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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 11. November 2011

Grußwort Festakademie Martini

(Eisenstadt-Wirtschaftskammer, 11.11.2011)

Eminenz, hochwürdigster Herr Primas von Ungarn, lieber Bischof Paul, liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, ehrwürdige Schwestern, liebe Mitarbeiter im kirchlichen Dienst unserer Diözese aus dem Bischofshof, den Dekanaten – besonders den beiden Visitationsdekanaten Deutschkreuz und Güssing – sowie aus den Pfarren unserer Diözese!
Sehr geehrter Herr Landesrat und alle Vertreter aus Politik und Gesellschaft!
Dragi vjerniki hrvatskoga materinskoga jezika nase biskupije!

Kedveschne phenja taj phrala la flogoskera grupnatar le Romendar ande amari diözese!
Schwestern und Brüder im Herrn!


Vor genau 90 Jahren ist unsere Heimat Burgenland zu Österreich gekommen. Schon damals hat der Burgenländische Landtag beschlossen, diesem „jüngsten Kind von Österreich“ den heiligen Martin von Tours als Landespatron zu geben. An seinem Festtag sind wir jedes Jahr eingeladen, innezuhalten und auf diesen großen Menschen, Christen und Hirten zu schauen. In der jetzigen Zeit des Umbruchs, der Verunsicherung und neuer Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft ist der Blick auf unseren Landes- und Diözesanpatron weit mehr als ein Jubiläumsakt von Patrioten – er gibt Antworten auf Fragen unserer Zeit. In meinem Kanzelwort zu diesem Martinsfest habe ich auf 3 Dinge verwiesen. Martin war als geistlicher Mensch ein Verweigerer dessen, was seinem Weg hin zu Gott zuwiderlief. Martin war ein sozialer Mensch, der mit seinem Nächsten solidarisch war, besonders mit dem, der in Not war. Martin war ein Friedenstifter und Brückenbauer, der immer um Einheit und Versöhnung bemüht war.

Unser 90jähriges Burgenland haben unzählige Menschen mit der Haltung des heiligen Martin aufgebaut und bauen auch heute noch daran mit– geistliche und soziale Menschen, Friedensstifter und Brückenbauer. Im Geist des heiligen Martin trugen und tragen sie zum Wiederaufbau und zur Modernisierung unseres Landes bei, das durch den Fleiß seiner Menschen vom Armenhaus zur Vorzeigeregion Österreichs und Europas wurde, in der das harmonische Miteinander aller Volksgruppen, Konfessionen, Sprachen und Kulturen nach dem Motto „das Eigene lieben, das Andere schätzen“ gelebt wird und damit die große Welt im kleinen Burgenland ihre Probe hält. All das wäre nicht möglich, wenn es in unseren Pfarrgemeinden nicht Menschen gäbe, die wie Martinus aus tiefster christlicher Überzeugung heraus, mit großem Einsatz und aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen Kirche und Gesellschaft in unserer Diözese und in unserem Land wesentlich mitbauen und mitgestalten. In diesem Jahr des Ehrenamtes möchte ich daher als Bischof, allen in unserer Diözese Danke und Vergelt´s Gott sagen, die ehrenamtlich arbeiten in der Verkündigung, Liturgie und Caritas und so viel Gutes tun für das Gemeinwohl, damit der Glaube an Gott auch bei uns lebendig bleibt und in die Tat umgesetzt wird. Einiges an ehrenamtlichem Engagement, das sich in unseren Dekanaten und Pfarren ereignet wurde uns stellvertretend für vieles soeben präsentiert.
                                                                                    
Als Bischof möchte ich bewusst die Pfarre und den Pfarrgemeinderat hervorheben. Was wären unsere Pfarren ohne die Pfarrgemeinderäte – dieser kostbaren Frucht des 2. Vat. Konzils?! Mit einer Dankwallfahrt der Pfarrgemeinderäte unserer Diözese im Oktober nach Oberpullendorf haben wir als Diözese den Pfarrgemeinderäten der zu Ende gehenden Periode Danke gesagt für ihren ehrenamtlichen Dienst in unserer Kirche und an unserer Gesellschaft, den pers. Einsatz, das Glaubenszeugnis und die Mitverantwortung für eine lebendige Kirche, die den Menschen nahe sein will – das ist auch Neuevangelisierung!
                                                                  
Unter dem Motto „Gut, dass es die Pfarre gibt“ werden die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März 2012 in ganz Österreich stattfinden. Das ist daher auch der pastorale Schwerpunkt dieses Arbeitsjahres.

Als Bischof möchte ich viele Christen in unseren Pfarren – bisherige und neue – einladen sich als Pfarrgemeinderäte bei der kommenden Wahl zur Verfügung zu stellen und so aus Taufe und Firmung heraus für die nächsten fünf Jahre konkrete Mitverantwortung für das kirchliche Leben in ihrer Pfarre zu übernehmen. Pfarrgemeinderäte leisten in der Kirche einen wertvollen und bedeutenden Dienst. Sie leben konkret das Apostolat zu dem alle Getauften berufen sind und gestalten durch ihr Engagement die Kirche vor Ort entscheidend mit. In einer Zeit großer Umbrüche in Kirche und Gesellschaft werden sie in den kommenden Jahren gefordert sein, als „Pfadfinder der Frohen Botschaft“ nach Wegen zu suchen, die tieferen Fragen des Menschen aufzugreifen und die Antworten des Glaubens zu vermitteln. Die Pfarrgemeinden brauchen solche Menschen! Schon jetzt lade ich alle neugewählten Pfarrgemeinderäte am Pfingstmontag 2012 zum Domweihfest nach Eisenstadt ein. Ich wünsche unseren Pfarrgemeinden viele Pfarrgemeinderäte – Männer, Frauen und Jugendliche - die wie der hl. Martin zuerst geistliche und soziale Menschen, Zeugen und Türöffner für Gott, Friedenstifter und Brückenbauer sind! Kirche und Gesellschaft brauchen heute mehr denn je Christen wie Martin und nicht Aufrufer zu Spaltung und Ungehorsam!

In unserer Landeshymne heißt es: „Mein Heimatvolk, mein Heimatland mit Österreich verbunden. Auf dir ruht Gottes Vaterhand, du hast sie oft empfunden.“ Möge Gottes Vaterhand die Menschen unseres „teuren Burgenlandes“ in eine gesegnete Zukunft geleiten! Der hl. Martin, unser Landes- und Diözesanpatron ist uns dabei ein Wegweiser und Helfer.
In den Sprachen unseres Landes und der Kirche erbitten ich seinen Schutz für unsere Kirche und Heimat:
Heiliger Martin, bitte für uns!
Sveti Martin, moli za nas !
Szent Márton, könyörögj értünk!
Sancte Martine, ora pro nobis!

+ Ägidius J. Zsifkovics

Bischof von Eisenstadt