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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Samstag, 22. Oktober 2011

Erster Gedenktag des seligen Papst Johannes Paul II.

(Eisenstadt-Martinsdom, 22.10.2011)

Am Vorabend des Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit im Jahre 2005 ist Papst Johannes Paul II. verstorben und in das Haus des Vaters heimgekehrt.   Die Kirche und Welt hat in einmaliger und beeindruckender Weise Abschied genommen von dieser wohl größten Persönlichkeit unseres Zeitalters. Millionen Menschen – darunter viele Jugendliche – haben in Rom, in seiner Heimat Polen und in der ganzen Welt getrauert und so dem verstorbenen Papst ihre Sympathie und tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Schon beim Begräbnis haben die Menschen am Petersplatz in Sprechchören seine Heiligsprechung verlangt. 
Am Sonntag der Göttl. Barmherzigkeit dieses Jahres – den Johannes Paul II. für die ganze Kirche einführte – haben sich wieder viele Menschen in Rom versammelt um die Seligsprechung dieses großen Europäers und Weltbürgers zu feiern. 
Heute am ersten Gedenktag des Seligen haben wir uns aus Dankbarkeit für seinen Besuch in unserer Diözese hier im Martinsdom – den er auch besuchte – versammelt, um seiner zu gedenken und um seine Fürsprache zu bitten.
Es ist kaum möglich das Leben und Wirken dieses einmaligen Apostels Gottes darzulegen und gebührend zu würdigen. Johannes Paul II. war in den 26 Jahren seines Pontifikates in vielem ein Mann der Superlative, neuer Initiativen aber auch historischer Schritte, vor allem in Krankheit u. Leid bleibt er ein Beispiel!


  • Seine 104 Pastoralreisen führten ihn auf alle Kontinente und in fast alle Länder – 29 Mal um die Erde! Dreimal besuchte er dabei Österreich, am 24. Juni 1988 unsere Diözese und feierte mit 100.000 Pilgern aus unserer Diözese, Ungarn u. Kroatien auf der Hutweide in Trausdorf die hl. Messe! Dazu kommen noch die 150 Pastoralbesuche in Italien. Dabei hielt er 2.400 Ansprachen. Die größte Messe feierte er in Manila mit über 4 Mill. Menschen und der kleinste Besuch galt den 100 Eskimos in Kanada. 
  • Er hat 1.165 Generalaudienzen auf dem Petersplatz, im Petersdom, in der Audienzhalle und in Castelgandolfo gehalten, 900 Staatsoberhäupter in Audienz empfangen und in seiner Amtszeit etwa 17.000 Reden in den verschiedenen Sprachen gehalten.
  • Er hat der Kirche 482 Heilige und 1.338 Selige geschenkt.
  • Er hat die Kirche mit dem neuen Gesetzbuch, dem Weltkatechismus, 14 Enzykliken, 56 Apostolische Schreiben, 10 Konstitutionen, 19 Briefen, 4 Büchern, unzähligen Botschaften und Gebeten bereichert. 
  • Unvergesslich bleibt das Gebet mit den Vertretern der Weltreligionen in Assisi, die Begegnungen mit Vertretern des Judentums und des Islam, die Bemühungen in der Ökumene und die große Vergebungsbitte für die Vergehen und Irrtümer der Katholischen Kirche im Heiligen Jahr 2000.


Es ist wahrlich ein großes Werk und Erbe, das dieser Papst hinterlassen hat und kaum zu fassen, dass dies alles ein Menschenleben bewältigen kann! Man kann nur staunen, aus Hochachtung sich vor ihm verneigen und Vergelt´s Gott sagen! Was aber ist die Botschaft, die Papst Johannes Paul II. uns allen hinterlässt? Mit seinem Leben und Wirken, in seinen Reden und Schriften ruft er uns zu:

1. Öffnet die Türen Christus, dem Erlöser!
Gerade heute öffnen wir Menschen vielem und jedem Tür und Tor, aber wir sind in Gefahr dabei Jesus Christus zu vergessen und hinauszusperren.
Jesus ist oft nicht mehr die Mitte von Glaube und Kirche – scheinbar suchen manche eine andere Mitte: in der Institution, Initiativen und Richtungskämpfen. 
Jesus hat oft keinen Platz mehr im öffentlichen Leben – in Politik, Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur, weil da andere Regeln gelten. 
Jesus hat oft keinen Platz mehr in unseren Familien – man baut lieber auf andere Fundamente und Werte, muss aber eingestehen wie brüchig sie sind.
Jesus hat oft keinen Platz mehr in den Herzen der Menschen, weil das Menschenherz voller Egoismus ist und nur für sich selber leben u. genießen will.
Der selige Papst Johannes Paul II. ruft uns heute zu: Öffnet die Türen für Christus, den Erlöser des Menschen, der Frieden, Freude und Sinn gibt!

2. Fürchtet euch nicht!
Das ist die Botschaft des Engels an Maria als er ihr verkündet, dass sie die Mutter Jesu werden soll. 
Das ist die frohe Botschaft, die die Engel bei der Geburt Jesu den staunenden und verängstigten Hirten verkünden.
Das ist auch die Botschaft des Engels am Ostermorgen den suchenden Frauen.
Der selige Papst Johannes Paul II. ruft uns von materiellen, seelischen und ideologischen Ängsten geplagten und verwirrten Menschen in den Krisen in Kirche und Gesellschaft heute zu: Fürchtet euch nicht!

3. Vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes!
Gott hat aus Liebe und Barmherzigkeit mit uns Menschen Jesus gesandt, ihn am Kreuz sterben und auferstehen lassen, damit der Mensch endgültig gerettet wird. Am Kreuz hat Gott aus Liebe und Barmherzigkeit Mensch und Welt erlöst. 
Der selige Papst Johannes Paul II. ruft uns zu: Vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes, weil sie die einzige Garantie ist, auf die wir Menschen im Leben setzen können ohne enttäuscht zu werden. Es ist ein besonderes Zeichen des Himmels, dass der Papst am Fest der Göttl. Barmherzigkeit, das er der Kirche geschenkt hat, gestorben ist und am gleichen Fest in diesem Jahr selig gesprochen wurde!

4. „Liebe Christen der Diözese Eisenstadt! Im Geist des hl. Martin überschreitet ihr auch die Grenzen eurer Heimatdiözese. Diese ist sich mit ihrem Bischof auch der Brückenfunktion bewusst, die ihr zu den Völkern Osteuropas hin habt. Ebenso seht ihr auch eure Verantwortung für die Weltkirche, jene Ortskirchen, die materiell in Not u. Armut leben. Ihr steht auch mit euren Partnerdiözesen in Afrika und Indien in lebendigem Austausch. Dafür danke ich euch und ermutige euch, in diesem Geist eures Diözesanpatrons, des hl. Martin, weiterzuwirken.“
Öffnet die Türen Christus, dem Erlöser – Fürchtet euch nicht – Vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes – sowie der konkrete Auftrag an unsere Diözese zur Glaubenserneuerung und Brückenfunktion – das ist die bleibende Botschaft von Johannes Paul II. Der Selige ist uns darin Vorbild u. Fürsprecher!
Amen.

+Ägidius J. Zsifkovics

Bischof von Eisenstadt