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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 8. September 2011

Patrozinium der Basilika Frauenkirchen

(8. September 2011)

Am heutigen Festtag – dem Patrozinium dieser prächtigen Basilika von Frauenkirchen – lenkt die Kirche unseren Blick auf Maria.  In der Laurentanischen Litanei besingt die Kirche in ihren Anrufungen, was Gott Großes an Maria getan hat. Ich möchte eine neue Anrufung anfügen, die etwas merkwürdig klingen mag: Du kreuzfidele Jungfrau. Kreuzfidel meint, dass als Frucht des Kreuzes den Menschen das geschenkt wird, was wir unter fidel zu verstehen haben. Fidel hat eine dreifache Bedeutung. Es meint: gläubig, treu und fröhlich. Kein Mensch hat so sehr im Schatten des Kreuzes gestanden wie Maria, darum ist in keinem Menschen so sichtbar geworden, was gläubig, treu und fröhlich ist. Von Maria können wir Christen diese 3 Haltungen lernen.

Maria hatte einen skandalfesten Glauben. 
Nachdem der Engel Gabriel sie in ihrem Haus in Nazaret wieder verlassen hatte, wird uns nichts berichtet, dass ihr je wieder ein Engel erschienen ist. Maria blieb mit ihren Unbegreiflichkeiten allein zurück. Wie musste sie das Missverständnis des heiligen Josef treffen; die ärmliche Geburt des Gotteskindes in einem Stall; die Flucht vor dem Tyrannen Herodes nach Ägypten; die Begleitung des Sohnes am Kreuzweg. Wo blieben denn jetzt all die großen Verheißungen Gottes? Maria brauchte einen Glauben, der diesen Skandalen und Herausforderungen gewachsen war. Sie lebte ständig in Überforderungssituationen. Die Nähe zum Herrn ließ sie nicht unterliegen, sondern überstehen.  Glauben heißt marianisch, in der Nähe Jesu leben. In der Nähe Jesu leben heißt aber auch immer, in der Reichweite des Kreuzes sein. Der Glaube an den Herrn ließ sie trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen bestehen.  Geht es uns in unseren täglichen Sorgen in Familie, Kirche + Gesellschaft nicht wie Maria – auch wir brauchen heute mehr denn je einen skandalfesten Glauben, der sich vom Wort Gottes, dem Gebet und Empfang der Sakramente nährt?
Maria lebte die Treue.

Gottes unverbrüchliche Treue zu seinem Volk, fand ihr Echo im JA und in der Treue Mariens. Mit Maria konnte Gott rechnen, auf sie war Verlass. Sie war treu bis zum Kreuz, selbst als die Jünger den Herrn verraten und verlassen haben, bleibt sie standhaft und treu.
Gott braucht heute mehr denn je treue Menschen, auf die er sich verlassen kann, komme, was da kommen mag; die zu ihrer übernommenen Aufgabe in Weihe-, Gelübde- und Eheversprechen stehen, komme, was kommen mag. Sie bilden die stille Reserve der Kirche, von der sie zehrt und ihren Heilsdienst vollzieht. 
Die Treue der Eheleute garantiert Kindern das sorgenfreie Leben in der Familie. 
Die Treue des Priesters garantiert einer Gemeinde die Eucharistie+Lossprechung
Die Treue der Ordensleute garantiert uns die vielfältigen Dienste in Spital, Schule und Gemeinden. Was wäre unsere Kirche und die Welt ohne Treue!  Weil Gott treu ist, ist Treue möglich, wie bei Maria. Die Liebe zu ihm lässt Maria bis zum Kreuz treu sein. Unsere geschwisterliche Verbundenheit zu Maria lässt uns treu sein wie sie. Braucht es nicht heute mehr denn je treue Laienchristen und auch Geweihte: Bischöfe, Priester und Ordensleute?

Maria ist fröhlich, darum singt sie.
Von Maria kommt das schönste Lied, das wir Christen haben: das Magnificat. Die Fröhlichkeit Mariens liegt nicht in ihrer glücklichen seelischen Veranlagung in ihr und nicht in den günstigen Verhältnissen um sie herum. Die Fröhlichkeit Mariens gründet allein in der Nähe zum Herrn. Die Fröhlichkeit ist ein Echo auf die Gottesnähe, während die Angst ein Reflex der Gottesferne ist. Darum gibt es eigentlich keine Christenangst, sondern nur Heidenangst. „Hast du wieder eine Heidenangst“, sagen wir zu ängstlichen Menschen. Die Nähe Christi war Maria erfahrbar in der täglichen Begegnung mit dem Kreuz. So gibt es auch für uns kein Leben ohne Kreuz und Leid. Wollen moderne Christen nicht oft ein Leben ohne Kreuz und Leid, auch einen Glauben, der Kreuz und Leid ausklammert?

Maria ist unsere Mutter und Schwester, weil sie die Frau in der Nähe des Kreuzes ist. Deshalb wissen wir sie auch in unserer Nähe, weil auch wir unter dem Schatten des Kreuzes stehen. Maria möchte uns kreuzfidel anstecken, indem unser Herz gläubig, treu und fröhlich wird. 
Unsere Liebe Frau von der Heide – du kreuzfidele Jungfrau – erbitte uns modernen Christen die Gnade des Glaubens, der Treue und der Fröhlichkeit!
Amen.

+Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt

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