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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 2. Oktober 2012

Segnung der neuen Kapelle und Hauses der Gemeinschaft Cenacolo, 29. September 2012

Es ist ein besonderes Geschenk der Vorsehung Gottes, dass wir heute am Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael die Segnung dieser neuen Kapelle und des neuen Hauses der Gemeinschaft Cenacolo hier in Kleinfrauenhaid vornehmen können – in der Engel eine besondere Bedeutung für die Burschen dieser Gemeinschaft haben; das in Anwesenheit Eures-unseres Engels, Mutter Elvira!

Am Weihetag dieser neuen Kapelle und dieses Hauses ist es wohl angebracht darüber nachzudenken, was Kirche und christliche Gemeinde ausmacht. Es sind vor allem 3 Dinge hervorzuheben, die Kirche, christliche Gemeinde ausmachen.

1. Das Kreuz ist wesentlicher Bestandteil jeder Kirche-Kapelle und christlichen Gemeinde. So hängt auch in der Mitte dieser Kapelle das Kreuz Jesu Christi. Der Blick auf das Kreuz hilft uns, Jesus als Arzt, Heiland und Retter zu erkennen. Der Blick auf das Kreuz will uns an Jesu Tod und Auferstehung erinnern, damit wir diese Heilstat Gottes nie vergessen. Der Blick auf das Kreuz Christi will uns Menschen sagen, dass wir ein Ziel und eine Bestimmung von Gott her haben; dass unser Leben hier auf Erden trotz Krankheit, Leid, Versagen und Tod einen Sinn hat; dass uns ewiges Leben bei Gott geschenkt ist. Der Blick auf das Kreuz erinnert Euch Burschen von der Gemeinschaft Cenacolo an Euer persönliches Kreuz und dass es da einen gibt, der Euch gerade in Eurer Situation versteht, annimmt und helfen will; dass es Engel und Menschen gibt, die Euch liebevoll begleiten und Euch in allem auch beistehen. Aber meiden wir nicht oft das Kreuz und suchen ein Christentum ohne Kreuz? Fehlt uns nicht oft der Glaube an die Auferstehung? Gehen unsere Blicke nicht weg vom Kreuz hin zu Dingen des Lebens, die uns erstrebenswert scheinen?

2. Der Altar ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kirche und christliche Gemeinde ausmacht. Der Altar ist nicht nur der Tisch auf dem das Messopfer gefeiert wird. Der Altar stellt Jesus Christus dar, die Mitte jedes Gotteshauses, die Mitte der Kirche, von der aus sich die Gemeinde aufbaut. Christl. Gemeinde bauen können wir nur, wenn wir auf Jesus schauen, wenn wir sein Wort hören, das uns vom Ambo – dem Tisch des Wortes – verlesen wird, wenn wir ihm glauben und ihn lieben, wenn wir uns täglich mühen ihm nachzufolgen, wenn wir sein Evangelium zur Richtschnur unseres Handelns machen. Der Altar ist für den Christen die Quelle aus der er Kraft für seinen Glauben und sein Leben schöpft. Der Altar ist ein Zeichen der Einheit für uns trotz unserer menschlichen Verschiedenheiten. Vom Altar aus wird Kirche aufgebaut und erneuert – nicht von irgendwelchen Initiativen, seien sie noch so gut gemeint! Auf dem Altar ereignet sich die Wandlung: Brot und Wein wird zu Jesu Leib und Blut. So ist der Altar für die Gemeinschaft Cenacolo auch Sinnbild für Wandlung – aus dem Tod der Droge hin zur Auferstehung zum wahren Leben! Ist Jesus wirklich der, auf den wir schauen, die Mitte, die uns verbindet? Nehmen heute nicht viele Menschen Anstoß an Jesus und seiner Kirche? Ist der Altar noch eine wichtige Lebensquelle für uns Christen, oder hat der moderne Mensch nicht schon längst bessere und für ihn wichtigere Quellen angezapft: Geld, Kariere, Versicherungen, Konsum, Wellness und Genusssucht?

3. Das dritte wesentliche Element, das Kirche und christliche Gemeinde ausmacht ist das Zeugnis für den Glauben durch Taten der Liebe und Solidarität. In unserer modernen Gesellschaft ist vielen der Glaube fremd geworden, für viele bedeutet Christsein oft nicht mehr als ein Mitschwimmen, ein Aufputz für besondere Feste, ein romantisches Brauchtum. Glaube ohne Zeugnis ist tot! Auch bei uns zerfällt die selbstverständliche Glaubenspraxis und Weitergabe des Glaubens an die jüngere Generation. Auch bei uns verlangt es schon Mut, christliche Überzeugungen wie Gebet und Gottesdienst in der eigenen Familie zu leben. Wir müssen es heute wieder neu lernen, unseren Glauben fröhlich, glaubwürdig und konsequent zu leben, auch gegen manchen Widerstand. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen vorbereiten, dass unser Glaube nicht deckungsgleich ist mit der öffentlichen Meinung. Wir müssen es lernen, sich für christliche Werte einzusetzen. Wir müssen uns als Christen bewusst unterscheiden von dem, was man so tut! Jesus selber ist diesen Weg gegangen, der ihn über Golgotha zum Vater führte. Auch unser Weg zu Gott kostet viel Mut, Umkehr und Durchhaltevermögen. Cenacolo gibt Zeugnis dafür! Doch wir können diesen Weg zuversichtlich gehen, weil wir wissen, dass er uns ans Ziel führt. Maria, die Mutter der guten Hoffnung, hat Jesus auf seinem LebensLeidensweg begleitet. Sie, der dieses Haus geweiht ist, begleitet auch uns! Ihr und den Erzengeln Michael, Gabriel und Rafael vertrauen wir die Gemeinschaft Cenacolo an, damit dieses neue Haus offen ist für junge Menschen, die sich in Lebenskrisen befinden und wo sie im Blick auf Kreuz, Altar und gelebtem Zeugnis Hilfe erfahren.