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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 30. September 2011

Katholischer Familienverband Österreichs

(Martinsdom, 30. September 2011)

Am Gedenktag des hl. Hieronymus sind wir eingeladen auf diesen hochgebil-deten und überaus leidenschaftlichen Menschen und Heiligen zu schauen. Hieronymus war – nach allen Lebensbeschreibungen – leidenschaftlich in seiner Liebe zu Christus, zum Wort der Heiligen Schrift und zur Kirche – Tugenden und Eigenschaften, die einen jeden Christen auszeichnen sollten.
Was den hl. Hieronymus für uns heutige Menschen so sympathisch macht ist, dass er neben allen Tugenden u. Begabungen ein Mensch war, dessen mensch-liche Schwächen, Grenzen und Eigenheiten unübersehbar sind. Alle Heiligen, die wir als Vorbilder im Glauben verehren, sind Menschen gewesen wie wir, mit Stärken und Schwächen. Sind sie uns so nicht besonders nahe? Wir Menschen-Christen von heute brauchen mehr denn je die 3 Eigenschaften des Hieronymus

Liebe zu Christus.
Das Evangelium Jesu Christi ist nicht ein Lehrgebäude oder eine Weltverbesser-ungstheorie, es ist die Person Jesu Christi selbst, der lebendige Gott, auf den Christen bauen und vertrauen – es ist das Geschenk einer Freundschaft, die im Leben und im Sterben trägt. Gerade weil das Christentum mehr ist als Moral, eben das Geschenk einer Freundschaft, darum trägt es in sich eine große moralische Kraft, deren wir angesichts der Herausforderungen unserer Zeit so sehr bedürfen. Die Freundschaft zu Jesus Christus ist die Ursache und das Fun-dament unseres Glaubens, die gesucht, gelebt und erfahrbar werden muss – im persönlichen Leben, in unseren Familien und Pfarrgemeinden.
Der Katholische Familienverband Österreichs trägt wesentlich dazu bei, dass die Botschaft Jesu in unserer Gesellschaft lebendig bleibt, die Familie als Säule unserer Gesellschaft gestärkt wird und viele Menschen zur Freundschaft mit Jesus finden – Vergelt´s Gott für diesen wichtigen, nicht immer leichten Dienst!

Liebe zum Wort der Heiligen Schrift.
Seine Liebe zum Wort der Heiligen Schrift zeigt der hl. Hieronymus wohl in der Übersetzung der Bibel aus dem Hebräischen ins Lateinische – die sog. Vulgata.
Ein bekannter Satz des hl. Hieronymus sagt: „Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.“ Für Hieronymus stand fest, dass wir dem Wort Gottes in der Heiligen Schrift begegnen und dass wir uns diesem Wort immer wieder von Neuem stellen müssen – mit geistiger Offenheit, mit Sorgfalt und Liebe.  Ein Blick in unsere Gegenwart zeigt, dass die Menschen-Christen viele Schriften kennen aber trotz kostbarster Ausgaben scheinbar die Heilige Schrift nur wenig oder oft gar nicht kennen. Wie soll dann Christus gekannt und erkannt werden? Die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift ist für unseren Glauben und seine Weitergabe lebens- und überlebensnotwendig! Braucht es da nicht gerade heute in der Kirche eine neue „Bibelinitiative“, in unseren Familien und Pfarrge-meinden als Fundament und Ausgangspunkt jeder missionarischen Initiative und Neuevangelisierung? Würde nicht manche Diskussion um die Kirche in den vergangenen Wochen anders verlaufen, wenn sie von der Sorge um und der Liebe zum Wort Gottes in der Heiligen Schrift geleitet wäre?
Der Katholische Familienverband Österreichs tritt für die biblische Wahrheit vor allem in Blick auf die Familie in unserer Gesellschaft ein – Vergelt´s Gott für diesen herausfordernden und oft unbedankten Dienst am Gemeinwohl!

Liebe zur Kirche.
In allen Lebensbeschreibungen des hl. Hieronymus wird gesagt: Er war ein Mann von hoher Bildung und Wissensdrang, heftigem Charakter und einer großen Liebe zu Christus und seiner Kirche. In allen Phasen seines Lebens und Wirkens hat er seine ganze intellektuelle und geistliche Kraft eingesetzt, um die Lehre der Kirche unverfälscht weiterzugeben und gegen Irrlehren und Anfein-dungen zu verteidigen. Braucht es nicht auch heute diese Liebe zu Christus und seiner Kirche von Klerus und Laien? Die Kirche ist kein Selbstzweck, sondern sie ist Zeichen und Werkzeug, um den Glauben lebendig zu halten u. Bedingungen zu schaffen, damit Gott heute erfahrbar wird. Kirche hat die Funktion des „Tür-öffnens für Gott.“ Die horizontale Vereinseitigung der Kirche und die Verdunke-lung Gottes durch das „Bodenpersonal“ ist oft die Ursache, warum Menschen Gott in der Kirche nicht mehr wahrnehmen können. Deshalb ist es wichtig, dass diejenigen, die Kirche sind und in ihrem Namen handeln sich mit den Zielen der Kirche identifizieren und mit der Kirche denken, fühlen und handeln. Die Liebe zu Christus und seiner Kirche gibt dem Christen Kraft und Mut für Jesus Zeugnis abzulegen und lässt die Kirche anziehend und missionarisch werden.
Der Katholische Familienverband Österreichs ist stets bemüht zu Christus und seiner Kirche zu stehen – Vergelt´s Gott dafür, es ist nicht selbstverständlich!
Vom hl. Hieronymus können wir trotz menschlicher Schwäche die Liebe zu Christus, die Liebe zum Wort der Heiligen Schrift und die Liebe zur Kirche lernen. Mögen auch wir uns um diese 3 Eigenschaften als Christen mühen!
Amen.

+Ägidius J. Zsifkovics

Bischof von Eisenstadt

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