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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 28. Februar 2012

„…wo der Pfeffer wächst“ – eine Reise mit Diözesanbsichof Zsifkovics auf den Spuren einer 30-jährigen Diözesanpartnerschaft in Indien

Indienreise 2012 - 073
Am 10. Feber machte sich eine kleine Reisegruppe mit Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics auf den Weg in die Partnerdiözesen Kanjirapally und Changanacherry im Bundesstaat Kerala in Südindien. Der große Temperaturunterschied von ca. 50 Grad (-15 Grad in Österreich und +35 Grad in Indien) sollte für die Teilnehmer nur ein Vorgeschmack auf viele Gegensätze sein, denen sie auf dieser Reise begegnen würden.

Dieser Besuch war bewusst nicht als touristische Reise geplant, sondern sollte dem Diözesanbischof auf den Spuren der 30-jährigen Diözesanpartnerschaft eine erste Begegnung mit den Partnerdiözesen ermöglichen.

Bereits der Tag der Anreise zeigte sehr deutlich die Diskrepanz zwischen der Welt in Europa, der Glitzerwelt von Dubai, wo ein Zwischenstopp erfolgte, und dem einfachen und bisweilen sehr armen Leben in Indien.

Nach der Ankunft in Kochi besuchte die Reisegruppe jenen Platz, an dem der Apostel Thomas indischen Boden betrat. Ihm verdanken die „Thomas-Christen“ des syro-malabarischen Ritus der Partnerdiözesen ihren Namen und ihren Glauben.
Die Tage darauf waren geprägt von vielen herzlichen Begegnungen in und um Kanjirapally. Bischof Arackal empfing die Besucher aus der Diözese Eisenstadt mit größter Gastfreundschaft und versuchte, die meisten Projekte, die im Rahmen der Partnerschaft bisher gefördert worden waren, in das Reiseprogramm aufzunehmen. Neben sehr bedrückenden Besuchen in Heimen für obdachlose, geistig behinderte Frauen, für alkoholkranke Männer, einem Waisenhaus für Knaben und einer Art Hospiz gab es auch gleich anfangs eine sehr schöne Begegnung im Knabenseminar der Diözese. Bei der Sonntagsmesse in der Kathedrale, wo der Bischof von den Gläubigen besonders herzlich empfangen wurde, und beim Zusammentreffen mit den Eltern der im Priesterseminar der Diözese Eisenstadt studierenden indischen Seminaristen wurde der Gegensatz zwischen den fröhlichen, vorurteilslosen und einfach so gläubigen Menschen in Indien und den oft eher kühlen, skeptischen und berechnenden Menschen in Europa deutlich. Trotz Armut und einfachster Lebensverhältnisse begegneten den Besuchern stets fröhliche und lächelnde Erwachsene und vor allem Kinder, die sich nicht scheuten, das Gespräch mit den Fremden zu suchen oder – einfach so – um den Segen eines Bischofs oder Priesters zu bitten.

Die Feste der Grundsteinlegung für eine neue Kirche, der Befestigung des Haupttores der Kirche – einer Art Gleichenfeier – zeigten den Mitgliedern der Reisegruppe, wie sehr es die indischen Gläubigen verstehen, mit einfachsten Mitteln beeindruckende Feste zu feiern und dass Zeit beim Feiern keine Rolle spielt. Für Bischof und Priester war die Teilnahme an einer der monatlich stattfindenden Priesterkonferenzen, in deren Rahmen Bischof Zsifkovics einen geistlichen Vortrag hielt, besonders eindrucksvoll. Auch die Begegnung und Liturgie in der Pfarre von Fr. Abraham Parampil, der bereits am Beginn der Diözesanpartnerschaft dabei war, war ebenso bewegend wie eine Einladung bei der Familie des Pfarrers von Forchtenstein, Aby Puthumana. Ein Besuch und ein Fest im Krankenhaus Mundakayam rundeten die Tage in den tiefer gelegenen Regionen der Diözese ab.
Es folgten Tage im klimatisch günstigeren Hochland, wo die Gruppe im Ayurveda-Zentrum Pothupara Quartier bezog. Im Land des weltbesten Pfeffers konnte man sich in einer Tee- und einer Gewürzkooperative der Diözese wie schon zuvor beim Besuch einer Molkerei bzw. Imkerei im Tiefland ein Bild von der Wichtigkeit der Unterstützung von Kleinbauern machen. Besonders beeindruckend war für die Teilnehmer eine Begegnung im Marian-College, einer der besten Schulen in Indien, die durch maßgebliche Unterstützung aus der Diözese Eisenstadt errichtet worden war. Ein besonders bewegender Nachmittag war für alle der Besuch in der Pfarre von Fr. Thomas Vayalunkal in Kumily. Diözesanbischof Zsifkovics konnte ein Pfarrzentrum, das mit Unterstützung der Diözese Eisenstadt errichtet wurde, und einen Kindergarten, dessen Bau auf Initiative von Pastoralassistent Leo Heller maßgeblich durch die Pfarre Ollersdorf und die Hauptschule Stegersbach finanziert wurde, feierlich segnen. In Kumily konnte die Gruppe ebenso wie bei einem Pfarrjubiläum in Tampalakkad an der Liturgie im beeindruckenden syrisch-malabarischen Ritus teilnehmen.
Eine Wallfahrt zur hl. Alphonsa, der ersten in Indien geborenen Heiligen, führte die Gruppe wieder ins Tiefland, wo an den letzten beiden Tagen Begegnungen in der Erzdiözese Changanacherry auf dem Programm standen. Eindrucksvoll war ein Treffen mit Alt-Erzbischof Powathil, der in seiner Zeit als Bischof von Kanjirapally im Jahr 1981 mit Bischof Stephan László die Diözesanpartnerschaft begründet hatte. Nach einer erholsamen Bootsfahrt auf den Backwaters besuchte die Gruppe am Schluss das Priesterseminar in Vadavathoor, wo sich 260 junge Männer auf den Priesterberuf vorbereiten. Hier konnte Bischof Ägidius eine unter Mithilfe der Diözese Eisenstadt errichtete Sportanlage segnen.

Reich beschenkt mit vielen Eindrücken und vor allem mit der Gewissheit, dass die durch die Diözese Eisenstadt und durch viele Einzelpersonen und Pfarren geleistete Hilfe auch tatsächlich ankommt traten die Besucher nach 10 Tagen die Heimreise an. Die vielen Gedenksteine an den besuchten Projekten sind handfeste Zeugen für die in den letzten 30 Jahren durch die Gläubigen der Diözese Eisenstadt geleistete Hilfe und sichtbare Zeichen dieser guten Diözesanpartnerschaft. Bischof Zsifkovics machte durch diesen Besuch deutlich und bekräftigte es auch im Rahmen der Reise immer wieder, dass er die Partnerschaft zwischen den Diözesen ausbauen und vertiefen möchte. Maßgeblich kann dies durch die weitere materielle Hilfe einerseits sowie durch die geistige und geistliche Hilfe in der Gestalt von Priestern und Seminaristen aus Indien, die zur Seelsorge in die Diözese Eisenstadt kommen, andererseits erfolgen.

Ein Reisebericht von Ordinariatskanzler Gerhard Grosinger

Indienreise 2012 - 179


Indienreise 2012 - 039

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