Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Samstag, 3. September 2011

59. Burgenländische Arbeiterwallfahrt

(Domkirche, 3. September 2011)

Äußere Erkennungszeichen sind im Leben des Menschen von großer Bedeutung.
Jedes Auto hat ein Kennzeichen; das Nummernschild, der Autotyp, das Baujahr, die Motornummer und viele andere Dinge sind genau erfasst.
Jeder Bürger unseres Landes ist registriert und kann sich nach außen hin ausweisen. Der Reisepass oder der Personalausweis enthalten ein Foto, den Namen und die persönlichen Daten der entsprechenden Person.
Mitglieder eines Vereines haben ein gemeinsames äußeres Erkennungszeichen: eine Uniform oder Tracht, ein Abzeichen oder eine Vereinsfahne.

Was ist das Kennzeichen eines Christen und einer christlichen Gemeinde? Ist es das Kirchengebäude, an dem vielleicht Generationen gebaut, es verändert oder gar erneuert haben? Ist es eine Gruppe von Menschen, die zu einer bestimmten Kirche gehören und die einen Pfarrer haben? Woran kann man erkennen, dass es sich um christusverbundene Menschen handelt?

Im heutigen Evangelium ist eine Antwort auf unsere Frage zu finden:
Das wichtigste Kennzeichen des Christen und der christlichen Gemeinde ist die Liebe – die Liebe zu Gott und der Dienst am Mitmenschen, am Nächsten! 
Das neue Gebot der Liebe, das Jesus uns gegeben hat und das sich im Dienst am Nächsten zeigt, muss in der Kirche verwirklicht werden, um Gott zu erfahren – und nicht Streit + Kampf um die ersten Plätze! Wie sieht eine solche christliche Gemeinde aus? Wie leben die Mitglieder einer solchen Pfarrgemeinde? 
Christen leben mit allen Sinnen zusammen. Was heißt das? Das heißt:

Die Augen der Mitglieder dieser Gemeinde sehen die Schönheit der Schöpfung Gottes. Sie sehen das wirkliche Wesen unserer Mitmenschen, sie sehen, wenn einer Hilfe braucht. Sie sehen einander liebevoll an trotz aller Verschiedenheit.

Die Ohren der Mitglieder dieser Gemeinde hören die feine Stimme des Gewissens. Sie hören den guten Willen, auch bei Meinungsverschiedenheiten.

Die Lippen der Mitglieder dieser Gemeinde sprechen keine verletzenden Worte.  Sie sprechen vor allem miteinander, statt übereinander oder gar gegeneinander.

Die Hände der Mitglieder dieser Gemeinde geben gerne und ohne Absicht. Sie  schenken Geborgenheit und nehmen dankbar an. Sie dienen einander, werden einander gereicht zum Zeichen des Friedens, der Versöhnung und Gemeinschaft.

Die Füße der Mitglieder dieser Gemeinde trampeln nicht auf dem anderen herum. Sie finden und gehen den Weg zum anderen. Sie gehen miteinander auf dem Weg zu Gott.

Die Herzen der Mitglieder dieser Gemeinde vertrauen den anderen in der Gemeinschaft und auch den Menschen außerhalb der Gemeinde. Sie glauben an das Gute in jedem Menschen, glauben an Gott, den Vater aller Menschen.

Der Geist der Mitglieder dieser Gemeinde ist weit und offen. Er unterdrückt oder demütigt andere nicht. Er ist eines Sinnes untereinander und miteinander.

Das Erkennungszeichen für Christen ist also kein Trikot, keine Uniform, keine Fahne, kein Abzeichen auf der Kleidung und auch kein Kreuz an einer Kette. Das Erkennungszeichen sind wir Christen selber und unser liebender Umgang miteinander – unsere Augen, Ohren, Lippen, Hände, Füße, Herzen, Geist.
Das Erkennungszeichen für Christen ist und bleibt die Liebe zu Gott und die Bereitschaft zum Dienst am Nächsten.

Diese 59. Burgenländische Arbeiterwallfahrt ist eine Einladung an uns Christen, unsere Liebe zu Gott und unseren Dienst an den Mitmenschen zu erneuern, um so die Kirche und Gesellschaft in unserem Land zu befruchten und in Jesu Geist mitzugestalten. Darum machen wir Christen uns an die Arbeit mit allen Sinnen zu leben! Im Blick auf Jesus und im Vertrauen auf die Hilfe Marias kann ich Euch als Bischof nur zurufen: „mutig vorwärts und gläubig aufwärts!“
Amen.

+Ägidius J. Zsifkovics

Bischof von Eisenstadt

Blog Archive