchenden, Irrenden den Weg zu weisen. Martinus mit dem Hirtenstab in der Hand tat das damals in stürmischen Zeiten, am Übergang vom Altertum zum Mittelalter. Martinus mit dem Hirtenstab in der Hand erinnert uns alle daran, es ihm in den Herausforderungen unserer Tage nachzumachen und die Verbindung mit Jesus, dem Ursprung, zu suchen/pflegen – fangen wir damit im Jahr des Glaubens an!

Zum heiligen Martin gehört aber auch sein Mantel, den er mit dem frierenden Bettler teilte.
Martinus wurden die Augen dafür geöffnet, dass er nicht nur mit einem hilflosen Menschen, sondern mit Christus selbst, seinen wärmenden Mantel geteilt hat, gemäß seinem Wort: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Der Mantel des Martinus ist zum Symbol der Gegen-wart Christi in seiner Kirche durch den Dienst an den Mühseligen und Beladenen geworden. Christen sind aufgerufen, ja verpflichtet, aus dem Glauben heraus, sich liebevoll den Mitmenschen – den Armen, Kleinen und Schwachen – zuzuwenden, sich herabzubeugen, ihnen zu dienen und zu helfen. Denn Christus selber wird gegenwärtig im Liebesdienst der Christen! Der heilige Martin mit dem halbierten Mantel ist ein Tatzeuge des Evangeliums – jede Zeit und jede Gesellschaft muss Platz haben für Arme, Alte und Kranke. Martinus mit dem geteilten Mantel erinnert uns Christen das Evangelium in die Tat umzusetzen – fangen wir damit im Jahr des Glaubens an!

Der heilige Martin trägt darüber hinaus als Bischof die Mitra.
Die Mitra/Bischofsmütze ist nicht nur eine Zierde, sondern sie ist ein Signal für die anderen. Ein Bischof hat gerade in Zeiten der Verfolgung, des Widerspruchs und der Feindschaft nicht den Kopf einzuziehen, sondern ganz im Gegenteil: Er hat seinen Kopf hinzuhalten, um für die Wahrheit Zeugnis zu geben, gelegen oder ungelegen. Das ist heute ein wichtiger und auch schwieriger Dienst. Gerade in unserem modernen Europa möchte man Christus ausbürgern, die Kirche in die Sakristei verbannen, den christlichen Glauben rein privatisieren und die christlichen Werte als nicht zeitgemäß und nicht mehr lebbar erklären. Hat es das alles nicht schon einmal in den Zeiten des Nationalsozialismus und Kommunismus gegeben? Haben wir das alles so schnell vergessen? Martinus als Bischof mit der Mitra auf dem Haupt erinnert uns Bischöfe, aber auch jeden Christen: Zeugnis für Jesus und seine Kirche zu geben sowie an den Siegeskranz, der uns erwartet. Wir sollen uns nicht ducken, sondern unseren Kopf für Jesus Christus hinhalten – fangen wir damit im Jahr des Glaubens an!

Der heilige Martin mit dem Hirtenstab, mit dem geteilten Mantel in der Hand und mit der Mitra auf dem Haupt – Attribute, Zeichen, die uns an diesen großen Europäer, Mann des Glaubens und der konkreten Tat erinnern. Ja noch mehr daran, dass auch wir als Christen und Europäer die Verbindung mit Jesus suchen und pflegen sowie das Evangelium im Alltag in die Tat umsetzen. Martin hat es uns vorgemacht, jetzt sind wir dran es ihm nachzumachen! Fangen wir damit in diesem „Jahr des Glaubens“ an und bitten wir ihn um seine Fürsprache! Amen.