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Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Nachrichten - Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Nachrichten und Predigten

© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Dienstag, 18. April 2017

Ostern im Martinsdom - 16. April 2017

In der Regensburger St. Jakobskirche gab es vor Jahren eine Sensation: Ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert sollte restauriert werden. Dabei entdeckten die Fachleute im Hinterkopf des Gekreuzigten in einem Hohlraum einen Schmetterling, ungefähr 4 bis 5 cm groß, aus vergoldetem Silber, die Flügel farbenprächtig emailliert und die Fühlerspitzen aus echten Perlen.

Was hat dieser Schmetterling im Hinterkopf Jesu zu suchen? Dafür gibt es zwei Erklärungen: Zum einen war schon in der Antike der Schmetterling ein Sinnbild für die unsterbliche Seele des Menschen – das griechische Wort "Psyche" bedeutet sowohl Seele als auch Schmetterling. Und zum anderen haben die Kirchenväter im Schmetterling ein Symbol für die Auferstehung Jesu gesehen – so wie sich die Raupe zur starren, leblosen Puppe verwandelt, aus der aber ein schöner, farbenfroher Schmetterling schlüpft, so steht auch für Jesus am Ende nicht der Tod, sondern neues Leben. Der Schmetterling also als Bild für verwandeltes und befreites, für neues und unsterbliches Leben. Und der Schmetterling im Hinterkopf Jesu beim Regensburger Kruzifix – das wäre doch Ostern im täglichen Leben: Immer im Hinterkopf haben: Jesus lebt und auch wir werden leben!

Der Schmetterling ist also eine ausgezeichnete Osterpredigt. Wir sollen jederzeit im Hinterkopf haben: Wir sind befreit von der Angst vor dem Tod. Daher eine dreifache Osterbotschaft an uns:
Ostern schenkt uns Flügel, uns aus unserer Verpuppung, aus allem erstarrten herauszuholen und zu neuen Menschen zu machen; dass wir abstreifen, was uns krank macht, einengt und lähmt; dass wir herausschlüpfen aus dem Gefängnis unserer Lethargie, Resignation und Gewohnheiten, in die wir uns selbst verstrickt haben; dass wir uns das Leben nicht mit Vorurteilen schwer machen und uns nicht von Populisten zu Ausgrenzungen und Demütigungen anderer – vor allem Fremder, Verfolgter und Flüchtlinge - verleiten lassen; dass wir als Menschen-Christen nicht verkümmern, sondern unsere Talente in Kirche und Gesellschaft einbringen; dass wir unsere Masken ablegen und Fassaden aufgeben, indem wir einfach und verantwortlich leben; dass wir uns und andere nicht auf alte Schuld und Versagen festlegen, sondern wissen, dass wir immer wieder neu anfangen dürfen. Brauchen wir nicht heute mehr denn je diese Frohbotschaft von Ostern, um dem verängstigten Menschen, unserer von Hass, Krieg, Terror, Vertreibung und Verfolgung bedrohten Welt, unserem lau gewordenen Christentum neue Flügel zu verleihen?

Ostern gibt uns neuen Schwung, die Botschaft von der Auferstehung in die Welt zu tragen. Auf dem Regensburger Schmetterling ist auf dem rechten Flügel Maria zu sehen, auf dem linken Johannes, der Lieblingsjünger Jesu. Der Rumpf des Schmetterlings ist Jesus am Kreuz, so wie wir es vom Kreuzweg her kennen – nur hier in einem Schmetterling eingepackt. Was will uns das sagen? Wie Maria aus dem Wunder der Auferstehung ihres Sohnes neuen Schwung bekam oder der Apostel Johannes sich aufmacht, die österliche Botschaft in die Welt zu tragen, so sind auch wir aufgerufen zu einer Liebe, die sich aus dem Trott des Alltäglichen und Gewohnten emporschwingt und alle Begrenzungen überfliegen kann. Christ ist, wer sich vom Auferstandenen gewinnen und überwältigen lässt. Im Leben der Getauften müsste das Leben des Auferstandenen sichtbar werden. Die hl. Taufe befähigt uns Christen – wie Paulus in der Lesung den Kolossern sagt – unseren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische zu richten! Trachten Christen noch nach Himmlischem oder nur nach Irdischem? Brauchen wir nicht heute mehr denn je diesen österlichen Schwung, österliche Christen in unserer Kirche, in unserer Diözese mit ihren Pfarrgemeinden, in unseren christlichen Familien und Gemeinschaften?

Ostern will uns zur Begegnung mit dem Auferstandenen, zur Freundschaft mit Jesus führen. Dies zeigen uns auch die Osterevangelien deutlich – Maria von Magdala, Petrus, Johannes, später die Apostel, die beiden Emmausjünger, sie alle begegnen dem Auferstandenen persönlich, werden von ihm berührt und werden so zu begeisterten Zeugen und Boten der Auferstehung und des Auferstandenen. Nicht nur das alte Regensburger Kruzifix mit dem Schmetterling im Hinterkopf des Gekreuzigten, sondern auch der hochbetagte ehemalige Theologieprofessor in Regensburg – Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI., der heute seinen 90. Geburtstag feiert – ist ebenfalls ein profunder, stiller und glaubwürdiger Zeuge der Osterbotschaft. Bei seinem Besuch am 8. September 2007 in Mariazell hat er uns in der Predigt eindrucksvoll daran erinnert "Auf Christus zu schauen!" "Wenn wir das tun, dann sehen wir, dass das Christentum mehr und etwas anderes ist als ein Moralsystem, als eine Serie von Gesetzen und Forderungen. Es ist das Geschenk einer Freundschaft, die im Leben und im Sterben trägt … Dieser Freundschaft vertrauen wir uns an. Aber gerade weil das Christentum mehr ist als Moral, eben das Geschenk einer Freundschaft, darum trägt es in sich auch eine große moralische Kraft, deren wir angesichts der Herausforderungen unserer Zeit so sehr bedürfen." Papst Benedikt XVI. hat in seinem Forschen und Lehren als Professor, in seiner Hirtensorge als Bischof, Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation, vor allem in seinem Dienst als Nachfolger Petri immer Gott und sein Geheimnis in die Mitte gestellt, die Menschen aufgerufen auf Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, zu schauen und sie ermutigt ihr Leben aus der Freundschaft mit Jesus zu gestalten. Braucht es nicht heute mehr denn je solche Propheten und Hirten mit großer Intellektualität und tiefer Spiritualität, die unsere Kirche und Welt an Gott und sein Geheimnis erinnern, damit unsere Kirche und Welt nicht gottlos, orientierungslos und damit hoffnungslos ist?

Mein Osterwunsch an sie alle lautet daher: Die Feier von Ostern schenke uns Flügel, uns aus unseren Ängsten, Verkrustungen und Gewohnheiten zu befreien – Die Feier von Ostern führe uns zur Begegnung mit dem Auferstandenen und festige/erneuere unsere Freundschaft mit Jesus – Die Feier von Ostern gebe uns neuen Schwung das Osterlicht in die Finsternis unserer Welt zu tragen und die Osterbotschaft mit unserem Leben im Alltag zu bezeugen!

Der Schmetterling im Hinterkopf des Gekreuzigten am kostbaren Regensburger Kreuz und der ehemalige Regensburger Professor Joseph Ratzinger und emeritierte Papst Benedikt XVI., dem wir zum heutigen 90. Geburtstag von Herzen alles Gute wünschen, aufrichtig für seinen treuen Dienst in der Kirche und für seine Verbundenheit mit dem Burgenland seit seiner Jugend im "Reichsarbeitsdienst" bei uns in Deutsch Jahrndorf danken und für den wir heute besonders beten – erinnern und ermutigen uns, Ostern immer im Hinterkopf zu haben, das heißt zu wissen: Jesus lebt und auch wir werden leben! Also, nicht der Tod, sondern das Leben hat das letzte Wort! Amen.

Chrisammesse - 12. April 2017

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst! Zur Chrisammesse versammelte Schwestern und Brüder im Herrn!

Die Chrisam-Messe, die wir jedes Jahr hier im Dom feiern, ist ein Zeichen der Einheit – der Einheit der vielen Priester aus allen Dekanaten und der vielen Männer und Frauen aus den Pfarren unserer Diözese mit dem Bischof. Und ebenso sind die heiligen Öle, die in diesem besonderen Gottesdienst geweiht werden, ein Zeichen unserer Einheit: Als Werkzeuge der Stärkung, der Pflege und der Heilung drücken sie aus, was wir alle als Menschen benötigen, um als Glieder eines Leibes Christus anzugehören.

Doch noch eine Einheit können wir heute erfahren: Diese Öle, die ihren Ausgang bei den Menschen des Orients nahmen, haben nur deshalb seit Jahrtausenden Bestand und konnten den Weg vom Alltag in den Gottesdienst finden, weil sie eine innere Qualität besitzen, die über jeden Zweifel erhaben ist. Jeder weiß, dass es beim Olivenöl verschiedene Güteklassen gibt. Die höchste Güte haben jene Öle, die direkt aus der Frucht gepresst werden und unvermischt und unverfälscht sind. Das ist ein starkes Bild und Vor-Bild für unser Leben und unseren Dienst als Seelsorger. Ich möchte daher diese Feier nutzen, um mit euch gemeinsam über die Qualität unseres pastoralen Dienstes nachzudenken und damit über die nötige Einheit von äußerem Zeichen und innerer Haltung.

Niemand geringerer als Papst Franziskus hat in seinem Apostolischen Schreiben "Misericordia et misera" zum Abschluss des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit am Christkönigssonntag 2016 besonders den Bischöfen, Priestern und Diakonen einige pastorale Prioritäten ans Herz gelegt. Es sind jene Prioritäten, die sich an die innerste Qualität seelsorglichen Dienstes richten. Denn: Nur eine qualitätsvolle Frucht bringt wohlriechendes Öl hervor, das den Menschen in Wort und in Tat dient.

Da ist zunächst – bildlich gesprochen! – das wohlriechende Öl der Homilie, der Predigt, der Katechese. Papst Franziskus erinnert uns in seinem Schreiben daran, dass das Hören des Wortes Gottes in der Kirche und im Leben des Christen eine besondere Bedeutung hat. Nur wer sein Ohr und sein Herz offen hält, ist auch empfänglich für das Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit. Daher die wörtliche Bitte des Heiligen Vaters an die Priester: "So ermahne ich dringend, die Homilie entsprechend vorzubereiten und die Verkündigung zu pflegen. Sie wird umso fruchtbarer sein, je mehr der Priester an sich selbst die barmherzige Güte des Herrn erfahren hat. Die Gewissheit zu vermitteln, dass Gott uns liebt, ist keine theoretische Übung, sondern eine Bedingung für die Glaubhaftigkeit des eigenen Priestertums."

Was bedeutet das für uns Geweihte? Unsere Predigten müssen gewissermaßen das Öl sein, das aus uns – wie aus Früchten – herausgepresst wird. Nur ein Seelsorger, der selbst die Barmherzigkeit Gottes erfahren hat, ist imstande, Barmherzigkeit zu leben und sie im pastoralen Leben für andere erfahrbar zu machen. Ein bloßes Reden über Barmherzigkeit, und sei es noch so kunstvoll, ist, wenn es nicht aus dem Herzen des Sprechenden kommt, wie synthetisches Öl oder wie gepanschter Wein. Der Glykolwein in den 80-ern war zwar süß, aber nicht bekömmlich für den Menschen. Wohlklingende Predigten anderer Leute aus dem Internet heraus zu kopieren und vom Ambo zu verlesen, ist kein fruchtbringender Verkündigungsdienst, wenn auch nicht unbedingt gesundheitsgefährdend. Die Gläubigen spüren instinktiv, dass in solchen Fällen beim Prediger keine Einheit zwischen Herz und Hirn besteht und öffnen sich auch nicht für das Wort Gottes. Verzichten wir auf solche Formen des Selbstbetrugs!

Damit in direktem Zusammenhang steht die zweite große Bitte von Papst Franziskus. Sie lautet: "Die Priester fordere ich erneut auf, sich mit großer Sorgfalt auf den Dienst der Beichte vorzubereiten, der eine wirklich priesterliche Aufgabe ist." Ich höre den gedanklichen Einwand vieler von euch: "Ja, was sollen wir denn machen, wenn die Leute nicht mehr beichten gehen?" Darauf meine Gegenfrage: "Was tragen wir als Priester dazu bei, dass wieder mehr Menschen den Weg ins Beichtzimmer finden?" Wie unser Beitrag aussehen soll, sagt uns Papst Franziskus selbst: "... ich bitte euch, für alle offen und aufnahmebereit zu sein; Zeugen der väterlichen Zärtlichkeit zu sein trotz der Schwere der Sünde; fürsorglich zu helfen, über das getane Böse nachzudenken; unmissverständlich die moralischen Prinzipien darzulegen; verfügbar zu sein, um die Gläubigen auf ihrem Weg der Buße zu begleiten und dabei geduldig ihr Tempo zu berücksichtigen; weitsichtig zu sein in der Unterscheidung jedes einzelnen Falles und großherzig in der Gewährung der Vergebung Gottes."

Ich denke, dass diese Anleitung uns klar macht, dass das Sakrament der Versöhnung bereits im Vorfeld des Beichtstuhls eine Einladung und eine sensible Vorbereitung durch den Priester braucht. Auch hier gilt das Bild von der guten Frucht und ihrem Öl: Nur ein Priester, der am eigenen Leib den Prozess von Sünde, Reue, Umkehr und Versöhnung mit Gott und mit sich selbst erfahren hat, wird anderen Versöhnung Suchenden auf ihrem Weg wirklich beistehen können. Ein solcher Beichtdienst, der Gottes Barmherzigkeit erfahrbar macht, ist wirklich Öl der allerhöchsten Güteklasse. Alles andere erleben die Menschen als künstlich und lehnen es wohl zu Recht ab.

Drittens bittet Papst Franziskus uns Priester – wiederum bildlich gesprochen - um ein besonders wertvolles "Öl" auf eine der großen Wunden unserer Gesellschaft: Er lädt uns ein zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral angesichts der vielfältigen und komplizierten Lebenssituationen von Paaren und Familien in der heutigen Zeit. Er bittet die Priester wortwörtlich um "eine aufmerksame, tiefe und weitsichtige geistliche Unterscheidung, damit niemand ausgeschlossen wird, in welcher Situation er auch lebt, und jeder sich von Gott konkret angenommen fühlen, aktiv am Leben der Gemeinde teilhaben und jenes Volk Gottes eingegliedert werden kann, das unermüdlich auf die Fülle des ... Reichs der Gerechtigkeit und Liebe, der Vergebung und Barmherzigkeit hin unterwegs ist."

Es ist dieser hohe Anspruch einer Seelsorge des Begleitens, Unterscheidens und Eingliederns wohl jener Bereich, in der sich das pastorale Vermögen oder Unvermögen eines Seelsorgers am stärksten zeigt. Denn nur ein Priester, der die Erfahrung der Barmherzigkeit selbst gemacht hat, ist fähig, auf alle menschlichen Schwierigkeiten mit der Haltung der Liebe Gottes zu schauen und wird nicht müde, Menschen zu begleiten: in der Ehevorbereitung; in der Ehebegleitung; beim Leben in der Familie, die der wichtigste Lernort des Glaubens ist und als "Kirche im Kleinen" bezeichnet wird; vor allem aber auch im Umgang mit Zerbrechlichkeit und Irregularität, dort, wo Lebensträume scheitern und Menschen darin gestärkt werden müssen, nicht an ihren Begrenztheiten zu verzweifeln, sondern dennoch nach der Fülle und der Gemeinschaft zu streben, die uns Menschen verheißen ist.

Im Evangelium der Chrisammesse wird uns heute von neuem gesagt, dass der Geist des Herrn auf uns ruht, der uns in Taufe, Firmung und Weihe gesalbt hat; der uns gesandt hat, sein Wort und seine Barmherzigkeit in Predigt, Homilie und Katechese zu verkündigen, das Sakrament der Versöhnung selber zu empfangen und anderen als das Geschenk des Auferstandenen weiterzugeben; der uns gesandt hat, sich der Familien und der Jugend anzunehmen.

Als Bischof danke ich Euch allen für Euren Einsatz und ermutige Euch, trotz aller Herausforderungen nicht müde und mutlos zu werden. Der Geist, der auf uns ruht und in uns wirkt, ist größer als wir selbst. Wie Reben hängen wir am Weinstock und wie Früchte am Ölbaum, von wo her wir alles erhalten, um zu leben. Erneuern wir heute wieder unsere Bereitschaft, anderen die heiligen Öle zu bringen und selbst heilendes und pflegendes Öl zu sein für andere.

Dazu erbitten wir Gottes Hilfe und Beistand!

Amen.

Mittwoch, 1. März 2017

Aschermittwoch im Martinsdom, 1. März 2017

Mit dem heutigen Aschermittwoch treten wir Christen in eine besondere Zeit ein – der lateinische Name dafür lautet: Quadragesima. Wenn wir dieses Wort ins Deutsche übertragen wollen, so ist das gar nicht einfach. Das alte Wort "Fastenzeit" ist ungenügend. Das neue Wort "österliche Bußzeit" ist besser, aber es reicht auch nicht aus. "Quadragesima" müssten wir von der Liturgie her übersetzen mit: "das Fest der 40 Tage". Denn dieses Wort wird vor allem durch drei Begriffe gebildet: solemnia – Festlichkeit, celebrare – feiern und sacramentum. Mit dem Wort "Sakrament" ist ein Ereignis aus der Geschichte Gottes mit den Menschen gemeint, das in der Kirche zu einer Lebensform geworden ist, in der dieses Ereignis immer neu gegenwärtige Wirklichkeit wird. Indem wir in diese Lebensform hineintreten, berühren wir das Ereignis und berühren so jene Stelle der Geschichte, wo die Wand der Vergänglichkeit aufgerissen ist, wo Gottes Hand hereinreicht in diese Zeit.

Was bedeutet also das "Fest der 40 Tage"? Es ist das Hineintreten in das Geschehen der Geschichte Gottes mit den Menschen, das die Zahl 40 benennt. Es bedeutet etwas anderes als private Kasteiung, Verzicht, Opfer, Frühjahrs-Abmagerungskur, obwohl sie durchaus dies mit in sich aufnehmen kann. Dabei steht aber nur der Mensch selbst, das eigene Ich im Mittelpunkt. Es geht um Selbstverwirklichung. Der Mensch will sich selbst erleisten und beweisen, er will die Macht seines Geistes und Willens zeigen. Der Mensch kann aber auf solche Weise nicht ganz gesund werden, da am Ausgangspunkt etwas Falsches steht: das eigene Ich als Mittelpunkt, und der Versuch des Menschen, sich selbst zu machen. Das "Fest der 40 Tage" bedeutet, dass wir gerade diesen Grundfehler, an dem die Welt krankt, an dem wir alle kranken, korrigieren, dass wir in die Endprivatisierung der Existenz hineintreten, indem wir uns hingeben an das gemeinsame Fest der 40 Tage. Dabei berühren wir das Ereignis der Wüstenjahre Israels, das Geheimnis der ersten Liebe zwischen Gott und seinem Volk. Wir berühren darin den Sieg Jesu Christi in der Wüste über die Macht des Bösen. Darum sind die 40 Tage "Quadragesima" ein Fest. Darum folgt die Kirche dem Auftrag Jesu im heutigen Evangelium: "Wenn du fastest, mach kein finsteres Gesicht, sondern salbe dein Haar und wasche dein Gesicht!" Wir feiern in diesen 40 Tagen die Überwindung und das sich Berühren von Gott und Welt, von Gott und Mensch. Wir feiern die Freiheit des Menschen, unsere Freiheit von Egoismus und den Mächten des Bösen/Todes. Wir feiern die Überwindung von Materie und Geist.

Jesus bittet uns, seine Jünger, im Evangelium des Aschermittwochs alle Masken abzulegen und in den kommenden 40 Tagen unsere Ver-bindung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern. Wie? Durch Fasten, das heißt leer werden für Gott – durch Beten, das heißt Vertrauen zu Gott – durch Almosengeben=Teilen, das heißt Handeln wie Gott. Braucht nicht gerade das unserer Zeit mehr denn je?

Das Aschenkreuz, das uns jetzt aufgelegt wird, ist ein Zeichen unserer Vergänglichkeit, unserer Bereitschaft zur Umkehr und der Hoffnung auf neues Leben. Es ist auch ein Zeichen, dass wir uns als Christen auf das Fest der 40 Tage einlassen und unseren Weg auf Ostern hin mit Freude, Mut und Entschlossenheit gehen wollen! Ich wünsche uns allen dabei Ausdauer und Geduld - vergessen wir nie: zum Gelingen jedes Festes gehört eine gute Vorbereitung und Beichte. Gott bietet uns in diesen 40 Tagen von neuem die Versöhnung und Vergebung an – nützen wir diese Zeit der Gnade! Amen.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Ökumenischer Gottesdienstes in der Gebetswoche für die Einheit der Christen - Bad Tatzmannsdorf, 18. Jänner 2017

Liebe Schwestern und Brüder!

Zwei Blinde sitzen an einer Straße. Jesus kommt vorbei und sie bitten ihn laut rufend um Erbarmen. Die Menge ist erbost und will die beiden Blinden zum Schweigen bringen. Ohne Erfolg: Jesus hat Mitleid und macht beide sehend.

Was uns das Evangelium in wenigen Worten mit einer prägnanten Szene erzählt, ist auch ein Gleichnis für ein jahrhundertelanges Drama, auf dessen Bühne wir alle einen Platz einnehmen. Denn der Weg, an dem sich die Szene abspielt, ist auch der jahrhundertelange Weg unserer christlichen Konfessionen. Die Menge, von der die Rede ist und der die um Erbarmen rufenden Blinden ein Ärgernis sind, das sind auch die vielen Zeitgenossen, die keine Störungen ihrer gewohnten konfessionellen und sonstigen Sichtweisen und Privatwahrheiten dulden. Und die beiden Blinden an der Straße – ja, das sind wir! Denn der Weg zur Erkenntnis ist für den Einzelnen, für die Völker und Nationen, für die Kulturen und Religionen ein Weg des immer mehr Sehend-Werdens. Dieser Weg ist nie abgeschlossen. Offenbart sind uns nur die Richtung und das göttliche Ziel dieses Weges: Versöhnung, Friede, Liebe.

Entscheidend an dieser Szene des Evangeliums ist für uns: Jesus handelt nicht ohne oder gar gegen den Willen der Blinden. Es sind die beiden Blinden, die sich ihrer Blindheit bewusst sind und von sich aus um Erbarmen rufen. Und als Jesus ihnen die Frage stellt „Was soll ich euch tun?“, da antworten beide ganz klar: „Herr, wir möchten, dass unsere Augen geöffnet werden.“ Das ist entscheidend: Beide wollen sehend werden! Und so ist ihr Weg – so ist unser aller Weg! – ein Weg der drei Schritte:

1. Dieser Weg beginnt mit der Erkenntnis, dass wir als Christen im Laufe der Geschichte so vieles um uns herum, so vieles am jeweils anderen nicht gesehen haben, nicht sehen konnten, auch nicht sehen wollten. Jahrhunderte der Blindheit und der Verblendung begleiteten den Weg unserer Konfessionen.

2. Von dieser bitteren, aber notwendigen Erkenntnis gelangen wir zum zweiten Schritt, zum Bekenntnis. Es ist das Bekenntnis, dass wir durch unsere Blindheit aneinander schuldig geworden sind. Durch Religionskriege; durch gegenseitige Be- und Verurteilungen; durch Polemiken; dadurch, dass wir einander – theologisch und mit anderen Mitteln – gegenseitig „zur Hölle“ geschickt haben. Diese Schuld, Stein um Stein in Jahrhunderten zu einer hohen Mauer aufgeschichtet, hat uns lange Zeit voneinander getrennt. Sie hat uns im jeweils anderen einen vermeintlichen Feind und dadurch eine scheinbare Bestätigung der eigenen Standpunkte, der eigenen Lieblingstheorien und lähmender, blindmachender Klischees geliefert. Doch in Wahrheit hat diese Mauer uns alle eingeschränkt und ärmer, um nicht zu sagen: armseliger gemacht. Denn sie hat uns voneinander getrennt! Sie hat uns die Sicht aufeinander und dadurch die Sicht auf Gott in seiner Fülle verbaut! Politik, Ideologie und ein Zuviel an Theologie haben allzu oft die Herzen aus Fleisch und Blut, die Christus wollte, zu vorbiblischen Herzen aus Stein gemacht!

3. Erst durch dieses ehrliche Bekenntnis können wir den dritten Schritt tun und gelangen so zum Verständnis. Nur durch die Liebe, die uns drängt, wie Paulus sagt, können wir einander unvoreingenommen sehen als Geschwister und als Kinder des einen Gottes. Das Hirn bringt uns Menschen zwar sehr weit – aber nur das Herz lässt scheinbar unüberbrückbare Distanzen überwinden! Die Liebe ist die höchste Form des Erkennens und Verstehens – auch das lesen wir bei Paulus.

Erkenntnis – Bekenntnis – Verständnis: Die Szene vor Jericho ist eine realistische Anleitung für die ökumenische Perspektive der Zukunft:
- Sie führt zu einer Erneuerung der Christenheit aus dem Geist des Evangeliums selbst. Sie skizziert unsere eigene Neuevangelisierung.
- Sie führt dazu, dass wir alle uns in Jesu Namen versammeln – und nicht im Namen trennender Kategorien, denen wir in der Vergangenheit mehr Liebe entgegengebracht haben als unseren Mitmenschen anderer Konfessionen.
- Sie führt dazu, dass wir ein gemeinsames und wirklich glaubhaftes Zeugnis der Barmherzigkeit in dieser Welt geben können, denn es besteht eine innere existentielle Verknüpfung von Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Gotteserkenntnis!

Viele Christen erwarten zu Recht, dass das Gedenken an die Reformation uns dem Ziel der Einheit als Christen näher bringen werde. Wir dürfen diese Erwartung nicht enttäuschen! Gerade wir als Burgenländer, die wir so lange an einer Grenze und an einer Mauer gelebt haben, können aus der historischen Erfahrung sagen, was es in Pannonien an Gegeneinander der Konfessionen gegeben hat. Gerade wir aber sind auch Zeugen, wie dieses Gegeneinander zu einem unverbindlichen Nebeneinander und schließlich zu einem immer stärkeren Miteinander und heute zu einem echten Füreinander geworden ist. Wir sind auf dem richtigen Weg! Gottes Erbarmen möge uns, die wir so lange blind waren, weiterhin die Augen für seine Pläne öffnen! Superintendent Manfred und ich sind als Vertreter unserer beiden Kirchenleitungen bereit, auf diesem Weg weiter voranzugehen, doch wir können das nur stellvertretend tun. Deshalb bitten und ermutigen wir alle evangelischen und katholischen Christen unseres Landes zum Mitgehen – es ist der Weg Jesu, der will, dass wir eins sind! – bei allen Ängsten und Vorbehalten, die es in beiden Konfessionen gibt! Habt Mut! Ihr seid dabei nicht allein gelassen, wie Martin Luther uns in einem seiner Gebete erinnert:

„Lieber Herr Christ(e), gib uns allen deinen Geist und (deine) Gaben, nicht zu unserem Ruhm, sondern zum Nutz(en) und (zur) Besserung der Christenheit ...“

Vor unserer Prozession von der katholischen Pfarrkirche hierher in die evangelische Pfarrkirche haben wir ein schönes Lied gesungen. Darin hieß es : „Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Tor in einer Mauer, wie ein Brief nach langem Schweigen“...

Liebe Schwestern und Brüder! Feiern wir gemeinsam unsere Feste als Christusfeste – indem wir so viel wie möglich gemeinsam in dieser Welt wirken: in Gebet und Gottesdienst; im christlichen Unterricht und in der Bildung (wie etwa durch unseren neuen christlichen Lehrerverein); in der Pastoral und in der Caritas über alte Trennlinien hinweg! Schlagen wir neue, längst fällige Tore in alte Mauern! Und schreiben wir einander immer mehr Briefe! Diese Briefe können, wenn sie wirklich mit Interesse gelesen werden wollen, nur Liebesbriefe sein. Und vergessen wir nicht: Nur Menschen mit sehendem Herzen werden solche Briefe schreiben und auch lesen können. Menschen, die über die Erkenntnis zum Bekenntnis und schließlich zum Verständnis gelangen. Menschen wie die beiden Blinden vor Jericho, denen Christus mit seiner Liebe die Augen öffnete.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Christtag im Martinsdom - 25. Dezember 2016

Liebe Schwestern und Brüder!

Zu Weihnachten wünscht sich niemand Skandale. Die Familien nicht, die Politik nicht, auch die Kirche nicht. "Weihnachtlich" heißt ja für viele "wohnlich", "still". Wir singen das 200 Jahre alte Lied "Stille Nacht!" und in unseren Häusern und Kirchen werden Krippen aufgestellt. Aber gerade damit holen wir den größten Skandal mitten in unsere Wohnzimmer. Der Skandal, um den es geht, ist die Weihnachtsgeschichte!

· Denn wie kann es sein, dass eine hochschwangere Frau sich auf eine anstrengende Reise machen muss?
· Wie kann es sein, dass Despoten kleine Kinder ermorden lassen, um ihre Macht zu erhalten?
· Wie kann es sein, dass eine Familie mit einem Säugling in die Flucht getrieben wird?

Genau dieser Skandal passiert heute auf unserer Erde tagtäglich tausendfach und das macht die Weihnachtsgeschichte aktueller als die Tagesschau. Denn im Zentrum des Christentums steht das Flüchtlingskind Jesus.

Gott wurde in Bethlehem unter ärmlichsten Bedingungen Mensch und identifiziert sich von Anfang an mit den Notleidenden: mit den Hungrigen und den Durstigen, den Kranken und den Gefangenen – und besonders auch mit den Heimatlosen, den Fremden und den Verfolgten.

Daher haben wir der Weihnachtskrippe hier im Eisenstädter Martinsdom ein aktuelles Gesicht gegeben.

DAS JESUSKIND IM FLÜCHTLINGSBOOT

Die Heilige Familie flüchtete auf einem Esel nach Ägypten, um dem Kindermord zu entgehen. Jesus 2016 ist auf einem Flüchtlingsboot unterwegs. Die Weihnachtsgeschichte ist vor 2000 Jahren dort entstanden, von woher heute so viele Menschen zu uns kommen. Wie Jesus, der ebenfalls aus dem Nahen Osten stammte, sind es Menschen, die vor menschlichem Unrecht fliehen; vor Verfolgung, vor Krieg und Terror, vor mörderischen politischen Interessen; heute aber auch zunehmend vor einem aggressiven internationalen Wirtschaftssystem, das Papst Franziskus als "Dritten Weltkrieg auf Raten" bezeichnet.

Und so steht das Boot, in dem unser Jesuskind liegt, für die tiefe moralische Krise, in der die verstrickte Menschheit heute steckt. Alle Menschen sind miteinander durch unsichtbare Fäden kollektiver Verantwortung verbunden. Jesus nannte das die "Nächstenliebe" und er nannte uns alle "Geschwister" und "Kinder" eines Gottes.

Wer als Christ diesen Zusammenhang zwischen der Menschwerdung Gottes in Gestalt eines Flüchtlings und der eigenen Lebensweise verdrängt, der lebt an Weihnachten vorbei und wird in diesen Tagen selbst zum Flüchtling – zum Flüchtling vor der religiösen und historischen Realität! Feigen Terroranschlägen wie jenen in Berlin, darf es nicht gelingen, unsere Gesellschaft zu destabilisieren, zu entsolidarisieren und kälter zu machen. Gönnen wir den Terroristen nicht diesen Triumpf – werden wir nicht eiskalt – so wie sie!

DAS EINE RUDER

Unser Boot hier besitzt nur ein Ruder – damit würde es sich lediglich im Kreis bewegen. Es erinnert damit an die Flucht vieler Menschen in unserer Gesellschaft vor sich selbst. Es ist eine Flucht, und oft auch ein Zwang, hinein in die große Maschinerie des Wettbewerbs, des Konsums, der Unterhaltung, der Ablenkung. Die Seele geht dabei im Kreis.

Zugleich steigt in unserer Gesellschaft die Zahl der Menschen, die vor Gott fliehen, weil sie ihn nicht aushalten können. Das müssen keine erklärten Atheisten oder Agnostiker sein und auch nicht Menschen, die eine schwere Schuld zu tragen haben. Viele Menschen empfinden alleine den Gedanken an eine höhere Instanz als eine Art Unterwerfung – weshalb es heute auch nicht an Versuchen fehlt, Gott entweder wissenschaftlich oder mit dem Verweis auf die "Political Correctness" aus unserer Gesellschaft zu entsorgen.

Die stille Christenverfolgung, die heute mitten im Vereinten Europa mit weißen Handschuhen geschieht, ist ein tragischer Ausdruck der europäischen Unfähigkeit, in der Flüchtlingskrise solidarisch, barmherzig und damit christlich zu handeln. Diese stille Christenverfolgung wird deshalb ohne größeren Widerspruch hingenommen, weil viele Menschen die wahre Bedeutung ihres christlichen Glaubens vergessen haben. Sie haben Jesus, den Störenfried mit seiner lästigen Barmherzigkeit aus ihrer Mitte entfernt und längst wieder hinausgeschickt aufs offene Meer. Auch davon erzählt dieses Boot.

DER STACHELDRAHT
Und davon erzählt auch der Weihnachtsstern aus Stacheldraht bei unserem Jesuskind. Stacheldraht, Zäune und Mauern sind heute für viele Menschen die scheinbar richtige Antwort auf die Flüchtlingsbewegungen nach Europa. Der Terror einiger weniger, wie zuletzt in Berlin, bestärken viele von uns in dieser irrigen Meinung.

Doch es geht hier nicht um eine technische Frage, die wir an den so genannten "Staat" abschieben könnten. Es geht dabei um uns selbst! Die Flüchtlingsboote im Mittelmeer sind der knallharte Check unseres Barmherzigkeitspegels. Keine Politik könnte jemals so ideale Zustände herstellen, dass die Werke der Barmherzigkeit irgendwann überflüssig würden.

Nicht das Abschneiden beim Pisa-Test oder bei amerikanischen Ratingagenturen wird entscheidend für die Zukunft Europas sein, sondern wie wir menschlich abschneiden und ob wir zu einer Zone humanen Analphabetentums in technologisch und wirtschaftlich hochgerüsteter Umgebung verkommen. Die Härte, mit denen eine Gesellschaft heute den Vertriebenen begegnet, wird morgen zur Härte gegenüber den Bedürftigen in ihren eigenen Reihen umschlagen. Dieses Boot ist daher auch eine Warnung!

Nicht alle, aber viele Menschen in Österreich und Deutschland haben durch ihre Gastfreundschaft gegenüber Menschen auf der Flucht bewiesen, dass Menschlichkeit und Glaube bei uns noch lebendig sind. Diese Menschen haben die Weihnachtsgeschichte der Herbergssuche zur gelebten Barmherzigkeit gemacht. Sie sind aus ihrer Komfortzone herausgetreten und haben es in Kauf genommen, sich schmutzig und angreifbar zu machen. Ich danke diesen Menschen für ihren Mut und für ihre Barmherzigkeit!

DIE WINDELN
Das führt mich zum Tuch, auf das unser Jesuskind gebettet ist. Die Tücher und Windeln eines Säuglings sind ein Zeichen seiner Hilfsbedürftigkeit. Weil Gott als bedürftiges Kind zu uns kommt, ist die Barmherzigkeit gegenüber jedem bedürftigen Menschen der wahre Gottesdienst. Daher sind die priesterlichen Gewänder hier am Martinsdom aus demselben Stoff gefertigt wie die Windeln unseres Christuskindes. Sie sind bedruckt mit Zitaten aus der Heiligen Schrift und aus den Headlines der Zeitungen, die uns daran erinnern, wo Barmherzigkeit geübt und wo sie versäumt wurde.

DAS RETTUNGSBOOT MIT DEM ANKERSEIL
Das Weihnachtsevangelium sagt: "Jesus, der Retter ist da!" Im Schrei der Geburt zerschlug Gott alle menschlichen Gottesbilder und wurde aus Liebe zu uns Menschen selbst Mensch. Der Gottessohn in der Krippe ist der radikale Rettungsversuch Gottes für die Menschheit jenseits von Nation, Rasse, Sprache und Bruttosozialprodukt. Und wer wollte heute noch leugnen, dass diese unerlöste Menschheit tatsächlich gerettet werden muss!

Ich sagte: es ist ein Rettungs-Versuch. Denn die Liebe Gottes zu uns Menschen zwingt nicht. Sie wartet. Christus wartet mit offenen Armen. Er wartet auf unser Ja. Das ist Weihnachten. Weihnachten ist das Rettungsboot der Menschheit. Ergreifen wir das Ankerseil – Jesus, den Retter – und lassen wir dieses Boot nicht an uns vorbeifahren!