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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 1. September 2011

Sendung neuer Religionslehrer und pastoraler Mitarbeiter

(Eisenstadt-Bergkirche, 1. September 2011, 09.00 Uhr)

Wie werden heute oft Menschen gefangen?
Man muss sie an ihren Grundbedürfnissen packen. So arbeitet die Werbung und die Unterhaltungsindustrie. Man kann Einfluss auf Menschen gewinnen, wenn man ihnen eine tolle Karriere in Aussicht stellt, wenn man ihnen verspricht, den idealen Traumpartner zu finden oder das Angebot, wie sie ohne zu arbeiten reich werden können. Geld, Macht und Sex – auf diese Grundbedürfnisse lässt sich wohl das meiste zurückführen, früher wie heute! Wer es geschickt anstellt, der fängt mit dieser Methode leicht andere Menschen. Das ist in der ganzen Welt so.

Im heutigen Evangelium vom reichen Fischfang haben wir gehört, wie Jesus es gemacht hat, „Menschen zu fangen“. Seine Methode unterscheidet sich von der Weise, wie es die Werbung in aller Welt tut. Jesus macht den Menschen keine falschen Versprechungen. Nach dem heutigen Evangelium macht Jesus 4 Dinge: er beschenkt seine Jünger – er nimmt ihnen die Angst – er stellt ihnen eine Aufgabe – er bietet ihnen seine Freundschaft an.

Im Evangelium ist der überreiche Fischfang für die Jünger in auswegloser Situation, gegen jede Logik des Fischfangs ein unerwartetes Geschenk. Im NT ist die Botschaft des Engels an Maria und an die Hirten in der Hl. Nacht und nach der Auferstehung Jesu an die Frauen am leeren Grab: „Fürchtet euch nicht!“ Das Ziel der christlichen Botschaft ist es, dem Menschen die Angst zu nehmen und ihm zu verheißen: Fürchte dich nicht! Im Evangelium stellt Jesus den Jüngern die Aufgabe: Verlasst alles und folgt mir nach! Jesus ruft diese Fischer nicht nur in seine Nachfolge, sondern er bietet ihnen seine Freundschaft an.
So werden wir Menschen erwachsen und finden unsere einmalige Identität. So erleben wir unser Leben als sinnvoll und fruchtbar für uns selbst und für andere: wenn wir eine Aufgabe im Leben entdecken, für die zu leben und zu arbeiten sich lohnt, und wenn uns tiefe Freundschaften geschenkt sind.

Auf einem alten Bild in den römischen Katakomben habe ich einmal folgende Darstellung des heutigen Evangeliums gesehen: Die Jünger standen im Boot und warfen das Fischnetz aus – und hinter ihnen stand Jesus selber und packte am Netz mit an, ohne das sie das merkten. Das ist die Erfahrung, die die Kirche mit den Worten Jesu so ausdrückt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen ...“
Wenn es im Leben von uns Menschen etwas Heilendes gibt, dann sind es diese Erfahrungen der Jünger Jesu im Evangelium: wenn wir unerwartet beschenkt werden, womit wir nach vergeblichem Mühen nicht gerechnet haben; wenn uns die Angst genommen wird; wenn wir eine Aufgabe finden, für die es sich lohnt zu leben; wenn wir Freundschaften untereinander und zu Jesus finden.
Ich wünsche uns allen viele solche Erfahrungen, vor allem das feste Vertrauen, dass Jesus bei jeder unserer Tätigkeit hinter uns steht und am Netz anpackt, wie damals am See Gennesaret. Ich wünsche uns allen einen reichen Fischfang!

Wie Jesus zu Simon Petrus sage ich als Bischof unseren heute neu zu sendenden Religionslehrern und pastoralen Mitarbeitern: Fahrt hinaus in unsere Diözese – in Schule und Pfarrgemeinde! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Ich wünsche Euch, dass Ihr wie Jesus die Euch anvertrauten Menschen mit der Botschaft des Evangeliums reich beschenken könnt und dass Ihr von Ihnen reich beschenkt werdet; dass Ihr ihnen die Angst nehmt und sie für das Leben und zum Glauben ermutigt; dass Ihr ihnen helft ihre Aufgaben in Familie, Kirche und Gesellschaft zu sehen und zu erfüllen; dass Ihr sie zur Freundschaft mit Jesus führt! Das sind auch die eigentliche Aufgabe und der Dienst der Kirche!
Dazu werdet Ihr jetzt in dieser Eucharistiefeier von der Kirche gesendet. 
Darum wird Euch in dieser Feier auch die Heilige Schrift feierlich übergeben!

Der Segen Gottes und die Fürsprache Marias mögen Euer Tun begleiten! Amen.    
+Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt

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