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Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 6. September 2011

Homilie Arbeitsjahreröffnung 2011/12

(Dom, 6. September 2011, 09.00 Uhr)

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst!

Liebe Dienststellenleiter unserer Diözesankurie!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischofshofes!
Schwestern und Brüder im Herrn!

Die soeben gehörten Lesungen des heutigen Tages hätten nicht besser gewählt werden können - die Liturgie der Kirche gibt sie uns als Wegweisung mit auf den Weg in das neue Arbeitsjahr. Es ist gut, am Beginn des neuen Arbeitsjahres nochmals bewusst auf die Texte hinzuschauen, sie zu betrachten, um daraus für unser gemeinsames Arbeiten vor allem 3 Dinge zu lernen.

Im heutigen Abschnitt aus dem Lukasevangelium heißt es: „In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.“
Das erste, was wir alle von Jesus lernen können und lernen sollen ist das Gebet. Noch bevor wir etwas planen und tun, braucht es das Gebet, um das geplante so tun zu können, dass es uns selber und unseren Mitmenschen zum Segen wird. Für Jesus ist das Gebet die Grundlage für jede Entscheidung und jedes Handeln. Das Gebet ist also das erste Werk, das Jesus tut, die Grundlage für alle anderen Werke. So soll es deshalb auch bei uns Christen und in der Kirche-Diözese sein! Jeder Aktion muss die Kontemplation vorausgehen! Was nützt die beste, klügste Aktion, wenn sie nicht vom Gebet getragen und begleitet ist – gleicht sie nicht einer Eintagsfliege, einem Event ohne Tiefenwirkung und Nachhaltigkeit? Von Jesus können wir lernen: den Vorrang des Seins vor der Leistung, der Stille vor der Aktion, der Treue zum Ruf vor dem eignen Planen und Unternehmen. Das Gebet – persönliche + gemeinsame, vor allem das Gebet in Familie und Pfarrgemeinde am Sonn- und Feiertag - soll daher in diesem Arbeitsjahr unser erster und wichtigster Schwerpunkt sein, denn an Gottes Segen ist alles gelegen! Wir brauchen dringend das Gebet, um die Einheit in der Kirche zu wahren!

Im heutigen Evangelium heißt es dann weiter: „Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.“
Als es Tag wurde, rief Jesus alle zu sich, die er bei sich haben wollte. Er wählte sich seine ersten und engsten Mitarbeiter selber aus; er nannte sie einzeln beim Namen. Die Gemeinschaft der Jünger Jesu und jede christliche Gemeinschaft ist keine anonyme Gruppe, Menschen ohne Namen und ohne Liebe, sondern eine Gemeinschaft aus Brüdern und Schwestern, die sich mit Namen kennen. Die Freundschaft und die Geschwisterlichkeit sind das Wesen der Kommunion. Sie sind nicht Frucht einer gegenseitigen Sympathie, sondern sie kommen aus dem Ruf Jesu und aus dem Gehorsam gegenüber seinem Wort. Jesus gibt seinen Jüngern einen neuen Namen, ein neues Herz und eine neue Aufgabe.
In der Taufe haben wir einen Namen bekommen, sind wir in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen worden und berufen, an einer neuen Welt mitzubauen.

Der Herr hat uns gerufen seine Mitarbeiter im Weinberg der Diözese Eisenstadt zu sein, hier für ihn Zeugnis abzulegen und als eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern den Dienst der Liebe heute zu tun und so an einer gerechteren Welt mit unseren Talenten mitzubauen – bemühen wir uns im neuen Arbeitsjahr.

Schließlich heißt es im heutigen Evangelium: „Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen und viele Menschen strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.“  

Jesus steigt mit den Aposteln vom Berg herab und geht zu den Menschen, die in der Ebene leben und auf ihn zulaufen. Mit den Jüngern gemeinsam konnte er auf die vielen Fragen und Erwartungen seiner Zeitgenossen antworten, die oft müde, krank, verletzt, bedürftig, vergessen und auch gescheitert sind. Jesu Evangelium ist eine große Kraft, wenn wir es in die Tat umsetzen mit Werken der Liebe und Barmherzigkeit. Wenn die Menschen wahrnehmen, dass die Kirche, christlichen Gemeinden + Gemeinschaften das Evangelium leben, dann werden sie kommen, sich von ihm berühren und heilen lassen – wir sind heute Jesu erste Mitarbeiter!

Wir sind am Beginn des Arbeitsjahres wie Jesus auf den Berg gestiegen, um in Wort und Sakrament dem Vater zu begegnen, Kraft für den Alltag zu schöpfen.
Wir sind als Getaufte und Gefirmte heute Jesu Jünger, die sich zuerst zu Gebet und Gottesdienst versammeln, um sich für die Aufgaben in der Welt zu rüsten.
Wir sind heute berufen vom Berg herunterzusteigen und in der Ebene des Alltags den Menschen das Evangelium glaubwürdig zu bezeugen, sie mit Jesus in Berührung zu bringen und so am Aufbau des Reiches Gottes mitzuarbeiten – das ist Neuevangelisierung – eine Pastoral, die Gott und die Menschen im Blick hat.

Deshalb erinnert uns der Apostel Paulus in der Lesung aus dem Kolosserbrief: „Schwestern und Brüder! Ihr habt Christus Jesus als den Herrn angenommen. Darum lebt auch in ihm! Bleibt in ihm verwurzelt, und haltet an dem Glauben fest, in dem ihr unterrichtet wurdet. Hört nicht auf zu danken!“ – Aktuell?!
Damit uns das im neuen Arbeitsjahr gelingt, erbitten wir Gottes Segen und die Fürsprache des hl. Martin, unseres Landes- und Diözesanpatrons! Amen.  

+Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt

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