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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Montag, 11. Juli 2016

60 Jahre burgenländische Gemeinschaft in Güssing (10. Juli 2016)

Ein Satz aus der gehörten 1. Lesung aus dem Buch Deuteronomium verbindet diese Festmesse und das Jubiläum „60 Jahre Burgenländische Gemeinschaft“, das wir heute mit der Stadtpfarre Güssing, den Mitgliedern der Gemeinschaft und unseren Landsleuten aus Amerika hier gemeinsam so festlich begehen. „Das Gebot Gottes ist nicht im Himmel … Es ist auch nicht jenseits des Meeres, so dass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort Gottes ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.“

Um die Jahrhundertwende (1900) sind tausende Menschen aus dem Burgen-land, vor allem auch aus dem Südburgenland, aus Armut und Not über das große Meer gefahren und haben in Amerika/Kanada eine neue Heimat sowie Hoffnung und Zukunft für ihr Leben gefunden. Die Burgenländische Gemein-schaft ist bereits 60 Jahre die Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat, zwischen dem Burgenland und Amerika. Sie bemüht sich die Kontakte durch regelmäßige Besuche, Veranstaltungen, ein Vereinsblatt aufrecht zu erhalten, besonders zu den Nachfahren der ersten Auswanderergeneration. Das Land Burgenland, die Diözese Eisenstadt und ihre Bischöfe unterstützen bis heute zusammen mit der Burgenländischen Gemeinschaft diese so wichtige Sache! Zeichen dafür sind die gegenseitigen Besuche in Amerika und im Burgenland.
Was haben sich unsere ersten Auswanderer von der alten in die neue Heimat neben den wichtigsten Dingen mitgenommen? Es sind vor allem 3 Dinge:

Einen tiefen Glauben.
Mit einem tiefen Glauben im Herzen und im festen Vertrauen auf Gottes Wort, seine Wegbegleitung und auf bessere Lebensbedingungen machten sie sich aus der kleinen, vertrauten, sicheren Heimat auf den Weg über das große Wasser in die große, unbekannte und neue Welt. Mit Gottes Wort im Herzen konnten sie die neuen Herausforderungen bewältigen und ein neues Leben aufbauen in der fernen und fremden Welt. Nicht alle haben es geschafft, manche sind wie-der zurückgekommen! Äußere Zeichen ihres tiefen Glaubens sind die Kirchen, die sie in der neuen Heimat errichteten – oft nach dem Vorbild der Kirche in der alten Heimat – und das religiöse Leben, das sie in ihren Familien und Pfarr-gemeinden pflegten. Der verstorbene Kardinal Bernardin von Chikago hat im Audienzzimmer von Papst Johannes Paul II. unserem Bischof László gesagt:  Was wäre meine Erzdiözese Chikago ohne die Gläubigen aus dem Burgenland? Ich war damals als junger Sekretär des Bischofs stolzer Augen- u. Ohrenzeuge!

Ist das nicht ein schönes Zeugnis, das er über unsere Landsleute ablegte?
Wie Mose das Volk Israel in der 1. Lesung erinnert, Gottes Wort zu hören, seine Gebote zu achten und zu ihm zurückzukehren, so ist es auch heute Aufgabe der Kirche den Menschen das Evangelium zu verkünden, sie zur Gottes/Nächsten-liebe zu ermutigen, die Tat des barmherzigen Samariters wachzuhalten und  nachzuahmen – das ist gelebtes, glaubwürdiges und anziehendes Christentum!
Auch unsere Auswanderer waren auf die Hilfe von guten Menschen in Amerika angewiesen, haben die Hilfe vieler barmherziger Samariter gebraucht und sind wohl auch vielen Menschen zum barmherzigen Samariter geworden – ist das nicht auch eine wichtige Botschaft für unseren Umgang mit Flüchtlingen und Verfolgten? Wie sagt Jesus im Evangelium: „Dann geh und handle genauso!“

Die Muttersprache und Kultur.
Neben dem Glauben haben sich unsere Auswanderer auch die Muttersprache – deutsche, kroatische, ungarische – u. Kultur in die neue Heimat mitgenommen. Die Pflege der Muttersprache u. Kultur hält sie in den verschiedenen Vereinen und Heimatverbänden zusammen, dass sie ihre Identität bewahren können, die Verbindung zur alten Heimat nicht verlieren und die amerikanische Gesellschaft wesentlich bereichern. Gerade auf diesem Gebiet leistet die Burgenländische Gemeinschaft durch 60 Jahre hindurch ihren so wertvollen Beitrag, wofür ich allen Verantwortlichen und Mitgliedern als Bischof für ihren persönlichen Ein-satz von Herzen danke und gleichzeitig alle inständig bitte, weiterzumachen! Das friedliche Zusammenleben von verschiedenen Sprachen, Religionen u. Kul-turen ist möglich nach dem Grundsatz: Das Eigene lieben, das andere schätzen! Ist das nicht eine wichtige Botschaft auch für unsere zerrissene Welt und für unser gespaltenes Europa, das sich wieder in Nationalismen abgrenzen will und im Mitmenschen oft nur den Konkurrenten und Feind sieht? Was hätten unsere Landsleute damals in Amerika getan, wenn man ihnen so begegnet wäre?

Zwei fleißige Hände.
Neben dem Glauben, der Muttersprache und Kultur haben sich unsere Auswan-derer vor allem zwei fleißige Hände in die neue Heimat mitgenommen. Diese ihre fleißigen Hände haben sie immer wieder zum Gebet gefaltet, aber auch zum Aufbau ihrer neuen Existenz eingesetzt. Unsere ausgewanderten Lands-leute waren gesuchte Handwerker und Facharbeiter, fleißige und anständige Arbeiter, die auch zum Aufbau und Wohlstand Amerikas beigetragen haben. Viele haben es weit gebracht, sind aber durch die harte Arbeit früh gestorben. Ob in kirchlichen oder staatlichen Kreisen, überall sind unsere Landsleute in Amerika und Kanada durch ihr Können und ihren Fleiß bekannt und hochge-schätzt – davon konnte ich mich bei meinem Besuch in Amerika überzeugen!Vergessen wir als Christen nicht unsere Hände zum „Beten und Arbeiten“ einzusetzen, auch wenn wir uns dabei schmutzig und verletzbar machen!

Als Bischof möchte ich abschließend zu 60 Jahre Burgenländische Gemeinschaft nochmals von Herzen gratulieren, allen Dank sagen für ihren Einsatz und sie bitten auch weiterhin nicht müde zu werden, diese Brücke von der alten in die neue Heimat zu pflegen und mit den modernen Mitteln auch noch auszubauen!Mein Wunsch an uns alle – ob in der alten oder in der neuen Heimat – ist:
Gehen wir mit Gottes Wort im Herzen in die Zukunft!
Pflegen wir unsere Muttersprache und Kultur, geben wir sie an die junge Generation weiter und bleiben wir immer für andere offen!
Erheben wir unsere beiden Hände im Alltag zum Gebet und helfen wir wie der barmherzige Samariter im heutigen Evangelium unseren Mitmenschen in Not! Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit und unser Martinsjahr laden uns dazu ein!
Gottes Segen und die Fürsprache des seligen Ladislaus Batthyány Strattman, der hier in der Basilika in Güssing bestattet ist, begleite uns Burgenländer hier in der alten Heimat und unsere Landsleute in der neuen Heimat Amerika sowie unsere Burgenländische Gemeinschaft in eine gute und gesegnete Zukunft! Amen.

Montag, 4. Juli 2016

Priesterweihe von Piotr Rychel OT in Gumpoldskirchen - 2. Juli 2016

Du, lieber Weihekandidat Piotr, hast vor dem Theologiestudium Kunstgeschichte studiert und danach erst Theologie. Du kennst Dich also nicht nur in der Philosophie und Theologie aus, sondern auch in der Kunstgeschichte – das ist eine gute Voraussetzung für den priesterlichen Dienst. In der Kunstgeschichte sind Bilder von großer Bedeutung, denn sie transportieren wichtige Botschaften. Bei dieser Predigt nehme ich mir daher gerade die Kunstgeschichte zur Hilfe, um am heutigen Marienfest 3 Bilder von Maria aus den Evangelien zu betrachten und sie für Deinen Dienst als Priester zu uns sprechen zu lassen.

Das erste Bild ist die Begegnung von Maria und Elisabeth. Im Zentrum des heutigen Festes steht der im eben gehörten Lukasevangelium Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth. Deshalb wird dieses Fest auch Visitatio, Heimsuchung, Besuch und Begegnung genannt. Besuch und Begegnung ist für mich auch ein anderes Wort für Seelsorge. Wie Maria von zu Hause weggeht, ihre Verwandte Elisabeth besucht, mit Freude vom Hl. Geist erfüllt sie begrüßt und Gottes Heilshandeln in ihrem Leben besingt, so ist auch der Priester aufgerufen nicht nur sein Elternhaus und seine Heimat, sondern immer wieder auch sein Pfarrhaus und sein Ordenshaus zu verlassen, um das, was ihm von Gott in der Berufung geschenkt wurde sowie ausgestattet mit dem Wort und Sakrament nach seinen Talenten und Fähigkeiten zu den Menschen zu tragen, ihnen das Evangelium mit Freude zu bringen, Gottes Heilswirken im eigenen Leben, in Kirche und Welt zu besingen und für ihn heute glaubwürdig Zeugnis abzulegen. Dazu aber braucht es die Haltungen Marias – Freude, Dankbarkeit, Demut und Treue. Deshalb erinnert Papst Franziskus unermüdlich die Priester und Hirten von heute, sich nicht einzusperren und abzukapseln in ihrer eigenen Welt, nicht ständig um sich selbst zu kreisen und nur das zu tun, was einem gefällt, sich pastoral nicht nur auf die kleine Herde der Kirchenbesucher zu beschränken, sondern vielmehr den Mut zu haben jeden Tag neu aufzubrechen und hinauszugehen an die Ränder, zu den Suchenden, Fernstehenden, Enttäuschten und Verwundeten – sie zu besuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ihnen zu begegnen, sie verständnisvoll zu begleiten und ihre Wunden zu heilen. Das ist eine schöne und erfüllende, aber zugleich auch eine herausfordernde Aufgabe. Lieber Piotr, sperr Dich nicht daheim ein, sondern geh als Priester und Ordensmann wie Maria zu den Menschen, begegne ihnen mit Freude, Demut und Dankbarkeit, auf Augenhöhe, bring ihnen das Evangelium und führe sie zum Heiland!

Das zweite Bild von Maria in den Evangelien ist die Hochzeit von Kana. Das Bild von der Hochzeit zu Kana ist in der christlichen Kunstgeschichte unzählige Male dargestellt. Es ist nicht auszudenken, wenn Maria in Kana nicht anwesend gewesen wäre. Es wäre wohl der Wein ausgegangen, der Hochzeitssaal wäre zu einem Saftladen verkommen. Der Wein ist es, der das Herz des Menschen erfreut – so ist Maria die Dienerin der Freude. Sie vermag mit ihren wachsamen Augen hinter der glänzenden Fassade einer Hochzeitsgesellschaft den Mangel zu entdecken. Sie ist zur Stelle, wo Mangel und Not sind und wird zum Anwalt Gottes vor den Menschen. Den Tischdienern sagt sie: "Was er euch sagt, das tut!" Sie wird aber auch zum Anwalt der Menschen vor Gott. Sie sagt ihrem Sohn: Sie haben keinen Wein mehr, bittet um Hilfe, legt Fürsprache ein. Ist das nicht auch die Aufgabe des Priesters, Ordensmannes und Seelsorgers? Diener der Freude zu sein, mit wachsamen Augen hinter die Lebensfassaden der Menschen zu schauen und ihre Nöte zu sehen, ihnen beizustehen, sie zu begleiten und zu heilen – einfach gesagt, dort nicht fehlen, wo man nötig ist! Lieber Piotr, geh deshalb als Priester und Ordensmann mit wachsamen Augen durch die Welt, schau hinter die Fassaden der Menschen, sieh nicht nur ihre Nöte, sondern geh zu ihren Tischen und hilf ihnen, auch auf die Gefahr hin, dass Du Dich dabei selber verletzt oder gar schmutzig machst! Mit Papst Franziskus sag ich Dir: Vergiss die Armen nicht! Maria im Hochzeitssaal von Kana und ein gutes Glas Wein aus Gumpoldski-rchen, aber auch aus dem Burgenland erinnern Dich immer daran!

Das dritte Bild von Maria in den Evangelien ist Maria im Abendmahlsaal. Nach der Himmelfahrt des Herrn zogen sich die Apostel zurück in ihre privaten Räume, in ihre Angst. Maria wurde zur Sammlerin der Zerstreuten, zur Symbola, die gegen den Diabolos antritt, um die Verängstigten und Zerstreuten um den einen Tisch im Abendmahlsaal unter dem einen Dach zu sammeln. Maria leitet in Jerusalem die erste Pfingstnovene, an deren Ende die Herabkunft des Heiligen Geistes steht, die zur Geburtsstunde der Kirche wird. Jeder Christ, so auch jeder Priester hat seinen einmaligen Platz in der konkreten Kirche. Jede und jeder ist aufgerufen eine Symbola und ein Symbolus zu werden, um die Menschen von der Peripherie in die Mitte zu führen. Als die Apostel mit Maria einmütig im Gebet versammelt waren, wurde ihnen der Geist geschenkt. Lieber Piotr, das Gebet, die Feier der Eucharistie und der Empfang der Sakramente, besonders des Sakramentes der Versöhnung, sollen Dir als Priester und Ordensmann Nahrung sein, damit Du zum Symbolus, zum Stifter von Einheit und Frieden sowie zum Brückenbauer wirst, der sich gegen den Diabolus stellt!

Der Priester von heute soll wie Maria in der Seelsorge zu den Menschen gehen, sie besuchen und ihnen in Freude begegnen, er soll ihre Nöte sehen, ihnen helfen, sie mit der Medizin der Kirche verarzten und sie zum Heil führen!

Lieber Piotr, ich kann Dir für Deinen priesterlichen Dienst nur die Worte aus den beiden Lesungen des heutigen Festtages als Wunsch und Auftrag mitgeben: Mit dem Propheten Zefanja sage ich Dir: Fürchte dich nicht! Der Herr, dein Gott, freut sich und jubelt über dich, er erneuert in der Priesterweihe seine Liebe zu dir! Und mit Paulus im Römerbrief rufe ich Dir zu: Sei fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! Unsere Liebe Frau vom Deutschen Hause in Jerusalem begleite Deinen Dienst!

Drogi Piotrze, nich cie Bóg bwogoswowi, a Maryja zawsze ochrania!

Erbitten wir nun gemeinsam für unseren Weihekandidaten die Kraft von oben, den Heiligen Geist, von dem auch Maria erfüllt war als sie Elisabeth besuchte und das große Danklied-Magnificat gesungen hat! Amen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Priesterweihe von Stefan Ludwig Jahns im Martinsdom - 29. Juni 2016

Ich erinnere mich noch genau an den Tag als Du, lieber Stefan, vor 7 Jahren in das Generalsekretariat der Österreichischen Bischofskonferenz in Wien zur mir gekommen bist und mir Deinen Entschluss offenbartest, Priester werden zu wollen – Du hast mich um Rat gebeten, welche Schritte dabei zu setzen sind. Das Gespräch mit Dir hat mich innerlich berührt und bleibt mir unvergesslich! Du hast ein sicheres Leben als Anwalt und Chef einer Anwaltskanzlei zurückgelassen und Du hast ein neues, riskantes/unsicheres, geistliches Leben ersehnt. Du bist dabei in guter Gesellschaft mit anderen großen Gestalten der Kirche – Alphons von Liguri, Robert Bellarmin, Thomas Morus – sie alle haben die Kanzlei gegen eine noch stärkere Berufung eingetauscht. Deine berufliche Vergangenheit inspirierte mich, mir das Bild der Anwaltschaft in dieser Predigt zur Hilfe zu nehmen. In Deiner Berufung zum Priester kannst Du auf Advokaten, Anwälte zählen, die Dich durch das Leben und den priesterlichen Dienst begleiten und Du selbst kannst für andere zum Anwalt werden. Was ist ein Advokat? Es ist die Person, die man herbeiruft und um Hilfe bittet, wenn man sie braucht.

3 Advokaten stehen Dir verlässlich, rund um die Uhr zur Seite, und anders als es bei Anwälten ist, sie verrechnen Dir ihre Dienste nicht nach der Tarifordnung der Anwaltskammer. Sie sollen Dir Vorbilder sein, wie Du im priesterlichen Dienst mit den verschiedenen Arten von Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche umgehen sollst, die auch Dich um Rat, Hilfe, Beistand bitten werden.

Dein erster Advokat ist wohl der heilige Petrus. Petrus ist der Advokat der Kirche, sozusagen unser Familienanwalt, der das verkörpert, was für unsere Kirchengemeinschaft Fundament, Lehre und Tradition ist. Petrus ist als Fels der erste Anwalt der Kirche von Jesus selbst eingesetzt. Petrus steht für die kirchliche Gemeinschaft nach innen, die er zusammenhält! Du, lieber Stefan, sollst als Priester den Menschen mit Freude, verständlich, unverkürzt und überzeugend das Evangelium verkünden durch Wort und Tat. Du sollst dabei wissen, dass auch Petrus im Leben Höhen und Tiefen hatte – sein Versagen und Verrat sowie sein Bekenntnis: „"Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!" von dem uns das eben gehörte Evangelium berichtet. Das ist für Dich und für uns alle eine große Herausforderung und zugleich Trost! Du sollst auch wissen – was uns die 1. Lesung aus der Apostelgeschichte sagt – dass Petrus nicht durch Waffen, sondern durch das Gebet der Gemeinde, also durch Gottes Wirken aus dem Gefängnis befreit wurde. Pflege daher das Gebet, feiere die Liturgie, die Sakramente und empfange sie auch selber – dann wirst Du Menschen nicht an Dich binden, sondern zu Gott und in die Freiheit führen! Je mehr Du als Priester in die Tiefe gehst, umso weiter wird Dein Denken + Tun!

Der zweite Advokat ist zuständig für jene, denen noch niemand von Jesus erzählt hat, jene, die noch nicht mit dem Evangelium in Berührung gekommen sind, die scheinbar nicht zur kirchlichen Familie gehören – es ist der hl. Paulus. Paulus hat immer versucht die Grenzen der Gemeinschaft nach außen zu überschreiten. Er verschließt sich nicht in der eigenen Gemeinschaft, sondern er ist offen für das Neue! Wenn Paulus heute Anwalt geworden wäre, dann wäre er ein Anwalt der weltweiten Fusionierungen. Doch die Fusion, von der Jesus sprach und die Du als Priester vertreten sollst, lautet: Liebe zu allen und Hingabe. Die 2. Lesung aus dem 2. Timotheusbrief sagt uns, dass Paulus am Ende seines Lebens zwar gefangen und einsam ist, zugleich auch dankbar + voller Hoffnung. Du, lieber Stefan, sollst wie Paulus in Deinem priesterlichen Dienst auf alle zugehen, niemanden ausschließen und Dich vor dem Neuen nicht fürchten. Du bist Advokat für alle! Als Priester wirst Du nicht nur auf eine Pfarre geweiht, sondern zum Dienst in der Kirche, der Du Dich ganz zur Verfügung stellst! Du sollst wie Paulus Missionar sein, auch und vor allem für jene, die außerhalb der Kirche, die wie es Papst Franziskus immer wieder sagt, an den Rändern sind! Verschieße Dich als Priester nicht, sondern sei Brückenbauer und Grenzgänger, Anwalt für Suchende, Fernstehende, jene am Rande, die es auch bei uns gibt! Tappe nicht in die Falle, Dich zu verschließen, Dir selbst zu genügen und um Dich selbst zu kreisen, ob im Presbyterium, in der Pfarre, im SSR oder Dekanat!

Der dritte Advokat ist – wie kann es bei uns im Burgenland anders sein – unser Landes- und Diözesanpatron der hl. Martin, dessen Jubiläum wir heuer feiern. Martinus ist der Anwalt der Armen, Kleinen, Schwachen, Benachteiligten. Martinus ist der Pflichtverteidiger unter den Heiligen der katholischen Kirche. Die, die wenig oder nichts haben, denen stellt er sich zur Seite – und das sollst auch Du in Deinem priesterlichen Dienst tun. Sei dort anwesend und barmherzig, wo Menschen etwas fehlt: an materiellen und geistigen Dingen, an Einsicht! Verwirkliche die Werke der Barmherzigkeit in Deinem priesterlichen Leben! Das heißt nach Bischof Wanke konkret, einem Menschen zu sagen: Du gehörst dazu. Ich höre dir zu. Ich rede gut über dich. Ich gehe ein Stück mit dir. Ich teile mit dir. Ich besuche dich. Ich bete für dich. Das sind Martinstaten im Alltag, mit denen Du wie Martinus, Anwalt für die Armen bist, die es auch bei uns gibt! Vergiss als Kind einer kleinen Volksgruppe nie Deine eigenen Wurzeln, trag als Priester dazu bei, dass der Glaube, die Muttersprache und die Kultur in Deiner kroatischen Volksgruppe hier im Burgenland weiterlebt und sei offen auch für die anderen Volksruppen und Minderheiten in unserem Land! Suche und unterstütze immer das Gemeinsame und meide alles, was spaltet und trennt! Martinus ist Dir und uns allen darin als Brückenbauer ein guter Anwalt!

Schließlich möchte ich Dein Leben und Deinen priesterlichen Dienst der größten aller Anwältinnen beim Herrn anvertrauen der „Advocata nostra“, der Muttergottes von Mariazell, unserer Advokatin, die auf Deinem Berufungsweg besonders bedeutsam war, damit Du wie Petrus Familienanwalt, wie Paulus Anwalt für Suchende und Fernstehende, wie Martinus Pflichtverteidiger und Anwalt der Armen, Notleidenden und Hilfsbedürftigen sein kannst!

Erbitten wir nun Gottes Beistand, den Hl. Geist, für unseren Weihekandidaten! Amen.

Dienstag, 29. März 2016

Osterpredigt im Martinsdom - 27. März 2016

Vor wenigen Tagen wurde Europa in seinem Zentrum von barbarischen Attacken getroffen. Zwei Bomben rissen in Brüssel mehrere Dutzend Menschen in den Tod. Viele der Überlebenden wurden schwer verwundet, bleiben ein Leben lang von den schrecklichen Ereignissen an Leib und Seele gezeichnet. Die Täter: Drei irregeleitete junge Männer, die im Namen Gottes/Religion anderen das Leben nahmen und dabei getan haben, was in allen zivilisierten Gesellschaften als das Abscheulichste überhaupt angesehen wird. Unsere Gebete und unser Mitgefühl gelten den Opfern der Anschläge und ihren Angehörigen. Doch am allermeisten sind es die Seelen der Attentäter, die unser aller Gebet brauchen.

Charles Declerq, ein Priester und Journalist eines katholischen Radiosenders, der das Unglück in der Brüsseler Metro-Station Maelbeek miterlebte, berichtete, wie sich bei der Einfahrt seines Zugs in die Station die Detonation ereignete. Er beschreibt es mit folgenden Worten: "Glasscheiben fallen auf meine Beine, kein Licht, Rauch, Schreie." In Dunkelheit und Qualm hätten die Menschen verzweifelt einen Weg ins Freie gesucht. Und Declerq berichtet weiter: "Nach zwei Minuten kam der Zugführer mit einer Leuchte und ließ die Passagiere an einer Stelle nach draußen, wo es ein Fenster gab."

Liebe Schwestern und Brüder! Der Zugführer kam mit einer Leuchte und ließ die Menschen nach draußen, wo es ein Fenster gab … Dieser Satz hat mich tief ergriffen. Versuchen wir uns die Szene vorzustellen, auch wenn sie unvorstellbar ist: In allergrößter Bedrängnis, völlig im Dunkeln, inmitten der Schreie der Sterbenden und Verwundeten, mit Rauch in den Augen und dem Geruch des Blutes und des Todes in der Nase, muss das Herannahen des Zugführers mit seinem Licht den Menschen im U-Bahn-Schacht von Maelbeek wie eine Erlösung vorgekommen sein. Wir können uns kaum vorstellen, was die Menschen in dieser existentiellen Randerfahrung erlebt haben, als Minuten zur Ewigkeit wurden. Ihr Erlebnis bringt uns sehr nahe an das österliche Geheimnis heran. Denn der Glaube an die Auferstehung Christi leuchtet vor allem in den Opfern, den Bedrängten, Flüchtlingen und Verfolgten, Gefallenen und Ausgestoßenen, Kranken und Verwundeten, Armen und Unterdrückten, Missbrauchten und Vergessenen. Sie sind es, denen sich Jesus in besonderer Weise zugewandt hat. So beginnt das Osterereignis stets in einem dunklen Tunnel! Der Leidensweg Jesu war solch ein dunkler Tunnel. Sein Schrei am Kreuz: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" steht für den dunkelsten Moment. Die U-Bahn-Tunnel unserer modernen Zeit sind ein starkes Symbol für die Hoffnungslosigkeit und die Lebensdramen vieler Menschen. Über eine Rolltreppe gelangt man in eine Art "Unterwelt", wo es kein Tageslicht gibt. Dort bewegt man sich auf den Schienen eines Übergangsstadiums/Schwellenraums, so lange, bis man an eine neue Station gelangt, von wo aus der Mensch wieder aufsteigt ans Licht. Unser aller Leben ist voll von solchen dunklen Momenten des Übergangs, des Abstiegs ins Dunkel und Aufstiegs ans Licht, von Momenten des Schmerzes, Zweifels und der Sünde, aber auch der Liebe und Freude. Jesus hat in seiner Auferstehung das allergrößte Dunkel, die Macht des Bösen und des Todes überwunden. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort, sondern ist nur der Durchgangstunnel vor dem Aufstieg ans Licht, die Rolltreppe des Lichts. So ist der Auferstandene für uns alle der rettende Zugführer mit der Leuchte!

Liebe Schwestern und Brüder! Menschen, die aus dieser Hoffnung leben, be-halten dieses Licht nicht für sich, sondern geben es weiter. Als Christen sind wir in Taufe und Firmung zu Lichtträgern und Friedensboten gesalbt worden – wir sollen Glaube, Hoffnung und Liebe leben und andere damit anstecken. Sind wir Christen nicht oft in Gefahr die große Weltpolitik zu kritisieren, aber im eigenen Leben, in der eigenen Familie, im eigenen Haus, in der eigenen Pfarre und am Arbeitsplatz sind wir nicht imstande aus Überzeugung und mit Freude das Licht des Glaubens zu verbreiten und Friedensboten zu sein! Hört man nicht gerade in diesen Tagen auch bei uns oft von Christen, dass sie Angst vor Menschen mit anderer Sprache, Kultur und Religion haben und so das Christentum in Gefahr sehen, aber sie selber kennen, schätzen und prakti-zieren ihre eigene Religion nicht? Ist das nicht Verlogen? Solche Christen haben den Tunnelblick, aber keine österlichen Augen! Es fehlt ihnen die Begegnung mit dem Auferstandenen, das Osterlicht ist in ihnen weithin erloschen! Ostern ist das Fest des Fensters ins Licht – es braucht aber Lichtträger, die dieses Licht in unserer finsteren und kalten Welt mit Freude weitergeben! Seien wir wie helle Fenster, durch die andere Licht und Hoffnung erfahren!

Die Explosionen von Brüssel mit ihren tragischen Folgen müssen uns endlich aus unserem Schlaf wecken und geben uns die Versäumnisse im religiösen Leben, aber auch bei der Integration von Fremden, auch muslimischen Jugendlichen zu bedenken, was ein hochrangiger belgischer Politiker dieser Tage in seinem Land offen eingeräumt hat, wenn er sagt: "Wir waren nicht in der Lage, ihnen eine flämische Version des amerikanischen Traums anzubieten." Das heißt soviel wie: Wir, die Länder Europas – und ich nehme hier Österreich nicht aus – waren nicht in der Lage, auf die Jugend zu achten. Man hat über Jahrzehnte Menschen als billige Arbeitskräfte nach Europa geholt und dachte, jenseits der Wirtschaft würde sich alles andere von selbst regeln. Doch so war es nicht! Jeder Mensch hat eine Würde, ein Recht auf ein gutes Leben, seelische Bedürfnisse, verdient Chancengleichheit und Respekt. So sind mitten in Europa Parallelgesellschaften entstanden. Diese neuen Mitbürger sind in vielen Fällen Identitätssuchende geworden, orientierungslose/labile Jugendliche, die sich ideologischen Rattenfängern anschließen, ferngesteuert werden und so den Terror nach Europa bringen. Ob wir es wollen oder nicht: Europa trägt Mitverantwortung und Mitschuld an dieser Entwicklung!

Was ist die Antwort auf Gewalt und Terrorismus? Hass, Rache und Angst sind keine Antwort! Eine Gesellschaft, die beginnt sich abzuschotten, zu fürchten, alles und jeden zu verdächtigen, kontrollieren und zu überwachen, sperrt sich selbst in einen dunklen Tunnel. Sie wird zum Massengrab. Der dunklen Botschaft des Hasses und der Gewalt kann nur die leuchtende Botschaft der Liebe, Vergebung und Friedens wirksam entgegengesetzt werden – die Botschaft von Ostern! Wenn wir Christen auf Christus, den Zugführer mit der Leuchte schauen und vertrauen, und seine Lichtträger und Friedensboten sind, dann werden wir selber, unsere Gesellschaft, unser Land, Europa und die ganze Welt zum Raum der hellen Fenster, die Zerstörung in Heil, Angst in Hoffnung, Hass in Liebe übergehen lassen! An Ostern hat uns Christus, unser Zugführer mit der Leuchte den Weg ans Fenster des ewigen Lebens nicht nur gezeigt, er hat es uns geöffnet und ist als erster durchgegangen! Deshalb brauchen wir uns trotz Not und Bedrängnis nicht zu fürchten – das ist wirklich eine gute Nachricht, und daher wünschen wir Christen heute uns zu Recht: Frohe Ostern! Amen.

Donnerstag, 24. März 2016

Chrisam-Messe im Martinsdom, 23. März 2016

Der neue pastorale Weg der Diözese Eisenstadt verlangt von den kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedene Charismen/Talente – nicht jeder/jede von den pastoralen Mitarbeitern hat alles und muss alles haben. Aber jeder/jede hat etwas, mit dem er/sie die Gemeinschaft bereichert – es braucht jeden/jede mit seinen Talenten für den Dienst im Weinberg des Herrn. Wenn wir heute hier im Martinsdom gemeinsam die Chrisam-Messe feiern, dabei die Öle weihen und unsere Bereitschaft zum priesterlichen Dienst erneuern, möchte ich in dieser Predigt mit Euch, liebe Mitbrüder, die verschiedenen Priestertypen bedenken, die es in jedem Presbyterium gibt und auch braucht.

Ich nehme mir dabei den bekannten Redemptoristen P. Bernhard Häring zu Hilfe, der auf prägnante/humorvolle Art und Weise verschiedene Priestertypen beschrieben hat. So wie in der Arche Nohas nicht alle Tiere gleich waren, so gibt es auch innerhalb der Priesterschaft eine große Vielfalt von Priestertypen. Ich meine, es braucht heute vor allem 3 Typen für den priesterlichen Dienst:

Es braucht heute den Zeugen des Evangeliums Jesu Christi. 
Die Botschaft von Jesu Leben, Tod und Auferstehung kann kein Mensch erdichten und sich selbst sagen, er kann sie sich nur sagen lassen und dankbar empfangen. Ein Priester steht daher zunächst im Dienst der Verkündigung des Evangeliums. Um diesen Dienst überzeugend zu tun, muss er selbst ein überzeugter Mensch sein; er muss von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt sein. Er muss selber Jesu liebenden Blick im Leben erfahren haben, um den Mitmenschen mit dem liebenden Blick Jesu begegnen zu können. Er selbst darf Jesus nicht aus dem Blick verlieren – das Gebet/Stundengebet, die Liturgie, Bibelbetrachtung, Beichte, Anbetung helfen dabei! Unsere Zeit braucht Priester, die das Evangelium mit Freude und Begeisterung verkünden sowie mit ihrem Leben bezeugen!

Es braucht heute auch den Propheten. 
Es ist Lehre der Kirche, dass alle Christen am prophetischen Amt Christi teilhaben. Wenn dem so ist, dann sollte dies vor allem für die Priester in spürbarer Weise zutreffen. Was ist mit prophetischer Sendung und Begabung gemeint? Propheten sind Menschen, die eine tiefe Einsicht in das Geheimnis des Glaubens und einen überzeugenden Blick für die Zeichen der Zeit haben. Propheten sind Menschen, die immer zwei oder drei Schritte voraus sind im Durchschauen der Heilsgeschichte und dem entsprechenden Lebenszeugnis. Propheten sind Menschen, die uns nicht nur mit Worten, sondern durch ihr Leben den aufrechten Gang lehren, leere Hülsen entlarven, das Wesentliche und Mögliche vom Unwesentlichen und Nebensächlichen zu unterscheiden. Propheten helfen den Menschen die Gnade der Stunde zu entdecken, sie leben vom Vorschuss der Gnade Gottes und verstehen es, anderen den nötigen Vor-schuss an Vertrauen zu schenken. Unsere Zeit braucht Priester als Propheten!

Es braucht heute aber auch den Heiler. 
In vielen Kulturen und Religionen fielen die Rolle des Priesters und des Heilers zusammen. Selbst Jesus ging im Lande umher, die Frohbotschaft verkündend und heilend. Er verkündete die Heilsbotschaft vom Reich Gottes und heilte alle Krankheiten und Gebrechen im Volk. Die Menschen wollten ihn berühren, denn es ging eine heilende Kraft von ihm aus, alle, die er berührte, wurden geheilt! Die liebende Gegenwart und wärmende Nähe Jesu heilt die menschlichen Beziehungen und befreit von den Krankheiten, die Folge gestörter menschlicher Beziehungen und einer gestörten Beziehung zu Gott sind. In den hl. Ölen gibt sich uns der Herr selber als Heilsmittel in die Hand, um heute Menschen zu heilen.

Die Kirche und Welt von heute braucht mehr denn je den Priester als Zeugen des Evangeliums, Propheten und Heiler – wir wurden dazu in Taufe, Firmung und Weihe gesalbt und gesendet. Wenn wir heute die Öle weihen, dann ist diese liturgische Handlung nicht einfach ein äußerlicher Ritus. Sie enthält vielmehr für uns alle die Selbstvergewisserung, dass wir auf ihn und seinen Namen gesalbt sind in der Taufe, dass wir von ihm bestätigt sind in der Firmung und dass wir gesandt sind in der Priesterweihe, treue Diener des Freudenöls zu sein – Zeugen des Evangeliums, Propheten und Heiler. Und aus dieser Selbstvergewisserung fließt von selbst die Selbstverpflichtung, uns selbst heute wieder neu einsalben zu lassen in das Geheimnis Jesu Christi.

Als Bischof danke ich Euch, liebe Mitbrüder, für Euren Einsatz und Dienst! Mit P. Häring bitte ich Euch aber gleichzeitig: Seid kein Gockel auf dem Misthaufen, keine Moralisten, Gendarmen, Ritualisten, Intriganten und Pessimisten! Seid vielmehr Priesteroriginale, die ihre Charismen/Talente in unsere Diözese einbringen und gemeinsam mit den anderen pastoralen Mitarbeitern, den uns anvertrauten Menschen dienen – dann wird unser pastoraler Weg gelingen!

Es ist für uns gut, dass der Herr auch uns seine Diener der Schwachheit unterworfen hat, damit wir Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben. Sie sollen durch uns erfahren, von Gott erwartet und geliebt zu sein und bei ihm Vergebung zu finden – eine große priesterliche Aufgabe!

Mit Papst Franziskus bete ich: "Herr Jesus Christus, sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung, damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde und deine Kirche mit neuer Begeisterung den Armen die Frohe Botschaft bringe, den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde und den Blinden die Augen öffne." So sei es – Amen!