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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Mittwoch, 22. Februar 2012

Homilie zum Aschermittwoch im Martinsdom 2012


Eine Hand voll Asche ist das, was bleibt.
Zumindest scheint es so, wenn man die Bestattungskultur in unserer Zeit ver-folgt. Immer mehr Menschen lassen sich verbrennen. Die Beweggründe dafür sind unterschiedlich: man will Geld und Zeit sparen, Geld im Hinblick auf die Bestattungskosten, Zeit im Hinblick auf die nachfolgende Grabpflege.

Eine Hand voll Asche – ist das wirklich alles, was bleibt?
Wird uns dabei nicht eine Diskrepanz vor Augen geführt: das reiche, erfüllte Le-ben eines Menschen auf der einen u. die Hand voll Asche auf der anderen Seite.
Wohin ist die Liebe, die empfangen und verschenkt wurde?
Wohin ist das Gute, das getan, die Schmerzen, die erlitten wurden?
Wohin sind all die Ängste, Wünsche, Gefühle, Sehnsüchte?
Dabei wird uns bewusst, dass doch das Eigentliche des Menschen unzerstörbar sein muss, will das Leben sinnvoll sein. Wenn das Gewicht eines gelebten Leb-ens sich im Rauch des Krematoriums verflüchtigen könnte, welche Gewichtig-keit hätte dann das Leben selbst? Wie bei einem Weg bestimmt auch im Leben das Ende schon den Anfang. Keiner von uns wählt einen Weg, der sich irgend-wann in einer Landschaft verliert, niemand folgt einer Straße, von der man weiß, dass sie plötzlich abbricht. Hingegen kann selbst der beschwerlichste Weg gegangen werden und ist sinnvoll, wenn er zu einem Ziel führt.

Eine Hand voll Asche liegt heute auf unserem Altar.
Es sind die verbrannten Palmzweige aus dem vergangenen Jahr. Mit dieser Asche empfangen wir heute das Aschenkreuz, begleitet von den Worten: „Gedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehren wirst.“
Im Zeichen der Asche ist die ganze Hinfälligkeit, ja Erbärmlichkeit des Lebens ausgedrückt. Alles, was ist, wird einmal vergehen.
Aber wir empfangen die Asche in Form eines Kreuzes:
Im Zeichen des Kreuzes ist uns die sichere Hoffnung geschenkt, dass das Eigen-tliche selbst unzerstörbar bleibt, weil die Liebe Gottes stärker ist als die Flamme des Todes. Insofern ist es kein erstaunliches Phänomen, dass selbst in unserer säkularisierten Gesellschaft der Empfang des Aschenkreuzes auch heute von vielen Christen noch praktiziert wird.
Gerade die Eindringlichkeit des Aschenkreuzes wird vom Menschen verstanden: Ohne das Kreuz wäre alles nur Asche, doch mit dem Kreuz zeigt sich das Leben jenseits der Asche. Und genau dafür will uns die Österliche Bußzeit die Augen öffnen. Denn diese 40 Tage der „Buße und Umkehr“ sind nichts anderes als ein Weg zu diesem Kreuz. Wir alle wissen, dass in unserer modernen Gesellschaft immer weniger gefastet, geschweige denn gebüßt wird. Aber das Kreuz darf nicht abgeschafft werden, will man nicht den Menschen selbst abschaffen.

Deswegen ist die österliche Bußzeit-Fastenzeit so wichtig, ja unerlässlich, weil sie uns immer wieder hilft, uns der Vergänglichkeit zu stellen und die Hoffnung auf das Kreuz zu stärken. Diese Grundhoffnung wollen Christen den Menschen verkünden und dies tun wir, indem wir uns das Aschenkreuz auflegen lassen.
So sind wir alle aufgerufen mit dem heutigen Aschermittwoch den Weg zum Kreuz zu beginnen, damit die Gewissheit wachsen kann, dass jenseits dieses Kreuzes das Leben auf uns wartet.

Ich wünsche uns allen viel Mut und Freude auf diesem Weg durch die 40 Tage der österlichen Bußzeit – vor allem aber viel Gnade und Segen von Gott! Amen.

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