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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Samstag, 10. September 2011

Mariazellerfest im Wiener Stephansdom

(10. September 2011)

Christen haben im Laufe der Geschichte Maria in verschiedenen Bildern dargestellt und unter verschiedenen Namen verehrt und angerufen sowie um ihre Hilfe und Fürsprache gebeten. Viele dieser Namen und Anrufungen finden sich in der Laurentanischen Litanei: Gottesgebärerin – Mutter des guten Rates – Heil der Kranken – Zuflucht der Sünder – Hilfe der Christen. Ein altes Bild aus der Ostkirche zeigt Maria als Wegweiserin. Unter diesem Namen wird Maria angerufen, besonders als Wegweiserin für die Irrenden. Wer die Gnadenstatue von Mariazell kennt, weiß, was sie darstellt: Maria hält das Kind auf dem Arm und zeigt mit dem Finger auf ihren Sohn Jesus. So zeigt uns auch das Gnadenbild von Mariazell Maria als Wegweisern!

Was aber ist die Aufgabe eines Wegweisers? Welche Eigenschaften hat er?
Ein Wegweiser muss fest im Boden verankert sein, damit er jedem Wetter standhalten kann und nicht von jedem Wind hin und her getrieben wird. Maria ist so ein Wegweiser. Sie war fest verankert im Leben und Glauben, in der Kultur und Tradition ihres Volkes. Sie stand mit beiden Füßen im Leben und bewies Treue und Standhaftigkeit gerade in den Wirrnissen und Stürmen des Lebens – bis hin zum Kreuz. Ihr Glaube war geerdet, kannte keine Wundersucht! Braucht es nicht gerade heute Menschen-Christen, die fest im Glauben verankert sind, mit beiden Beinen im Leben und treu zu Glaube und Kirche stehen? Braucht es nicht Menschen-Christen, die in Ehe und Familie, Beruf und Freizeit, mutig zu den christlichen Werten stehen und sich nicht vom Zeitgeist, von Meinungen und Strömungen, die gerade in sind treiben lassen?

Ein Wegweiser muss erkennbar, gut sichtbar und leserlich sein. Maria ist so ein Wegweiser. An ihrem Leben ist deutlich erkennbar + ablesbar für wen sie geht und wohin sie führt. Sie hat nicht nur mit Worten, sondern mit Taten bezeugt, für wen sie geht und wofür sie steht. Sie spricht immer für uns und nie gegen uns. Sie ist in ihrem Leben glaubwürdig und transparent. Braucht es nicht gerade heute Menschen-Christen, an deren Leben erkennbar und ablesbar ist, wofür sie stehen, die so glaubwürdige Wegweiser sind?  Braucht es nicht Menschen-Christen, die ihren Glauben nicht nur diskutieren, sondern auch leben und weitergeben – die beten, den Sonntag feiern, die Sakramente empfangen, mit anderen teilen, ihnen helfen, verzeihen und Gutes tun?

Ein Wegweiser steht immer am Rand, weist den Menschen den Weg zum Ziel. Maria ist so ein Wegweiser. Mit ihrem Leben bestätigt sie, dass nicht sie der Mittelpunkt ist, sondern gerade bei der Hochzeit in Kana steht sie im Hintergrund, hilft sie den in Not geratenen Brautleuten. Sie weist den Menschen den Weg zum Ziel, wenn sie sagt: „Was er euch sagt, das tut!“  Braucht es nicht auch heute in Kirche und Gesellschaft Menschen-Christen wie Maria, die sich nicht selbst darstellen, zum Mittelpunkt und Ziel machen, sondern die am Wegrand, im Hintergrund stehen und still, aufmerksam und einfühlsam anderen helfen, den Weg zum Ziel weisen und tun, was Jesus sagt? Braucht es nicht Menschen-Christen, die sich selbstlos für andere einsetzen und dem Nächsten – vor allem denen in Not – dienen und beistehen, nicht deshalb, dass sie dafür gelobt werden oder einen Vorteil daraus haben, sondern aus echter Nächstenliebe und Solidarität.

Unserer Liebe Frau von Zell – der Großen Mutter und Wegweiserin Österreichs – vertrauen wir unsere Kirche und Gesellschaft an, um von ihr die Eigenschaften des Wegweisers zu lernen, dass wir im Leben und im Glauben feststehen, als Christen erkennbar und glaubwürdig sind, still im Hintergrund wirken und dabei jene am Rand nicht vergessen sowie Menschen den Weg zum Ziel weisen!
Maria – du Wegweiserin – sei mit uns und bleibe mit uns auf dem Weg! 
Magna Mater Austriae, Magna Domina Hungarorum, Alma Mater Gentium Slavorum, ora pro nobis!
Amen.

+Ägidius J. Zsifkovics

Bischof von Eisenstadt

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