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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 28. Mai 2012

Sendung der Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte

Andacht Domweihfest, 28.05.2012

Rechenschaftsberichte und Hausaufgaben – beides ist notwendig, aber ich kenne nur wenige Menschen, die sich dafür begeistern können. Im soeben gehörten Evangelium präsentiert uns der Evangelist Johannes einen Rechenschaftsbericht und eine Liste von Hausaufgaben. In seinem Abschiedsgebet legt uns Jesus seine Lebensbilanz vor, aus der sich für uns Christen, für die Kirche und so auch für die Pfarrgemeinderäte interessante Hausaufgaben ergeben. Der Rechenschaftsbericht Jesu umfasst 6 Punkte mit 6 Hausaufgaben.

„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart“, so lautet der erste Punkt. Mit anderen Worten: Ich habe den Menschen gesagt und gezeigt, wer du bist. Ich habe ihnen vorgelebt, dass du ein lebens- und menschenfreundlicher Gott bist, zu dem man mit allen Anliegen kommen kann. Ich habe ihnen spüren lassen, dass dein Name für Qualität bürgt – für Zuwendung, Kraft, Trost, Wegbegleitung, Ermutigung, Barmherzigkeit, Liebe und Vertrauen.
Die erste Hausaufgabe für uns: den Namen Gottes kennen, das heißt Gott als Herrn über uns und als Bruder neben uns erkennen und anerkennen.

„Ich wollte, dass sie eins sind wie wir“, lautet der zweite Punkt. Anders gesagt: Ich habe deutlich gemacht, dass dir alle Menschen – gerade die Kleinen, Armen und Kranken am Herzen liegen; dass niemand aus der Gemeinschaft ausgegrenzt werden soll. Deshalb habe ich mich auch mit Sündern und Zöllnern an einen Tisch gesetzt und sie so deine Nähe spüren lassen. Ich habe gegen Egoismus und Intoleranz gekämpft und für Solidarität und Hilfsbereitschaft geworben.
Die zweite Hausaufgabe für uns: die Einheit bewahren – in Familien, Pfarreien und Gemeinschaften, in unserer Kirche, zwischen Konfessionen und Religionen.

„Ich habe meine Freude mit ihnen geteilt“, dritte Punkt der Lebensbilanz Jesu. Das heißt: Ich wollte die Menschen erleben lassen, dass man sich am Leben freuen und es genießen darf. Ich habe ihnen gezeigt, dass das Vertrauen auf dich Gelassenheit und innere Freiheit schenken kann. Ich habe sie aufatmen und aufstehen lassen sowie von unnötigen Lasten befreit.                                
Die dritte Hausaufgabe für uns: aus der echten christlichen Freude leben.

„Ich habe ihnen dein Wort gegeben“, lautet der vierte Punkt. Ich habe ihnen durch meine ermutigenden und aufbauenden Worte gezeigt, dass du ihnen Leben in Fülle schenken willst. Und ich habe ihnen durch meine provozierenden Worte gesagt, was du von ihnen erwartest und wo du sie aus ihrer Bequemlichkeit und Selbstzufriedenheit herausholen willst.                                                  
Die vierte Hausaufgabe für uns: sich am Wort Gottes orientieren – die Bibel lesen und mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen; mit anderen darüber ins Gespräch kommen und austauschen, was uns Halt und Kraft gibt.

„Ich wollte sie vor dem Bösen bewahren“, Punkt 5 der Lebensbilanz Jesu. Ich wollte ihnen die Gefahren vor Augen stellen, denen sie ausgesetzt sind, und sie davor warnen, in ihrem Leben auf falsche Werte zu setzen, auf Macht oder allein auf materielle Güter.
Die fünfte Hausaufgabe für uns: das Böse im Leben meiden. Die Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu sind bis heute gültige Richtlinien und Hilfen für uns – gegen einen schrankenlosen Egoismus, Leistungssucht, Hektik, Medienkonsum.

„Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt“, der sechste und letzte Punkt der Lebensbilanz Jesu. Mit anderen Worten: Ich wollte meine Jünger in meine Sendung einbeziehen. Ich wollte, dass sie mir helfen, dein Wort zu verkünden, die Menschen aufzurichten und ihnen den Weg zu einem erfüllten Leben zu zeigen.                                            
Die sechste Hausaufgabe für uns: zu den Menschen gehen und ihnen sagen, was wir glauben, erhoffen und ihnen durch unser Leben zeigen, was Liebe ist.

Rechenschaftsberichte können langweilig und Hausaufgaben lästig sein. Aber die kurze Lebensbilanz Jesu, die der Evangelist Johannes in die Worte eines Abschiedsgebetes Jesu kleidet, machen neugierig und sollten Pfarrgemeinderäte als Hausaufgaben im Leben begleiten: Den Namen Gottes kennen – die Einheit bewahren – aus der Freude leben – sich am Wort Gottes orientieren – das Böse meiden – zu den Menschen gehen. Sind das nicht spannende und reizvolle Hausaufgaben?

Als Bischof danke ich Euch allen für die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Kirche, Diözese und Pfarrgemeinde! Ich freue mich sehr über so viele neue Mitarbeiter und bin Gott dankbar dafür! Ihr seid für mich als Bischof unverzichtbare Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie der unbezahlbare Reichtum unserer Kirche!                                                                                          

Ich erbitte mir Eure Unterstützung und wünsche Euch allen viel Freude, Mut und Ausdauer bei der Arbeit für die Sache Jesu in der neuen Periode, vor allem aber die Führung des Heiligen Geistes und den Segen Gottes! Amen.    

+ Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt