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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 20. März 2012

Pendlermesse Wien, St. Stephan

14. März 2012

Edith Stein, die 1942 von den Nazis ermordete und 1998 heilig gesprochene Karmelitin schreibt über das Leben des Christen folgenden bemerkenswerten Satz:
„Du sollst sein wie ein Fenster, durch das Gottes Liebe in die Welt hineinleuchten will. Die Scheibe darf nicht stumpf und schmutzig sein, sonst verhinderst du das Leuchten Gottes in der Welt.“
Glasklare Sauberkeit für unsere Fensterscheiben verspricht ein bekanntes Putzmittel mit den neuen Aktiv-Fettlöser. Glasklare Sauberkeit für unser Leben als Christen wünscht sich auch Edith Stein.
Durch keinen hat Gottes Liebe so klar und hell in die Welt hineingeleuchtet wie durch Jesus von Nazareth. Er war das entscheidende Fenster, durch das Gottes Menschenfreundlichkeit hineingestrahlt hat in das Leben aller, die sich von ihm durch die Geschichte bis heute ansprechen ließen.
Heute sind  - nach Edith Steins Worten – wir die Fenster, die anderen einen Blick auf Gottes Wirken in die Welt ermöglichen sollen. Fenster, die leider manchmal stumpf und undurchsichtig sind.

Für die Reinigung unseres Lebensfensters bietet die Kirche deshalb drei wirksame Putzmittel an: Fasten, Almosen, Beten. Gerade in der Zeit vor Ostern legt sie uns diese Mittel besonders ans Herz.

Fasten ist der kraftvollste Aktiv-Fettlöser für Leib und Seele. Wenn wir uns beim Essen und Trinken, bei unseren Aktivitäten, bei unseren Gedanken und Worten auf das Wesentliche und Notwendige konzentrieren, bekommt unser Leben wieder klare Konturen, ein unverwechselbares Profil. Wir entdecken unsere Stärken und Begabungen, und wir spüren neu, wie Gott gerade durch uns in der Welt wirken will und kann. Wenn wir unser Lebensfenster von unnötigen Fettschichten befreien, können auch andere deutlicher sehen, welche Möglichkeiten Gott ihnen eröffnet.
Versuchen wir daher in dieser Fastenzeit wirklich zu fasten und zu verzichten, besonders am Freitag; versuchen wir auch das Fasten mit allen Sinnen, vor allem auch eine Schlankheitskur in der Sprache, einen Verzicht auf unnötige Worte, ein Fasten beim Reden, damit unser Lebensfenster vom Schmutz der falschen, bösen und unnötigen Worte gereinigt wird.

Almosen ist das beste Reinigungsmittel gegen hartnäckigen Egoismus und gegen das „Immer-Mehr-Haben-Wollen“. Wenn wir bereit sind, uns zu öffnen und loszulassen, unseren Überfluss mit anderen zu teilen, werden wir innerlich frei. Wir lösen uns aus dem Kreisen um uns selbst und sehen wieder klarer, wo andere unsere Solidarität und unsere Zuwendung brauchen. Wenn wir durch unsere Großzügigkeit unserem Lebensfenster einen frischen Glanz geben, kann der barmherzige Gott auch durch uns in die Welt hineinstrahlen.
Machen wir in dieser Fastenzeit Inventur und prüfen wir, was sich im Lauf der Zeit bei uns angesammelt hat. Seien wir bereit anderen zu helfen, damit sich das Fett von unserem Lebensfenster löst.

Beten ist der wirksamste Schutz gegen Hektik und Oberflächlichkeit. Wenn wir uns jeden Tag bewusst Zeit nehmen fürs Gebet und vor Gott still werden, kommen wir unserem Leben auf den Grund. Wir nehmen die Ziele, die wir uns gesteckt haben, neu in den Blick, wir lassen uns Kraft schenken für die nächsten Schritte. Wenn wir durch Beten unser manchmal so stumpfes Lebensfenster aufpolieren, kann das Wort Gottes, das Orientierung und Hoffnung gibt, kräftig in die Welt hineinscheinen.
Überprüfen wir in diesen Tagen der Fastenzeit unser Geben und beten wir in unseren Familien und Pfarrgemeinden, denn Beten ist der erste Schritt zur Umkehr, damit unser Lebensfenster nicht matt und stumpf bleibt.


„Du sollst sein wie ein Fenster, durch das Gottes Liebe in die Welt hineinleuchten will. Die Scheibe darf nicht stumpf und schmutzig sein, sonst verhinderst du das Leuchten Gottes in der Welt“, legt uns Edith Stein ans Herz.
Fasten – Almosen – Beten: das sind die drei bewährten Mittel für den jährlichen Osterputz in unserem Lebenshaus, drei Fensterreiniger, die uns selbst wieder durchblicken lassen und die helfen, dass die Menschenfreundlichkeit Gottes in dieser Welt wieder sichtbar und spürbar wird.

Ich wünsche uns allen viel Freude und Mut beim Osterputz in diesen Tagen der Fastenzeit. Ich bin überzeugt, wenn die Gläser unseres Lebensfensters wieder klar und sauber sind, wird Gottes Liebe durch uns auch in unsere Welt hineinleuchten, haben Gott und die Mitmenschen den richtigen Stellenwert in unserem Leben.
Die Bitte des Tagesgebetes der hl. Messe ist auch unsere Bitte:
„Barmherziger Gott, erneuere uns im Geist durch die Feier der heiligen vierzig Tage, damit wir für dein Wort empfänglich werden, bereit zu Gehorsam und Verzicht, einmütig im Gebet und eifrig in Werken der Lieben.“
Die hl. Edith Stein hat es uns Christen in schwerer Zeit vorgelebt, jetzt sind wir Getaufte und Gefirmte an der Reihe, es ihr in unserer modernen Zeit nachzumachen.
Amen.

+ Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt